Mit den Heldenepen Ilias und Odyssee beginnt die europäische Literaturgeschichte. Sagen und Mythen die zuvor jahrhundertelang mündlich überliefert worden waren, wurden aufgeschrieben und so auch der Nachwelt zugänglich gemacht.

Heute sind viele der frühsten altgriechischen Texte verloren gegangen. Vollständig erhalten sind nur noch die Theogonie von Hesiod sowie die Ilias und die Odyssee von Homer.

In diesem Artikel erfährst Du alles, was Du über die antike literarische Gattung der Epik wissen musst. Wie erklären Dir, wer Homer war und worin es in der Ilias und der Odyssee geht.

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Und los geht's

Was ist ein Epos?

Literarische Texte werden in verschiedene Gattungen eingeteilt: die Lyrik (Gedichte); die Dramatik (Theaterstücke) und die Epik (erzählende Texte). In der heutigen Zeit werden in der Gattung Epik vor allem Romane geschrieben, in der griechischen Antike waren es Epen.

Ein Epos (Pl.: Epen) ist eine lange Erzählung in Versen und gehobener Sprache. Zumeist stammen die Geschichten aus mündlich überlieferten Sagen und Mythen, in denen teilweise auch historische Ereignisse verarbeitet wurden.

Epen wurden nicht nur zum Lesen geschrieben; sie sollten auch vorgetragen werden können. Wahrscheinlich ist dies der Grund für die gleichmäßige Versform. Die Texte lassen sich so leichter rhythmisch Vortragen und können auch einfacher auswendig gelernt werden.

Die ältesten heute noch erhaltenen und bekannten europäischen Epen sind Die Ilias und Die Odyssee von Homer. Sie stehen für den Übergang von der mündlichen Überlieferung zur geschriebenen antiken Literatur bei den alten Griechen.

Ohne sie wären auch die griechischen Tragödien, die in den antiken Theatern aufgeführt wurden, wohl nicht entstanden.

Wer war Homer?

Homer ist zweifelsfrei einer der berühmtesten Dichter der Weltliteratur. Jedoch ist nicht klar erwiesen, ob er überhaupt jemals gelebt hat. In der Literaturwissenschaft wird diese Homerische Frage leidenschaftlich diskutiert und gründlich untersucht. Die Entstehungszeiträume der beiden Werke, die Homer zugeschrieben werden, liegen so weit auseinander, dass er die Ilias in seiner Jugend, die Odyssee als alter Mann geschrieben haben müsste.

Eine Theorie ist daher, dass unter dem Namen Homer die Schriften verschiedener Dichter zusammengefasst wurden. Neuere Textanalysen weisen jedoch darauf hin, dass die sprachliche und künstlerische Qualität der beiden Epen sehr konstant sei. Dies wird als Indiz dafür gesehen, dass sie beide von derselben Person geschrieben worden seien.

Da also nicht geklärt ist, ob es die historische Persönlichkeit Homer überhaupt gab, ist auch sehr wenig über sein Leben bekannt. Die Epen Illias und Odyssee sind wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts v. Chr. oder in der ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts v. Chr. niedergeschrieben worden. Hat Homer jemals gelebt, dann wahrscheinlich in diesem Zeitraum.

Bereits in der Antike gab es widersprüchliche Angaben zu seiner Herkunft. Verschiedene Städte in Kleinasien und Griechenland rühmten sich damit der Geburtsort Homers zu sein, Belege dafür gibt es aber keine.

Die Ilias und die Odyssee könnten auch das Werk mehrerer Dichter sein.
Bis heute ist nicht klar, wer Homer war und ob er die Epen wirklich geschrieben hat. | Quelle: Levi Meir Clancy via Unsplash

Dargestellt wird er meist als blinder Greis, der als Wandersänger durch die Lande zieht. Während sich über die legendäre Blindheit keine Aussagen treffen lassen, ist es jedoch kaum wahrscheinlich, dass er ein einfacher, armer Wandersänger war.

Die Homer zugeschriebenen Werke setzen fundierte Kenntnisse der Sprache, der Geschichte und der aristokratischen Gesellschaftsschicht voraus. Das weißt darauf hin, dass der Verfasser selbst aus der gehobenen Schicht stammen muss.

Die Ilias

Datiert wird die Ilias ins 8. oder 7. Jahrhundert v. Chr.; ihr Ursprung liegt jedoch viel weiter zurück. Es handelt sich um eine Sammlung von Erzählungen, die über mehrere Jahrhunderte hinweg mündlich weitergegeben und dabei wahrscheinlich auch immer wieder verändert und ausgeschmückt wurden.

In der Antike wurde sie als historische Beschreibung des Trojanischen Kriegs gelesen. Heute gilt es aber nicht als gesichert, ob dieser Krieg überhaupt stattgefunden hat. Es ist auch umstritten, wo die Stadt Troja genau lag. Sollte es sich dabei um ein historisches Ereignis handeln, haben sie wahrscheinlich im 13. oder 12. Jahrhundert v. Chr. stattgefunden.

Die Ilias bietet darüber hinaus einen eindrücklichen Einblick in die Götterwelt der griechischen Antike. Die Götter und ihre Einmischung in das Geschehen bestimmen die Handlung wesentlich mit.

Das Epos umfasst 24 Bücher (auch Gesänge genannt), die jeweils 400 bis 900 Verse beinhalten. Insgesamt setzt sich die Ilias aus 15.693 Versen zusammen, die im Hexameter geschrieben sind.

Die Ilias beschreibt 51 Tage im Trojanischen Krieg.
In der Ilias kämpft Achilleus mit den Griechen (Achaier) gegen Troja. | Quelle: Jaime Spaniol via Unsplash

Inhalt

In der Ilias werden 51 Tage im Trojanischen Krieg beschrieben, der insgesamt 10 Jahre lang gedauert hat. Eines der Hauptmotive ist der Zorn des Achilleus, der sich aufgrund einer Ehrverletzung durch Agamemnon, dem Anführer der Griechen (auch Achaier genannt), für einige Zeit aus dem Kampf zurückzieht.

Als es schließlich zu der Versöhnung von Achilleus und Agamemnon kommt, fällt Patroklos, ein guter Freund von Achilleus. Dieser beschließt darauf, sich an Hektor, dem Anführer der Trojaner zu rächen. Nach mehreren blutigen Gefechten tötet Achilleus Hektor und schleift seine Leiche tagelang um die Stadtmauern.

Das Kriegsgeschehen wird von den olympischen Göttern beobachtet und maßgeblich mitbestimmt. Immer wieder mischen sie sich ein, warnen die Helden vor Gefahren oder stehen ihnen im Kampf zur Seite. Aber auch sie sind nicht in der Lage das vorherbestimmte Schicksal von den einzelnen Figuren abzuwenden.

Die Ilias endet damit, dass Achilleus den Trojanern eine elftägige Waffenruhe gewährt, damit sie Hektor traditionsgemäß bestatten können.

Vorgeschichte

Um die Ilias verstehen zu können, muss man die Vorgeschichte des Trojanischen Kriegs kennen, die im Epos selbst nur nebenbei erwähnt wird.

Die Göttin Eris war als Einzige nicht zu einer Hochzeit eingeladen. Um sich dafür zu rächen, erschien sie trotzdem bei der Feier und warf einen goldenen Apfel mit der Aufschrift „für die Schönste“ in die Runde. Daraufhin brach ein Streit zwischen Aphrodite, Athene und Hera um den Apfel aus.

Die drei Göttinnen forderten Zeus dazu auf, zu bestimmen, wer die Schönste sei. Dieser weigerte sich jedoch eine Entscheidung zu treffen und forderte den trojanischen Königssohn Paris dazu auf, ein Urteil zu fällen.

Paris wurde umgehend herbeigeführt und von den drei Konkurrentinnen bestochen: Athene versprach im Ruhm, Hera Macht und Aphrodite die schönste Frau der Welt, Helena. Paris entschied sich für Aphrodite. Als er wenig später Helena zum ersten Mal begegnete, verliebte er sich sofort in sie.

Das Meer und die Schifffahrt spielen in den antiken Epen eine wichtige Rolle.
Auslöser für den Trojanischen Krieg ist der Raub der schönen Helena. Achilleus, Agamemon und weitere griechische Helden ziehen los, um sie zu befreien. | Quelle: Katherine Mccormack via Unsplash

Da Aphrodite ihm Helena als Geschenk für seine Wahl versprochen hatte, entführte Paris sie nach Troja. Helena war jedoch bereits mit dem spartanischen König Menelaos verheiratet, der seine Frau zurückhaben wollte. Menelaos mobilisierte daraufhin ein Heer aus den zahlreichen Verehrern der Helena aus ganz Griechenland und griff Troja an.

Die Odyssee

Auch die Odyssee gliedert sich in 24 Gesänge (12.110 Verse), die im Hexameterversmaß geschrieben sind. Sie ist wahrscheinlich ungefähr 30 Jahre nach der Ilias aufgeschrieben worden. Sie gilt als erste Abenteuergeschichte der abendländischen Literatur.

Inhalt

Das Epos schließt an die Ilias an. Der Held Odysseus, König von Ithaka, hat auf der Seite der Griechen im Trojanischen Krieg gekämpft und wird nach einer langen Irrfahrt nach dem Krieg sieben Jahre lang von der Nymphe Kalypso festgehalten. Da er Zuhause in Ithaka als verschollen gilt, werben unzählige Freier um seine Frau Penelope und damit auch um den Königsthron.

Zeus hat schließlich ein Einsehen und lässt Kalypso davon überzeugen, Odysseus frei zu lassen. Gleichzeitig überzeugt die Göttin Athene den Sohn von Odysseus, Telemachos, davon, dass sein Vater noch am Leben sei und er sich auf die Suche nach ihm machen soll. Nur durch die Hilfe von Athene entgeht Telemachos später einem Mordanschlag durch die Freier, die um jeden Preis die Heimkehr des Odysseus verhindern wollen.

Auch der Meeresgott Poseidon ist Odysseus nicht freundlich gesinnt, da dieser seinen Sohn, den Kyklopen Polyphem, geblendet hatte. Er lässt das Schiff des Helden kentern. Odysseus kann sich auf die Insel der Phaiaken retten, wo er freundlich empfangen wird.

Im Palast gibt er sich zu erkennen und erzählt seine Geschichte seit dem Ende des Krieges zehn Jahre zuvor. Daraufhin unterstützt ihn der König der Phaiaken bei seiner Rückkehr nach Ithaka. Dort angekommen, wird Odysseus von Athene in einen Bettler verwandelt, damit er sich unerkannt ein Bild von der Lage machen kann.

Gemeinsam mit seinem Sohn Telemachos bekämpft und besiegt er die Freier. Seine letzte Prüfung besteht aber darin, Penelope davon zu überzeugen, dass er tatsächlich der vermisste Ehemann Odysseus ist. Als dies gelingt, nimmt die Geschichte der Odyssee im letzte Gesang ein glückliches Ende.

Die Heldenepen erzählen uns viel über die griechischen Götter.
Die Götter bestimmen auch in der Odyssee die Handlug mit: Poseidon verursacht die Irrfahrt, Zeus ermöglicht die Heimkehr. | Quelle: Intographics via Pixabay

Die Irrfahrten des Odysseus

Der bekannteste Teil der Odyssee sind die Gesänge 9 bis 12. Hier erzählt Odysseus im Palast der Phaiaken in einem Rückblick von seinen Irrfahrten, die ihn schließlich auf die Insel der Kalypso geführt hatten.

  • Kikonen: Odysseus und seine Gefährten plündern die Stadt Ismaros; beim anschließenden Festschmaus werden sie von einem Heer der Kikonen angegriffen und unter großen Verlusten in die Flucht geschlagen
  • Lotophagen: ein Sturm treibt die Schiffe vor die Insel der Lotophagen; diese geben zwei Gefährten des Odysseus eine Frucht zu essen, die den Wunsch nach der Heimkehr auslöscht; diese müssen mit Gewalt wieder zurück auf die Schiffe gebracht werden
  • Kyklopen: Odysseus und einige seiner Gefährten lande auf eine Insel, die von Kyklopen (einäugigen Riesen) bewohnt wird; zwei seiner Gefährten von einem Kyklopen gefressen; Odysseus ersinnt eine List, um ihn zu blenden und von der Insel zu fliehen
  • Aiolos: der Gott des Windes schenkt Odysseus einen Schlauch, in dem alle ungünstigen Winde gefangen sind; als die Küste Ithakas bereits in Sichtweise ist, öffnen die neugierigen Gefährten den Schlauch, die Winde entweichen und das Schiff wird wieder abgetrieben
  • Laistrygonen: die grausamen Riesen werfen Felsblöcke auf die Schiffe; bis auf eines gehen alle mitsamt der Mannschaft unter
  • Kirke: die Zauberin Kirke verwandelt einige der Gefährten in Schweine; mit Hilfe des Gottes Hermes wirkt der Zaubertrank bei Odysseus nicht und er kann Kirke überzeugen, seine Begleiter wieder in Menschen zu verwandeln
  • Unterwelt: um heimkehren zu können, muss Odysseus den Seher Teiresias befragen; da dieser bereits gestorben ist, muss Odysseus an das Ende der Welt zum Tor der Unterwelt fahren
  • Sirenen: die Sirenen locken mit ihrem Gesang Seemänner auf ihre Insel; um ihnen widerstehen zu können, lässt sich Odysseus an den Mast fesseln und seine Gefährten verstopfen sich die Ohren
  • Skylla und Charybdis: das Schiff muss zwischen dem Strudel Charybdis, der jedes Schiff verschlingt und dem siebenköpfigen Ungeheuer Skylla hindurchsegeln; Odysseus gelingt es zwar beiden zu entkommen, viele seiner Gefährten werden aber von Skylla getötet
  • die Rinder des Helios: Odysseus verbietet seinen Begleitern die heiligen Rinder zu essen; diese halten sich aber nicht an das Verbot; daraufhin gerät das Schiff in einen Sturm, bei dem alle außer Odysseus ums Leben kommen

Die Abenteuer des Odysseus werden bis heute in allen westlichen Kunstformen häufig zitiert. Sie haben sogar Eingang in unsere Alltagssprache gefunden.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.