Interessierst Du Dich für literarische Gattungen und möchtest wissen, welche Merkmale die Lyrik ausmachen? Oder musst Du Dich auf eine anstehende Deutschklausur vorbereiten und möchtest wissen, worauf Du bei der Lyrik achten musst?

Im Folgenden wollen wir Dir zeigen, woran Du die Gattung Lyrik erkennst und auf welche Merkmale Du bei einer Analyse eines Gedichts achten solltest!

Insgesamt gibt es drei hauptsächliche Gattungen in der Literatur: die Epik, die Dramatik und die Lyrik. Grundsätzlich werden alle literarischen Texte einer der drei Gattungen zugeordnet.

Dies hat die Absicht, literarische Texte aufgrund ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede zusammenzufassen bzw. zu unterscheiden. Die Unterschiede und Gemeinsamkeiten werden sowohl auf Basis inhaltlicher als auch auf Basis formaler Kriterien getroffen.

Eine Gattung wird laut Duden wie folgt definiert:

"Gesamtheit von [Arten von] Dingen, Einzelwesen, Formen, die in wesentlichen Eigenschaften übereinstimmen"

Im Folgenden wollen wir Dir die Merkmale der Lyrik einmal näher bringen und zeigen, worauf Du bei einem Gedicht achten solltest!

Merkmale der Lyrik

Ursprünglich bezog sich die Lyrik auf Lieder und Gesänge – heute sind damit im Allgemeinen all die Werke gemeint, das sich reimt oder einem bestimmten Rhythmus folgt. Wobei das auch nicht mehr so ganz stimmt, denn mittlerweile gibt es auch Lyriker und Lyrikerinnen, die ihre Werke ohne Reime und mit Rhythmen und Versen gestalten, die keinem bestimmten Schema unterliegen.

Ein lyrischer Text ist im Gegensatz zur epischen Form immer recht kurz gehalten und so nahezu auf dem ersten Blick anhand der Gliederung in Verse und Strophen erkennbar. Unter Vers versteh man die Zeile eines Textes, welche mit einem Zeilenumbruch endet.

Eine Strophe stellt dann einen Block mehrerer Verse dar und bündelt diese – einzelne Strophen sind durch viel Platz klar ersichtlich von den anderen getrennt.

Der Reim ist das klassische Merkmal, das jeder der Lyrik zuordnen kann. Zwei Wörter reimen sich miteinander, wenn sie den gleichen Klang vorweisen, wie zum Beispiel das Reimpaar singen – springen.

Hast Du schon mal ein Gedicht analysiert?
Die einzelnen Strophen sind in einem Gedicht meist klar voneinander getrennt. | Quelle: Unsplash

Es gibt verschiedene Arten von Reimen, die bekanntesten sind folgende:

  • Der Paarreim (aabb)
    • Ein Beispiel für einen Paarreim ist ein Auszug aus dem Gedicht von Goethe "Erlkönig":
      a   Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?
      a   Es ist der Vater mit seinem Kind;
      b   Er hat den Knaben wohl im Arm,
      b   Er fasst ihn sicher, er hält ihn warm.
  • Der Kreuzreim (abab)
    • Ein Beispiel für ein Kreuzreim ist ein Auszug aus Joseph von Eichendorffs Gedicht "Wünschelrute":
      a   Schläft ein Lied in allen Dingen,
      b   Die da träumen fort und fort,
      a   Und die Welt hebt an zu singen,
      b   Triffst du nur das Zauberwort.
  • Der umarmende Reim (abba)
    • Ein Beispiel für einen umarmenden Reim ist ein Auszug aus Georg Heyms Gedicht "Die Gefangenen":
      a   Sie trampeln um den Hof im engen Kreis,
      b   Ihr Blick schweift hin und her im kahlen Raum.
      b   Er sucht nach einem Feld, nach einem Baum,
      a   Und prallt zurück von kahler Mauern weiß.
  • Der Schweifreim (abbccb)
    • Ein Beispiel für einen umarmenden Reim ist ein Auszug aus Annette von Droste-Hülshoffs "Im Moose":
      a   Als jüngst die Nacht dem sonnenmüden Land,
      a   Der Dämmrung leise Boten hat gesandt,
      b   Da lag ich einsam noch im Moose.
      c   Die dunklen Zweige nickten so vertraut,
      c   An meiner Wange flüsterte das Kraut,
      b   Unsichtbar duftete die Heiderose.

Gedichte unterliegen meist einem Rhythmus, der beim lauten Lesen oder beim Sprechen eines Gedichts besonders auffällt. Wenn Du bei einer Gedichtanalyse auch den Rhythmus mit einbeziehen willst, dann hilft es auf jeden Fall, wenn Du Dir das Gedicht einmal selbst laut vorliest.

In einer Klausur in Deutsch könnte das schon etwas schwieriger werden, aber mit ein wenig Übung kriegst Du das auch still und heimlich hin, indem Du es einfach gedanklich laut vorliest.

Mit dem Rhythmus ist bei einem Gedicht der Wechsel zwischen den betonten Silben, den Hebungen, und den unbetonten Silben, den Senkungen, gemeint. Oft lassen sich in einem Gedicht bestimmte Muster erkennen, welche das Metrum bzw. das Versmaß ergeben. Die vier wichtigsten Metren der deutschen Dichtung sind Jambus, Trochäus, Daktylus und Anapäst.

Die Betonung kriegst Du raus, indem Du einzelne Wörter in Silben unterteilst und auf die verschiedenen Silben die entsprechenden Hebungen und Senkungen verteilst. Diese kennzeichnest Du zum Beispiel mit einem "x" für Hebung und einem "/" für eine Senkung.

Die vier Metren ergeben sich wie folgt:

  • x / = Trochäus
  • / x = Jambus
  • x / / = Daktylus
  • / / x = Anapäst

Egal, ob das Metrum in dem zu analysierenden Gedicht regelmäßig oder unregelmäßig ist – der Dichter oder die Dichterin wird sich in jedem Fall etwas dabei gedacht haben und Du solltest dies unbedingt in Deiner Analyse in einer Deutschklausur berücksichtigen.

Die Lyrik ist bekannt für die bildhafte Sprache der Dichter und Dichterinnen. Diese hilft dabei, Gefühle und Erlebnisse besonders lebhaft auszudrücken und macht sie für den Leser oder die Leserin anschaulich.

Doch die Bildhaftigkeit in der Lyrik sorgt auch für großen Interpretationsspielraum. Denn was andere mit zum Beispiel der Farbe Blau verknüpfen muss nicht mit dem übereinstimmen, was Du mit der Farbe Blau assoziierst.

Ich denke bei der Farbe Blau zum Beispiel an das Meer und Du?

Kennst Du Dich mit den rhetorischen Mitteln aus?
Die Lyrik zeugt von einer besonders bildhaften Sprache durch Metaphern und Vergleiche. | Quelle: Unsplash

Diese bildhafte Sprache entsteht durch die Verwendung von rhetorischen Mitteln – beliebte rhetorische Mittel in Gedichten sind zum Beispiel die Metapher oder der Vergleich.

Das Lyrische Ich ist auch ein ganz klassisches Merkmal in der Lyrik. Du kannst das Lyrische Ich mit dem Erzähler in epischen Texten vergleichen, denn genau wie in der Epik ist das Lyrische Ich der Sprecher eines Gedichts. Und auch hier gilt: der Sprecher ist nicht identisch mit dem Dchter oder der Dichtern des Gedichts.

Das Lyrische Ich führt Dich durch das Gedicht, indem es häufig, aber nicht immer, aus der Ich-Perspektive zu Dir spricht.

Du kannst zwischen dem expliziten Lyrischen Ich und dem impliziten Lyrischen Ich unterscheiden. Das explizite Lyrische Ich ist klar erkennbar durch das Wort "ich" oder andere Wörter wie "mein", "mir" oder "mich". Das explizite Ich steht für das persönliche Empfinden des Lyrischen Ichs.

Das implizite Ich ist jedoch nicht durch Signalwörter erkennbar, es wird meist sogar gar nicht erst erwähnt. Es ist quasi als Beobachter oder Erzähler vorhanden, es präsentiert stellvertretend für jemanden den Inhalt des Gedichts.

Formen der Lyrik

In der Lyrik gibt es zudem noch verschiedene Formen eines Gedichts, die sich durch formale oder inhaltliche Kriterien nochmal voneinander unterscheiden.

Diese wären zum Beispiel:

  • Sonett
  • Ode
  • Hymne
  • Elegie
  • Lied
  • Ballade
  • Erzählgedicht
  • Song
  • Epigramm
  • Konkrete Poesie
  • Lautgedicht

Im Detail in diesem Artikel auf die spezifischen Merkmale einzugehen, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen. Solltest Du noch mehr über die einzelnen Gedichtformen der Lyrik wissen oder üben wollen, wie genau Du Deine Gedichtanalyse in Deutsch aufbauen kannst, dann könnte Dir privater Nachhilfeunterricht weiterhelfen.

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Eine Analyse eines Gedichts braucht manchmal ein wenig Übung, um Metrum und Form zu erkennen. | Quelle: Unsplash

Grundsätzlich können wir Dir sagen, dass Du bei Deiner Analyse auf all die von uns genannten Merkmale auf jeden Fall achten solltest. Form und Inhalt lassen sich bei der Analyse in Einklang bringen und meist sagt sowohl die Form als auch der Inhalt etwas über die Intention des Lyrikers oder der Lyrikerin aus.

Wie Du jemanden finden kannst, mit dem Du all diese Dinge üben kannst, erklären wir Dir im Folgenden.

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Gemeinsam könnt ihr nochmal alle Merkmale der Lyrik durchgehen und zusammen üben, wie Du Deine Gedichtanalyse aufbauen kannst. 

Übung macht bekanntlich den Meister und je mehr Übung Du hast, desto besser wirst Du mit der Zeit!

Doch sich nach der Schule noch an den Schreibtisch zu setzen, ist nicht immer leicht und oft ein Problem der Motivation – schließlich ist man nach einem langen Schultag vielleicht zu müde oder möchte lieber seinen Hobbys nachgehen.

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Im Nachhilfeunterricht kannst Du das Analysieren nochmal so richtig üben! | Quelle: Unsplash

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Yeliz

Ich liebe das geschriebene Wort – es zu lesen, einfach selbst zu schreiben oder es als Gestaltungselement zu nutzen. Dazu gehört auch die Sprache: Reisen und andere Kulturen faszinieren mich.