Wie praktisch wäre es, wenn man ein außerordentliches Talent zum Auswendiglernen hätte… Man könnte in Prüfungen auf die Auflistungen, die man im Kopf hat vertrauen und müsste auch nie wieder einen Einkaufszettel schreiben. Wusstest Du, dass man dazu gar keine besondere Begabung braucht, sondern einfach nur die richtige Lerntechnik?

Sogenannte Mnemotechniken sind dazu da, sich auch große Mengen an Information in relativ kurzer Zeit nachhaltig einzuprägen. Eine davon ist die Loci-Methode, die ich Dir in diesem Artikel vorstellen möchte.

Die Loci-Methode ist nicht schwierig zu erlernen. Zu Beginn braucht es natürlich etwas Übung. Sobald Du das Konzept richtig verinnerlicht hast, wird es Dir immer leichter fallen. Entdecke mit uns, wie es funktioniert und sei selbst schon bald ein*e Meister*in der Gedächtniskunst.

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Was ist die Loci-Methode?

Der Name stammt aus dem Lateinischen: locus (Mehrzahl: loci) bedeutet Ort oder Platz. Tatsächlich

wurde auch die Methode selbst bereits in der Antike von den besten Rednern ihrer Zeit angewandt, um auch lange Vorträge ganz ohne Notizen wiedergeben zu können. Erste schriftliche Aufzeichnungen darüber finden sich bei Cicero in seinem Werk De Oratore (Über den Redner).

Über die Jahrhunderte wurde die Technik weitergegeben und weiterentwickelt, sodass sie heute unter verschiedenen Namen bekannt ist. Auf Deutsch wird sie auch häufig Routenmethode, Cicero-Methode oder Gedächtnispalast genannt.

Die Loci-Methode gehört zu den Mnemotechniken, die dazu da sind, sich Fakten oder eben auch Abläufe besser einprägen zu könne. Sie funktioniert, ähnlich wie Eselsbrücken, über Assoziationen. So nutzt sie eine der besonderen Eigenschaften des menschlichen Gehirns, um Informationen optimal verarbeiten zu können.

So funktioniert die Loci-Methode

Die Idee ist, dass die zu lernenden Inhalte vertrauten optischen Eindrücken verknüpft werden. Dazu wählt man eine Route mit klar erkennbaren Orientierungspunkten, die man jeweils durch eine Assoziation mit dem zu lernenden Fakt oder Inhalt verknüpft.

Vorgehensweise

In einem ersten Schritt wählst Du den Raum aus, indem Du Deine Route erstellen willst. Je besser Du ihn kennst, umso zuverlässiger wird die Methode funktionieren. Das eigene Schlafzimmer, Küche oder Wohnzimmer eignen sich gerade für Anfänger*innen besonders gut. Du kannst aber auch einen Weg draußen wählen, den Du sehr gut kennst, z.B. Deinen Schulweg oder die Strecke von Dir zu Hause zu Deinen Großeltern.

Stelle Dir den gewählten Raum ganz genau und mit allen seinen Details vor. Wo steht welches Möbel? Welche auffällige Deko gibt es? Alles, was immer an derselben Stelle steht oder hängt, kann als Ankerpunkt für die Assoziationen dienen. Erstelle eine Liste, mit allen Punkten, die Du verwenden möchtest. Wichtig ist, dass man sie nicht wahllos aneinanderreiht, sondern in der Reihenfolge, in der man sie im Raum abgehen würde.

Die Route durch den Raum muss eindeutig und nachvollziehbar sein.
Wähle zu Beginn einen Raum den Du sehr gut kennst; zum Beispiel Dein Schlafzimmer. | Quelle: Tyler Schaefer via Unsplash

An die erste Stelle stellst Du das Objekt links von der Eingangstür; dann das direkt daneben und so weiter, bis Du einmal durch den ganzen Raum gegangen bist. Da Du den Raum gut kennst, sollte es Dir sehr leichtfallen, Dir die Route einzuprägen.

Damit die Loci-Methode optimal funktioniert, solltest Du bei der Routenwahl die folgenden Punkte beachten:

  • Wähle auffällige Objekte, die weder zu groß noch zu klein sind: Alles, was den Blick auf sich zieht, kann man sich leicht merken. Die Routenpunkte sollten sich nicht zu ähnlichsehen, damit man nicht in Gefahr läuft, sie zu verwechseln. Große Flächen, wie eine ganze Wand sind zu uneindeutig.
  • Die Route muss eindeutig sein, die Punkte sollten noch zu nah beieinander noch zu weit auseinander liegen: Bei großen Abständen wird der Weg unklar. Liegen die Ankerpunkte zu nah beieinander (weniger als 0,5 Meter), kann es passieren, dass Du sie nicht mehr eindeutig auseinanderhalten kannst.
  • Achte darauf, dass die Punkte fix sind: Auch wenn Dein Regenschirm, der meist in der Ecke steht schön auffällig bunt ist, eignet er sich nicht als Ankerpunkt. Wenn es das nächste Mal regnet, wirst Du ihn wahrscheinlich mitnehmen und frühstens zurückstellen, wenn er wieder trocken ist. Das kann Deine ganze Gedächtnisroute durcheinanderbringen.

Sobald Du die Route festgelegt und sie Dir eingeprägt hast, kannst Du zum nächsten Schritt übergehen: dem eigentlichen Lernen.

Jeder Fakt oder Inhalt, den Du Dir merken willst, wird nun in der richtigen Reihenfolge einem Routenpunkt zugeordnet. Deine Aufgabe ist es, dazu möglichst guteinprägsame Assoziationen zu finden und sie in Verbindung zu dem Ankerpunkt zu setzen.

In der Regel ist das Erste, was Dir einfällt bereits eine gute Ausgangslage. Versuche dann dieses Bild präzise auszugestalten. Je witziger und absurder die Merkhilfe ist, umso effizienter ist sie.

Wenn Du jeden Fakt mit einem Ankerpunkt verknüpft hast, kannst Du die ganze Route mehrmals abgehen. Stelle Dir jeden einzelnen Punkt kurz vor und lass vor Deinem inneren Auge das dazugehörige Bild entstehen. Wiederhole danach den damit verknüpften Inhalt. Achte immer darauf, die richtige Reihenfolge einzuhalten und keinen Punkt auszulassen.

Je häufiger Du die Route wiederholst, umso nachhaltiger wirst Du sie Dir einprägen und daran hindern, nach und nach zu verblassen.

Je auffälliger di eAnkerpunkte, umso besser kannst Du sie Dir merken.
Ob draußen oder drinnen: eine gute Route ist eindeutig und verfügt über klare Routenpunkte. | Quelle: Jack Anstey via Unsplash

Für jedes neue Thema wirst Du einen anderen Raum und neue Routen brauchen, da Du sonst die bereits gelernten Inhalte mit neuen Bildern überschreibst und sie so unzugänglich machst. Wenn Du Dir etwas nur kurzfristig merken willst, beispielsweise Deine Einkaufsliste, spielt das natürlich keine Rolle und Du kannst immer wieder dieselbe Route verwenden.

Erfahre hier alles über das Pareto-Prinzip und wie es Dir beim Lernen helfen kann.

Ein Beispiel – so merkst Du Dir alle Bundeskanzler in der richtigen Reihenfolge

Die Loci-Methode eignet sich besonders gut, um sich einzelne, simple Fakten in der richtigen Reihenfolge einzuprägen. Nehmen wir also als Beispiel alle deutschen Bundeskanzler seit 1949. Unser Beispielraum ist eine Küche. Darin gibt es folgende Routenpunkte:

  • Mülleimer
  • Stehlampe
  • Möbel mit gelber Arbeitsfläche
  • Fenster
  • Geschirrschrank
  • Kühlschrank
  • Herd
  • Spüle

Nun folgt der Schritt, indem ich Bilder und Geschichten zu jedem Ort und Namen finden muss. Es ist natürlich hilfreich, wenn ich bereits etwas über die Person weiß, deren Namen ich mir merken soll, oder zumindest ihr Gesicht vor Augen habe. All diese Informationen kann ich nutzen. Wie wir in dem Beispiel sehen werden, ist es aber auch möglich, allein anhand der Namen eine Assoziation entstehen zu lassen.

Für die deutschen Bundeskanzler*innen habe ich mich für Folgendes entschieden:

  • Konrad Adenauer: erster Bundeskanzler; vier Jahre nach Kriegsende; Gesicht bekannt
  • Ludwig Erhard: Kombination aus Ludwig van Beethoven und dem Komiker Heinz Erhardt
  • Kurt Georg Kiesinger: Stichworte Kur, Geo, Kies
  • Willy Brandt: Stichwort Brand
  • Helmut Schmidt: ein Schmied mit Helm
  • Helmut Kohl: ein Kohlkopf mit Helm
  • Gerhard Schröder: Stichworte gar, Herd, (Getreide-)Schrot
  • Angela Merkel: die Merkel-Raute

Dir werden die von mir gewählten Bilder wohl nicht wirklich weiterhelfen, da sie auf meinen persönlichen Assoziationen beruhen. Sie sollen Dir lediglich aufzeigen, was alles möglich ist. Damit Du die Liste selbst auswendig lernen kannst, musst Du die Bilder finden, die Dir am meisten entsprechen.

Die Assoziationen werden mit den Ankerpunkten verknüpft.
Lass Deiner Fantasie freien Lauf, um die besten Assoziationen zu finden. | Quelle: Merakist via Unsplash

Nun bringe ich diese Bilder in Zusammenhang mit den Ankerpunkten und denke mir eine kurze Szene dazu aus:

  • Ich öffne den Mülleimer. Darin liegt eine alte Zeitung von 1949 mit dem Bild von Konrad Adenauer und der Überschrift: erster Bundeskanzler gewählt.
  • Heinz Erhardt, der eine Perücke trägt, die an Beethoven erinnert, versucht der Stehlampe das Wirtschaftswunder zu erklären.
  • Auf der Arbeitsfläche liegt ein Geo-Heft, auf dessen Titelseite für eine Kur in einer Kiesgrube geworben wird.
  • Ich schaue zum Fenster hinaus und sehe den Brand im Nachbarshaus. Eine Stimme ruft verzweifelt nach Willy, der noch im Haus ist.
  • Ich öffne die Besteckschublade im Geschirrschrank. Ein kleiner helmtragender Schmied schmiedet ein Messer.
  • Im Kühlschrank liegt ein riesiger Kohlkopf in einem Motorradhelm.
  • Auf dem Herd steht ein Topf. In diesem gart Schrot.
  • An der Spüle mache ich das Wasser an und versuche meine Hände in einer Merkel-Raute um den Strahl zu positionieren.

Nimm Dir genügend Zeit für diesen Arbeitsschritt. Er ist am Ende ausschlaggebend für den Erfolg. Je konkreter und einprägsamer die Bilder sind, umso sicherer wirst Du Dir die dazugehörige Information merken. Versuche so viel wie möglich von Deinem bereits vorhandenen Wissen zu integrieren. Dein Gehirn kann Informationen besser verarbeiten, wenn es sie mit etwas Bekanntem verknüpfen kann. Aber wie funktioniert Lernen eigentlich überhaupt?

Die Loci-Methode ist vielseitig einsetzbar

Die Loci-Methode ist eine effiziente Lerntechnik zum Auswendiglernen.
Wiederhole die Route regelmäßig, damit Du sie Dir nachhaltig einprägst. | Quelle: Jake Young via Usplash

Die Loci-Methode kannst Du auf alle erdenklichen Listen anwenden, aber auch für komplexere Inhalte. In diesem Fall wirst Du aufgefordert sein, die Bilder und Szenen detaillierter auszuarbeiten. Möchtest Du Dir beispielsweise für Dein Jurastudium verschiedene Gesetzestexte merken, wird sich an jedem Ort eine längere Szene abspielen, die den Inhalt abbildet.

Mit der Loci-Methode kannst Du Dir auch Vokabeln in einer Fremdsprache merken. Bilde dazu Sätze, in der sowohl die deutsche Übersetzung, als auch ein Wort, dass sich ähnlich wie die zu lernende Vokabel anhört.

Wer einmal gut mit der Loci-Methode vertraut ist und keine realen Räume und Routen mehr zur Verfügung hat, kann zu der nächsten Schwierigkeitsstufe übergehen, die Dir ganz neue Möglichkeiten eröffnen wird: der Gedächtnispalast. In dieser Variante der Technik, erstellst Du in Deinem Kopf ein Gebäude mit vielen verschiedenen Räumen. Male sie Dir bis ins letzte Detail aus und stelle sie Dir regelmäßig vor, sodass Du Dich darin auch wirklich gut auskennst und sich nichts mehr verändert.

Probiere es aus! Wenn man sich einmal an die Loci-Methode gewöhnt hat, lernt es sich deutlich leichter und das Lernen macht gleich viel mehr Spaß.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.