Du hast den Deutsch-Leistungskurs und brauchst Hilfe bei den Gattungsmerkmalen für eine Deutschklausur? Dir fällt die Analyse epischer oder dramatischer Texte, wie zum Beispiel von Goethe, schwer und Du möchtest wissen, was wesentliche Merkmale dieser Gattungen sind?

Du möchtest Dich auf Dein Abitur vorbereiten? Dann bist Du bei Superprof genau richtig!

Insgesamt gibt es drei hauptsächliche literarische Gattungen die Epik, die Dramatik und die Lyrik. Alle literarischen Texte werden immer grundsätzlich einer der drei Gattungen zugeordnet.

Die Einteilung literarischer Texte in Gattungen hat die Absicht, Texte aufgrund ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede zusammenzufassen und zu unterscheiden.

Die Unterscheidung erfolgt sowohl inhaltlich als auch formal. Eine Gattung wird laut Duden zum Beispiel folgendermaßen definiert:

"Gesamtheit von [Arten von] Dingen, Einzelwesen, Formen, die in wesentlichen Eigenschaften übereinstimmen."

Im Folgenden wollen wir Dir zeigen, woran Du die verschiedenen Gattungen erkennst, welche entsprechenden Textformen es gibt und worauf Du bei einer Analyse eines literarischen Textes achten kannst!

Die besten verfügbaren Lehrkräfte für Deutsch
1. Unterrichtseinheit gratis!
Sonja m.
5
5 (11 Bewertungen)
Sonja m.
15€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Mia
5
5 (21 Bewertungen)
Mia
45€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Christopher
5
5 (29 Bewertungen)
Christopher
55€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Axel
4,9
4,9 (28 Bewertungen)
Axel
50€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Teresa
5
5 (11 Bewertungen)
Teresa
34€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Sophie
4,9
4,9 (11 Bewertungen)
Sophie
10€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Anne
5
5 (5 Bewertungen)
Anne
60€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Benjamin
5
5 (12 Bewertungen)
Benjamin
24€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Sonja m.
5
5 (11 Bewertungen)
Sonja m.
15€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Mia
5
5 (21 Bewertungen)
Mia
45€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Christopher
5
5 (29 Bewertungen)
Christopher
55€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Axel
4,9
4,9 (28 Bewertungen)
Axel
50€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Teresa
5
5 (11 Bewertungen)
Teresa
34€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Sophie
4,9
4,9 (11 Bewertungen)
Sophie
10€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Anne
5
5 (5 Bewertungen)
Anne
60€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis!
Benjamin
5
5 (12 Bewertungen)
Benjamin
24€
/h
1. Unterrichtseinheit gratis>

Die Gattung Epik und ihre Merkmale

Unter der Gattung Epik versteht man erzählende Literatur, entweder in Vers- oder in Prosaform. Die Epik stellt die am weitesten verbreitete Form aller literarischen Texte dar und mit Sicherheit wirst Du bereits schon mal einen epischen Text gelesen haben!

Dadurch, dass epische Texte erzählend sind, haben sie auch dementsprechend einen Erzähler, der dem Leser oder der Leserin die Handlung erzählt. Dies ist ein Merkmal, welches die Epik maßgeblich von anderen Gattungen unterscheidet.

Ob der Erzähler dabei selbst eine Figur in der Handlung darstellt oder außenstehend ist und aus einer allwissenden Perspektive erzählt, ist nicht fest definiert dem Autor oder der Autorin sind dabei keine Grenzen gesetzt!

Die Epik bezeichnet fiktive Erzählungen, also Erzählungen, die nur in der Vorstellung des Autors oder Autorin existieren und frei erfunden sind. Dem Autor oder der Autorin ist es dabei dennoch erlaubt, auf reale Schauplätze oder Orte zurückzugreifen, aber eine eigene, fiktionale Welt zu erschaffen.

Oft spielt die epische Erzählung in der Vergangenheit, wie zum Beispiel auch in der Erzählung aus dem bekannten Werk von Franz Kafka "Die Verwandlung":

"Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheueren Ungeziefer verwandelt."

Die Textformen der Epik lassen sich in Kleinformen, mittlere Formen und Großformen einteilen und weisen für sich nochmal spezifische Merkmale auf, die sich nicht allgemein auf die Epik adaptieren lassen.

Epische Kleinformen

  • Märchen
    • wurden meist mündlich überliefert und stammen daher aus dem Volksmund
    • "Es war einmal..." ist ein häufig benutzter und bekannter Einstieg in eine Märchengeschichte
    • berichten von wundersamen Ereignissen und phantastischen Wesen, wie zum Beispiel von Drachen, sprechenden Tieren usw.
    • haben meist einen unbekannten Ursprung
    • lassen sich in jeder Kultur wiederfinden
  • Fabel
    • ähnlich zum Märchen
    • Fabeln dienen zur Vermittlung einer Botschaft oder einer Lehre
    • Tiere werden in Fabeln vermenschlicht und können sprechen
  • Kurzgeschichte
    • kurze Handlung
    • mehrere Interpretationen möglich

Es gibt auch noch weitere epische Kleinformen, wie zum Beispiel folgende:

  • Legende/Sage
  • Anekdote
  • Parabel
Kennst Du epische Märchen?
Das Märchen gilt als bekannte epische Kleinform. | Quelle: Unsplash

Mittlere epische Textformen

  • Novelle
    • Handlung berichtet vom alltäglichen Leben
    • Zeitsprünge sind üblich
    • Es gibt nur wenige Charaktere, die kaum vorgestellt werden
    • Die Handlung ist überaschaubar
    • Ziel ist es, etwas Neues zu beschreiben

Epische Großformen

  • Roman
    • Fiktion
    • lange Erzählung
    • Geschichte wird ausführlich geschildert
    • Handlungen berichten von Schicksälen, Abenteuer- oder Liebesgeschichten
    • verständliche Sprache
    • viele Charaktere
  • Epos
    • Dichtung in gehobener Sprache und Versen
    • ursprünglich mündlich überliefert
    • Themen waren ritterliche Heldentaten, Sitten, Gebräuche, Kämpfe usw.

Es gibt außerdem noch das epische Theater, welches von Bertolt Brecht entwickelt und geprägt wurde. Das epische Theater verbindet die Epik mit der Dramatik, indem es erzählende Elemente mit den Merkmalen des Theaters verknüpft.

Bei einer Analyse kannst Du beispielsweise auf folgende Dinge achten:

  • Der Erzähler/die Erzählerin spielt eine wichtige Rolle in epischen Texten, weshalb Du ihn bei Deiner Analyse unbedingt als Werkzeug des Autors/der Autorin berücksichtigen musst. Du kannst grundsätzlich zwischen einem Er-/Sie-Erzähler oder Ich-Erzähler unterscheiden, der entweder außenstehend und allwissend sein, selbst Figur in der Handlung sein oder vollkommen neutral und nur Beobachter sein kann.
  • Unterscheide bei Deiner Analyse zwischen der Erzählzeit und der erzählten Zeit, zwischen Zeitraffung, Zeitdeckung und Zeitdehnung.
  • Beziehe auch die Sprache mit ein und achte darauf, welche rhetorischen Mittel der Autor oder die Autorin verwendet hat.
  • Achte auf Satzbau, Satzlänge und Wortwahl im Text.
  • Selbstverständlich ist auch die Handlung bei einer Deutschanalyse sehr wichtig. Schaue, wie sich die Figuren im Laufe der Story entwickeln oder welche direkten (explizit) und indirekten (implizit) Hinweise es auf den Charakter einer Figur gibt.
  • Was ist die Intention des Textes? Welche Ansichten des Autors oder der Autorin gehen aus dem Text hervor? Gibt es ein wiederkehrendes Motiv?
Hast Du bereits epische Romane analysiert?
Der Roman dürfte Dir als epische Textform durchaus geläufig sein. | Quelle: Unsplash

Merkmale der Dramatik

Traditionell ist das Drama für die Aufführung auf Bühnen konzipiert. Die Dramatik wird demnach als Schauspiel vorgetragen, allerdings gibt es auch Dramen, die für das Lesen geschrieben worden sind.

Das "klassische" Drama orientiert sich an den Regeln nach Aristoteles, weshalb es auch auch als "aristotelisches Drama" oder "Regeldrama" bezeichnet wird. Ein wesentliches Merkmal solcher Dramen ist die Vermittlung der Handlung durch Dialoge das ist ein großer Unterschied zu erzählenden oder lyrischen Texten.

Du kannst das aristotelische Drama an seinem strengen Aufbau erkennen. Traditionell wird es in fünf Akte eingeteilt:

  • 1. Akt: Exposition
  • 2. Akt: Steigerung
  • 3. Akt: Peripetie (Umschlag)
  • 4. Akt: retardierendes Moment
  • 5. Akt: Katastrophe

Ziel des aristotelischen Dramas ist die sogenannte Katharsis. Das Drama soll bei den Zuschauer und Zuschauerinnen Emotionen wie Furcht und Mitleid hervorrufen und der Zuschauer/die Zuschauerin sich dadurch in den Helden hineinversetzen. Diese Wirkung soll zur Katharsis, also zur Reinigung führen und von anderen Emotionen, wie Jammern und Schaudern, befreien.

Ein geschlossenes Drama spielt sich in der Regel binnen 24 Stunden ab und die Handlung baut logisch aufeinander auf. Man beschränkt sich nicht nur auf wenige Figuren, sondern auch auf wenige Schauplätze.

Es lässt sich noch viel mehr über das aristotelische Drama sagen wenn Du Dich noch genauer informieren möchtest, kannst Du Aristoteles Werk "Poetik" dazu lesen oder Dich im Internet nochmal genauer informieren.

Dem aristotelischen Drama gegenüber steht das offene Drama nach Bertolt Brecht. Im Gegensatz zu dem Drama nach Aristoteles ist das offene Drama nicht an die Einheit von Ort, Zeit und Handlung gebunden. Szenen können beliebig ausgetauscht werden, da es weder einen definierten Anfang noch einen Schluss gibt.

Außerdem tauchen im Drama nach Bertolt Brecht mehr Figuren als im aristotelischen Drama und auch der Schauplatz kann variieren.

Weitere Merkmale des Dramas im Allgemeinen sind:

  • Kein Erzähler, nur direkter Dialog und manchmal Regieanweisungen.
  • Figurenrede, die sich sozialen Milieus und persönlichen Hintergründen durch Sprache anpasst.
  • Ausdruck von Gefühlen durch inneren Monolog.
  • Textinterne Hinweise von Autoren.
  • Aus Fiktion wird Simulation in der Realität (durch Aufführung auf der Bühne).

In der Dramatik gibt es zwei wesentliche Grundformen:

  • Die Tragödie, die einen traurigen Ausgang hat und bei der die Handlung einen unlösbaren Konflikt beinhaltet.
  • Die Komödie, die einen glücklichen Ausgang hat und geprägt ist von Ironie und Komik.
Hast Du bereits Dramen gelesen?
Das klassische Drama orientiert sich an den aritotelischen Regeln und wird auch als "geschlossen" bezeichnet. | Quelle: Pixabay

Die Lyrik

Die Lyrik bezog sich ursprünglich auf Lieder und Gesänge, wusstest Du das?

Heute sind im Allgemeinen mit Lyrik all die Werke gemeint, die in Versform gestaltet sind und die sich durch Pausen bzw. Zeilenbrüchen von der normalen rhythmischen oder graphischen Erscheinungsform der Alltagssprache unterscheidet.

Unter Vers versteh man die Zeile eines Textes, welche mit einem Zeilenumbruch endet.

Viele verbinden lyrische Texte oft mit Reimen doch das stimmt heute nicht mehr so ganz. Mittlerweile gibt es auch Lyriker und Lyrikerinnen, die ihre Werke ohne Reime und mit Rhythmen und Versen gestalten, die keinem bestimmten Schema unterliegen.

Doch trotzdem ist das Reimen ein klassisches Merkmal von Gedichten, vor allem von denen, die man in der Schule behandelt, weshalb es wichtig ist, die verschiedenen Arten von Reimen zu kennen.

Die bekanntesten sind zum Beispiel folgende:

  • Der Paarreim (aabb)
  • Der Kreuzreim (abab)
  • Der umarmende Reim (abba)
  • Der Schweifreim (abbccb)

Außerdem unterliegen diese Gedichte meist einem Rhythmus, der beim lauten Lesen oder Sprechen des Gedichtes besonders auffällt.

Mit dem Rhythmus ist der Wechsel zwischen betonten Silben, den Hebungen, und unbetonten Silben, den Senkungen, gemeint. Oft lassen sich in einem Gedicht bestimmte Muster erkennen, welche das Metrum bzw. das Versmaß ergeben.

Die vier wichtigsten Metren der deutschen Dichtung sind Jambus, Trochäus, Daktylus und Anapäst, die sich wie folgt ergeben:

  • x / = Trochäus
  • / x = Jambus
  • x / / = Daktylus
  • / / x = Anapäst

Die Hebung einer Silbe kann zum Beispiel mit einem "x" gekennzeichnet werden, die Senkung mit einem "/".

Im Übrigen muss das Metrum in einem Gedicht nicht unbedingt regelmäßig sein. Auch bei einem unregelmäßigen Metrum wird sich der Dichter oder die Dichtern dabei etwas gedacht haben und in jedem Fall solltest Du das Metrum bei Deiner Analyse in einer Deutschklausur berücksichtigen.

Die bildhafte Sprache der Dichter und Dichterinnen ist bekannt für die Lyrik. Denn diese hilft dabei, Gefühle und Erlebnisse besonders lebhaft auszudrücken und sorgt dafür, dass sich der Leser oder die Leserin in das Geschriebene hineinversetzen kann.

Für solch eine Bildhaftigkeit verwendet der Autor oder die Autorin oft rhetorische Mittel, unter denen die Metapher oder der Vergleich in der Lyrik besonders beliebt sind.

Ein weiteres klassisches Merkmal in der Lyrik ist das Lyrische Ich, welches Du mit dem Erzähler in epischen Texten vergleichen kannst. Merke stets: Weder das Lyrische Ich noch der Erzähler in epischen Texten ist identisch mit dem Autor oder der Autorin des jeweiligen Textes.

Du kannst zwischen einem expliziten Lyrischen Ich und einem impliziten Lyrischen Ich unterscheiden. Das explizite Lyrische Ich ist klar erkennbar durch Wörter wie "ich", "mein", "mir" oder "mich" es steht für das persönliche Empfinden des Lyrischen Ichs.

Das implizite Ich ist jedoch nicht durch Signalwörter erkennbar, es wird meist sogar gar nicht erst erwähnt. Es ist quasi als Beobachter oder Erzähler vorhanden, es präsentiert stellvertretend für jemanden den Inhalt des Gedichts.

Formen der Lyrik sind zum Beispiel:

  • Sonett
  • Ode
  • Hymne
  • Elegie
  • Lied
  • Ballade
Kennst Du schon ein paar Gedichte, zum Beispiel aus dem Deutschunterricht?
Lyrische Texte erkennst Du an einer Versform, die durch Zeilenumbrüche klar von der Alltagssprache abweicht. | Quelle: Unsplash

Hat Dir der Überblick über die literarischen Gattungen für Deine Deutschanalyse geholfen oder bedarf es noch ein wenig mehr Unterstützung?

Brauchst Du Hilfe dabei, Werke von zum Beispiel Johann Wolfgang von Goethe,  Bertolt Brech, Frieedrich Dürrenmatt, Franz Kafka oder Friedrich Schiller, zu verstehen und zu interpetieren?

Dann könnte Dir Superprof mit einem privaten Nachhilfelehrer oder einer privaten Nachhilfelehrerin weiterhelfen!

Gemeinsam könnt ihr nochmal alle Merkmale der Gattungen durchgehen und zusammen üben, wie Du Deine Analyse aufbauen kannst. 

Wie sagt man so schön? Übung macht den Meister! Je mehr Übung Du hast, desto besser wirst Du mit der Zeit!

Auf der Suche nach einer Lehrkraft für Deutsch?

Dir gefällt unser Artikel?

5,00/5 - 1 vote(s)
Loading...

Yeliz

Ich liebe das geschriebene Wort – es zu lesen, einfach selbst zu schreiben oder es als Gestaltungselement zu nutzen. Dazu gehört auch die Sprache: Reisen und andere Kulturen faszinieren mich.