Drei, fünf oder doch sieben Weltmeere? Je nachdem, wo du nachschaust, begegnen dir tatsächlich unterschiedliche Zahlen.
Meist unterscheiden wir fünf Ozeane der Welt: Pazifischer Ozean, Atlantischer Ozean, Indischer Ozean, Südlicher Ozean (Antarktischer Ozean) und Arktischer Ozean. Diese fünf Weltmeere sind miteinander verbunden und bilden ein globales Wassersystem.
Zusammen mit ihren Nebenmeeren bedecken die Ozeane rund 71 % der Erdoberfläche, kein Wunder also, dass die Erde aus dem All wie ein „Blauer Planet“ aussieht.
Doch warum ist manchmal trotzdem von drei oder sogar sieben Weltmeeren die Rede?
Drei, fünf oder sieben Ozeane?
Wenn du unterschiedliche Angaben zur Zahl der Ozeane findest, bedeutet das nicht automatisch, dass eine davon falsch ist. Die Unterschiede entstehen vor allem dadurch, dass Menschen das zusammenhängende Weltmeer im Laufe der Zeit unterschiedlich eingeteilt haben.

Heute ist eine Einteilung in fünf Ozeane gebräuchlich. Dazu gehören der Pazifische, Atlantische, Indische, Südliche und Arktische Ozean. Zwischen ihnen gibt es allerdings keine festen Grenzen: Ihre Wassermassen gehen ineinander über und werden durch Meeresströmungen miteinander verbunden.
Die fünf Ozeane im Überblick
Trotz dieser Verbindung unterscheiden sich die fünf Ozeane deutlich in ihrer Größe, Lage und ihren natürlichen Bedingungen:
| Ozean | Größe | Lage | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| Pazifischer Ozean | größter | zwischen Asien/Australien und Amerika | größter und tiefster Ozean |
| Atlantischer Ozean | zweitgrößter | zwischen Amerika und Europa/Afrika | Mittelatlantischer Rücken |
| Indischer Ozean | drittgrößter | zwischen Afrika, Asien und Australien | liegt überwiegend auf der Südhalbkugel |
| Südlicher Ozean | viertgrößter | rund um die Antarktis | Antarktischer Zirkumpolarstrom |
| Arktischer Ozean | kleinster | rund um den Nordpol | große Gebiete zeitweise von Meereis bedeckt |
Warum liest man nun aber manchmal von drei oder auch sieben Weltmeeren?
🌊 5 Ozeane: Das ist die heute gebräuchliche geografische Einteilung.
3️⃣ 3 Ozeane: In einer vereinfachten älteren Einteilung unterscheidet man nur Pazifik, Atlantik und Indischen Ozean. Die Gewässer rund um Nord- und Südpol werden dabei diesen drei Ozeanen zugerechnet.
7️⃣ 7 Weltmeere: Dieser Ausdruck ist vor allem historisch und kulturell geprägt. Welche sieben Gewässer damit gemeint waren, änderte sich je nach Epoche und Region. Eine modernere Variante zählt beispielsweise Nord- und Südatlantik sowie Nord- und Südpazifik getrennt.
Hast du dich eigentlich auch schonmal gefragt, wie Ebbe und FLut entstehen?
Die fünf Ozeane der Erde
Jeder der fünf Ozeane besitzt seine eigenen Besonderheiten. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihrer Größe und Lage, sondern auch durch Wassertemperaturen, Strömungen, Meeresboden und Lebensräume.
Pazifischer Ozean
Der Pazifische Ozean, kurz Pazifik, ist mit Abstand der größte Ozean der Erde. Er erstreckt sich zwischen Asien und Australien im Westen sowie Nord- und Südamerika im Osten und bedeckt einen gewaltigen Teil der Erdoberfläche.
Doch der Pazifik hält noch einen weiteren Rekord: Hier befindet sich im Marianengraben die tiefste bekannte Stelle der Weltmeere. Das sogenannte Challengertief reicht ungefähr 10.994 Meter unter den Meeresspiegel.
Zum Vergleich: Würdest du den rund 8.849 Meter hohen Mount Everest dort versenken, läge selbst sein Gipfel noch mehr als zwei Kilometer unter Wasser.
Rund um den Pazifik verläuft außerdem der Pazifische Feuerring. An diesem Gürtel treffen zahlreiche Erdplatten aufeinander, weshalb dort besonders viele Erdbeben und Vulkane auftreten. Dadurch ist die Region auch für die Entstehung von Tsunamis von großer Bedeutung.
Zum Pazifik gehören außerdem Tausende Inseln und Inselgruppen, von Hawaii bis zu den Inselwelten Polynesiens und Melanesiens.
Im Pazifik lebt übrigens auch der Riesen-Pazifikkrake, die größte bekannte Krakenart der Welt. Er kann seine Hautfarbe und sogar ihre Struktur verändern, um sich an seine Umgebung anzupassen. An jedem seiner acht Arme sitzen zahlreiche Saugnäpfe, mit denen er seine Umgebung ertastet und chemische Reize wahrnimmt.
Atlantischer Ozean
Der Atlantische Ozean ist der zweitgrößte Ozean der Erde. Er liegt zwischen Nord- und Südamerika im Westen sowie Europa und Afrika im Osten und reicht von hohen nördlichen bis weit in südliche Breiten.
Mitten durch den Atlantik zieht sich der Mittelatlantische Rücken. Das ist ein riesiges untermeerisches Gebirge. Dort bewegen sich Erdplatten auseinander und neuer Ozeanboden entsteht.
Dieser Prozess hängt mit der Entstehung des Atlantiks zusammen: Als der Urkontinent Pangäa vor vielen Millionen Jahren auseinanderbrach, öffnete sich zwischen den Kontinenten nach und nach das Atlantikbecken.
Außerdem liegt mitten im Nordatlantik liegt die Sargassosee. Das ist einzige Meer der Erde, das keine Küste besitzt. Seine Grenzen werden ausschließlich von Meeresströmungen gebildet.
Große Matten aus schwimmendem Sargassum-Seetang dienen jungen Meeresschildkröten, Fischen und vielen anderen Tieren als Schutz und Lebensraum.
Ozean:
🌍 Ein Ozean ist eine der größten zusammenhängenden Wassermassen der Erde. Die fünf Ozeane bilden gemeinsam das Weltmeer.
Meer:
🏝️ Ein Meer ist meist kleiner als ein Ozean und häufig teilweise von Land umschlossen. Viele Meere sind sogenannte Nebenmeere eines Ozeans.
Auch für das Klima ist der Atlantik mitverantwortlich. Strömungssysteme wie Golfstrom und Nordatlantikstrom transportieren warmes Wasser nach Norden und tragen zur Wärmeverteilung bei.
Heute ist der Atlantik außerdem einer der wichtigsten Verkehrs- und Handelsräume der Erde. Zahlreiche Schifffahrtsrouten verbinden hier Europa, Afrika und Amerika miteinander.
Indischer Ozean
Der Indische Ozean ist der drittgrößte der fünf Weltmeere. Er liegt zwischen Afrika im Westen, Asien im Norden und Australien im Osten und befindet sich größtenteils auf der Südhalbkugel.
Viele Bereiche des Indischen Ozeans liegen in den Tropen und weisen entsprechend hohe Wassertemperaturen auf. Im nördlichen Teil beeinflussen die Monsunwinde nicht nur das Wetter an Land, sondern verändern je nach Jahreszeit auch die Richtung bestimmter Oberflächenströmungen.
Der Indische Ozean umfasst zahlreiche Inseln und Inselstaaten, darunter Madagaskar, die Malediven und die Seychellen.
Bekannt wurde die Region außerdem durch den schweren Tsunami vom Dezember 2004. Ein starkes Seebeben vor Sumatra löste damals Wellen aus, die zahlreiche Küsten rund um den Indischen Ozean erreichten.
Südlicher Ozean
Der Südliche Ozean, auch Antarktischer Ozean genannt, umschließt die Antarktis vollständig. Seine nördliche Grenze wird heute grundsätzlich entlang des 60. südlichen Breitengrades gezogen.

Damit unterscheidet er sich von den meisten anderen Ozeanen: Seine Grenze wird nicht hauptsächlich durch Kontinente bestimmt. Stattdessen bildet er einen zusammenhängenden Wasserring um die Antarktis und verbindet dabei den Atlantischen, Pazifischen und Indischen Ozean miteinander.
Typisch sind kaltes Wasser, starke Winde, Meereis und gewaltige Eisberge. Besonders wichtig ist der Antarktische Zirkumpolarstrom, der ohne eine große Landbarriere einmal rund um die Antarktis fließen kann. Er verbindet verschiedene Ozeanbecken und spielt eine bedeutende Rolle für die weltweite Ozeanzirkulation.
Dass der Südliche Ozean erst vergleichsweise spät als eigener Ozean klar abgegrenzt wurde, erklärt mit, warum du auf älteren Karten manchmal nur drei oder vier Ozeane findest.
Hier, im Südlichen Ozean lebt übrigens der Antarktische Krill. Die kleinen Krebstiere werden kaum länger als ein menschlicher Daumen, treten aber in gewaltigen Mengen auf.
Sie bilden eine der wichtigsten Grundlagen des antarktischen Nahrungsnetzes: Blauwale, andere Bartenwale, Robben, Pinguine und Seevögel sind auf Krill als Nahrung angewiesen.
Arktischer Ozean
Rund um den Nordpol liegt der Arktische Ozean. Er ist der kleinste der fünf Ozeane und wird von den Landmassen Nordamerikas, Europas und Asiens nahezu umschlossen.
Im Vergleich zu den anderen Weltmeeren ist er außerdem relativ flach. Große Bereiche seiner Oberfläche sind besonders im Winter von Meereis bedeckt, das sich im Jahresverlauf ausdehnt und wieder zurückzieht.
Über verschiedene Meeresstraßen steht der Arktische Ozean mit dem Atlantik und dem Pazifik in Verbindung. Trotz der extremen Bedingungen ist er Lebensraum zahlreicher speziell angepasster Arten.
Eigentlich gibt es nur einen großen Weltozean
Auf einer gewöhnlichen Weltkarte wirken Pazifik, Atlantik, Indischer, Südlicher und Arktischer Ozean wie voneinander getrennte blaue Flächen. In Wirklichkeit gibt es zwischen ihnen aber keine Mauern oder festen natürlichen Grenzen.
Viele der eingezeichneten Ozeangrenzen sind geografische Einteilungen, die wir Menschen festgelegt haben. Die Wassermassen selbst gehen ineinander über. Meeresströmungen transportieren Wasser über große Entfernungen und verbinden dadurch verschiedene Ozeanbecken miteinander.

Mit ihnen bewegen sich nicht nur Wärme und Salz, sondern auch Sauerstoff, Nährstoffe und Lebewesen durch das globale System. Leider können sich auf diese Weise auch Schadstoffe und Plastikmüll weit über ihren ursprünglichen Eintragsort hinaus verbreiten.
Deshalb sprechen Forschende häufig vom Weltmeer oder World Ocean. Gemeint ist damit die gesamte zusammenhängende Wassermasse der Erde.
Wenn du gedanklich die Perspektive einer Weltkarte umdrehst und nur das Wasser betrachtest, kannst du sehen: Die fünf Ozeane sind eigentlich Teile eines einzigen riesigen, miteinander verbundenen Systems.
Warum sind die Ozeane für die Erde so wichtig?
Die Ozeane bedecken den größten Teil unseres Planeten und beeinflussen zahlreiche Prozesse, ohne die die Erde völlig anders aussehen würde.
🌡️ Klima: Ozeane können enorme Mengen Wärme aufnehmen, speichern und durch Strömungen über den Planeten verteilen.
🌧️ Wasserkreislauf: Ein großer Teil des Wassers, das verdunstet und später als Regen oder Schnee auf die Erde zurückkehrt, stammt aus den Weltmeeren.
🌊 Meeresströmungen: Sie transportieren Wärme, Salz, Sauerstoff und Nährstoffe zwischen verschiedenen Regionen und Wassertiefen.
🐋 Lebensraum: Von winzigem Plankton bis zum Blauwal beherbergen die Ozeane eine riesige Vielfalt an Lebewesen und Ökosystemen.
💨 Sauerstoff: Phytoplankton und andere photosynthetisch aktive Meeresorganismen produzieren einen bedeutenden Anteil des Sauerstoffs, der weltweit durch Photosynthese entsteht.
🌍 Ein verbundenes System: Gezeiten, Meeresströmungen, Salzgehalt und Klima wirken nicht isoliert voneinander. Sie sind Teile desselben Weltozeans, der alle fünf Ozeane miteinander verbindet.
Referenzen
- Perspektivwechsel: Aus fünf mach eins - World Ocean Review. (2021, November 22). World Ocean Review. https://worldoceanreview.com/de/wor-7/unsere-ozeane-quelle-des-lebens/von-der-bedeutung-und-der-endlichkeit-der-meere/perspektivwechsel-aus-fuenf-mach-eins/
- Fragen und Antworten zum Thema Ozeanografie. (n.d.). ESKP. https://www.eskp.de/grundlagen/klimawandel/fragen-und-antworten-zum-thema-ozeanografie-935321/
- Hutchinson, S. (2010). Atlas der Ozeane.
- Winchester, S. (2014). Der Atlantik: Biographie eines Ozeans.
Mit KI zusammenfassen:










