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Insgesamt gibt es drei hauptsächliche Gattungen in der Literatur. Diese wären die Epik, die Dramatik und die Lyrik. Alle literarischen Texte werden grundsätzlich einer der drei Gattungen zugeordnet.

Die Einteilung literarischer Texte in Gattungen hat die Absicht, Texte aufgrund ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede zusammenzufassen bzw. zu unterscheiden.

Diese Unterscheidungen werden sowohl inhaltlich als auch formal getroffen. Eine Gattung wird laut Duden wie folgt definiert:

"Gesamtheit von [Arten von] Dingen, Einzelwesen, Formen, die in wesentlichen Eigenschaften übereinstimmen."

Im Folgenden wollen wir Dir zeigen, woran Du die Gattung Epik erkennst, welche epischen Textformen es gibt und worauf Du bei einer Analyse eines epischen Textes achten kannst!

Merkmale der Epik

Unter der Epik versteht man die erzählende Literatur, entweder in Vers- oder in Prosaform. Die Epik stellt die am weitesten verbreitete Form aller literarischen Texte dar.

Weil epische Texte erzählend sind, haben sie entsprechend einen Erzähler, der dem Leser oder der Leserin die Handlung erzählt. Dies ist ein wichtiges Merkmal und unterscheidet die Epik maßgeblich von den anderen Gattungen, der Lyrik und der Dramatik.

Der Erzähler kann dabei selbst eine Figur aus der Geschichte sein und dementsprechend selbst handeln, aber auch außenstehend sein und aus einer allwissenden Perspektive erzählen.

Zudem bezeichnet die Epik fiktive Erzählungen, also Erzählungen, die nur in der Vorstellung des Autors oder Autorin existieren und frei erfunden sind. Dabei kann man zwar auf reale Schauplätze und Orte zurückgreifen, aber dennoch seine eigene fiktionale Welt erschaffen.

Oft spielt die epische Erzählung in der Vergangenheit und der Erzähler erzählt den Lesenden von einer Handlung, die bereits geschehen ist. Ein Beispiel für so eine Erzählung ist ein Auszug aus dem bekannten Werk von Franz Kafka "Die Verwandlung":

"Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt. "

Allerdings lassen sich nur grob allgemeine Merkmale der epischen Gattung festhalten – vielmehr bieten die einzelnen Formen der Epik nochmal spezifische Merkmale, auf die man bei einer Analyse achten kann. Wir wollen Euch die verschiedenen Textformen einmal kurz vorstellen.

Hast Du schon mal einen epischen Text gelesen?
Die Epik umfasst fiktionale Erzhlüngen mit einem Erzähler. | Quelle: Unsplash

Die Formen der Epik

Die Textformen der Epik lassen sich in Kleinformen, mittlere Formen und Großformen einteilen.

Epische Kleinformen

  • Märchen
    • wurden meist mündlich überliefert und stammen daher aus dem Volksmund
    • "Es war einmal..." ist ein häufig benutzter und bekannter Einstieg in eine Märchengeschichte
    • berichten von wundersamen Ereignissen und phantastischen Wesen, wie zum Beispiel von Drachen, sprechenden Tieren usw.
    • haben meist einen unbekannten Ursprung
    • lassen sich in jeder Kultur wiederfinden
  • Fabel
    • ähnlich zum Märchen
    • Fabeln dienen zur Vermittlung einer Botschaft oder einer Lehre
    • Tiere werden in Fabeln vermenschlicht und können sprechen
  • Kurzgeschichte
    • kurze Handlung
    • mehrere Interpretationen möglich
  • Legende/Sage
    • kann reale Orte beinhalten
    • geben eine Geschichte wieder, von der jemand glaubte, sie wirklich erlebt zu haben oder dass sie wirklich so stattgefunden hat
  • Anekdote
    • kann wahr oder erfunden sein
    • Geschichte aus dem Leben einer Person oder berichtet vom Charakter eines Menschen
    • sind oft humorvoll gestaltet
  • Parabel
    • eine kurze Erzählung
    • soll eine Lehre vermitteln
    • diese Lehre soll vom Leser oder der Leserin selbst interpretiert werden
Kennst Du bekannte Märchen?
Das Märchen als epische Erzählung ist Dir bestimmt schon als Kind begegnet. | Quelle: Unsplash

Mittlere epische Textformen

  • Novelle
    • Handlung berichtet vom alltäglichen Leben
    • Zeitsprünge sind üblich
    • Es gibt nur wenige Charaktere, die kaum vorgestellt werden
    • Die Handlung ist überaschaubar
    • Ziel ist es, etwas Neues zu beschreiben

Epische Großformen

  • Roman
    • Fiktion
    • lange Erzählung
    • Geschichte wird ausführlich geschildert
    • Handlungen berichten von Schicksälen, Abenteuer- oder Liebesgeschichten
    • verständliche Sprache
    • viele Charaktere
  • Epos
    • Dichtung in gehobener Sprache und Versen
    • ursprünglich mündlich überliefert
    • Themen waren ritterliche Heldentaten, Sitten, Gebräuche, Kämpfe usw.
Was glaubst Du, welche epische Form besonders beliebt ist?
Die wohl am meisten verbreitete epische Textform ist der Roman. | Quelle: Unsplash

Zudem gibt es noch das epische Theater, welches von dem Dramatiker Bertolt Brecht entwickelt und geprägt wurde. Das epische Theater verbindet die Epik mit der Dramatik, indem es erzählende Elemente, aber auch Merkmale des Theaters enthält.

Im Gegensatz zum klassischen aristotelischen Theater sollte das epische Theater beim Publikum keine Emotionen erwecken, sondern zum kritischen Mitdenken anregen. Dementsprechend sollen die Zuschauer und Zuschauerinnen aus dem Stück eine Lehre ziehen.

Aufbau Deiner Analyse eines epischen Textes

Du möchtest zum Beispiel für den Deutschunterricht oder für eine Klausur wissen, wie Du einen epischen Text analysieren sollst? Wir wollen Dir ein paar Tipps für Deine Analyse geben!

Da der Erzähler ein wesentliches Merkmal der Epik ist, musst Du ihn bei Deiner Analyse berücksichtigen. Er ist das Werkzeug des Autors, um dem Leser oder der Leserin die Handlung näher zu bringen. Daher darfst Du ihn nicht mit dem Autor verwechseln! Der Erzähler ist immer fiktiv.

Du kannst grundsätzlich zwischen einem Er-/Sie-Erzähler oder Ich-Erzähler unterscheiden, der entweder außenstehend und allwissend sein kann, selbst Figur in der Handlung sein oder vollkommen neutral und nur Beobachter sein kann.

Die Epik ist nicht an Zeit gebunden. So kann der Erzähler die Zeit so gestalten, wie er möchte. Du kannst bei Deiner Analyse zwischen der Erzählzeit und der erzählten Zeit unterscheiden, die Du wie folgt erkennen kannst:

Mit der Erzählzeit ist die Zeit gemeint, in der der Autor das Geschehene erzählt. Da man ein Geschehen, das beispielsweise über Jahre andauerte, auch innerhalb weniger Seiten erzählen kann, ist die Erzählzeit meist kürzer als die erzählte Zeit.

Die erzählte Zeit meint daher die Zeit, die die Geschichte eigentlich umfasst. In unserem Beispiel eben mehrere Jahre, während die Erzählzeit nur ein paar Minuten benötigt.

Diese Effekte haben noch zusätzlich spezielle Bezeichnungen, welche folgende wären:

  • Zeitraffung = Erzählzeit ist kürzer als erzählte Zeit
  • Zeitdeckung = Erzählzeit und erzählte Zeit stimmen überein
  • Zeitdehnung = Erzählzeit ist länger als die erzählte Zeit

Bei einer Analyse musst Du auch immer die Sprache einbeziehen. So solltest Du darauf achten, welche sprachlichen Besonderheiten Dir auffallen oder welche rhetorischen Mittel der Autor oder die Autorin verwendet hat.

Hast Du schon mal eine Analyse geschrieben?
Das Schreiben einer Analyse ist eine beliebte Klausuraufgabe in Deutsch. | Quelle: Unsplash

Wichtig ist aber auch der Satzbau, die Satzlänge und die Wortwahl im Text.

Doch auch die Handlung darf bei der Analyse nicht außer Acht gelassen werden. So ist es auch wichtig, wie sich die Figuren im Laufe der Story entwickeln oder welche direkten (explizit) und indirekten (implizit) Hinweise es auf den Charakter einer Figur gibt.

Wichtig ist vor allem auch die Intention des Textes. Was wollte der Autor oder die Autorin der Leserschaft vermitteln? Welche Ansichten des Autors oder der Autorin gehen aus dem Text hervor?

Gibt es vielleicht sogar ein immer wiederkehrendes Motiv, aus dem sich ein Leitmotiv schlussfolgern lässt?

Wie Du merkst gibt es eine Menge Spielraum bei einer Analyse! Dafür lohnt es sich auch, ein wenig mehr Hintergrundwissen zum entsprechenden Werk in Erfahrung zu bringen.

Oft spielt auch die entsprechende Epoche zur Deutung eines Werkes eine wichtige Rolle. Dazu gehört beispielsweise das Wissen um die gesellschaftlichen und politischen Umstände in der Zeit, in der das Werk geschrieben wurde.

Das waren ganz schön viele Informationen auf einem Haufen, oder?

Falls Dir die Tipps noch nicht genug geholfen haben und Du mehr Unterstützung brauchst, könnte Dir auch ein privater Nachhilfelehrer oder eine private Nachhilfelehrerin über Superprof weiterhelfen!

Gemeinsam könnt ihr nochmal alle Merkmale der Gattungen durchgehen und zusammen üben, wie Du Deine Analyse aufbauen kannst. Man wird immer besser, je mehr Routine man im Schreiben einer Analyse hat!

Doch sich nach der Schule noch an den Schreibtisch zu setzen, ist nicht immer leicht und oft ein Problem der Motivation. Ein Nachhilfelehrer oder eine Nachhilfelehrerin kann Dich zusätzlich motivieren und Impulse schaffen.

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Yeliz

Ich liebe das geschriebene Wort – es zu lesen, einfach selbst zu schreiben oder es als Gestaltungselement zu nutzen. Dazu gehört auch die Sprache: Reisen und andere Kulturen faszinieren mich.