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So hat sich Mathematik Unterricht über die Jahrhunderte verändert

Von Tobias, veröffentlicht am 25/09/2017 Blog > Nachhilfe > Mathe > Die Geschichte des Matheunterrichts

Mathematik ist eine Wissenschaft, die die Menschen schon seit mehreren tausend Jahren beschäftigt.

Im Laufe der Zeit konnten kluge Köpfe wie Pythagoras, Fibonacci, Bernoulli oder Gauß zum besseren Verständnis von Mathematik beitragen.

Doch nicht nur Genies müssen sich seit jeher mit Mathe beschäftigen.

Damals wie heute gab es – wenn auch in anderer Form – Mathematikunterricht.

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Mathematik lehren im antiken Griechenland

Im alten Griechenland gab es, abhängig von der jeweiligen Region, verschiedene Formen und Schwerpunkte des Unterrichts.

So legten die Spartaner etwa großen Wert auf Ethik und Moral, während sich die Athener eher auf die Perfektionierung der Handwerks- und Denkkunst konzentrierten.

Damals wurde Mathematik noch ganz anders unterrichtet als heutzutage, was vor allem daran lag, dass Geometrie und Arithmetik zwei komplett verschiedene Fächer waren.

Ein Unterpunkt von Arithmetik war das Rechnen, was Kunsthandwerkern und anderen Personen des Mittelstandes beigebracht wurde.

Wer es sich leisten konnte und wollte, hatte die Möglichkeit, ein Studium der Zahlen zu verfolgen.

Söhne wohlhabender Familien begannen ihre Ausbildung zuhause, unter Aufsicht der Eltern oder eines Privaten Mathe-Lehrers.

Früh wurde ihnen Lesen, Musizieren und Sport beigebracht. Mathe war eher nachgeordnet.

Im Alter von etwa elf Jahren wurden die Kinder eingeschult. In den Schulen vertieften sie ihre Kenntnisse in Grammatik, Logik und Rhetorik.

Für Kinder aus Arbeiterfamilien war nach Beenden der Schule meist Schluss mit Lernen. Jene aus der Oberschicht schrieben sich aber in der Regel in Universitäten und Akademien ein, die oft von berühmten Denkern wie Platon, Pythagoras oder Aristoteles gegründet wurden.

Pythagoras gründete zum Beispiel im Jahre 541 vor Christus eine Schule, der wir heute wichtige Erkenntnisse in Geometrie verdanken (Satz des Pythagoras).

Platons Akademie existierte über 900 Jahre! Er war der Meinung, dass Mathematik das logische, klare Denken fördere, was damals von Politikern geschätzte Fähigkeiten waren.

Daher wurden in Platons Akademie angehende Staatsmänner ausgebildet, was auch der Grund für einen limitierteren Blick auf die Mathematik als etwa in der Schule Pythagoras’ sorgte.

Die alten Griechen waren wichtige Vordenker der Mathematik Griechische Denker gehörten zu den Vorreitern des Mathematik Unterrichts | Quelle: Visualhunt

Nach Platons Meinung sollten sich Schüler nur in den ersten zehn Jahren ihrer schulischen Laufbahn mit Mathematik beschäftigen, damit sie die bestmöglichen Voraussetzungen für das rationale und philosophische Denken mitbrächten.

Dieses sollten sie dann gewinnbringend in der Politik einsetzen. Daher wurden hauptsächlich mathematische „Basics“ unterrichtet.

Kaiser Justinian betrachtete die platonische Schule als eine heidnische Einrichtung, weswegen er sie im Jahre 529 A.D. schließen ließ.

Mathematik Lehren im römischen Reich

Wie die Griechen unterrichteten auch die Römer ihre Kinder zunächst zuhause, allerdings ebenfalls nur die männlichen.

Im Alter von 12 Jahren wurden die Söhne dann eingeschult, um die Künste der Literatur und der Musik zu studieren. Auch Arithmetik wurde unterrichtet, meist mithilfe der Finger und des Abacos (Zähl- bzw. Rechenrahmen).

Wenn es der soziale Status oder der Beruf nicht erforderte, bedeutete das Beenden der Schule gleichzeitig auch das Ende des mathematischen Lernens.

Wer Mathematik vertiefen wollte, der konnte sich in die Lehre eines Mathematik Meisters begeben.

Das kam aber nicht oft vor und weiterführender Matheunterricht war eher die Ausnahme im alten Rom.

Historische Dokumente belegen allerdings, dass Mathematik-Unterricht in vielen Fällen durchaus als wichtige Grundlage für den Alltag gesehen wurde.

  • Vertruvius forderte, dass angehende Architekten sich auch in Optik, Astronomie, Jura, Geometrie und Rechnen üben sollten.
  • Galen empfahl Physikstudenten, auch die Künste der Medizin, der Rhetorik, der Musik, der Dialektik sowie der Mathematik zu verinnerlichen.
  • Varro und Seneca sprachen sich ebenfalls für ein Studium der Geometrie und der Arithmetik aus, um die eigenen Fähigkeiten des logischen Denkens zu verbessern.

Die Römer waren keine großen Mathematik-Freunde Die alten Römer legten Wert auf Sprache und Musik, weniger auf Mathematik | Quelle: Pixabay

Im alten Rom genossen Berufe, die Logik oder Rhetorik erforderten, ein höheres Ansehen als mathematische oder naturwissenschaftliche Berufe.

Manchmal wurden Menschen, die eine mathematische Karriere einschlugen, von der Oberschicht gar als „Kulturbanausen“ abgestempelt.

Aufgrund dieser negativen öffentlichen Meinung trat die Mathematik jahrhundertelang auf der Stelle.

Cassiodorus, ein römischer Staatsmann des 6. Jahrhunderts, war ein Verfechter von Bildung und warb bei der katholischen Kirche für die Wichtigkeit des Unterrichts.

Dabei unterteilte er Lernen in zwei Kategorien:

Trivium, das sich mit der Kunst der Sprache beschäftigte, und Quadrivium, der Lehre von Arithmetik, Geometrie, Musik und Astronomie.

Das gleiche Prinzip besteht bis heute, nur unter anderen Namen: Humanwissenschaften und Naturwissenschaften.

Mit der Ausnahme, dass Musik heutzutage eher als Teil der Kultur statt als Wissenschaft betrachtet wird.

Bis zum 9. Jahrhundert hatten auch die meisten Klöster eine eigene Schule, wo neue Mitglieder des Ordens unterrichtet wurden.

Während das Trivium fast ohne Ausnahme gelehrt wurde, waren Mathematik und Naturwissenschaften nur in elitären Schulen zu finden.

Eine der wichtigsten Mathematik Schulen Europas war die Kathedrale von York.

Sie wurde eine entscheidende Antriebskraft der Bildung in Europa.

Mathematik stand dabei jedoch weiterhin eher im Hintergrund.

Mathe Unterrichten in der Renaissance

Nach dem dunklen Mittelalter ließ die Renaissance die Bildung wieder aufleben.

War es zuvor nur wichtig, dass die Menschen ihren Beruf beherrschten, so traten nun Werte wie Allgemeinbildung ins Licht.

Durch die Mauren war außerdem die arabische Mathematik über Spanien nach Europa gelangt.

Im 15. Jh. kam es zur Gründung von kaufmännischen Rechenschulen in den Handelsstädten Hamburg, Nürnberg, Florenz und vermutlich auch in Wien.

Die Kirche stand diesen Schulen anfangs ablehnend gegenüber, bedrohte sie sogar mit dem Kirchenbann, denn in diesen Schulen erfolgte der Unterricht nicht in lateinischer Sprache.

In dieser Zeit wurde Euklids Werk Elemente in viele verschiedene Sprachen übersetzt und in Europa dank des neu erfundenen Buchdrucks verbreitet.

Das bedeutete, dass Schüler in Deutschland, Frankreich und Italien das gleiche Lehrmaterial verwendeten.

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Immer mehr alte Werke wurden gedruckt und fanden so rasch Verbreitung.

Der Engländer Robert Recorde schrieb eine der ersten Serien von Mathematik Büchern, die gewöhnlichen Bürgern ein besseres Verständnis von Addition, Subtraktion und Gleichungen vermitteln sollten.

Es war Recorde, der zum ersten Mal das ‚=’ Zeichen verwendete.

In seinen Texten schrieb er, dass es für ihn nichts Gleicheres gebe als zwei parallele Linien der gleichen Länge.

In Deutschland brachte Adam Riese seinen Landsleuten das Rechnen in dieser Zeit näher und die komplizierten römischen Ziffern wurden durch arabische Zahlen ausgetauscht.

Zur gleichen Zeit brachten die Entdeckungsreisen des 15. Jahrhunderts große Fortschritte in Kartografie, Navigation und Landvermessung.

Mathematik ist ein wichtiger Teil der Kartografie Wer die Welt vermessen will, der braucht Mathe! | Quelle: Pixabay

Blaise Pascal und Pierre de Fermat legten währenddessen den Grundstein der Wahrscheinlichkeitsrechnung und der Kombinatorik, indem sie versuchten, ihre Chancen beim Glücksspiel zu erhöhen.

Nach und nach wurde also erkannt, wie wichtig Mathematik auch im Alltag sein kann.

Dennoch hatte die Mathematik noch immer keinen wichtigen Stellenwert im Schulunterricht der Klöster, da die dadurch gewonnen physikalischen Erkenntnisse oft nicht dem Weltbild der Kirche entsprachen.

Mathematik Unterrichten im 19. Jahrhundert

Es dauerte bis ins 19. Jahrhundert, dass die Mathematik als höhere Bildung Einzug in die Universitäten Europas erhielt.

Mit der Einführung der Schulpflicht am Anfang des Jahrhunderts wurden auch breitere Bevölkerungsschichten mit den grundlegenden Rechenregeln vertraut gemacht.

Gleichzeitig spielte die Kirche jedoch noch immer eine wichtige Rolle in der Gesellschaft und war verantwortlich für den Lehrplan in kirchlichen Schulen.

Mathe war hier weiterhin von untergeordneter Wichtigkeit.

In den Gymnasien und Universitäten nahm der Mathematikunterricht jedoch immer konkretere Formen an.

Dies sorgte dann auch für eine entsprechend bedeutendere Honorierung des Berufs des Mathelehrers.

Zum gelehrten Stoff im Matheunterricht zählten so zum Beispiel die Berechnung von Flächen und Körpern, ebene und sphärische Trigonometrie, Logarithmen, analytische Geometrie, Lösen von komplizierten Gleichungen, Grundbegriffe der Kombinatorik und Wahrscheinlichkeitsrechnung sowie Folgen und Reihen.

Die Schule war in Deutschland nur bis zur 8. Klasse kostenlos, was bedeutete, dass Kinder armer Familien kaum eine realistische Chance hatten, das Abitur zu erreichen.

Ein Klassenzimmer des 19. Jahrhunderts war sehr karg eingerichtet So könnte ein Klassenzimmer im 19. Jahrhundert ausgesehen haben | Quelle: Pixabay

Hinzu kam in dieser Zeit die durch die Industrialisierung verursachte zunehmende Verelendung der Gesellschaft.

Kinder waren häufig gezwungen, als billige Arbeitskräfte in den großen Fabriken mit anzupacken.

Mathematik Lehren heute

Mathematik hat sich im Laufe der Jahrhunderte vom unbedeutenden Nebenfach neben Rhetorik und Musik zu einem wichtigen Hauptfach entwickelt.

Heute wird Kindern schon in der Grundschule mehrmals pro Woche das Rechnen beigebracht.

Das setzt sich in den meisten Fällen fort bis zum Erreichen des Schulabschlusses.

In G8-Ländern kommen Gymnasiasten heute etwa gar nicht mehr um eine Abschlussprüfung in Mathe herum.

Abhängig von Bundesland und der Schulform (Gymnasium, Realschule, Hauptschule, Gesamtschule) lernen Schüler Mathematik unterschiedlich intensiv.

Integralrechnung und Polynomdivisionen sind so fast ausschließlich in der gymnasialen Oberstufe zu finden, während schon Grundschüler die „Basics“ um das kleine Einmaleins beherrschen müssen.

Entscheidend für die Qualität des Unterrichts ist vor allem das Lehrpersonal.

Falls der Unterricht in der Schule nicht ausreicht, können Schüler heute auch auf diverse Formen der Mathehilfe, wie etwa Private Mathe Nachhilfe, zurückgreifen.

Falls Ihr selbst über ein gewisses Zahlentalent verfügt und gerne Mathe Nachhilfe geben wollt, haben wir Euch hier auch noch mehrere weiterführende Artikel zu den wichtigsten Themen rund um den Mathe Nachhilfeunterricht:

Wir hoffen, dass Euch unser kleiner Rückblick in die Geschichte der Mathematik und des Mathematik-Unterrichts gefallen hat!

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