Hast Du eine Idee, was das Wort "Renaissance" überhaupt bedeuten könnte?

Das Wort entspringt dem Französischen und bedeutet übersetzt "Wiedergeburt". Doch dabei geht es nicht um die Art Wiedergeburt, an die Du vielleicht denkst – es geht vielmehr um eine Wiedergeburt der Antike.

Was genau damit gemeint ist und welche Rolle der Humanismus in der Renaissance spielt, wollen wir in diesem Artikel näher betrachten. Es geht um die Merkmale der Renaissance, welche Gattungen eine besondere Rolle spielten und wer ihre wichtigsten Vertreter waren.

Merkmale der Renaissance in der Literatur

Das 15. und 16. Jahrhundert war das Zeitalter der Renaissance und erst im 17. Jahrhundert wurde die Epoche durch den Barock abgelöst.

Ihren Ursprung fand die Epoche in Norditalien, weshalb eine Menge italienischer Künstler in Malerei, Architektur und Literatur in Zusammenhang mit dieser Epoche stehen.

Wichtig für die Literatur der Renaissance war die geistige Strömung Humanismus, die sich im 15. und 16. Jahrhundert während der Renaissance bildete. Die Humanisten forderten Bildungsreformen, die sich auf die vollkommene Entfaltung geistiger Fähigkeiten des Menschen konzentrierten sollten.

Dabei spielte der sprachliche Ausdruck und die Pflege dessen eine besonders wichtige Rolle, weshalb die Sprach- und Literaturwissenschaften an Bedeutung gewannen.

Doch, was hat es jetzt mit der Übersetzung, der "Wiedergeburt" auf sich? Mit "Wiedergeburt" ist eigentlich "Wiederentdeckung" gemeint. Und zwar besinnten sich die Vertreter der Renaissance und des Humanismus auf die Dichter und Autoren der Antike zurück.

Mit dem lateinischen Spruch "ad fontes" vor Augen, welcher übersetzt so viel bedeutet wie "zu den Quellen", wurde sich der Übersetzung, aber auch der Erhaltung klassischer Werke gewidmet.

Kennst Du Dich mit antiken Werken aus?
Die Vertreter der Renaissance nahmen antike Werke zum Vorbild. | Quelle: Unsplash

So studierten die Humanisten also das Wissen und die Werke zahlreicher Autoren der Antike. Durch den Vergleich mit der Vergangenheit der Antike und der gegenwärtigen Situation übte man in literarischer Form Kritik an der Gegenwart aus.

Die Reformation von dem Theologen Martin Luther sorgte für eine Spaltung der christlichen Gemeinschaft – seine kirchliche Erneuerungsbewegung von 1517 bis 1648 diskutierte viele Fragen der Theologie auf eine ganz neue Art und Weise.

Wichtig zu erwähnen, ist, dass sich mit der Erfindung des Buchdrucks durch Johannes Gutenberg Bücher in einer noch nie da gewesenen Geschwindigkeit vervielfältigen ließen. Diese neue Erfindung sorgte dafür, dass das Buch in ganz Europa plötzlich zum Massenartikel wurde.

Es ist nicht ganz einfach, die Merkmale in der Literatur der Renaissance im Allgemeinen zusammenzufassen – vielmehr lässt sich bei den einzelnen Gattungen nochmal auf spezifische Merkmale eingehen und die Motive somit besser herausarbeiten.

Literatur in der Renaissance

Epik

In der Epik der Renaissance stand der Mensch im Vordergrund. Dadurch entstanden besonderes viele Volksbücher, wie zum Beispiel alte Geschichten, volkstümliche Sagen, märchenhafte Legenden, romantische Abenteuer und Schwänke (kurze erzählende Texte).

Mit Sicherheit sind Dir auch die Erzählungen über den Narren Till Eulenspiegel bekannt – diese entstanden in der Epik der Renaissance sowie weitere Narrenliteratur und Abenteuer-, Helden- und Ritterromane.

Die Epik konzentrierte sich allerdings nicht nur auf den Menschen, sondern übte auch zunehmend Kritik an der Kirche aus, da das Bild der Kirche aufgrund wissenschaftlicher Entwicklungen immer mehr infrage gestellt wurde.

Wusstest Du, dass während der Renaissance der Buchdruck erfunden wurde?
Mit der Erfindung des Buchdrucks ließen sich Bücher wahnsinnig schnell vervielfältigen. | Quelle: Unsplash

Lyrik

Das Mittelalter stach in der Lyrik dieser Epoche besonders hervor. Das Volkslied war eine beliebte Form, weil sie in ihren Grundzügen an die niedere Minne des Mittelalter erinnerte.

Es entstanden zudem sehr viele Kirchenlieder, von denen besonders Martin Luther zahlreiche in deutscher Sprache verfasste und so vielen Menschen in Deutschland den Zugang und eine Beteiligung am Gottesdienst ermöglichte. Viele Kirchenlieder waren nämlich zuvor in Latein verfasst worden.

Der Meistergesang bzw. das Meisterlied entwickelten und verbreiteten sich als lyrische Form in der Epoche. Die Inhalte waren biblisch und hatten einen belehrenden Charakter – der deutsche Dichter, Meistersinger und Dramatiker Hans Sachs soll über 4000 Meisterlieder verfasst haben.

In Frankreich entwickelte sich außerdem der Alexandriner mit seinen sechshebigen Jamben, welcher vor allem im Barock gerne von Martin Opitz verwendet wurde. In Deutschland spielt er daher eher einte untergeordnete Rolle in der Lyrik der Renaissance.

Übrigens spielte die Lyrik allerdings eine bedeutende Rolle in der Biedermeier Epoche und eine geringere jedoch in der Weimarer Klassik.

Dramatik

Einen großen Einfluss nahm die Dramatik in dieser Epoche. Auch hier wurde auf antike Formen zurückgegriffen und ganz im humanistischen Stil der Freiheit des einzelnen Menschen eine zentrale Rolle zugeschrieben.

Das Handeln des Individuums, bei dem der Mensch sich aufgrund seiner Vernunft von den Tieren unterschied, sowie das Schicksal den Einzelnen wurde in der Dramatik dargestellt.

Bei dieser Darstellung flossen psychologische Aspekte in das Schauspiel mit ein: So konnte die Freiheit des Menschen plötzlich für den Einzelnen bedrohlich werden und sich ins Negative verwandeln.

Im so genannten Fastnachtspiel übernahm der eigentliche Grundgedanke, die Bildung des Menschen, eine signifikante Rolle. Denn diese dramatische Form wollte den Menschen belehren, indem ernste Themen in einer Art Komödie verpackt wurden.

Kennst Du Dramen aus der Renaissance?
Das Drama spielte eine große Rolle in der Renaissance. | Quelle: Unsplash

Autoren und Werke

An dieser Stelle wollen wir Dir einen groben Überblick über die Vertreter der Renaissance geben und Dir jeweils 1 bis 2 Werke der Autoren nennen. Im Nachhinein kannst Du natürlich selbst entscheiden, welche Werke Dich vielleicht sogar so sehr interessieren, dass Du sie unbedingt selbst lesen möchtest.

  • Dante Alighieri
    • "Divina Commedia", auf Deutsch: "Göttliche Komödie"
  • Giovanni Boccaccio
    • "Il Filocolo"
  • Johannes Reuchlin
    • "Dunkelmännerbriefe
  • Sebastian Brant
    • "Das Narrenschiff"
  • Hermann Bote
    • "Thyl Ulenspiegel"
  • Erasmus von Rotterdam
    • "Das Lob der Torheit"
  • Ulrich von Hutten
    • "Gesprächsbüchlein"
  • Hans Sachs
    • "Lucretia"
    • "Das Kälberbrüten!
  • Jörg Wickram
    • "Rollwagenbüchlein"
  • William Shakespeare
    • "Romeo und Julia"
    • "Hamlet"
Interessieren Dich Werke der Renaissance?
Werke von Shakespeare werden Dir mit Sicherheit in der Schule begegnen. | Quelle: Unsplash

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Yeliz

Ich liebe das geschriebene Wort – es zu lesen, einfach selbst zu schreiben oder es als Gestaltungselement zu nutzen. Dazu gehört auch die Sprache: Reisen und andere Kulturen faszinieren mich.