Wer schon einmal beim Schwimmen im Meer versehentlich einen Schluck Wasser geschluckt hat, kennt den Geschmack sofort: Meerwasser ist salzig. Doch wie kommt das Salz eigentlich ins Meer?

Der durchschnittliche Salzgehalt von Meerwasser beträgt etwa 35 Gramm Salz pro Liter (35 ‰ bzw. 3,5 %). Dieser Wert schwankt jedoch je nach Region deutlich: Während die Ostsee mit ca. 0,8 % relativ salzarm ist, erreicht das Rote Meer über 4 %. Der Salzgehalt beeinflusst dabei nicht nur den Geschmack des Wassers, sondern auch die Dichte von Meerwasser, Meeresströmungen und sogar das globale Klima.

Um diese Unterschiede zu verstehen, schauen wir uns zuerst an, was der Salzgehalt eigentlich genau angibt und woher das Salz im Ozean stammt.

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Und los geht's

Was bedeutet der Salzgehalt von Meerwasser?

Der Salzgehalt beschreibt, wie viele gelöste Salze sich in einer bestimmten Menge Wasser befinden. In der Meereskunde spricht man auch von Salinität.

Der durchschnittliche Salzgehalt der Weltmeere liegt bei etwa 35 ‰. Das Zeichen ‰ bedeutet „Promille“ und lässt sich ähnlich wie Prozent verstehen:

35 ‰ = 35 Teile Salz auf 1.000 Teile Meerwasser = etwa 3,5 %

Wissenschaftlich wird die Salinität heute meist als Masse angegeben. Ein typischer Wert von 35 entspricht dabei ungefähr 35 Gramm gelösten Salzen pro Kilogramm Meerwasser.

Dabei besteht Meersalz keineswegs nur aus dem Kochsalz, das du aus der Küche kennst. Im Meerwasser sind zahlreiche verschiedene elektrisch geladene Teilchen, sogenannte Ionen, gelöst.

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🧪 Welche Salze sind im Meerwasser enthalten?

Den größten Anteil bilden Chlorid- und Natriumionen. Verdunstet Meerwasser, entsteht daraus vor allem Natriumchlorid – also gewöhnliches Kochsalz.

Zusätzlich enthält Meerwasser unter anderem Magnesium, Sulfat, Calcium und Kalium.

Doch wie gelangen all diese Stoffe überhaupt in die Ozeane?

Warum ist Meerwasser salzig?

Dass Meerwasser salzig ist, hat vor allem mit einem sehr langsamen Kreislauf aus Verwitterung, Transport und geologischen Prozessen zu tun. Das Salz sammelt sich dabei nicht plötzlich an, sondern gelangt über Millionen von Jahren nach und nach in die Ozeane.

Regen löst Mineralien aus Gesteinen

Regenwasser enthält kleine Mengen gelösten Kohlendioxids und ist dadurch leicht sauer. Wenn es über Böden und Gesteine fließt oder in sie einsickert, kann es winzige Mengen verschiedener Mineralstoffe herauslösen.

Vereinfacht läuft der Weg so ab:

Regen → Verwitterung → gelöste Mineralien → Bäche und Flüsse → Meer

Die gelösten Stoffe gelangen zunächst in Bäche und Flüsse und werden schließlich bis in die Ozeane transportiert. Dort bleiben viele dieser Ionen über sehr lange Zeiträume im Wasser.

Du kannst dir Flüsse also wie langsame Lieferbänder vorstellen: Jeder einzelne bringt nur kleine Mengen gelöster Mineralsalze mit, doch zusammen transportieren die Flüsse der Erde ständig neue Stoffe ins Meer.

Auch der Meeresboden liefert gelöste Stoffe

Das Salz der Ozeane stammt allerdings nicht ausschließlich von den Kontinenten. Auch am Meeresboden finden chemische Prozesse statt, die den Salzhaushalt beeinflussen.

Eine hydrothermale Quelle.
Hydrothermale Quellen und vulkanische Prozesse bringen auch Mineralien ins Wasser. | Credits: Ocean Observatories Initiative

An sogenannten hydrothermalen Quellen dringt Meerwasser beispielsweise in Risse der Erdkruste ein, wird dort stark erhitzt und reagiert mit dem umgebenden Gestein. Dabei werden Stoffe ausgetauscht und anschließend wieder ins Meer abgegeben.

Auch vulkanische Prozesse und die Wechselwirkung von Meerwasser mit Gesteinen am Meeresboden tragen dazu bei. Wie salzig unsere Ozeane heute sind, ist deshalb das Ergebnis vieler Prozesse, die über enorme Zeiträume miteinander zusammenwirken.

Warum wird das Meer nicht immer salziger?

Wenn Flüsse ständig neue gelöste Mineralstoffe ins Meer transportieren, könnte man vermuten, dass die Ozeane immer salziger werden. Tatsächlich bleibt ihr durchschnittlicher Salzgehalt über sehr lange geologische Zeiträume jedoch erstaunlich stabil.

Der Grund: Salze gelangen nicht nur ins Meer, sondern werden ihm auch wieder entzogen.

Bestimmte Ionen werden beispielsweise in neue Minerale und Sedimente eingebaut. Meerwasser kann außerdem in den Poren von Ablagerungen am Meeresboden eingeschlossen werden.

Ein Korallenriff.
Korallen und andere Organismen bauen Mineralien in ihre Biomasse ein. | Credits: NEOM

Auch Lebewesen spielen eine Rolle: Muscheln, Korallen und andere Organismen nutzen beispielsweise Calcium, um ihre Kalkschalen und Skelette aufzubauen. Sterben sie ab, können diese Stoffe schließlich als Sedimente am Meeresboden landen.

Trocknen ganze Meeresgebiete über lange Zeiträume aus, bleibt das Salz ebenfalls zurück und kann mächtige Salzablagerungen bilden.

So entsteht ein langfristiger Salzhaushalt ausQuellen und Senken: Während Verwitterung, Flüsse und Prozesse am Meeresboden neue Stoffe liefern, werden an anderer Stelle Salze wieder gebunden und aus dem Meerwasser entfernt.

Warum ist der Salzgehalt der Meere unterschiedlich?

Wusstest du, das nicht jeder Ozean gleich salzig ist? Obwohl die Weltmeere miteinander verbunden sind, ist ihr Salzgehalt erstaunlich unterschiedlich. Der Wert wird nämlich dadurch bestimmt, wie viel Wasser verdunstet und wie viel Süßwasser neu hinzukommt. Schauen wir uns das einmal genauer an:

Verdunstung erhöht den Salzgehalt

Wenn Meerwasser verdunstet, gelangt nur das Wasser als Wasserdampf in die Atmosphäre. Die darin gelösten Salze bleiben zurück.

Durch Verdunstung wird auch Meersalz für den Speisegebrauch gewonnen. | Credits: Gillian RD

Wasser verdunstet → Salz bleibt zurück → Salzkonzentration steigt

Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt in Regionen mit warmem, trockenem Klima, wenig Niederschlag und wenigen Flüssen. Ein gutes Beispiel ist das Rote Meer. Dort verdunstet viel Wasser, während vergleichsweise wenig Süßwasser nachgeliefert wird. Deshalb liegt der Salzgehalt deutlich über dem Durchschnitt der Weltmeere.

Hast du dich auch schonmal gefragt, wie Flut und Ebbe entstehen?

Süßwasser senkt den Salzgehalt

Umgekehrt sinkt die Salinität, wenn große Mengen Süßwasser ins Meer gelangen. Niederschläge, Flüsse und Schmelzwasser verdünnen das vorhandene Salzwasser.

Genau das passiert beispielsweise in der Ostsee. Zahlreiche Flüsse münden in sie, die Verdunstung ist vergleichsweise gering und der Wasseraustausch mit der salzigeren Nordsee ist eingeschränkt. Dadurch ist die Ostsee deutlich salzärmer.

Auch Eis beeinflusst die Salinität: Schmilzt Eis, gelangt zusätzliches Süßwasser ins Meer und verdünnt es. Gefriert Meerwasser, wird dagegen ein großer Teil des Salzes nicht in das Eis eingebaut, sondern bleibt im umgebenden Wasser zurück. Dort kann der Salzgehalt deshalb ansteigen.

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Salzgehalt im Vergleich: Ostsee, Nordsee und Rotes Meer

Wie stark Klima, Flüsse und der Austausch mit anderen Meeren den Salzgehalt beeinflussen, zeigt der Vergleich verschiedener Gewässer besonders gut:

GewässerUngefährer SalzgehaltWarum?
Ostseeca. 0,8 % im Mittelviel Flusswasser, relativ geringe Verdunstung und eingeschränkter Austausch mit der Nordsee
Nordseeca. 3,5 %intensiver Austausch mit dem salzreichen Atlantik
Mittelmeerca. 3,7–3,9 %starke Verdunstung und vergleichsweise wenig Süßwasserzufuhr
Rotes Meerca. 4 % oder etwas mehrsehr hohe Verdunstung, wenig Niederschlag und kaum Flusswasser

Die Ostsee zum Beispiel besteht überwiegend aus Brackwasser, also Wasser mit einem Salzgehalt zwischen typischem Süß- und Meerwasser. Dabei ist selbst die Ostsee nicht überall gleich salzig.

Im westlichen Teil gelangt über die dänischen Meerengen noch relativ salzreiches Nordseewasser hinein. Richtung Osten und Norden nimmt der Einfluss dieses Wassers ab, während weiterhin große Mengen Süßwasser zufließen.

Deshalb ist der Salzgehalt beispielsweise im Finnischen und Bottnischen Meerbusen deutlich niedriger als in der westlichen Ostsee.

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🌊 Wie beeinflusst Salz die Dichte von Meerwasser?

🧂 Mehr Salz = höhere Dichte
Bei gleicher Temperatur ist salzreiches Meerwasser dichter als salzärmeres Wasser.

⚖️ Warum?
Die gelösten Salzteilchen erhöhen die Masse des Wassers. Ein Liter salzreiches Meerwasser ist deshalb schwerer als ein Liter weniger salzhaltiges Wasser bei gleicher Temperatur.
🏊
Das merkst du sogar beim Schwimmen:
In sehr salzhaltigem Wasser wirst du stärker getragen. Ein bekanntes Beispiel ist das Tote Meer – auch wenn es geografisch eigentlich ein Salzsee ist.

❄️ Auch die Temperatur spielt eine Rolle:
Kaltes Wasser ist bei gleichem Salzgehalt dichter als warmes Wasser.

🌍 Warum ist das wichtig?
Diese Dichteunterschiede helfen dabei, große Wassermassen in Bewegung zu setzen und tragen damit zur Entstehung von Meeresströmungen bei.

Also: Nicht die Lage allein entscheidet darüber, wie salzig ein Meer ist, sondern vor allem das Verhältnis zwischen Verdunstung, Süßwasserzufuhr und Wasseraustausch.

Wir erklären dir übrigens auch, wie es zu einem Tsunami kommt.

Warum ist der Salzgehalt für Meeresströmungen und Klima wichtig?

Gemeinsam mit der Temperatur beeinflusst die Salitinät eines Gewässers die Dichte des Wassers und damit auch die Bewegung großer Wassermassen in den Ozeanen.

Salzgehalt beeinflusst Tiefenströmungen

Kaltes und salzreiches Wasser besitzt eine besonders hohe Dichte und kann deshalb absinken. Weniger dichtes Wasser bleibt dagegen weiter oben. Dichteunterschiede wie diese tragen dazu bei, dass Wasser zwischen verschiedenen Tiefen und Meeresregionen ausgetauscht wird.

Dieser Zusammenhang wird als thermohaline Zirkulation bezeichnet:

thermo = Temperatur
halin = Salzgehalt

Diese Zirkulation ist ein wichtiger Bestandteil der großräumigen Ozeanzirkulation und verbindet Oberflächen- und Tiefenströmungen miteinander.

Verbindung zum Klima

Meeresströmungen bewegen nicht nur Wasser, sondern transportieren auch große Mengen Wärme. Dadurch beeinflussen sie, wie Wärme zwischen tropischen und kälteren Regionen verteilt wird und tragen so zum Klima verschiedener Regionen bei.

Ein bunter Salzsee.
Das Klima beeinflusst die Meere und andersherum. | Credits: Foto Micha

Ändert sich regional der Salzgehalt, z. B. durch stärkere Niederschläge, Verdunstung oder Schmelzwasser, verändert sich auch die Dichte des Meerwassers. Dadurch können sich Eigenschaften und Bewegungen bestimmter Wassermassen verändern.

Der Salzgehalt ist deshalb zusammen mit Temperatur und Druck eine wichtige Größe, wenn Forschende die Ozeanzirkulation und ihre Rolle im Klimasystem untersuchen.

Wie wirkt sich der Salzgehalt auf Tiere und Pflanzen aus?

Der Salzgehalt eines Gewässers bestimmt mit, welche Tiere und Pflanzen dort leben können. Viele Arten sind an einen bestimmten Bereich angepasst und müssen ihren Wasser- und Salzhaushalt ständig regulieren.

Meerestiere besitzen deshalb besondere Anpassungen, mit denen sie überschüssiges Salz ausscheiden oder Wasser im Körper halten können. Süßwasserarten stehen vor dem umgekehrten Problem.

Deshalb kann ein typischer Süßwasserfisch nicht einfach im Meer leben und die meisten Meeresfische würden in einem Süßwassersee ebenfalls nicht lange überleben.

Es gibt auch Übergangszonen, wie das Brackwasser in der Ostsee, in dem sich Süß- und Salzwasser vermischen. Dort leben sowohl Arten mit Ursprung im Meer als auch typische Süßwasserarten. Gleichzeitig kommen insgesamt weniger Arten mit diesen besonderen Bedingungen zurecht.

Verändert sich der Salzgehalt sehr schnell oder stark, kann das für Lebewesen zusätzlichen Stress bedeuten. Denn ihre Zellen müssen ständig ausgleichen, wie viel Wasser und Salz hinein- oder hinausgelangt.

Geht es noch salziger als das Meer?

Ja, manche Gewässer enthalten deutlich mehr Salz als die Ozeane. Besonders hohe Konzentrationen entstehen häufig in Seen, die keinen Abfluss besitzen.

Meerwasser und Meersalz treffen aufeinander.

Flüsse können dort Wasser und gelöste Mineralien hineintransportieren. Das Wasser kann den See anschließend jedoch vor allem durch Verdunstung wieder verlassen. Das Salz verdunstet nicht, sondern bleibt zurück und reichert sich immer weiter an.

Du hast bestimmt schonmal vom Toten Meer gehört. Trotz seines Namens ist es geografisch ein See und besitzt einen um ein Vielfaches höheren Salzgehalt als die Weltmeere. Auch der Große Salzsee im US-Bundesstaat Utah kann deutlich salziger als normales Meerwasser sein.

Entscheident dafür, wie salzig ein Gewässer wird, ist der Wasserhaushalt, also wie viel Wasser und Salz hinein- und wieder hinausgelangen.

Referenzen

  1. The development of the chlorinity/ salinity concept in oceanography. (1974). Elsevier.
  2. Salzgehalt der Ostsee | CMEMS. (n.d.). https://marine.copernicus.eu/de/access-data/ocean-visualisation-tools/baltic-sea-salinity
  3. AWie kommt das Salz ins Meer? - Nationalpark Wattenmeer. (2019, August 5). Nationalpark Wattenmeer. https://www.nationalpark-wattenmeer.de/wissensbeitrag/wie-kommt-das-salz-ins-meer/
  4. Lenz, D. (2023, October 31). Warum ist Meerwasser salzig? Forschung Und Wissen. https://www.forschung-und-wissen.de/magazin/warum-ist-meerwasser-salzig-13373845

Mit KI zusammenfassen:

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Lea

Ich liebe die Naturwissenschaften, meine große Leidenschaft ist das Meer. Das Schreiben und die Kreativität habe ich schon als Kind geliebt.