Du bist begeistert von Literatur und Dich interessieren Merkmale, Literatur, Werke und Autoren der verschiedenen Literaturepochen?

Mit einer Epoche bezeichnet man übrigens einen Abschnitt in der Geschichte der Literatur, der in der Regel mit einem Wandel beginnt und mit einem Wandel auch wieder endet.

Der Wandel betrifft dabei politische und gesellschaftliche Umstände, die das Denken und die Lebensverhältnisse der Menschen beeinflusst haben.

Nicht nur die Literatur lässt sich in Epochen unterteilen, sondern auch Kunst, Architektur und Musik.

In diesem Artikel geht es allerdings um die wesentlichen Merkmale der Literaturepochen, die wir Euch kurz in einem Übersichtsartikel vorstellen wollen.

Dieser Artikel kann jede einzelne Epoche nur stark verkürzt vorstellen – daher soll er eher dazu dienen, dass Du herausfinden kannst, bei welcher Epoche Dein Interesse so weit reicht, dass Du mehr über sie erfahren möchtest.

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Literatur im Mittelalter

Das Mittelalter wird in drei Phasen unterteilt:

  • Frühmittelalter (ca. 500 bis 1180)
  • Hochmittelalter (bis ca. 1170)
  • Spätmittelalter (bis ca. 1500)

Das Weltbild der Menschen im Mittelalter wurde stark von der Kirche und der Bibel geprägt  – der Mensch galt außerdem als Teil der Gemeinschaft und nicht als eigenständiges Individuum.

Merkmale der Literatur im Mittelalter waren:

  • Der Minnesang war die ritterlich-höfische Liebeslyrik und im Mittelalter weit verbreitet.
  • Da Lesen und Schreiben nur dem Adel und dem Klerus vorbehalten waren, wurde Literatur hauptsächlich mündlich überliefert.
  • Auftragsliteratur: Minnesänger und Autoren wurden meist vom Adel beauftragt.
  • Idealisierung des Rittertums
  • Literatur im frühen Mittelalter: Heldensagen, Zaubersprüche, Fürstenlob und Evangelienharmonien.
  • Literatur im Hochmittelalter: Minnesang und höfische Dichtung.
  • Literatur im Spätmittelalter: Die höfische Literatur verschwindet und an ihre Stelle tritt zum Beispiel Satire, Legendenerzählungen, Schwank und Meistersang.
  • Berühmte Werke aus dem Mittelalter: "Das Nibelungenlied", "Tristan und Isolde" von Gottfried von Straßenburg und "Erec" von Hartmann von Aue.
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Das Rittertum spielte auch in der Literatur des Mittelalters eine große Rolle. | Quelle: Unsplash

Literatur in der Renaissance

Das 15. und 16. Jahrhundert war das Zeitalter der Renaissance bis die Epoche im 17. Jahrhundert durch den Barock abgelöst wurde.

Die Renaissance war von Wiederentdeckung geprägt – und zwar besinnten sich die Vertreter der Renaissance auf die Dichter und Autoren der Antike zurück.

Wichtig für die Renaissance war die geistige Strömung Humanismus, die sich im 15. und 16. Jahrhundert bildete. Die Humanisten forderten Bildungsreformen, die sich auf die vollkommene Entfaltung geistiger Fähigkeiten des Menschen konzentrierten sollten.

Durch die Erfindung des Buchdrucks von Johannes Gutenberg ließen sich außerdem Bücher in einer noch nie da gewesenen Geschwindigkeit vervielfältigen.

Merkmale in der Literatur der Renaissance:

  • Epik:
    • Der Mensch steht im Vordergrund
    • Kritik an der Kirche
    • Narrenliteratur und Abenteuer-, Helden- und Ritterromane
  • Lyrik:
    • Kirchenlieder
    • Meistergesang
    • Alexandriner
  • Dramatik:
    • Freiheit des Menschen spielte zentrale Rolle.
    • Handeln des Individuums und Schicksal des Einzelnen
    • Es wurde auf antike Formen zurückgegriffen.
  • Wichtige Autoren und Werke:
    • Hermann Bote mit "Thyl Ulenspiegel"
    • Dante Alighieri mit "Divina Commedia", auf Deutsch: "Göttliche Komödie"
    • Giovanni Boccaccio mit "Il Filocolo"
    • Sebastian Brant mit "Das Narrenschiff"
    • Johannes Reuchlin mit "Dunkelmännerbriefe

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Barock Literaturepoche

Merkmale der Barockliteratur waren folgende:

  • Die Epoche dauerte von circa 1600 bis 1720 an.
  • Antiethik: Es herrschte ein gegensätzliches Weltbild, bei dem Luxus und Verschwendung im Gegensatz zu Armut und Leid standen.
  • "Carpe diem", "memento mori" und das "Vanitas-Motiv" waren Leitmotive in der Barockliteratur.
  • Die Sprache spielte im Barock eine so große Rolle, dass sich auch die drei Gesellschaftsschichten in ihr widerspiegelten:
    • Hoher Stil = würdevolle Sprache
    • Mittlerer Stil = normale Sprache
    • Niederer Stil = einfache Sprache
  • Die Lyrik galt im Barock als beliebteste Ausdrucksform und als Gedichtform wurde am häufigsten das Sonett gewählt. Weitere Gedichtformen waren:
    • Elegie
    • Epigramm
    • Ode
  • Andreas Der Lyriker Andreas Gryphius zählt zu den bedeutendsten Lyrikern des Barock.
  • Weitere wichtige Autoren waren: Christoffel von Grimmelshausen, Martin Optiz, Daniel Caspar von Lohenstein und Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau.
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Die Lyrik war die wichtigste Gattung im Barock. | Quelle: Unsplash

Epoche Aufklärung

Die Epoche verrät allein durch ihren Namen schon fast von selbst, was das Ziel dieser Strömung von etwa 1720 bis 1800 war: Das Ziel war es, den Menschen darüber aufzuklären, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen.

Viele Philosophen, unter anderem Immanuel Kant, beeinflussten das Denken der Menschen in dieser Epoche und einige ihrer Werke sind bis heute noch ein Muss im Philosophieunterricht oder -studium.

Weitere Merkmale der Epoche der Aufklärung sind:

  • Es gab zwei philosophische Strömungen: Rationalismus und Empirismus.
  • Vernunft, Humanität und Nützlichkeit – Gedanken der Aufklärung wurden mithilfe der Literatur vermittelt.
  • Kritik am gesellschaftlichen und staatlichen System und Hinterfragen von Kirche und Religion.
  • Forderungen nach Gleichheit und Toleranz.
  • Der Mensch als selbstbestimmtes Individuum.
  • Das Drama war die wichtigste literarische Gattung in der Epoche. Das bürgerliche Drama und das bürgerliche Trauerspiel entstanden.
  • Bekannte Autoren: Immanuel Kant, John Locke, Gotthold Ephraim Lessing, Christoph Martin Wieland, Karl Philipp Moritz, Christian Fürchtegott Gellert und Johann Christoph Gottsched.

Literatur in der Empfindsamkeit

Die Empfindsamkeit entstand innerhalb der Aufklärung und wird oft zu Unrecht als Gegenbewegung verstanden. Doch ist sie anders als die Epoche Sturm und Drang eher als Ergänzung zur Aufklärung zu betrachten.

  • Die Epoche bewegte sich zwischen 1740 und 1790.
  • Die eigenen Empfindungen und der Blick auf das Innere standen an oberster Stelle.
  • Die Epoche wurde stark vom Pietismus geprägt.
  • Wichtige Autoren der Empfindsamkeit: Matthias Claudius, Ludwig Heinrich Hölty, Friedrich Gottlieb Klopstock, Johann Heinrich Voß und Sopia von La Roche.

Sturm und Drang

Man bezeichnet die Epoche Sturm und Drang übrigens auch als Geniezeit oder als Genieperiode – diese fand ungefähr zwischen 1765 und 1790 statt.

Wie der Name schon ein wenig erahnen lässt, wurde es stürmisch zu dieser Zeit – bei den Dichtern dieser Strömung war nämlich Rebellion angesagt.

Merkmale:

  • Die Stürmer und Dränger lehnten das Ideal der Aufklärung und den vehementen Einsatz der Vernunft ab – sie plädierten für die Gefühle und Leidenschaften eines Menschen.
  • Geniebegriff: Das so genannte "Originalgenie" wurde zum Leitbild der Epoche gemacht.
  • Gefühl und daher eine gefühlsbetonte und ausdrucksstarke Sprache.
  • Das Drama galt als beste Ausdrucksform dieser gefühlsbetonten Sprache.
  • Die Stürmer und Dränger waren junge und freie Dichter im Alter zwischen 20 und 30 Jahren.
  • Die Dichter wandten sich von den strengen Regeln der Poetik ab und wählten eine individuellere und künstlerischere Form.
  • Kritik am Feudalismus
  • Bekannte Autoren waren: Gottfried August Bürger, Johann Wolfgang von Goethe, Johann Gottfried von Herder, Friedrich Maximilian Klinger, Jakob Michael Reinhold Lenz und Friedrich Schiller.

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Kennst Du epische Literatur aus der Epoche des Sturm und Drangs?
Der Briefroman galt als sehr beliebte Ausdrucksform bei den Stürmern und Drängern. | Quelle: Unsplash

Weimarer Klassik

Die Weimarer Klassik nennt man auch zusammen mit der Sturm und Drang Epoche und der Romantik "Goethezeit". Und tatsächlich gilt Goethe sowohl im Sturm und Drang als auch in der Weimarer Klassik als zentraler Vertreter.

  • Die Epoche lässt sich zeitlich zwischen 1786 und 1832 einordnen.
  • Das literarische Zentrum der Strömung lag hauptsächlich in Weimar, zum Teil aber auch in Jena.
  • Das Streben nach Harmonie im Sinne der antiken Vorbilder.
  • Wichtige Themen waren Humanität, Güte, Gerechtigkeit, Toleranz und Gewaltlosigkeit.
  • Aufgabe der Literatur war es, den Menschen zu erziehen.
  • Die Dramatik war die wichtigste Gattung.
  • Autoren: Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Christoph Martin Wieland und Johann Gottfried Herder.

Romantik im Überblick

Zeitlich lässt sich die Epoche der Romantik wie folgt einteilen:

  • Frühromantik von 1795 bis 1804
  • Hochromantik bis 1815
  • Spätromantik bis 1848

Merkmale der romantischen Epoche waren:

  • Die Romantiker wendeten sich gegen die kapitalistische Arbeitswelt und gegen das Großbürgertum.
  • Der Hang zum Phantastischen
  • Hinwendung zur Natur
  • Weltflucht
  • Rückzug in Phantasie- und Traumwelten
  • Betonung des Individuums
  • Verklärung des Mittelalters
  • Entdeckung des Unbewussten und Irrationalen
  • Romantische Ironie
  • Motive: Sehnsucht, Nacht, Die Blaue Blume, Spiegel
  • Die wichtigsten Vertreter waren zum Beispiel: Novalis, August Wilhelm Schlegel, Friedrich Schlegel, E.T.A. Hoffmann, Joseph von Eichendorff, Jakob und Wilhelm Grimm, Henry David Thoreau und Edgar Allan Poe.

Drei Epochen zur einer Zeit – Biedermeier, Junges Deutschland & Vormärz

Die Strömungen Biedermeier, Junges Deutschland und Vormärz verliefen zwar zwischen 1815 und 1848 zeitgleich, unterscheiden sich aber dennoch voneinander.

Alle drei Epochen werden zusammen als Literatur der Restaurationsepoche bezeichnet, in welcher der Biedermeier die Literatur besonders prägte.

Merkmale Biedermeier: 

  • Resignation
  • Sehnsucht (in die gute alte Zeit)
  • Melancholie
  • Rückzug ins Private
  • Naturverbundenheit
  • religiöse Themen
  • Akzeptanz der gesellschaftlichen und politischen Umstände
  • Familie war das Ideal
  • Wichtige Autoren waren zum Beispiel: Ferdinand Jakob Raimund, Franz Grillparzer, Karl Leberecht Immermann und Annette von Droste-Hülshoff.

Merkmale Junges Deutschland:

  • Skepsis gegenüber Politik, daher: politisches Engagement, Kritik am System und demokratische Forderungen, wie zum Beispiel: Freiheit der Presse und Zugang zur Bildung für Frauen.
  • Literatur war dementsprechend politisch.
  • Bekannte Autoren waren zum Beispiel: Heinrich Heine, Christian Dietrich Grabbe und Georg Büchner.

Merkmale Vormärz:

  • Ähnliche Merkmale wie bei der Epoche Junges Deutschland.
  • Wollten allerdings die Zensur nicht umgehen, sondern mithilfe von Satire und Parodien offen gegen sie angehen.
  •  Gesellschaft sollte verändert und die Macht von Kirche und Regierung gebrochen werden.
  • Die Autoren überschneiden sich teilweise mit den Vertretern des Jungen Deutschlands dadurch, dass die beiden Strömungen sich nur sehr gering voneinander unterscheiden und nahezu zeitgleich verliefen.
Kennst Du den historischen Kontext zu dieser Epoche?
Im Zeitalter der drei Epochen war die Pressefreiheit verboten. | Quelle: Unsplash

Literatur im Realismus

Die Realisten wollten zwischen 1848 und 1890 die Dinge der Wirklichkeit entsprechend darstellen. Dies taten sie allerdings mithilfe einer kunstvollen und poetischen Sprache, um die Wirklichkeit zu umschmücken – man nannte den Realismus daher auch poetischen Realismus.

Merkmale in der Literatur des Realismus waren:

  • Ästhetisierung der Dinge
  • Poetische Sprache, die dennoch leicht verständlich ist
  • Objektivität
  • Ironie als Stilmittel
  • Die Epik galt als wichtigste Gattung
  • Wichtige Autoren waren zum Beispiel: Theodor Fontane, Friedrich Hebbel, Gottfried Keller und Wilhelm Raabe.
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Der Naturalismus

Der Naturalismus entstand zum Ende des 19. Jahrhunderts, einer Zeit, in der die industrielle RevolutionArbeitslosigkeitLandflucht und Verstädterung zu vielen gesellschaftlichen Umbrüchen geführt haben.

Mit seiner Darstellung der sozialen Missstände ist der Naturalismus genau das Gegenteil des Realismus – die Wirklichkeit wurde in ihrer natürlichsten Form dargestellt, ohne dabei etwas zu verschönern.

Folgende Merkmale sind ausschlaggebend für den Naturalismus:

  • Naturwissenschaftliche Fortschritte fanden auch in der Literatur Platz.
  • Verzicht auf Subjektivität und Individualität.
  • Darstellung des Hässlichen/Abbildung der Wahrheit
  • Die Ansicht, dass die Entwicklung eines Menschen hauptsächlich durch die Einflüsse seiner Umwelt geprägt ist. Diese Ansicht beruht auf der Milieutheorie von Hippolyte Taine.
  • Das Drama galt als die wichtigste Darstellungsform der Naturalisten.
  • Bekannte Autoren waren zum Beispiel: Gerhart Hauptmann, Hedwig Dohm, Max Bernstein, Fjodor Michailowitsch Dostojewski und Émile Zola.

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Trümmerliteratur

Die Trümmerliteratur ist eine eigenständige Epoche anzusehen, die sich zwischen 1945 und 1950 nach dem Zweiten Weltkrieg datieren lässt und oft auch als Heimkehrerliteratur und Literatur der Stunde Null bezeichnet wird.

Wie der Begriff schon erahnen lässt, bezieht er sich auf all das, was die Heimkehrer nach dem Zweiten Weltkrieg in ihrer Stadt vorfanden: Trümmer.

Nahezu alle deutschen Großstädte waren zerstört und zeugten von den Geschehnissen des Krieges. Viele standen also nicht nur vor den Trümmern ihrer Stadt, sondern auch vor den Trümmern ihrer gesamten Existenz und ihrer eigenen Träume.

Die Autoren der Epoche waren Menschen, die entweder in den Kriegsgefangenenlagern festgehalten wurden oder aus dem Krieg nach Hause zurückkehrten. 

Da sie meist vor dem Krieg keine Autoren waren, orientierten sie sich kaum an literarischen Vorgaben – ihre Werke zeugten von einer recht einfachen Sprache.

Man wollte sowohl inhaltlich als auch stilistisch brechen – man wollte keine Inhalte und Sprache früherer Epochen aufgreifen oder Stile der Nationalsozialisten fortsetzen.

Man schaffte überwiegend eine ganz eigene Sprache und markierte beispielsweise durch den Verzicht auf ein Reimschema absichtlich einen Bruch zu früheren Generationen.

Den Autoren und Autorinnen der Trümmerliteratur ging es vor allem darum, die gegenwärtige Welt möglichst realistisch und ehrlich darzustellen. Das Erlebte sollte nicht etwa poetisiert werden, sondern ein echtes Bild von der Welt zeigen.

Themen waren zum Beispiel  die Zerstörung der Städte, die Zerstörung der Träume der Menschen, die Verarbeitung des Kriegsgeschehens und die Auseinandersetzung mit der Schuldfrage.

Die Epoche wurde besonders von dem literarischen Schaffen der Gruppe 47 geprägt. Als Gruppe 47 wurde ein Treffen von Schriftstellern bezeichnet, zu welchem Hans Werner Richter von 1947 bis 1967 eingeladen hat. Man übte gegenseitig Kritik an den literarischen Arbeiten aus und förderte unbekannte, junge Autoren.

Bekannte Autoren der Epoche sind Erich Kästner, Wolfgang Koeppen, Arno Schmidt, Heinrich Böll und Paul Celan.

Die Literatur der DDR & BRD

Die Literatur der DDR und BRD wird als Nachkriegsliteratur bezeichnet und umfasst eine Epoche zwischen ca. 1949 und 1990.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Deutschland unter den vier Siegermächten, der Sowjetunion, USA, Frankreich und Großbritannien, in vier Besatzungszonen aufgeteilt.

Während die DDR (Deutsche Demokratische Republik) am 7. Oktober 1949 auf sowjetischem Gebiet gegründet wurde, grenzte sich die BRD (Bundesrepublik Deutschland) sowohl politisch als auch wirtschaftlich von der DDR ab  ihre Gründung war am 7. September 1949.

 

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Literatur der DDR

Die Gesellschaft in der DDR setzte sich mit der faschistischen Vergangenheit auseinander: ehemalige Nationalsozialisten wurden aus Verwaltung und Justiz entfernt. Ziel war es, eine sozialistische Gesellschaft aufzubauen.

Allerdings wurde der Alltag der Menschen durch das Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) überwacht, genau wie der Literaturbetrieb der DDR.

Die Autoren und Autorinnen sollten unter strikten Vorgaben zu dem Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft beitragen.

Die Literatur der DDR lässt sich aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen in vier Phasen unterteilen, für die sich jeweils unterschiedliche Merkmale ausfindig machen lassen können:

  • Rückkehr (1945–1949)
  • Aufbau (1949–1961)
  • Ankunft (1961–1971)
  • Liberalisierung und Kritik (1971–1990)

Bekannte Autoren sind Bertolt Brecht, Bruno Apitz und Anna Seghers.

Literatur in der BRD

Die literarische Epoche der BDR lässt sich ebenfalls in vier Perioden unterteilen:

  • Zeitkritische Literatur in den 1950er Jahren
  • Politisierung der Literatur in den 1960er Jahren
  • Beginn Neue Subjektivität in den 1970er und 80er Jahren
  • Beginn der Postmodernität in den 1980er Jahren

Bekannte Autoren waren Heinrich Böll, Günther Eich, Günter Grass, Ingeborg Bachmann, Max Frisch und Patrick Süskind.

Exilliteratur

Die Epoche der Exilliteratur fand während des Zweiten Weltkriegs und davor zwischen 1933 und 1945 statt.

Das Wort "Exil" entspringt dem Lateinischen und bedeutet übersetzt so viel wie "in der Fremde sein" oder "verbannt sein".

Menschen leben also im Exil, wenn sie aus religiösen oder politischen Gründen ihr Heimatland verlassen müssen. Die Menschen flüchten daher ins sichere Ausland, wo sie sich im "Exil" befinden.

Die Literatur in dieser Epoche war leider sehr stark vom Einfluss des Nationalsozialismus in Deutschland geprägt – noch vor der Machtübernahme Hitlers am 30. Januar 1933 gab es Verbotslisten mit "antideutscher" und "nicht-arischer" Literatur.

Nach der Machtübernahme duldeten die Nationalsozialisten keine eigenen Meinungen und schon gar keine Kritik – die Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 gilt als Sinnbild der Zensur der deutschen Medien.

Aufgrund der politischen Umstände verließen viele Autoren und Autorinnen das Land und wählten für ihr Exil benachbarte Länder wie Österreich, die Niederlande oder Frankreich.

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges reichte die Flucht ins Umland allerdings nicht mehr aus und so suchten viele Autoren und Autorinnen  im Jahr 1939 Zuflucht in Städten wie New York, Moskau oder Mexiko.

Themen der Exilliteratur waren:

  • Sehnsucht nach der Heimat
  • Widerstand gegen den Nationalsozialismus
  • Aufklärung über die gegenwärtige Situation in Deutschland

Tatsächlich lassen sich kaum formale Merkmale innerhalb der Literatur feststellen, allerdings gab es vier unterschiedliche Arten von Romanen, die die Exilliteratur prägten:

  • Zeitroman
  • Exilroman
  • Historischer Roman
  • Utopischer Roman

Bekannte Autoren und Autorinnen waren Bertolt Brecht, Thomas Mann, Anna Seghers, Stefan Zweig und Alfred Döblin.

Expressionismus

Der Expressionismus lässt sich in drei Phasen unterteilen:

  • Frühexpressionismus
  • Kriegsexpressionismus
  • Spätexpressionismus

Anfang des 20. Jahrhunderts war das Leben der Menschen in Deutschland stark von vielen Veränderungen und politischen Spannungen beeinflusst. Der Erste Weltkrieg und die Industrialisierung hinterließen erhebliche Spuren innerhalb der Gesellschaft.

Es gab also eine Menge, wovor die Menschen Angst hatten. Die Menschen fühlten sich zum Beispiel in den Großstädten immer mehr verloren und fürchteten sich vor der Anonymität im Gegensatz zum Leben auf dem Land.

Das Gefühl des Verlorenseins und die Anonymität in Großstädten stellen demnach zentrale Themen dar, die in der expressionistischen Literatur dargestellt wurden.

Ihre Gefühle und Ängste drückten die Expressionisten und Expressionistinnen in ihren Werken aus. Und genau darum ging es auch: Im Expressionismus wollten die Autoren und Autorinnen ihre Gefühlswelt von innen nach außen tragen.

Der Wunsch nach einer neuen und besseren Welt wurde in den Werken durch Tod, Wahnsinn und das Ende der Welt thematisiert. Das gegenwärtige Chaos sollte enden und dadurch etwas Neues entstehen.

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Sprachliche Merkmale der expressionistischen Literatur sind:

  • Neologismen
  • Neue Textrhythmen
  • Missachtung der Syntax
  • Weglassen von Satzzeichen
  • Wortwiederholungen und Aneinanderreihungen von Elementen. die nicht im logischen Zusammenhang zueinander stehen.

Der Expressionismus bricht demnach aus bisherigen Traditionen. Das subjektive Empfinden steht im Vordergrund, weshalb die Sprache von enormer Bildhaftigkeit zeugt.

Impressionismus

Der Begriff "Impressionismus" stammt vom lateinischen Wort "impressio" ab, welcher für "Eindruck" steht. Tatsächlich stellt der Impressionismus keine eigene Epoche in dem Sinne dar, sondern kennzeichnet eine Strömung der Moderne, die sich zwischen 1890 und 1920 datieren lässt.

Die Zeiten des Impressionismus waren von vielen wissenschaftlichen Entdeckungen geprägt, darunter zum Beispiel das Strahlungsgesetzt und die Quantenformel von Max Planck, die Traumtheorie von Sigmund Freud und Albert Einsteins Relativitätstheorie.

Aber nicht nur das: Das Leben der Menschen in Deutschland war zudem stark von vielen Veränderungen und politischen Spannungen beeinflusst.

Bei den Autoren und Autorinnen des Impressionismus steht der Augenblick im Vordergrund. Da es um Eindrücke geht, ist die Subjektivität im Fokus – somit wurde nicht die nüchterne Realität dargestellt, sondern das, was der Autor oder die Autorin persönlich wahrnimmt.

Man wollte also regelrecht das eigene Bewusstsein nach außen transportieren und nachahmen – dieser Effekt wird Mimesis.

Dies geschah besonders durch eine bildliche und metaphorische Sprache, die Farben und Lichteffekte hervorhob. Es wurden kurzweilige, subjektive Eindrücke geschildert, für die sich vor allem literarische Formen wie Skizzen, Novellen oder lyrische Formen eigneten.

Bekannte Autoren des Impressionismus waren zum Beispiel Arthur Schnitzler, Stefan Zweig, Rainer Maria Rilke und Max Dauthendy.

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Weimarer Republik und Neue Sachlichkeit

Als "Neue Sachlichkeit" wird die Literatur der Weimarer Republik bezeichnet. Die Epoche umfasst einen Zeitraum von 1918 bis zur Machtübernahme der Nazis 1933.

In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg war Deutschland geplagt von wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Krisen.

Hunger, Wohnungsnot, Arbeitslosigkeit und Krankheit waren nur ein Bruchteil des Leids, das die Menschen ertragen mussten.

Am 9. November 1918 wurde die "Deutsche Republik", die später als "Weimarer Republik" galt, ausgerufen und Deutschland hatte keinen Kaiser oder König mehr, sondern einen Reichspräsidenten als Staatsoberhaupt.

Die Werke der Autoren und Autorinnen der Neuen Sachlichkeit zeugten von einer kühlen, emotionslosen und recht einfachen Sprache. Sie stellten den Alltag möglichst sachlich dar und griffen folgende Themen auf:

  • Einzelschicksale der Mittelschicht
  • Desillusionierung nach dem Krieg, Trauma, Verletzung, Tod
  • Armut, Arbeitslosigkeit, Wirtschaftskrise, Industrie
  • Technik

Das Ziel der Literatur war es, eine breite Masse zu erreichen. Durch das Ansprechen gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Probleme sollte ein Umdenken stattfinden.

Folgende Merkmale lassen sich noch für die Neue Sachlichkeit ausmachen:

  • Distanziertes und beobachtendes Erzählen und die Orientierung an einer journalistischen Schreibweise.
  • Die Montagetechnik wurde häufig verwendet.
  • Keine Subjektivität in den Werken.
  • Das epische Theater, beeinflust von Bertolt Brecht, entwickelte sich und stand im Gegensatz zum aristotelischen Theater. Sogenannte Verfremdungseffekte wurde im epischen Theater häufig verwendet.
  • Auch das Volkstheater wandelte sich und sprach gesellschaftliche und politische Probleme an.

Bekannte Autoren waren Bertolt Brecht, Hans Fallada, Alfred Döblin, Kurt Tucholsky und Franz Kafka.

Neue Subjektivität

Die Neue Subjektivität lässt sich Die eigenen Bedürfnisse und das eigene Leben standen im Mittelpunkt. So kam es dazu, dass die Autoren und Autorinnen oft autobiografische Texte verfassten und persönliche Erlebnisse und Erfahrungen, Träume, Probleme in Beziehungen und Selbstfindung in ihren Texten zum Thema wurden., einer Zeit, in der das Leben der Menschen von politischen Unruhen geprägt war.

Doch galt die Neue Subjektivität eher als Gegenbewegung zur politisch engagierten Literatur – so konzentrierten die Autoren und Autorinnen sich eher auf die eigene Identität.

Die eigenen Bedürfnisse und das eigene Leben standen im Mittelpunkt. So kam es dazu, dass die Autoren und Autorinnen oft autobiografische Texte verfassten und persönliche Erlebnisse und Erfahrungen, Träume, Probleme in Beziehungen und Selbstfindung in ihren Texten zum Thema wurden.

Die Werke zeugten durch diesen emotionalen Bezug auch von einer emotionalen Sprache, die teils sogar umgangssprachlich bzw. sehr einfach gehalten wurde.

Die Merkmale der Neuen Subjektivität einmal zusammengefasst:

  • Subjektive Sichtweise
  • Einfache und emotionale Sprache
  • Gegenbewegung zu politischer Literatur
  • Im Fokus stand die eigene Identität
  • Themen hatten einen persönlichen Bezug und beruhten auf eigenen Erfahrungen und Erlebnissen. Solche Themen waren: Selbstfindung, Selbsterfahrung, Alltag und Beziehungen, inneres Erleben im Spannungsfeld der Gesellschaft, Feminismus, Gewaltstrukturen im Geschlechterverhältnis
  • Literatur hatte autobiografische Züge

Da viele Autoren und Autorinnen autobiografisch erzählten, bot sich in der Epik besonders der autobiografische Roman an. Zusammen mit der Lyrik gehörte die Epik zur bevorzugten Gattung der Neuen Subjektivität.

Bekannte Autoren und Autorinnen waren Ingeborg Bachmann, Peter Handke, Botho Straß, Karin Struck, Ulla Hahn, Nicolas Born und Christa Wolf.

Die Literatur der Moderne

Die Moderne lässt sich in Deutschland etwa zwischen 1890 und 1920 datieren – 1920 wurde sie von der Neuen Sachlichkeit der Weimarer Republik abgelöst.

Die Moderne gilt als Oberkategorie mehrerer literarischer Strömungen, darunter zum Beispiel der Ästhetizismus, der Jugendstil, Symbolismus und Neuromantik. Die verschiedenen parallel verlaufenden Strömungen werden auch als Stilpluralismus bezeichnet.

In der Moderne drangen vor allem subjektive Sichtweisen und das komplexe Innenleben eines Individuums an die Oberfläche.

Aus der Experimentierfreude der Autoren und Autorinnen entstanden viele neue Stilrichtungen und Erzähltechniken. Man wollte sich gegen die traditionelle Sprache richten und nach neuen sprachliche Mitteln suchen – dies nannte man auch Sprachkrise der Moderne.

Motive und Themen der Literatur der Moderne waren:

  • Pessimistische Weltsicht
  • Verfall
  • Dekadenz
  • Tod
  • Sexualität

Die Autoren und Autorinnen der Moderne bevorzugten Textformen wie den Briefroman, die Novelle, die Erzählung, Kunstmärchen und Großstadtlyrik. Bekannte Vertreter waren zum Beispiel Hermann Hesse, Franz Kafka, Thomas Mann und Max Frisch.

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Postmoderne

Der Begriff lässt es Dich vielleicht schon vermuten – die Literaturepoche der Postmoderne folgte nach der Epoche der Moderne. Es ist nicht ganz einfach, die Epoche genau zu datieren, deshalb spricht man davon, dass die Epoche ab 1989 begonnen hat und bis zur Gegenwartsliteratur andauerte.

Die Zeit der Postmoderne war von großer Unsicherheit geprägt und die Menschen waren bezüglich ihrer Ansichten und Werte nahezu orientierungslos.

Vielleicht kombinierten sie genau deshalb ihre eigenen literarischen Kreationen mit bereits vorhandenen Texten. 

Verweise auf historische Ereignisse oder Bezüge zu anderen literarischen Werken sind wesentliche Merkmale der Postmoderne. Dies nennt man Intertextualität. Es flossen zudem traditionelle Erzählstile, bekannte Motive oder sogar Zitate in die Werke mit ein.

Ein wesentliches Merkmal der postmodernen Literatur ist zum Beispiel, dass die Protagonisten der literarischen Werke oftmals Außenseiter mit negativen Charakterzügen waren – die Leser und Leserinnen konnten sich selten mit diesen Charakteren identifizieren.

Eine ironische Erzählweise ist ebenfalls ausschlaggebend für die Literatur der Postmoderne. Oft vermittelte der Erzähler in den Werken diese Ironie. Er greift bewusst in das Erzählen ein und steuert die Handlung, welcher er ironisch und distanziert gegenübersteht.

Das Erzählen innerhalb der postmodernen Literatur erfolgte meist fragmentarisch. Das heißt, dass die Handlung nicht linear verlief und der Leser oder die Leserin sich die Handlung teilweise selbst rekonstruieren musste. 

Die wichtigste Gattung der Postmoderne war die Epik und bekannte Autoren sind zum Beispiel Günter Grass und Patrick Süskind.

Gegenwartsliteratur

Das Zeitalter der Gegenwartsliteratur beginnt ab 1990. Mit der Bezeichnung "Gegenwartsliteratur" ist keine  Epoche gemeint, sondern ganz einfach ein zeitlicher Rahmen. Man könnte sagen, dass die Gegenwartsliteratur ein Sammelbegriff für deutschsprachige Literatur nach dem Mauerfall 1989 ist.

Wichtige Ereignisse und auch Themen der Geschichte seit Beginn der Gegenwartsliteratur sind:

  • Mauerfall 1989 und Wiedervereinigung Deutschlands
  • Anschläge auf das World Trade Center am 11. September 2001
  • Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise 2008
  • Die Eurokrise 2010
  • Aufstände, Proteste und politische Unruhen in den nordafrikanischen Staaten, die den Arabischen Frühling 2015 auslösten und eine Flüchtlingskrise entstand, die bis heute andauert.
  • Der stetige Klimawandel
  • Die aktuelle Corona-Krise, eine Pandemie, die 2020 begann und die Welt völlig veränderte.

Die Themen der Gegenwartsliteratur sind unglaublich vielfältig und jedes Thema für sich ist auch gesellschaftlich gesehen wichtig.

Die Themen der Gegenwartsliteratur sind zum Beispiel:

  • Soziale Ungleichheit und negative Auswirkungen auf die Umwelt durch die Globalisierung
  • Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art
  • Alternative Lebens- und Beziehungskonzepte
  • Kapitalismus
  • Terrorismus
  • Flüchtlingskrise
  • Digitalisierung
  • Individualität und Gemeinschaft
  • Erinnerung

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass Gegenwartsliteratur...

  •  aktuelle Themen behandelt
  • … erinnern soll.
  • … vielfältig und experimentierfreudig ist.
  • … durch die Digitalisierung eine große Leserschaft erreicht.
  • … interkulturell ist.

Bekannte Autoren und Autorinnen sind zum Beispiel Juli Zeh, Daniel Kehlmann, Julia Franck, Herta Müller, Wolfgang Herrndorf und John Boyne.

Doch da wir uns unmittelbar zu Zeiten der Gegenwartsliteratur befinden, wird die Lister der bekannten Autoren und Autorinnen der Gegenwartsliteratur in den nächsten Jahren noch mehr wachsen und dazu gewinnen.

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Yeliz

Ich liebe das geschriebene Wort – es zu lesen, einfach selbst zu schreiben oder es als Gestaltungselement zu nutzen. Dazu gehört auch die Sprache: Reisen und andere Kulturen faszinieren mich.