Wie der Begriff "Postmoderne" schon vermuten lässt, folgte diese Epoche der Literaturszene nach der Epoche der Moderne.

Doch es ist nicht ganz so einfach, diese Epoche genau zu datieren und ein genauer Anfang der Epoche ist nicht eindeutig identifizierbar – deshalb spricht man davon, dass die Epoche ab 1989 begonnen hat und bis zur Gegenwartsliteratur andauerte.

In diesem Artikel wollen wir Dir zeigen, welche Merkmale die Postmoderne ausmachte und welche Autoren und Autorinnen sowie Werke für diese Epoche signifikant waren.

Dafür wollen wir uns zunächst einmal anschauen, welche gesellschaftlichen Veränderungen die Menschen damals beeinflussten.

Historischer Kontext und Merkmale der Postmoderne

1989 war endlich die Mauer gefallen, Deutschland wieder vereint und der Kalte Krieg zu Ende.

Dies führte dazu, dass sich unter den Menschen eine große Unsicherheit breit machte. Die bisherigen Ansichten, Ideologien und Werte galten als gescheitert und die Vertreter und Vertreterinnen der Postmoderne hatten somit freie Hand darüber, was sie schreiben wollten, aber auch die Person zu sein, die sie wollten.

Gleichzeitig hatten die Autoren und Autorinnen der Postmoderne das Gefühl, dass der Mensch keinen Platz mehr in der modernen Welt findet, weil er nicht so richtig weiß, nach welchen Lebensmodellen er sich richten soll. Bei so viel Vielschichtigkeit in der Welt fiel die klare Orientierung schwer.

Kennst Du Dich mit der deutschen Geschichte aus?
Am 9. November 1989 fiel in Deutschland endlich die Berliner Mauer. | Quelle: Unsplash

Vielleicht orientierten sich die Vertreter und Vertreterinnen der Postmoderne deshalb an literarischen Traditionen. Sie kombinierten ihre eigenen Kreationen mit bereits vorhandenen Texten.

Verweise auf historische Ereignisse oder Bezüge zu anderen literarischen Werken sind wesentliche Merkmale der Postmoderne. Dies nennt man Intertextualität. Es flossen zudem traditionelle Erzählstile, bekannte Motive oder sogar Zitate in die Werke mit ein.

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Die Protagonisten der literarischen Werke der Postmoderne waren oftmals Außenseiter. Die Leser und Leserinnen konnten sich selten mit der Hauptfigur identifizieren, da diese oft negative Charakterzüge aufweist, die sie im Laufe der Handlung nicht ändert.

Eine ironische Erzählweise ist ebenfalls ausschlaggebend für die Literatur der Postmoderne. Dies sollte dazu dienen, den Leser zu unterhalten.

Oft vermittelte der Erzähler in den Werken diese Ironie. Er greift bewusst in das Erzählen ein und steuert die Handlung, welcher er ironisch und distanziert gegenübersteht.

Generell waren die Autoren und Autorinnen sehr darauf bedacht, eine effektvolle Sprache in ihren Werken zu verwenden.  Die postmodernen Werke zeugen daher von vielen rhetorischen Mitteln und einer sehr ästhetischen und rhythmischen Sprache.

Auch das fragmentarische Erzählen ist charakteristisch für die Literatur der Postmoderne. Das bedeutet, dass das Erzählen nicht linear verläuft, sondern in Teilen erzählt wird und immer wieder Zeitsprünge, Zeitdehnungen oder Zeitraffungen auftauchen. Dieser Effekt führt dazu, dass sich der Leser oder die Leserin die Handlung selbst rekonstruieren muss.

Hast Du bereits postmoderne Werke gelesen?
Die Autoren und Autorinnen der Postmoderne legten viel Wert auf eine effektvolle Sprache. | Quelle: Unsplash

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Literatur in der Postmoderne

Da der Roman die beliebteste Erzählform in der Postmoderne war, stellt die Epik somit die wichtigste Gattung dieser Epoche dar.

Die Romane hatten in ihrer Handlung oft erfundene oder historische Figuren und verbanden das Reale mit Fiktion. Dabei wurden die Geschichten sehr spannend erzählt und spielten, wie bereits unter den Merkmalen erwähnt, oft auf andere Werke an.

Doch auch lyrische Werke entstanden in der Postmoderne, in der die Autoren und Autorinnen von der bereits beschädigten Welt schrieben. Auch Skepsis gegenüber der Technik wurde zum Thema innerhalb der Lyrik. Die Technik wurde als Bedrohung für den Menschen gesehen.

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Autoren und Werke

Im Folgenden wollen wir Dir einen Überblick über die Autoren geben, die die Postmoderne besonders prägten:

  • Günter Grass
    "Die Rättin"
  • Elfriede Jelinek:
    "Lust"
  • Sten Nadolny:
    "Die Entdeckung der Langsamkeit"
  • Botho Strauß:
    "Paare, Passanten"
  • Patrick Süskind:
    "Das Parfum"
  • Christoph Ransmayr:
    "Die letzte Welt"
    "Die Schrecken des Eises und der Finsternis"
  • Umberto Eco:
    "Der Name der Rose"

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Kennst Du Patrick Süskinds Bestseller?
In Patrick Süskinds "Das Parfum" geht es tatsächlich um Gerüche, doch in ganz anderer Art und Weise. | Quelle: Unsplash

Die Postmoderne im Überblick

  • Die Zeit der Postmoderne war von Unsicherheit geprägt. Die Menschen wussten nicht so richtig, wo ihr Platz in dieser Welt war und ob es überhaupt für sie einen Platz gab.
  • Die Autoren und Autorinnen orientierten sich an literarischen Traditionen und verwiesen innerhalb ihrer Texte auf bereits existierende Werke. Dies nennt man Intertextualität.
  • Die Protagonisten der literarischen Werke der Postmoderne waren oftmals Außenseiter mit negativen Charakterzügen.
  • Eine ironische Erzählweise und effektvolle Sprache waren charakterisierend für die Werke der Postmoderne.
  • Nicht lineares, sondern fragmentarisches Erzählen ist ein wesentliches Merkmal der Postmoderne. Der Leser oder die Leserin muss sich die Handlung teilweise selbst rekonstruieren.
  • Die Epik war die wichtigste Gattung der Epoche.
  • Bekannte Autoren sind Günter Grass und Patrick Süskind.

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Yeliz

Ich liebe das geschriebene Wort – es zu lesen, einfach selbst zu schreiben oder es als Gestaltungselement zu nutzen. Dazu gehört auch die Sprache: Reisen und andere Kulturen faszinieren mich.