Es gibt wohl kaum eine andere historische Gestalt des Mongolischen Reiches, die für so barbarische Grausamkeit und unstillbaren Blutdurst steht wie Dschingis Khan. Um den berüchtigten Anführer der mongolischen Reiterhorden ranken sich bis heute zahlreiche Legenden und Zerrbilder, von denen einige sicherlich überspitzt und übertrieben sein mögen. Doch eines ist sicher: Dschingis Khan war wohl der bekannteste und berüchtigste Khan unter dessen Herrschaft  die mongolischen Stämme auf dem Gebiet der heutigen zentralen und nördlichen Mongolei vereint wurden.

Blickt man auf die heutige Darstellung des einstigen Großkhan aller Mongolen merkt man, dass es sowohl positive wie auch negative Seiten an seiner Persönlichkeit gegeben haben muss! So kann aus der heutigen historischen Forschung belegt werden, dass der Begründer des Mongolischen Reiches größten Wert auf persönliche Treue und Loyalität gelegt hat. Respekt gegenüber seiner Person und seiner Gefolgschaft untereinander war ihm also ein besonderes Anliegen.

Doch es gab auch eine weniger blumige Seiten, die Du kennen solltest. Besonders die Völker, denen er Leid und Tod brachte, charakterisieren ihn beispielsweise als grausamen Schlächter. Doch brachte sein gewaltiges Reich seinen Bewohnern für eine lange Zeitspanne Sicherheit und Frieden. Wenn Du also mehr über den Großkhan erfahren möchtest, erfährst Du im Folgenden mehr!

Die Ursprünge des mongolischen Reiches

Der mongolischen Legende nach standen am Anfang des Stammbaums von Dschingis Khan ein Wolf und eine Hirschkuh, die sich nahe dem heiligen Berg Burchan Chaldun am Ufer des dort entspringenden Onon niederließen. Dieser Berg  ist Teil des - Chentii Gebirges, in dem auch die Flüsse Kerulen und Tuul entspringen und etwa 170 km vom heutigen Ulan Bator entfernt.

Dschingis Khan gehörte zum Stamm der Mongghol, die wiederum zum Klan der Borjigin und zum Unterklan der Qiyat gehörten . Er wurde etwa um 1162 geboren und war der älteste Sohn des Klanchef`s  Yesügai und seiner Frau Hoe`lun-Ujin ( Üdschin). Sein Vater gab ihm den Namen Temüdschin (  übersetzt: "der Schmied")  Prominenter Urgroßvater war der legendäre Mongolenfürst Qabul, bekannter als Kabul Khan, der um 1130–50 die mongolischen Stämme vorübergehend vereinigt hatte.

Geburtort Dschingis Khans`s -Quelle: Komoot Map by K.H.Rütten
Dschingis Khan wurde im Chentii Gebirge geboren | Quelle: Komoot Map by K.H.Rütten

Temüdschin galt in seiner Kindheit als ängstlich und schüchtern. Als der Mord an seinem Vater durch die Tataren verübt wurde, war Temüdschin 9 Jahre alt und konnte aufgrund seines Alters die rechtmäßige Nachfolge seines Vaters nicht antreten. Stattdessen wurde er, seine  Mutter,die drei Brüder und seine Schwester von der Sippe im Stich gelassen. Schutzlos ,beraubt, verschleppt und verarmt schlugen er und seine Familie sich durch.

Temüdschin wurde wegen seiner aristokratischen Abstammungen von den damaligen Mongolenfürsten als potentielle Gefahr angesehen. Trotz der ärmlichen Lebensumstände erlangte er Respekt durch seinen Mut und seine Tat-  und Widerstandskraft. Sein Charisma und seine Überzeugungskraft verhalfen ihm 1190 dazu, die mongolischen Sippen vereinigen zu können. Unter seiner Führung unterwarfen sie benachbarte Steppenvölker. Um absoluten Gehorsam seiner Krieger einzufordern, versprach er in den nächsten Kriegszügen reiche Beute.

1206 verlieh sich Dschingis den Titel des Obersten Khan aller Mongolen und machte sich von dieser Position des Alleinherrschers aus daran, die Welt zu erobern. Dieser spezifische Ehrgeiz war bisher im mongolischen Denken nicht vorhanden - und es wird angenommen, dass die Philosophie eines einzigen Herrschers aus der chinesischen Kultur stammt.

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Wann und wo war das mongolische Reich?

Zu Anfang seiner Herrschaft führte Dschingis Khan die Wehrpflicht ein. Er veränderte den Verhaltenscodex der Krieger untereinander und beendete die Vetternwirtschaft zur Erlangung wichtiger Posten innerhalb der Armee. Diese neue interne Allianz, aber auch militärisches Geschick, ausgefeilte Taktiken, hervorragende Generäle  ließen die Armee Dschingis Khans von Sieg zu Sieg eilen. 1201 gelang ihm ein Sieg über seinen Rivalen und ehemaligen Blutsbruder, Gurkhan Dschamucha. Später besiegte Temüdschin Kushluq, der mit den Kara -Kithai gegen ihn gekämpft hatte.

Im Jahre 1202 folgte der Sieg über die Merkiten im Norden. Nun fühlte Temüdschin sich stark genug einen Vergeltungsschlag gegen die Tataren im Osten zu führen und die Ermordung seines Vaters zu rächen. Mit brutaler Gewalt besiegte er vier Stämme der Tataren und  ließ den Großteil der Besiegten umbringen. 1203 schlug er die Keraiten, 1204 die Naimanen im Westen. Damit waren die letzten Hürden auf dem Weg zur uneingeschränkten Macht überwunden.

1206  berief Temüdschin den  Reichstag "Kurultai" ein  und in Gegenwart der anwesenden Schamanen und Stammesfürsten erfolgte die Ernennung zum  Dschingis Khan, Großkhan aller Mongolen. In der Folgezeit eroberte er weite Teile Zentralasiens und Nordchinas. 1209 folgte die Unterwerfung der Tanguten. Von 1211 bis 1215  belagerte Dschingis Khan das heutige Peking. 1215 nahmen die Mongolen Peking ein und  vertrieben die Herrscher   der Jin- Dynastie. Durch die Aufteilung seines Heeres wurden gleichzeitig Gebiete im Osten und Süden bis zur Halbinsel Shandong eingenommen. Auch die reichen muslimischen Reiche wie Kasachstan, Usbekistan, Iran, Afghanistan und die Türkei wurden in diesem Zeitraum erobert. 1218 unterwarf er Kara- Kithai, das letzte verbliebene Steppenreich. Selbst Korea musste 1219 Tribut zollen.

Dschingis Khan - Schlächter oder Innovator -Quelle:Visualhunt
Dschingis Khans` gewaltiges Reich brachte seinen Bewohnern für eine lange Zeitspanne Sicherheit und Frieden | Quelle:Visualhunt

1218 berief Dschingis Khan  die 2. Kurultai ein. Auf der Agenda standen die Ernennung seines dritt geborenen Sohnes Ögedei zu seinem Nachfolger  und die Legitimierung eines Vergeltungsschlages gegen das Choresmische Reich in Persien, die trotz Freundschaftsvertrag mongolische Reisende ermordet hatten. Von 1219 - 1221 wurde auch dieses Reich erobert und die Machthaber vertrieben. 1220 erfolgte die Gründung der späteren Hauptstadt Karakorum am Ufer des Orchon - eine strategisch, kulturell und ökonomisch wichtige Entscheidung Dschingis Khans`  1220 - 1223 eroberte er den Kaukasus und Südrussland und das Gebiet der heutigen Ukraine. Bei all diesen Eroberungen gingen die Mongolen besonders grausam vor.

1227 stirbt Dschingis Khan unter mysteriösen bis heute nicht geklärten Umständen. Seine Regierungszeit als erster Großkhan der Mongolen dauerte von 1206 bis 1227. Zum Zeitpunkt seines Todes  hatte das Reich eine Ausdehnung von 19 Millionen qkm

Ausdehnung des Reiches unter den Nachfolgern Dschingis Khans`

Während der Regierungszeit Ögödeis von 1228 bis 1241 dehnte sich das mongolische Herrschaftsgebiet weit über die von Dschingis Khan eroberten Gebiete aus. Es reichte in der Ost-West-Achse vom Gelben Meer über China und große Teile Russlands und des Balkans bis nach Ungarn, umfasste das Kaspische Meer und Persien und dehnte sich weiter bis nach Indien aus.

Unter dem Großkhan Möngke Khan wurden im Zeitraum zwischen 1252 bis 1255 weitere Gebiete hinzugewonnen. 1256 erfolgte eine Generaloffensive, die allerdings durch Möngkes unerwarteten Tod im Spätsommer 1259 gestoppt wurde.  Der Waffenstillstand mit der herrschenden chinesischen Song Dynastie wurde teuer erkauft.

Nach der Machtergreifung  durch Khublai Khan (1260 bis 1294 - Bruder von  Möngke Khan und Enkel des Dschingis Khans`)  wurde die mongolische Hauptstadt 1260 auf vormals chinesischen Boden verlegt. An einer neuen Generaloffensive 1267/1268 beteiligten sich neben Khublais eigenen Truppen auch Truppen des amtierenden Ilkhans. Ebenfalls unter Khubilai Khan kam es 1274 zu der ersten Japaninvasion. Insgesamt betrachtet waren diese Feldzüge erfolglos. Trotzdem wurde unter Khubilai Khan bis 1294 das größte zusammenhängende Landimperium, das jemals existierte, geschaffen.

Der Zenit der mongolischen Herrschaft stellte einen Wendepunkt und damit den Beginn des Unterganges des mongolischen Weltreiches dar. Das Imperium, nicht zuletzt durch innere Spannungen und Kriege zerüttet, wirkte sehr fragil. In China gründete Kublai Khan die Yuan Dynastie, die bis 1368 die Oberherrschaft über China ausübte. Die aufstrebende chinesische Ming  Dynastie vertrieb Kublai Khan und beendete dort seine Regentschaft. Zwar konnte Kublai  bis 1387 weiter im Norden regieren, dann fielen auch diese Gebiete an China zurück. Damit war die Ära der Yuan-Dynastie von den vier Teilreichen des Mongolischen Reiches die Kürzeste.

Mongolische Regierung und Macht

1206 beschloss der Reichstag die Gründung eines neuen Staates und bestimmt Dschingis Khan als  Herrscher und alleinigen Gesetzgeber. Die Regierung bildeten seine Mutter, Brüder und Söhne. Die Gründung der späteren Hauptstadt Karakorum am Ufer des Orchon war eine strategisch, kulturell und ökonomisch wichtige Entscheidung des Khans. Unter seinem Nachfolger wurde die Stadt mit einer Befestigungsanlage versehen.

Sein Sohn Ögedei schrieb die alten und aktuell erlassenen Gesetze in Form eines mongolischen Grundgesetzes, der Jassa, auf. (andere Quellen: die Jassa wurde von dem schreibkundigen, tatarischen Adoptivsohn Dschingis Khans` Schigiqutuquals verfasst). Diese Sammlung von  Geboten und Vorschriften regelte das Zusammenleben im neu gegründeten Mongolenreich und beendete die Willkürherrschaft der Stammesfürsten. So wurde eine wichtige Grundlage für ein geordnetes Staatswesen geschaffen.

Er etablierte  eine allgemeine Wehrpflicht. Tausendschaftsführer der Armee empfahlen sich für diese Posten  durch bedingungslosen Gehorsam und besondere Tapferkeit, und nicht durch Vetternwirtschaft. Der alte Stammesadel wurde weitgehend entmachtet. Unzuverlässige Stammesgruppen wurden aufgelöst. Verrat und Betrug wurden durch Disziplin und Treue ersetzt.

Neben einer gut organisierten und streng disziplinierten Armee, die ein zuverlässiges Machtmittel gegen die traditionelle Eigenständigkeit des Stammesadels darstellte, stellte der neue Großkhan auch eine eigene Leibgarde von ca. 10.000 Soldaten auf. Als Krieger rekrutierte er die Söhne oder Brüder von Stammesfürsten und Heerführern.  Diese Kämpfer dienten quasi als Faustpfand, um den unbedingten Gehorsam des Steppenadels sicherzustellen.

Dschingis Khan, war selbst Analphabet. Er erkannte aber die Bedeutung des Schriftwesens und ließ darum für die Verwaltung seines Reiches eine eigene Schrift entwickeln. So entstand aus dem Uighurischen abgeleitet die mongolische Schrift.

Was sind die Die Errungenschaften des Mongolischen Reiches?

Die Pax Mongolica oder mongolische Frieden war eine Friedensperiode, die der Kontinent nach den mongolischen Eroberungszügen genoss und  die kulturelle und politische Stabilität festigte. Mongolen verstärkten und stabilisierten die Sicherheit der Seidenstraße, der wichtigsten Handelsstraße der damaligen Zeit zwischen Ost und West, die sich von Peking über Shanghai bis  nach Anatolien erstreckte.Unter diesen günstigen Bedingungen florierte der Handel. Güter und Waren, aber auch Technologien, wichtige Ressourcen, chinesische Kultur wurden auf dieser berühmten Handelsroute bis nach Europa umgeschlagen.

Marco Polo berichtet über Ausweispapiere für Kaufleute an der Seidenstraße
Ausweispapiere und internationale Pässe gewährten den Kaufleuten Passage und Schutz | Quelle:Visualhunt

Dies belegen auch Berichte Marco Polo`s, der hier Handel trieb. Steuerbefreiungen wurden für Händler und Kaufleute gewährt, die diese Route nutzen wollten. Ausweispapiere und internationale Pässe gaben den Kaufleuten Schutz. Papiergeld wurde in Teilen des mongolischen Reiches  verwendet. Die Hauptstadt Karakorum war Symbol für die tolerante Haltung der Mongolen. Neuen Dingen sehr aufgeschlossen, wurde Karakorum nicht nur die Schaltzentrale der Reichsverwaltung und ein Zentrum des Handels und Kunsthandwerks, sondern auch zu einem Schmelztiegel unterschiedlicher Religionen, Kulturen und Völker. Architekten, Juweliere und Steinmetze wurden ermutigt, dort ihre Kunst zu zelebrieren.

Das mongolisches Grundgesetz, die Jassa, vereinheitlichte die unterschiedlichen Gesetze der Steppe und formulierte eine Sammlung von Geboten und Vorschriften, die das Zusammenleben im neu gegründeten Mongolenreich regeln sollten. Die Jassa nahm bemerkenswerterweise keine Umgestaltung gültiger Rechtsnormen bei den Mongolen vor. Sie spiegelte vielmehr auch die traditionell rigiden Moralvorstellungen von Dschingis Khan selbst und seinem Gefolge wider.

der Steigbügel Erfindung der Mongolen brachte strategische Vorteile im Kriegseinsatz
Die Pferde der Mongolen hatten Kriegseinsätze und wurden für den Post- und Informationsdienst eingesetzt | Quelle:Visualhunt

Militärische Innovationen wie der Steigbügel -  eine von den Mongolen entwickelte Technologie,  ermöglichte den mongolischen Kavalleristen auf ihren Pferden zu stehen. Spezielle Bögen (Composite Bogen) erzeugten eine hohe Beschleunigung des Pfeiles und damit eine große Reichweite und eminente Durchschlagskraft. Eine ausgefeilte  und bis dahin unbekannte Gefechtstaktik gehörte zum Repertoire der Feldherrn. Der neu entwickelte und später improvisierte schnelle Kurier- Information- und Postdienst, bekannt als Yam, konnte am Tag Nachrichten oder Waren über eine Distanz von 500 km übermitteln.

Wie ging das mongolische Reich unter?

Aufteilung des Reiches

Dschingis Khan  erklärte 1206 den Beginn des Reiches. Nach fünfzig Jahren unglaublicher Erfolge begann das politische System zu zersplittern. Während des Endes des dreizehnten Jahrhunderts zerbrach das Imperium langsam in vier Teile: die Goldene Horde, die Yuan-Dynastie, das Chagatai Khanate und das Ilkhanate. Bis 1294 waren diese unterschiedlichen Gruppierungen ziemlich stabil , obwohl die Tendenz zum Niedergang des Reiches seit Längerem sichtbar war.

1260 Aufteilung der mongolischen Weltreiches
1260 erfolgte die Aufteilung des mongolischen Weltreiches in vier Khanate | Quelle:Visualhunt

Bereits nach dem Tod des vierten Khan Möngke, der keine Erben hinterließ, brachen 1259 Streitigkeiten um die Nachfolge des Kaisers aus. Das Reich verstrickte sich in einen Bürgerkrieg. Nach dem toluiden Bürgerkrieg, der bis 1264 andauerte, und einer Reihe anderer Kriege zersplitterte das Reich in vier separate Einzeldynastien.Diese Systeme kämpften gegeneinander und lehnten sich aufgrund ihrer politischen Unabhängigkeit ab. Die Yuan  Dynastie existierte bis 1368, ehe sie von der chinesischen Ming Dynastie  (Vorläufer der Qing-Dynastie) abgelöst wurde. Der Ilkhanat existierte  bis 1375. Kriege mit  südrussischen Steppenvölkern, die den  Kaukasus zurückverlangten  wie auch Konflikte mit arabischen Herrschern, die ihre Gebiete im Kampf zurückeroberten schwächten das Ilkhanat bis zur völligen Auslöschung.  Die Chagatai Khanate brach 1687 zusammen und das, was übrig war, wurde vernichtend  durch das Britische Empire geschlagen. Die Goldene Horde zerfiel in zwei Teile, Krim und Kasachstan. 1783 bzw. 1874 und wurde sie  von der Armee des russischen Reiches geschlagen.

Nachdem man von einem nomadischen zu einem sesshaften Lebensstil übergegangen war, wurde angenommen, dass der Wechsel des politischen Systems letztendlich den Untergang der neuen mongolischen Dynastien zur Folge hatte. Die Goldene Horde pflegte den nomadischen Lebensstil im Gegensatz zu den übrigen 3 Teilreichen. Vielleicht ist das der Grund. dass dieses Reich am Längsten bestand.

Die Pest der schwarze Tod

Das hohe Tempo der transkontinentalen Ausbreitung der Pest, sobald China verlassen war, ist nicht nur ein schlagender Beweis für diese frühe Form der Globalisierung, sie sagt auch einiges über die Dichte und das Umschlagstempo der Handelsbeziehungen Mitte des 14. Jhdt.s aus - Ulrich Menzel, Die Ordnung der Welt

Es wird angenommen, dass die Pest große Teile der mongolischen Bevölkerung ausgelöscht hat und die Handelsroute der Seidenstraße als Infektionsroute diente.  Besonders stark war das Ilkhanat betroffen. Die bisher akzeptierte These von William McNeill besagt, dass der im Himmalaya endemische Pestbazillus über die mongolischen Eroberungen das zentral-asiatische Grasland erreichte. Die infizierten Flöhe konnten sich leicht an die Pferde und Menschen anheften und infizierten so vermutlich Rattenkolonien entlang der Handelszentren und Poststationen, zunächst in Richtung China.

Ab 1331 waren auch die Karawansereien entlang der Handelsrouten betroffen.1345 erkrankten die ersten Menschen in Sarai an der unteren Wolga und auf der Krim, beides im Reich der Goldenen Horde, einem Teilreich des späten Mongolischen Reiches. Im Jahr 1346 erkrankten erste Einwohner von Astrachan. Im selben Jahr erreichte die Krankheit die Grenzen des damaligen Europas. Über den Knotenpunkt Kaffa, wo die Pest 1346 auftauchte, erreichte sie Italien und hatte in den dicht bevölkerten Städten Oberitaliens,  Venedig und Genua, verheerende Folgen.

Wenn du mehr über die großen Reiche der Welt oder über das Römische Reich erfahren möchtest, schau dir den Rest unserer Serie an!

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Karl Heinz