Du wolltest schon immer mal wissen, was es mit der modernen Literaturepoche auf sich hat? Dann bist Du bei Superprof genau richtig!

Die Moderne lässt sich in Deutschland etwa zwischen 1890 und 1920 datieren – 1920 wurde sie von der Neuen Sachlichkeit der Weimarer Republik abgelöst.

Tatsächlich gilt die Moderne als eine Art Oberkategorie mehrerer literarischer Strömungen. Darunter zum Beispiel: Ästhetizismus, Impressionismus, Jugendstil,  Symbolismus, Dekadenz, Neuromantik und Expressionismus. Man spricht dabei auch vom Stilpluralismus, worauf wir später nochmal eingehen werden.

Warum die Moderne als Gegenbewegung zum Naturalismus und der Literaturepoche Realismus galt, wollen wir Dir unter anderem in diesem Artikel näher bringen.

Dafür schauen wir uns zunächst einmal an, was die Gesellschaft im frühen 20. Jahrhundert so bewegte.

Historischer Kontext der Epoche

Der Anfang des 20. Jahrhunderts war von vielen wissenschaftlichen Entdeckungen geprägt, die das bisherige Weltbild und die traditionellen Werte der Menschen vollkommen veränderten. 

Folgende Entdeckungen verschiedener Wissenschaftler waren besonders prägend in dieser Zeit:

  • Das Strahlungsgesetz und die Quantenformel von Max Planck sorgten 1900 für revolutionären Aufruhr in der Physik.
  • 1901 veröffentlichte der Psychologe Sigmund Freud seine Traumtheorie, in der er sich mit dem Unterbewusstsein und den sexuellen Trieben des Menschen auseinandersetzte.
  • 1905 kam Albert Einsteins Relativitätstheorie an die Oberfläche.

All diese neuen Erkenntnisse wurden von den Autoren und Autorinnen in Ihren Werken thematisiert und verarbeitet – der nüchternen und realistischen Erzählweise des Realismus wurde der Rücken zugekehrt und subjektive Sichtweisen gelangten in den Vordergrund.

Kennst Du wissenschaftliche Entdeckungen zu Zeiten der Moderne?
Einsteins Relativitätstheorie prägte die Menschen am Anfang des 20. Jahrhunderts. | Quelle: Unsplash

Welche Merkmale daraus für die Moderne entstanden, wollen wir uns im Folgenden einmal ansehen.

Erfahre auch mehr über den historischen Kontext, der die Sturm und Dränger beeinflusste oder welche gesellschaftlichen Veränderung es zu Zeiten des Biedermeiers gab.

Merkmale der Moderne

Die wissenschaftlichen Umbrüche sorgten auch in der Literatur für die Bereitschaft, zu experimentieren. So wurde in der Moderne mit unzähligen neuen Erzähltechniken experimentiert und es entwickelten sich viele neue Stilrichtungen. 

Im Gegensatz zu beispielsweise der Literatur der Aufklärung verfolgten die Autoren und Autorinnen der Moderne mit ihrer Literatur kein bestimmtes Ziel, wie etwa ihre Leser und Leserinnen auf politische Missstände aufmerksam zu machen.

Innovative Stilmittel und subjektive Sichtweisen standen im Vordergrund der literarischen Werke. Die verschiedenen literarischen Strömungen dieser Epoche fasst man auch unter dem Begriff Stilpluralismus zusammen. 

Mit dem Stilpluralismus werden, wie anfangs erwähnt, die verschiedenen parallel verlaufenden Strömungen der Moderne zusammengefasst. Eine solche Vielfältigkeit ist für eine Epoche durchaus ungewöhnlich, da sich bei anderen deutschen Epochen, wie zum Beispiel bei der Literaturepoche Romantik, immer ein typischer Stil ausfindig machen lässt. 

Die Autoren und Autorinnen der Moderne stellten zudem die traditionelle Sprache immer mehr infrage. So suchten die modernen Autoren und Autorinnen nach neuen sprachlichen Mitteln, Erzähltechniken und Darstellungsformen und wendeten sich gegen starre Regeln – man spricht von der sogenannten Sprachkrise.

Die modernen Werke zeugen neben indirekter Rede auch von freier bzw. direkter Rede. Die Autoren und Autorinnen führten sich stilistisch frei, weshalb die stilistische Freiheit innerhalb der Sprache zu einem zentralen Merkmal der Epoche wurde.

Ein weiteres zentrales Motiv der Moderne ist die pessimistische Weltsicht. Die Menschen begleitete ein Gefühl von Machtlosigkeit, des Niedergangs, aber auch der Genusssucht und des Lebensüberdrusses. Daraus entstanden Themen wie Verfall, Dekadenz und Tod in den literarischen Werken.

Lerne auch die zentralen Merkmale der Literatur im Mittelalter oder anderer deutscher Literaturepochen kennen.

Wusstest Du, dass die Vertreter der Moderne sich gegen die traditionelle Sprache wendeten?
Innovative Stilmittel und subjektive Sichtweisen standen im Vordergrund der modernen Werke. | Quelle: Unsplash

Literatur in der Moderne

So vielfältig die Moderne mit den verschiedenen Strömungen war, so vielfältig wurden auch verschiedene Textformen von den Autoren und Autorinnen benutzt.

In der epischen Gattung entstanden viele Briefromane, Novellen und Erzählungen, aber auch das Kunstmärchen entstand im Zuge der Neuromantik.

Typisch für die Lyrik der Moderne war die Großstadtlyrik, welche die negativen Erfahrungen des Einzelnen in der modernen Großstadt aufgriff und damit die Industrialisierung thematisierte. 

Wusstest Du, dass die Lyrik im Barock die beliebteste Ausdrucksform war und auch in der Literaturepoche Renaissance eine bedeutende Rolle spielte?

In vielen Werken wurde sich mit dem komplexen Innenleben des Individuums auseinandergesetzt, aber auch mit der Sexualität.

Die Erzählungen und Theaterstücke des österreichischen Dramatikers Arthur Schnitzler setzten sich zum Beispiel mit den sexuellen Eskapaden der Bürger in stark psychologisierender Weise auseinander. Er galt als wichtigster Vertreter der Wiener Moderne.

Autoren und Werke

Wie Du Dir aufgrund der Vielfalt sicher vorstellen kannst, gab es in der Moderne eine Menge Autoren und Werke, die prägend für diese Epoche waren. Wir wollen Dir einige einmal auflisten:

  • Hermann Hesse
    • "Der Steppenwolf"
    • "Siddharta"
  • Rainer Maria Rilke
    • "Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge"
    • "Die Sonette an Orpheus"
    • "Duineser Elegien"
  • Erich Kästner
    • "Herz auf Taille"
    • "Emil und die Detektive"
    • "Fabian"
  • Thomas Mann
    • "Die Buddenbrooks"
    • "Der Tod in Venedig"
  • Franz Kafka
    • "Das Urteil"
    • "Die Verwandlung"
  • Kurt Tucholsky
    • "Schloß Gripsholm"
  • Arthur Schnitzler
  • Berthold Brecht
    • "Die heilige Johanna der Schlachthöfe"
    • "Der kaukasische Kreidekreis"
  • Siegfried Lenz
    • "Deutschstunde"
    • "So zärtlich war Suleyken"
  • Heinrich Böll
    • "Haus ohne Hüter"
    • "Ansichten eines Clowns"
  • Max Frisch
    • "Andorra"
    • "Homo Faber"
  • Günther Grass
    • "Die Blechtrommel"
    • "Die Rättin"
  • Friedrich Dürrenmatt
    • "Die Physiker"

Lerne auch Autoren und Werke von anderen deutschen Epochen kennen, wie zum Beispiel der Literatur der BRD und DDR oder der Trümmerliteratur.

Kennst Du Vertreter der Moderne?
Arthur Schnitzler galt als wichtigster Vertreter der Wiener Moderne. | Quelle: Unsplash

Die wichtigsten Merkmale der Moderne im Überblick

Wir zeigen Dir noch einmal zusammenfassend die wichtigsten Merkmale der Moderne im Überblick:

  • Das Zeitalter der Moderne war von vielen wissenschaftlichen Entdeckungen geprägt, darunter von dem Strahlungsgesetz und der Quantenformel von Max Planck 1900, die Traumtheorie von Sigmund Freu 1901 und Albert Einsteins Relativitätstheorie 1905.
  • Die Moderne gilt als Gegenbewegung zum Realismus und Naturalismus.
  • Die subjektive Sichtweise und das komplexe Innenleben des Individuums drang an die Oberfläche.
  • Viele neue Stilrichtungen und Erzähltechniken entstanden aufgrund der Experimentierfreude der Autoren und Autorinnen der Moderne. Die Autoren richteten sich gegen die traditionelle Sprache und suchten nach neuen sprachlichen Mitteln – dies nennt man Sprachkrise der Moderne.
  • Die Autoren und Autorinnen der Moderne genossen stilistische Freiheit.
  • Der Stilpluralismus bezeichnet die verschiedenen parallel verlaufenden Strömungen der Moderne, darunter:  Ästhetizismus, Impressionismus, Jugendstil,  Symbolismus, Dekadenz. Neuromantik und Expressionismus.
  • Ein zentrales Motiv der Moderne ist die pessimistische Weltsicht.
  • Themen waren: Verfall, Dekadenz, Tod und Sexualität.
  • Textformen der Moderne waren zum Beispiel Briefromane, Novellen, Erzählungen, Kunstmärchen und Großstadtlyrik, aber auch einige Theaterstücke.
  • Bekannte Vertreter waren unter anderem Hermann Hesse, Franz Kafka, Thomas Mann, Arthur Schnitzler, Günther Grass und Max Frisch.

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Lerne auch die anderen deutschen Literaturepochen kennen mit Superprof. | Quelle: Unsplash

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Yeliz

Ich liebe das geschriebene Wort – es zu lesen, einfach selbst zu schreiben oder es als Gestaltungselement zu nutzen. Dazu gehört auch die Sprache: Reisen und andere Kulturen faszinieren mich.