Privatunterricht Sprachen Nachhilfe Musik Sport Kunst & Freizeit
Teilen

Die Geschichte des Kochkurs

Von Florence, veröffentlicht am 20/10/2018 Blog > Kunst & Freizeit > Kochen > Die historische Entwicklung der Kochschule

Lange Zeit wurden das Kochen durch Bücher und durch die Überlieferung von Generation zu Generation beigebracht.

In Frankreich hat der Berufsstand der Köche angefangen sich im 19 Jhdt. professionell zu strukturieren. Das ist der Anfang der Kochausbildungen, der kulinarischen Ateliers und der Gastronomie-Wettbewerbe.

In Deutschland wiederum wurde das Kochen lange mehr als Notwendigkeit gesehen. Man hat gekocht, um zu (über)leben und nicht um Wettbewerbe zu gewinnen.

Heute ist die Teilnahme an Kochkursen zu Verfeinerung der Kochfähigkeiten bei der Gesamtbevölkerung, sowohl in Frankreich als auch in Deutschland, längst angekommen. Sie liegt sogar im Trend!

Amateurköche können nun in die Haut von Sterneköchen schlüpfen und mit professioneller Hilfe Gerichte hervorzaubern, die in der Anrichtung, Originalität und im Geschmack auf höchstem Niveau sind.

Kochen wie ein Chef… das ist jetzt möglich geworden!

Im 19 Jhdt. fängt der französische Berufsstand der Köche an sich zu organisieren

1842 wurde die Gewerkschaft “ L’association des cuisiniers  français „, der Verband der französischen Köche, gegründet. Eines seiner Ziele war sich für die Anerkennung von Kochen als Kunst einzusetzen. So sind die ersten Kochschulen und französische Gastronomie Kurse entstanden.

1883 hat Charles Driessens eine Kochschule in Paris geöffnet. In dieser Kochschule haben auch Konferenzen und kulinarische Wettbewerbe stattgefunden. Viele große Namen der Kochgeschichte haben dort ehrenamtlich unterrichtet, wie z.B. Auguste Escoffier oder Victor Morin. Einziges Problem: Die Schule ist war nur für Männer.

Die Kochschule musste nach einem Jahr wegen finanzieller Schwierigkeiten ihre Türen wieder schließen. Die Kochkünste entwickeln sich damals in privaten Haushalten aber stetig weiter…

Die Entwicklung der Kochkurse ist in Frankreich zu verzeichnen. Die modernen Köche sehen ganz anders aus als noch vor 2 Jahrhunderten. | Quelle: Pexels

Diese Kochschule hat ebenfalls die außerordentliche Madame Bonabry besucht. Sie hat im Anschluß die kulinarische Hochschule École Normale de Cuisine in Freiburg gegründet. Sie war eine ganz große Vorreiterin!

1901 wird der Kochunterricht in die gängige schulische Ausbildung der Mädchen integriert, um aus ihnen gute Mütter und Ehefrauen zu machen. Die Perspektive ist natürlich eine ganz andere als bei den Kochkursen für ihre männlichen Gegenparts.

Der Anfang des 20. Jhdt. markiert in Frankreich den Moment, wo Hotelfachschulen gegründet wurden und somit der erste Baustein für eine Demokratisierung der Kochkurse gelegt wurde. Die Lebenskunst der Gastronomie wird nun allen zugänglich.

Fast 100 Jahre später, im Jahre 1990, gründet Paul Bocuse in Lyon die private Kochschule Ecully (Arts Culinaires d’Ecully). 2002 wird diese Schule das Institut Paul Bocuse, das heute als eine der besten Kochschulen weltweit gilt.

All diese Entwicklungen haben zu dem heutigen Stand geführt: Kochkurse für alle, Amateure eingeschlossen! Das Kochen wurde zur Kunst, zu einer häuslichen Praxis und dann wiederum zu einem Hobby, dem sich nun Frauen, Männer und sogar Kinder widmen (Kochkurse für Kinder gibt es immer mehr).

Entdecke hier die Kochkurse von Cyril Lignac in Paris!

Kochkurse für alle!

In Deutschland hat das Kochen lange nicht den gleichen Stellenwert wie in Frankreich gehabt. Kochen wurde als Notwendigkeit gesehen, und nicht als Kunst, die Wettbewerbe und Auszeichnungen verdient.

Das hat sich inzwischen natürlich verändert. Es werden immer mehr deutsche Restaurants mit Michelin Sternen, der höchsten kulinarischen Auszeichnung, belohnt. Insgesamt gibt es in Deutschland 258 1-Sterneköch/e/innen, 44 2-Sterneköch/e/innen und 11 3-Sterneköche. Eine schöne Leistung! Auffällig ist jedoch, das sich darunter insgesamt nur 9 Köchinnen befinden, unter den 3-Sterneköchen gibt es überhaupt keine Frau.

Das Kochen wurde ja tatsächlich lange auch als häusliche Tätigkeit gesehen, die zu den Pflichten der Mutter und Ehefrau gehört haben. Frauen haben Kochen an Mädchenschulen gelernt, wenn sie das Glück hatten überhaupt zur Schule gehen zu dürfen. Ansonsten wurde es natürlich von Mutter zu Tochter weitergegeben.

Es war Gang und Gebe als Hausfrau eine kleine private Rezeptesammlung zu haben. Inspirationsquellen waren Frauenmagazine und lange davor schon bestimme kulinarische Standardwerke.

Ein so ein Werk, das den Frauen dabei helfen sollte, ihre familiären Aufgaben zu erfüllen, war das Praktische Kochbuch von Henriette Davidis. Es wurde DAS Kochbuch des späten 19. und frühen 20. Jhdts.

Henriette Davidis war Hauswirtschaftslehrerin, Erzieherin und Gouvernante und hatte sich zum Ziel erklärt, ihre jungen Schülerinnen zu guten Haushälterinnen zu machen.

Hast Du Dich auch schon immer darüber gewundert, dass Deine Großmutter Dir nie genaue Mengenangaben zu ihren Rezepten geben konnte?

Das liegt an den Kochbüchern von damals! Darin waren noch viel mehr Techniken als heute enthalten, wie z.B. Pökeln, Einmachen, Fleisch Räuchern oder Essig Herstellung. Genaue Mengenangaben, Kochzeiten oder Temperaturangaben waren in deutschen Kochbüchern allerdings bis zum Ende des 19. Jh. absolut unüblich.

Momentan kommen übrigens einige alte Techniken wieder zum Vorschein. Man denke nur an den Fermentier-Trend ;-).

Koch im Paar macht Spaß! Kochen zu zweit für die schönen Stunden. | Quelle: Pexels

Heutzutage kochen Männer natürlich auch Zuhause für ihre Familie, sowie Frauen ja auch in professionellen Küchen zu finden sind. Das hat viel mit den neuen Geschlechterrollen, der Berufstätigkeit der Frauen, aber sicherlich auch mit dem neuen Image vom Kochen zu tun.

Kochen hat Stil, Fernsehköche sind inzwischen wahre Stars geworden, mit hohen Einschaltquoten, sie veröffentlichen Bestseller, öffnen eigene Kochschulen und engagieren sich gesellschaftlich, wie z.B. Sarah Wiener, die mit ihrer Stiftung Kindern gesunde Ernährung näher bringen will.

Kochen hat heute auch Romantikfaktor. So entdecken viele Pärchen den Spaß an gemeinsam besuchten Kochkursen, deren Techniken und Inspirationen sie dann gemeinsam für ein romantisches Dinner umsetzen können.

Wenn Du für einen ganz bestimmten Abend mit Freunden, Kollegen oder Deiner/m Liebsten etwas Tolles kochen möchtest, kannst Du bei Superprof einen Kochlehrer buchen, der Dir in kürzester Zeit dabei helfen wird Deine kulinarischen Projekte zu verwirklichen. Der Account ist kostenlos und Du hast Einblick in viele tausende Lehrerprofile. Schau es Dir mal an!

Die Entwicklung der deutschen Küche

 

Du hast einen Kochkurs belegt, und kennst nun das ABC der Saucen. Die große Frage, die sich Dir jetzt stellt ist: Was sollst Du kochen?

Die erste Antwort darauf ist natürlich: Was Dir und Deinen eventuellen Gästen schmeckt! Am Besten vielleicht irgend etwas Exotisches, Sushi, Pasta Amatriciana…oder ein feines französisches Gericht? Aber warum denn nicht eigentlich auch mal etwas deutsches…? Aber was ist eigentlich deutsch?

Die deutsche Küche hat sich im Laufe der Jahrhunderte viel gewandelt. Im Mittelalter wurde die Kost noch durch die Jahreszeiten bestimmt, was heute wieder zum Trend wird.

Im 15. Jahrhundert hat die Entdeckung Amerikas jedoch viele neue Lebensmittel auf den Tisch gebracht: Chili, Paprika, Mais, Bohnen, aber vor allem Tomaten und…Kartoffeln.

Wusstest Du, dass die Kartoffel am Anfang nur als Zierpflanze angebaut und verpönt wurde, weil sie als Arme-Leute-Essen angesehen wurde?

Die Kartoffel hat ihren Erfolg der Schlauheit von Friedrich II. zu verdanken. Er hat die Kartoffel selbst angebaut und seine Kartoffelfelder stark bewachen lassen. Sein Ziel, dass seine Untertanen neugierig werden und die Knollen stehlen und selber anbauen würden, hat er so im Null Komma Nichts erreicht.

Wenn man an die deutsche Küche denkt, kommt oft das Fleisch oder die Kartoffel in den Sinn, und zwei Nahrungsmittel, die ebenso wichtig in der deutschen Küche sind, werden oft vergessen: Brot und Milchprodukte.

Wer liebt den Döner nicht? Der Döner ist schon lange ein fester Bestandteil der deutschen Esskultur. | Quelle: Pixabay

Das Brot ist tatsächlich das vielfältigste Lebensmittel in Deutschland. Im deutschen Brotregister sind ca 3250 Brotsorten verzeichnet, und 2014 wurde die deutsche Brotkultur durch die nationale UNESCO-Kommission in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.

Was die Milchprodukte betrifft, ist Deutschland ebenfalls eines der reichsten Länder überhaupt, die Vielfalt an Käse und vor allem an Quark, Joghurt, Buttermilch und Dickmilch ist beeindruckend hoch.

Das Interessante ist, dass so wie die Entdeckung Amerikas die deutsche Küche bereichert hat, es später auch noch andere Erweiterungen gegeben hat. Im 20. Jahrhundert haben die Gastarbeiter-küchen aus Italien, Spanien, Griechenland und der Türkei die deutsche Küche maßgeblich beeinflusst.

So wurde die deutsche Esskultur auch von der Türkei beeinflusst, denn wer kennt nicht den Döner, den König des Fastfoods?

Ein anderes interessantes Beispiel sind Olivenöl, Knoblauch und Meeresfrüchte aus der italienischen Küche. Am Anfang haben es sich die Deutschen mit diesen Zutaten echt schwer gemacht. Inzwischen sind sie in fast jeder deutschen Küche angekommen und so hat sich die deutsche Esskultur schon wieder weiterentwickelt.

Man könnte natürlich noch viele andere „exotische“ Gerichte nennen, die hierzulande schon lange zu den Bestsellern gehören: Hähnchen süß-sauer, Gyros-Pfanne oder Paella… Allerdings darf man natürlich nicht vergessen, dass viele dieser Gerichte auch etwas „eingedeutscht“ wurden. Vor allem was die Würze angeht, sind die „deutschen“ Versionen dieser neuen Gericht oft etwas milder (oder fader, wie man es nimmt ;-).

Nach diesem kleinen historischen Exkurs sind wir wieder in der Gegenwart angekommen. Schauen wir sie uns gemeinsam an.

Die beliebtesten Rezepte der Deutschen

Was sind denn eigentlich die Leibspeisen der Deutschen? Deutsche Küche galt lange als fleischlastig und deftig. Auch heute sehen manche, wie z.B. der TV-Koch Tim Mälzer das so. Sauerkraut und am Besten noch einen Schweinebraten, das summiere in etwas die deutsche Küche.

Das stimmt aber nicht, es gibt große regionale kulinarische Unterschiede in Deutschland, und die Gerichte reichen dabei tatsächlich von Bodenständigem, wie der Currywurst, zu Raffinierterem, wie Maultaschen oder Spätzle.

LIebst auch Du Kartoffeln? Ewig ruft die Kartoffel. | Quelle: Visualhunt

Das größte deutsche Food-Magazin ESSEN+TRINKEN hat eigens forsa damit beauftragt eine Umfrage zu den Lieblingsgerichten der Deutschen zu machen. Wir haben uns das genauer angeschaut:

  • Platz 1: Die Kartoffel. 84 % der Befragten essen gerne oder sogar sehr gerne Bratkartoffeln.
  • Platz 2: Die Rinderroulade. 73 % der Befragten lieben dieses urtypische Gericht.
  • Platz 3: Kartoffelpuffer, bzw. Reibekuchen mit 72 %,
  • Platz 4: Frikadellen (auch Buletten oder Fleischpflanzerl) mit 69 %.

Interessant dabei ist, dass es recht große Unterschiede zwischen Norden, Süden, Osten und Westen, zwischen Männern und Frauen und auch zwischen den Generationen gibt.

Was die Deutschen am liebsten essen lässt sich also gar nicht so pauschal sagen!

Wie Du siehst, ist die deutsche Küche sehr vielfältig. Und da heute jeder Kochen lernen kann, in einem Kochkurs, Online oder durch Familie und Freunde, sind neuen Kreationen und Weiterentwicklungen keine Grenzen gesetzt. Viel Spaß!

Teilen

Wir freuen uns über Feedback von unseren Lesern
Enthält dieser Artikel die Informationen, nach denen Du gesucht hast?

Dieser Artikel war totaler Käse? Wirklich?Okay, beim nächsten Mal wird's besserNur Durchschnitt? Was fehlte Dir konkret?Danke Dir! Stelle verbliebene Fragen gerne untenWir freuen uns, dass wir Dir helfen konnten :) (Aktuell gibt es hierzu noch keine Bewertung)
Loading...

Einen Kommentar posten

avatar