Interessierst Du Dich für deutsche Literatur und möchtest mehr über die literarischen Gattungen erfahren?

Oder musst Du Dich auf eine anstehende Dramenanalyse aufgrund einer Deutschklausur vorbereiten? Superprof zeigt Dir, woran Du dramatische Texte erkennen kannst und welche Textsorten die Dramatik aufweist.

Neben der Dramatik gibt es noch zwei weitere Gattungen, die die Literatur im Deutschen hauptsächlich prägen die Lyrik und die Epik.

Literarische Texte werden in Gattungen eingeteilt, um sie aufgrund ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede zusammenzufassen bzw. zu unterscheiden diese Unterscheidungen werden sowohl inhaltlich als auch formal getroffen.

Der Duden hat für den Begriff "Gattung" folgende Definition parat:

"Gesamtheit von [Arten von] Dingen, Einzelwesen, Formen, die in wesentlichen Eigenschaften übereinstimmen"

Wir wollen Dir nun zeigen, woran Du die Gattung Dramatik erkennst, welche dramatischen Textsorten es gibt und worauf Du bei einer Dramenanalyse achten solltest!

Definition und Merkmale

Zum besseren Verständnis wollen wir Dir zunächst erklären, woher sich der Begriff "Dramatik" überhaupt ableitet und wofür ein Drama traditionell steht.

Der Begriff entspringt dem griechischen Wort drāma und bedeutet übersetzt Handlung oder Geschehen. Die Dramatik kann man als handelnde Dichtung verstehen.

Traditionell ist das Drama für die Aufführung auf Bühnen konzipiert. Die Dramatik wird demnach als Schauspiel vorgetragen, allerdings gibt es auch Dramen, die nur zum Lesen geschrieben worden sind.

Das klassische Drama orientiert sich an den Regeln nach Aristoteles. Es wird daher auch als "aristotelisches Drama" oder "Regeldrama" bezeichnet. Ein wesentliches Merkmal aristotelischer Dramen ist die Vermittlung der Handlung durch Dialoge. Dadurch unterscheidet sich ein Drama maßgeblich von erzählenden oder lyrischen Texten.

Außerdem kannst Du das aristotelische Drama an seinen strengen Aufbau erkennen, es wird auch als "geschlossen" bezeichnet. Das bedeutet, dass die Handlung sich der Logik entsprechend abspielt.

Weißt Du, wer die Regeln für das klassische Drama aufgestellt hat?
Das klassische Drama orientiert sich an den Regeln nach Aristoteles. | Quelle: Pixabay

Ein aristotelisches Drama wird traditionell in fünf Akte eingeteilt:

  • 1. Akt: Exposition
    • Die Exposition informiert den Zuschauer über Schauplatz, Zeit und Situation. Die Charakterzüge der Figuren werden deutlich sowie ihre Interessen und Beziehungen. Der erste Akt ist als eine Art Einleitung in das Geschehen zu sehen, welche teilweise auch die Vorgeschichte mancher Figuren aufgreift.
  • 2. Akt: Steigerung
    • Die Handlung zielt auf einen Konflikt ab. Der sogenannte "erregende Moment" ist ein Ereignis, aus dem sich eine dramatische Aktion entwickelt.
  • 3. Akt: Peripetie (Umschlag)
    • Der dramatische Konflikt erreicht seinen Höhepunkt und die Handlung schlägt um. Der Wendepunkt, also die Peripetie, sorgt für einen unerwarteten Umschwung.
  • 4. Akt: retardierendes Moment
    • Fallende Handlung, welche durch das retardierende Moment aufgehalten wird und die Lösung des Konflikts verzögert.
  • 5. Akt: Katastrophe
    • Der Konflikt findet seine Lösung, meist auf tragische Weise und durch Untergang des Helden.

Ein Drama nach Aristoteles spielt sich in der Regel binnen 24 Stunden ab. Man beschränkt sich nicht nur auf wenige Figuren, sondern auch auf wenige Schauplätze.

Ziel des aristotelischen Dramas ist die sogenannte Katharsis. Das Drama soll beim Zuschauer Emotionen wie Furcht und Mitleid hervorrufen und sich dadurch in den Helden hineinversetzen. Diese Wirkung soll zur Reinigung führen und von anderen Emotionen, wie Jammern und Schaudern, befreien.

Es lässt sich noch viel mehr über das aristotelische Drama sagen und wenn Du Dich noch genauer informieren möchtest, kannst Du Aristoteles Werk "Poetik" dazu lesen oder Dich im Internet nochmal genauer informieren.

Wir wollen Dir nämlich noch kurz das offene Drama nach Bertolt Brecht vorstellen, bevor wir Dir noch die Textsorten der Dramatik und Begriffe zeigen, die Du bei einer Analyse unbedingt drauf haben solltest.

Kennst Du den Unterschied zwischen geschlossenem und offenem Drama?
Das Drama nach Aristoteles bezeichnet man als geschlossenes Drama. | Quelle: Unsplash

Das offene Drama nach Bertolt Brecht ist im Gegensatz zu dem Drama nach Aristoteles nicht an die Einheit von Ort, Zeit und Handlung gebunden. So können die Szenen zum Beispiel beliebig ausgetauscht werden, da es weder einen speziellen Anfang noch einen Schluss gibt.

Außerdem tauchen im Drama nach Bertolt Brecht mehr Figuren als im aristotelischen Drama und auch der Schauplatz kann variieren.

Weitere allgemeine Merkmale des Dramas sind:

  • Kein Erzähler, nur direkter Dialog und manchmal Regieanweisungen.
  • Figurenrede, die sich sozialen Milieus und persönlichen Hintergründen durch Sprache anpasst.
  • Ausdruck von Gefühlen durch inneren Monolog.
  • Textinterne Hinweise von Autoren.
  • Aus Fiktion wird Simulation in der Realität (durch Aufführung auf der Bühne).

Textsorten der Dramatik

In der Dramatik gibt es zwei wesentliche Grundformen, in die das Drama eingeteilt werden kann. Auf der einen Seite wäre das die Tragödie, auf der anderen Seite die Komödie.

Vielleicht kannst Du Dir schon ungefähr denken, wie die Unterscheidung der beiden Formen getroffen werden kann: Als Tragödie wird die Form mit traurigen Ausgang, als die Komödie jene mit glücklichem Ausgang bezeichnet.

Die Tragödie wird auch als Trauerspiel bezeichnet und bildet entsprechend ihrer Merkmale das Gegenstück zur Komödie. Die Handlung bietet einen unlösbaren Konflikt, der sich zu einer Katastrophe entwickelt und meist mit dem tragischen Schicksal des Helden endet.

Das furchtbare Ende einer Tragödie soll dazu dienen, den Zuschauer emotional wachzurütteln, um die bereits oben erwähnte Katharsis hervorzurufen.

Das Gegenstück, die Komödie, kann auch als Lustspiel bezeichnet werden. Sie dient der Erheiterung des Publikums und die Handlung bietet einen Konflikt, der lösbar ist. Sie ist geprägt von Komik und Ironie und nicht selten werden menschliche Fehler überspitzt dargestellt oder die Figuren lächerlich gemacht.

Kennst Du die Formen des Dramas?
Es gibt zwei wesentliche Formen im Drama: die Tragödie und die Komödie. | Quelle: Unsplash

Wichtige Begriffe für Deine Analyse

Neben den bereits genannten Begrifflichkeiten in Bezug auf den Aufbau des aristotelischen Drama, wollen wir Dir noch ein paar weitere Begriffe mit auf den Weg geben, die Du für eine Dramenanalyse verwenden kannst.

  • Aufzug: Ein in sich geschlossener Abschnitt eines Dramas.
  • Epilog: Nachspiel eines Dramas.
  • Intermezzo: Zwischenspiel in einem Drama.
  • Antiheld: Passive oder negative Hauptfigur im Gegensatz zu einem aktiv handelnden Helden in einem Drama.
  • Held: Hauptfigur im Drama.
  • Dramatis Personae: Personen, die in einem Drama auftreten.
  • Inszenierung: Die Vorbereitung, Gestaltung und Leitung der Aufführung eines Dramas.
  • Dramaturgie: Die Bearbeitung und Gestaltung eines Dramas sowie die Dramenlehre.

Außerdem gibt es noch weitere Formen der Dramatik, die Dir vielleicht hin und wieder begegnen könnten:

  • Absurdes Drama: Das moderne Drama, welches die sinnfreie Welt und den darin orientierungslosen Menschen darstellt.
  • Dramloett: Kurzes Drama.
  • Geschichtsdrama: Historisches Drama.
  • Mirakelspiel: Mittelalterliches, geistliches Drama, handelt von den Wundertaten der Jungfrau Maria.
  • Moralität: Mittelalterliches Drama mit belehrender Figur.
  • Mysterienspiel: Ein geistliches, mittelalterliches Drama.
  • Ritterdrama: Drama mit Ritter als Hauptfigur.
  • Tragikomödie: Ein Drama mit Merkmalen der Tragödie, aber auch der Komödie.
  • Versdrama: Ein Drama, das in Versen geschrieben ist.

Bekannte Dramen

Im Folgenden wollen wir Dir einige bekannte und wichtige Dramen auflisten:

  • "Andorra" von Max Frisch
  • "Iphigenie auf Tauris", "Faust I" und "Faust II" von Johann Wolfgang von Goethe
  • "Maria Stuart", "Kabale und Liebe" und "Wilhelm Tell" von Friedrich Schiller
  • "Die Dreigroschenoper" von Bertolt Brecht
  • "Der Besuch der alten Dame" und "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt
  • "Emilia Galotti" und "Nathan der Weise" von Gotthold Ephraim Lessing
  • "Prinz Friedrich von Homburg" von Heinrich von Kleist
  • "Woyzeck" von Georg Büchner

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Yeliz

Ich liebe das geschriebene Wort – es zu lesen, einfach selbst zu schreiben oder es als Gestaltungselement zu nutzen. Dazu gehört auch die Sprache: Reisen und andere Kulturen faszinieren mich.