Die koreanische Literatur hat eine lange Tradition und spannende Geschichte. Sie geht zurück ins 4. Jahrhundert, als koreanische Gelehrte Gedichte in der Tradition des klassischen Chinesisch schrieben. Obwohl Korea seit mehreren tausend Jahren eine eigene Sprache hat, gibt es ein Schriftsystem erst seit Mitte des 15. Jahrhunderts, als Hangul erfunden wurde.

Eine Reihe von Mönchen geht barfuss über einen Steinboden.Man sieht nur die nackten Füsse und das untere Ende ihres Gewands.
Mönche gehörten zu Koreas ersten Schriftstellern. | Unsplash
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Und los geht's

Eine kurze Geschichte der koreanischen Literatur

Die literarische Tradition in koreanischer Sprache ist ein spannender Teil der Geschichte Koreas: Sie beginnt in der Zeit des Vereinten Silla (668-935). Ab Mitte des 10. Jahrhunderts las jeder gebildete Koreaner die konfuzianischen Klassiker und chinesische Literatur.

Die koreanische Oberschicht war in einem besonderen Sinne zweisprachig: Sie sprachen Koreanisch, schrieben und lasen aber Chinesisch - auch noch lange nach der Erfindung von Hangeul.

Philosophischehistorischemedizinischegeographische und enzyklopädische Schriften, wurden ausschließlich in chinesischer Sprache verfasstAuch der größte Teil der Prosa nutzte Chinesisch, wie die damals beliebten Geschichtenund Anekdotensammlungen.

Erst unter der streng konfuzianisch orientierten Chosŏn-Dynastie (1392-1910) entstand eine eigenständige koreanische Literatur. Es gab verschiedene traditionelle poetische Formen, in erster Linie Gedichte, Legenden und Lieder. Darüber hinaus gab es geschichtliche Werke sowie philosophische Abhandlungen und die ersten Romane.

Als berühmtester Roman des vormodernen Korea gilt das »Ch'unhyang-chŏn« eines anonymen Autorseine Liebesgeschichtein der freie Partnerwahl und die Aufhebung der Klassenschranken thematisiert werden und die die sozialen Spannungen der späten Chosŏn-Periode widerspiegeltViel gelesen wurde auch das anonyme »Imjinnok«, die Geschichte des heldenhaften Kampfes gegen die japanische Invasion 1592.

Neben diesen populären Schriften einer - von den Gelehrten gering geschätzten - Volksliteratur entwickelte sich in der koreanischen Kultur auch eine höfische Memoirenliteratur in koreanischer Sprache

Als Korea mit dem Ausgang des 19Jahrhunderts in das politische Treiben der Großmächte einbezogen wurde und sich der Außenwelt öffnetebegann ein neues literarisches Zeitalterin dem die realistische Darstellung der Wirklichkeit in den Vordergrund trat und zunehmend auch die koreanische Umgangssprache in die Literatur verwendet wurde.

Als Koreas erster "moderner" Roman gilt "Mujong" ("Die Herzlosen") von Kwang-su Yi, aus dem Jahr 1917.

Heute gehört Südkorea zu den Ländern, die die weltweit mit die spannendsten Romane herausbringen. Koreanische Romane brechen häufig Genres, erforschen oft unberührte soziale und politische Themen und sprechen uns aus der Seele. 

Kennst Du die koreanischen Verhaltensweisen der Höflichkeit?

Eine Hand hält einen Stapel Bücher hoch.
Welche guten koreanischen Romane kennst Du? | Unsplash

10 tolle zeitgenössische koreanische Romane

Wenn Du nach guten koreanischen Romanen suchst, ist diese Liste der perfekte Ausgangspunkt. Viele der hier erwähnten koreanischen Autoren haben noch mehr sehr gute Bücher geschrieben, die Du Dir vornehmen kannst, sobald Du mit dieser Liste durch bist!

Entdecke auch koreanische Filme, koreanische Serien und die Geschichte der koreanischen Kunst!

"Kim Jiyoung, geboren 1982" von Cho Nam-joo

"Kim Jiyoung, Jahrgang 1982" ist ein Roman, der viel erreicht hat. Das Buch wurde in Südkorea über eine Million Mal verkauft, wurde zu einem erfolgreichen koreanischen Film verarbeitet und war ein großer Funke für die Brände der #metoo-Bewegung in Südkorea. Es handelt von Kim Jiyoung, die in einer kleinen Wohnung am Rande von Seoul lebt. Sie ist Mitte dreissig und hat erst kürzlich ihren Job aufgegeben, um sich um ihr Baby zu kümmern, so wie es der koreanischen Mentalität entsprechend von koreanischen Frauen erwartet wird. Bald zeigt sie seltsame Symptome: Ihre Persönlichkeit scheint sich aufzuspalten und sie schlüpft in die Rollen ihr bekannter Frauen. Als die Psychose sich verschlimmert, schickt ihr Ehemann sie zu einem Psychiater. Nüchtern erzählt eben dieser Psychiater Jiyoungs Leben nach, ein Leben bestimmt von Frustration und Unterwerfung. Ihr Verhalten wird von den männlichen Figuren um sie herum überwacht und beurteilt. In den Augen ihres Vaters ist es Jiyoung’s Schuld, wenn Männer sie belästigen; in den Augen ihres Mannes ist es Jiyoung’s Pflicht, ihre Karriere aufzugeben, um sich um ihn und ihr Kind zu kümmern. Der Roman zeigt das gewöhnliche Leben einer Frau in Korea (aber uns kommt auch vieles bekannt vor!). Ein wichtiges Buch!

"Love in the Big City" von Sang Young Park

Love in the Big City ist eine queere koreanische Liebesgeschichte; eine Geschichte von Hedonismus und Freundschaft; ein Buch über das Leben. Aufgeteilt in vier Akte, beginnt "Love in the Big City" mit Young an der Universität, wo er ein ereignisreiches Leben mit seiner besten Freundin und Mitbewohnerin Jaehee führt. Die beiden leben zusammen, feiern hart, haben viel Tinder-Sex und passen aufeinander auf. Aber irgendwann will Jaehee heiraten und erwachsen werden. Der zweite Akt untersucht Youngs Beziehung zu seiner Mutter in der Gegenwart und in der Vergangenheit. Der dritte Akt erzählt von Youngs Suche nach Liebe - er findet sie, wird von ihr enttäuscht und findet sie wieder. Und dabei stellt er sich immer wieder die Frage: Ist in diesem Land für einen wie mich überhaupt eine Zukunft vorgesehen? 

"Die Plotter" von Un-su Kim

"Die Plotter" gilt als Thriller, aber der Roman ist viel mehr als das. "Die Plotter" erzählt die Geschichte von Reseng, Elite-Killer von Beruf, seit ihn Old Raccoon als Kind bei sich aufnahm und ausbildete. Ihr geheimer Rückzugsort in Seoul ist eine Bibliothek voller alter Bücher. Die Geschichte lebt von ihren exzentrischen, aber bodenständigen Charakteren und ist subtil mit der Geschichte und Politik des modernen Koreas verbunden. Old Raccoon ist ein Plotter. Als Kopf der Organisation 'Library of Dogs' hat er seit Jahrzehnten alle politisch gewollten Exekutionen in Korea geplant. Doch als die Macht der Diktatur schwindet, gerät auch der Einfluss der Plotter ins Wanken - und eine neue Generation beginnt, ihr eigenes tödliches Netzwerk aufzuziehen. Die Kombination dieser wilden und wunderbaren Geschichte von Mördern, die von einer alten Bibliothek aus arbeiten, mit realen politischen Ereignissen ermöglicht einige denkwürdige Kommentare über die Natur des Faschismus, des Kriegsrechts, der Demokratie und sogar des Kapitalismus. Selbst Killer leiden unter politischen Veränderungen.

"Mein pochendes Leben" von Ae-ran Kim

"Mein pochendes Leben" erzählt die Geschichte von Areum, einem sechzehnjährigen Jungen mit einer degenerativen Krankheit. Er wird wahrscheinlich nicht mehr lange leben, da er die inneren Organe eines Mannes in den Achtzigern hat. Bevor er jedoch stirbt, hat Areum ein Geschenk, das er seinen Eltern machen möchte: Er will die Geschichte seiner Eltern von Anfang an aufschreiben und ihnen zu seinem siebzehnten Geburtstag schenken. Areums Eltern sind seit der Schulzeit zusammen und sie bekamen ihn, als sie erst sechzehn waren. Sie bildeten eine perfekte, liebevolle Familie. Dank seiner Eltern und ihrer Liebe hat Areum ein wunderbares Leben geführt. Dafür ist er dankbar und möchte ihnen ein letztes Geschenk machen, das die Schönheit ihrer Liebe und ihres gemeinsamen Lebens feiert. Seine Eltern haben ihm viele Geschichten aus ihrem eigenen Leben, ihren jungen Jahren und ihrer Beziehung erzählt, aus denen er sein Buch baut. Während er dieses letzte Geschenk zusammenstellt, ist er aufgrund von gesundheitlichen Problemen immer wieder im Krankenhaus. So traurig diese Geschichte auch ist, ist sie dennoch nicht deprimierend. Sie ist ein Fest der Liebe und des Lebens und der Familie. Sie lehrt uns, dankbar für diejenigen zu sein, die uns lieben.

Etwas mehr upbeat geht es im K-Pop und den koreanischen Idols zu.

"The Court Dancer" von Kyung-sook Shin

Basierend auf einer wahren Geschichte – spielt "The Court Dancer" in den letzten Jahren des 19. Jahrhunderts, als China, Russland und Japan Korea bedrohen, das zwischen ihnen gefangen ist. Es ist eine Liebesgeschichte und die Geschichte einer Frau, die ohne Familie aufwächst, an den Hof der Joseon-Dynastie kommt, von einem französischen Diplomaten umworben wird - und die ganze Zeit versucht, zu verstehen, wer sie ist und was sie von diesem Leben will, das nicht ihres ist.

"Weiße Nacht" von Bae Suah

Die 28-jährige Ayami ist Assistentin im einzigen Hörtheater von Seoul, nun wird es geschlossen. Ohne eine Ahnung zu haben, wie ihr Leben nun weitergehen soll, streift sie bis spät in die Nacht mit dem Theaterdirektor durch die Straßen der Stadt, sie suchen nach einer gemeinsamen verschollenen Freundin und sprechen über Lyrik, Teilzeitjobs und die Vergeblichkeit von Liebe... "Weiße Nacht" lässt uns in eine Welt eintauchen, die unter dem Sichtbaren liegt und in der Schönheit und Güte und Bosheit herrschen.

"Ich, b und Buch" von Kim Sagwa

In einer kleinen Stadt am Meer wird die Erzählerin, "Ich", eine Schülerin, gemobbt. Als sie sich auch noch mit "B", ihrer einzigen Freundin, zerstreitet, reisst sie aus. Zufällig begegnet ihr "Buch", ein Außenseiter, der permanent liest. Buch nimmt sie auf. Auch B kommt nach einer Familientragödie hinzu. Eine kurze schöne Zeit in einer "alternattiven Welt" beginnt. Mobbing, Armut, Entfremdung und eine düstere und unklare Zukunft Heranwachsender werden in diesem Coming-of-Age-Roman beleuchtet.

Ein Gang einer Bibliothek, Bücherregale auf beiden Seiten soweit das Auge reicht.
Mit koreanischer Literatur kann eine ganze Bibliothek gefüllt werden. | Unsplash

"Der Riss" von Hye-young Pyun

Kann das Leben einen so tiefen Riss bekommen, dass man durch ihn hinabstürzt und darin verschwindet? Ogi hat Schuld an dem Unfall, durch den seine Frau getötet wurde. Im Haus seiner Schwiegermutter vegetiert er nun schwer verletzt vor sich hin, terrorisiert von seinen Erinnerungen. Der andere Terror kommt in Form von Oghis Schwiegermutter, das einzige verbliebene Familienmitglied und nach dem Verlust ihrer Tochter wohl kaum eine emotional stabile Pflegerin... Mehr kann man nicht sagen, ohne zu spoilen. Ein hypnotisierender Roman von den Rissen, die Einsamkeit und Schuld im Leben hinterlassen können.

"Weiß" von Han Kang

Während eines Aufenthalts in einer Stadt in Europa, die weiss verschneit ist, überfällt die Erzählerin plötzlich die Erinnerung an ihre Schwester, die als Neugeborenes in den Armen der Mutter starb. Die Tragödie hat das Leben ihrer Familie bestimmt und die Erinnerung kommt in Bildern von Weiß wieder und wieder: das Weiß der Muttermilch, der Windel, der Haut des kleinen Mädchens. Der Roman ist eine zutiefst persönlichen Erinnerung, ein Buch über die Trauer und die Widerstandskraft des Menschen.

"Dämmerstunde" von Hwang Sok-yong

Am Rande von Seoul wächst Minu in einem Armutsviertel auf. Er kann studieren, arbeitet sich hoch und bringt es als Architekt mit eigener Baufirma zu Ansehen und Wohlstand. Eines Tages erhält er eine Nachricht von seiner Jugendliebe, die alte Erinnerungen wachruft. Als er den Ort seiner Kindheit aufsucht, findet er aber keine Spuren der Vergangenheit mehr. Seine Geschichte kreuzt sich mit der einer jungen Frau, Uhi, einer 28-jährigen Frau, die ihren Traum, sich als Theaterregisseurin zu behaupten, nicht aufgeben will, aber kaum über die Runden kommt. Diese beiden Charaktere haben scheinbar nichts gemeinsam. Aber dann kommt alles ganz anders

Wenn du nicht nur literarisch, sondern auch sinnlich in die koreanische Kultur eintauchen willst, haben wir hier Rezepte für koreanische Gerichte, die die buchstäblich einen Vorgeschmack auf deine nächste Korea-Reise geben. Und wenn du nicht kochen kannst, aber ein Gourmet bist, dann lies hier zur Geschichte der koreanischen Cuisine.

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Bertine

Ich bin studierte Ethnologin und Politikwissenschaftlerin, schreibe leidenschaftlich gerne und interessiere mich besonders für Sprachen, fremde Kulturen, Geschichte und Handwerk.