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British Empire – Das Reich in dem die Sonne nie untergeht

Von Karl Heinz, veröffentlicht am 10/10/2019 Blog > Nachhilfe > Geschichte > Das britische Weltreich: Das größte Kolonialreich der Geschichte

Wenn wir an Engländer denken, fallen uns viele Dinge ein. Sie sind exzentrisch aber auch höflich, trinken warmes Bier, stehen in der Schlange meist bei Regen, haben den Schirm in der Hand und den Bowler auf dem Kopf. Der Humor ist anders und nicht nur der.

Zu kaum einem anderen Land fallen uns so viele Wahrzeichen ein wie zu England.  Trafalgar Square, Piccadilly Circus, Westminster, Tower Bridge und wir könnten die Aufzählung beliebig mit der Queen, den Beatles und Harry Potter………fortsetzen.

Die Einflüsse Englands sind weltweit sichtbar und hörbar, sei es die Architektur, das Verkehrswesen oder die Sprache. Aber wie konnte England so einflussreich werden und zum größten Weltreich der Welt aufsteigen? Willst Du darauf Antworten, benötigst  Du Informationen oder bist Du einfach nur interessiert, dann lies hier bitte weiter.

Das Britische Weltreich war das größte Kolonialreich der Geschichte.  1922, zu seiner größten Ausdehnung, entsprachen 458 Millionen Einwohnern und ca. 33,67 Millionen km² etwa einem Viertel der damaligen Weltbevölkerung und Fläche.

Aufstieg zum 1. Britischen Weltreich (1583–1783)

Die Grundlage zum Weltreich war die Ausdehnung der englischen Macht auf den britischen Inseln selbst. Erste Eroberungsbestrebungen fanden schon 1171 statt, indem man Teile Irlands besetzte.  1283 hatte man Wales, 1296 auch Schottland unter seine Regentschaft gebracht.

Seemacht England

Die Entdeckung Amerikas 1492 war Auslöser für mehr Engagement Englands im  See- und Kolonialhandel. In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts machten die Engländer Nägel mit Köpfen, was mit den Interessen der führenden Kolonialmacht Spanien kollidierte.

Es entwickelte sich ein Dauerkrieg auf den offenen Meeren, der Handels-, Religions- und Piratenkrieg zugleich war und schließlich auf Europa übergriff und mit Vernichtung der spanischen Armada (1588) gipfelte. Die Vorherrschaft auf den Meeren war ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum  British Empire.

1603 gelangte der schottische König James VI. auf den englischen Thron. Er nutzte den herrschenden Frieden, um  seine Aktivitäten auf die Errichtung eines Kolonialreichs zu  konzentrieren.

Auf dem Weg zur Seemacht |Quelle: Visualhunt Sieg der Engländer über die spanische Armada 1588 | Quelle: Visualhunt

Erste Kolonien und Niederlassungen

Das Zusammenwirken einzelner Abenteurer, Kaufleute und Entdecker und der staatlichen Politik der elisabethanischen Zeit legte die Grundlagen für die Entstehung des britischen Weltreiches. Was im 16. Jahrhundert mit den ersten Handelsgesellschaften, den Merchant Adventurers, erfolglos begann, wurde im 17. Jahrhundert erfolgreich wieder aufgenommen.

Die Ostindische, die Virginia und die Hudson’s Bay Company waren Handelskompanien, die mit Kapital und monopolistischen Privilegien ausgestattet wurden.  Zwischen 1600 und 1690 legten sie Stützpunkte und Handelsniederlassungen im Atlantik, in der Karibik und in Indien an.

Die wichtigsten und lukrativsten englischen Kolonien lagen zunächst in der Karibik. Importierte Sklaven produzierten auf Plantagen Zucker, den niederländische Schiffe für Europa kauften und Sklaven verkauften. Um den Profit zu maximieren erließ das englische Parlament im Jahr 1651 die Navigationsakte. Danach war es nur englischen Schiffen erlaubt Handel in englischen Kolonien zu treiben.

Besiedlung Nordamerikas

Die entstandenen Spannungen entluden sich in den Englisch-Niederländischen Seekriegen. England konnte seinen Einfluss in Amerika auf Kosten der Niederländer ausweiten. 1655 eroberten die Engländer Jamaika von den Spaniern und 1666 gelang die Kolonialisierung der Bahamas.

Gleichzeitig im frühen 17. Jahrhundert begann man mit der Besiedlung Nordamerikas.  Übervölkerung, wirtschaftliche Schwankungen und religiös-politische Konflikte  im eigenen Land führten zur Auswanderung von Puritanern, Katholiken und anderen Minderheitsgruppen.

Die ersten Siedlungskolonien in Nordamerika wurden gegründet. Zwischen 1607 und 1681 entstanden die Kolonien Virginia , Plymouth, Massachusetts, Maryland, Rhode Island, Carolina  und New York.

Um nicht vom Sklavenhandel ausgeschlossen zu sein, setzten sich die Engländer an der afrikanischen Westküste fest. Damit war auch für England das handelspolitisch wichtige Dreieck Europa-Afrika-Amerika mit der Gründung der South Sea Company 1711 geschlossen. Der Handelsstaat England mit seinen weltweiten Wirtschaftsinteressen begann sich abzuzeichnen.

Der Acte of Union von 1707 legte die Vereinigung Schottlands und Englands fest. Damit entstand das Königreich Großbritannien.

Auseinandersetzungen mit Frankreich

Während im 17. Jahrhundert Spanier, Portugiesen und Niederländer die Hauptrivalen englischer überseeischer Expansion waren, musste sich Großbritannien im 18. Jahrhundert vor allem mit Frankreich auseinandersetzen.

Der Frieden zwischen England und den Niederlanden im Jahr 1688 hatte zur Folge, dass beide Länder im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688–1697) verbündet waren. Allerdings konnte England einen großen Teil seiner militärischen Ausgaben auf den gleichzeitig stattfindenden King William’s War konzentrieren (1689–1697), der erste der Franzosen- und Indianerkriege auf nordamerikanischem Schauplatz.

Im Spanischen Erbfolgekrieg (1701-1713/14) sicherte sich Großbritannien mit dem Frieden von Utrecht mit Gibraltar nicht nur den Zugang zum Mittelmeer, sondern zwang Frankreich auch zum Verzicht seiner Rechte auf Neuschottland, Neufundland und die Gebiete um die Hudsonbai.

Ein paralleler Kriegsschauplatz zwischen Großbritannien und Frankreich war in Nordamerika der Queen Anne’s War. (1702–1713) der zweite der vier Franzosen- und Indianerkriege, in denen Frankreich und das Königreich Großbritannien in Nordamerika um die Kontrolle des Kontinents fochten

Im Siebenjährigen Krieg (1756-63) vollendete sich der Aufstieg Großbritanniens zur führenden Handels- und Seemacht. Frankreich mußte 1763 Kanada abtreten sowie das östliche Louisiana und einige der Westindischen Inseln. Von Spanien erhielt Großbritannien Florida, das aber 1783 wieder spanisch wurde

Aufstieg zum 2. Britischen Weltreich (1783–1815)

Auch in Indien wurde der französische Einfluss zurückgedrängt. Nach dem Sieg bei Plassey 1757 fiel Bengalen an die Ostindische Kompanie. Großbritannien brachte große Teile Indiens in seinen Besitz als Folge der erfolgreich geführten  Karnatischen- und Marathenkriege. Somit war Großbritannien nach dem Siebenjährigen Krieg die führende Kolonialmacht.

Abspaltung der 13 Kolonien

In den 1760er und 1770er Jahren verschlechterten sich die Beziehungen zwischen Großbritannien und den Dreizehn Kolonien. Hervorgerufen durch die merkantilistisch bestimmte Politik der Londoner Regierung, kam es  1775 zum  Ausbruch des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs und der Unabhängigkeitserklärung  von 1776.

Die Vereinigten Staaten  trennten sich vom britischen Empire und  fanden Im Frieden von Paris 1783 die völkerrechtliche Anerkennung.

Entscheidene Schlacht bei Yorktown im Unabhängigkeitskrieg Die Schlacht bei Yorktown 1781 bedeutet die Unabhängigkeit Amerikas | Quelle : Visualhunt

Diese Epoche wird von Historikern als Übergang zwischen dem ersten und dem zweiten Weltreich bezeichnet. Seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert konzentrierte sich die britische Kolonialpolitik auf die Sicherung des Seewegs nach Indien und den Erwerb weiterer Besitzungen in Afrika und Australien.

Ende der Sklaverei

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts geriet die britische Regierung  im Zuge der Antisklavenbewegung unter zunehmenden Druck. Das Parlament erließ 1807 Gesetze, den Slave Trade Act  und 1833 den Slavery Abolition Act,  die Sklaverei  und Sklavenhandel illegal machte.

Am 1. August 1834 erhielten sämtliche Sklaven im Empire die Freiheit- und. Englische Philanthropen schufen an der Westküste Afrikas einen Zufluchtsort für befreite Negersklaven. 1807 wurde Sierra Leone als britische Kolonie eingegliedert.

Erfolgreiche Expansionspolitik

Im Britisch-Französischen Kolonialkonflikt ging es Napoleon Bonaparte nicht nur um eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen Staaten, sondern auch um unterschiedliche Ideologien. Die Royal Navy errang 1805 in der Schlacht von Trafalgar einen entscheidenden Sieg über die französisch-spanische Flotte.

Großer Nutznießer der folgenden Friedensverträge war wieder mal Großbritannien. Die im Wiener Kongress ausgehandelten Bedingungen verpflichteten Frankreich die Ionischen Inseln, Malta, die Seychellen, Mauritius, St. Lucia und Tobago abzutreten.

Von Spanien erhielten die Briten Trinidad, von den Niederlanden Guayana und die Kapkolonie. Im Gegenzug gaben die Briten Territorien an Frankreich und die Niederlande zurück.

Großbritanniens „Imperiales Jahrhundert“ (1815–1914)

Die britische Asienpolitik im 19. Jahrhundert war hauptsächlich auf die Absicherung und Ausdehnung der Herrschaft in Indien ausgerichtet. Die Britische Ostindien-Kompanie trieb die Expansion des Empire in Asien voran.

Zwischen 1799 und 1826 gingen die Expansionsbestrebungen weiter, indem die Franzosen aus Ägypten vertrieben und Java, Singapur und Malakka  sowie Burma erfolgreich erobert wurden.

Es folgten die  Indiengesetze, die die Ostindische Kompanie entmachteten. Die britische Regierung übernahm die direkte Herrschaft über Britisch-Indien und ein ernannter Generalgouverneur im Range eines Vizekönigs verwaltete die Kronkolonie. Die Ostindien-Kompanie wurde 1873 aufgelöst. Königin Victoria wurde kurz danach zur Kaiserin von Indien gekrönt.

Seit 1718 deportierten die Briten zahlreiche Kriminelle nach Amerika. Neues Ziel war nach der Unabhängigkeit Amerikas Australien. Die erste Siedlung war in Sydney Cove, woraus die spätere Millionenstadt Sydney entstand.

1769 nahm Cook die Nordinsel Neuseelands in Besitz. In den Neuseelandkriegen (1845–1872) konnten die Briten ihre Herrschaft über ganz Neuseeland durchsetzen.

Wettlauf um Afrika

Die Niederländische Ostindien-Kompanie hatte 1652 an der Südspitze Afrikas die Kapkolonie gegründet. Großbritannien besetzte die Kolonie 1795, um sie 1806 formell zu annektieren. Im Zweiten Burenkrieg zwischen  1899 –1902 erfolgten weitere erfolgreiche Expansionen mit der Eroberung  der Südafrikanischen Republik und dem Oranje-Freistaat.

1869 wurde in Ägypten der unter französischer Leitung errichtete Sueskanal eröffnet, 1875 erwarb die britische Regierung für vier Millionen Pfund 44% der Anteile, weil sie den strategischen Wert des Kanals erkannten.

Ein ausgehandelter Vertrag mit den Franzosen trat 1904 in Kraft und machte den Kanal zu einem neutralen Territorium. De facto übten die Briten aber bis 1954 die Kontrolle aus.

1874 zwangen die Briten dem Aschantireich den Vertrag von Fomena auf. Die Gebiete an der Küste wurden in die britische Kolonie Goldküste eingegliedert.

Als die Aktivitäten Frankreichs, Belgiens und Portugals im Mündungsbereich des Kongo die Gefahr eines Krieges heraufbeschworen, beschlossen die europäischen Kolonialmächte bei der Kongokonferenz in Berlin (1884/85) Regeln für die Aufteilung Afrikas.

Die Faschoda-Krise von 1898 zwischen  Großbritannien und Frankreich stellte den Höhepunkt der imperialistischen Rivalität beider Mächte während des Wettlaufs um Afrika dar. Der Rückzug der französischen Truppen und der Sudanvertrag machten 1899 die Konstituierung eines anglo-ägyptisches Kondominiums für den Sudan möglich.

Die British South Africa Company, deren Vorsitzender Rhodes war, annektierte 1888 die nach ihm Rhodesien benannten Territorien. Einem ununterbrochenen, von Kapstadt nach Kairo reichenden britischen Herrschaftsgebiet stand jedoch die Kolonie Deutsch-Ostafrika im Wege.

In der Regel genügte es Großbritannien, der damals mit großem Abstand führenden Industrie- und Handelsmacht, durch seine wirtschaftliche und finanzielle Überlegenheit seine Interessen zur Geltung zu bringen.

Dies gelang in China, Argentinien und Siam, die auch „informelles Empire“ genannt wurden. Die britische Politik stand seit der Jahrhundertmitte im Zeichen des Freihandels.

Neuordnung der Kolonien

Gleichzeitig entwickelten sich im britischen Weltreich auch neue Organisationsformen. Um ein Auseinanderdriften des Weltreichs zu vermeiden, hielt man das Prinzip der Selbstregierung, zunächst in den Siedlungskolonien für angebracht.

1839 berichtete Lord Durham über die Lage in Britisch-Nordamerika und schlug die Vereinigung und Selbstverwaltung von Oberkanada und Niederkanada vor, als Reaktion auf die niedergeschlagenen Rebellionen von 1867.

Viele Gebiete erhielten zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen ähnlichen Grad an Selbstbestimmung zugesprochen. Diesen Status erhielten die australischen Kolonien 1901 durch Zusammenschluss zu einem Bundesstaat und Neuseeland und Neufundland sechs Jahre später.

1907 wurde der Begriff Dominion für diese Gebiete offiziell eingeführt. 1910 erhielt auch die Südafrikanische Union diesen Status. Ebenfalls in dieser Zeit kam der Begriff des »British Commonwealth of Nations« auf.

Folgen des 1. Weltkrieges

Mit der nun erreichten größten Ausdehnung des Weltreichs gingen allerdings erhebliche Integrationsprobleme einher. Der Unabhängigkeitsdrang der Dominions hatte sich im Ersten Weltkrieg verstärkt, sodass sie bei Abschluss der Friedensverträge von 1919 als eigene Völkerrechtssubjekte auftraten und anschließend Mitglieder des Völkerbundes wurden.

Die Irish Republican Army führte einen Guerillakrieg gegen die britischen Besatzer im Irischen Unabhängigkeitskrieg 1921, der mit einer Pattsituation endete. Durch die Unterzeichnung des Anglo-Irischen Vertrages erlangte Irland den Status eines Freistaates.

Eine ähnliche Auseinandersetzung begann 1919 in Britisch-Indien, als mit dem Government of India Act die Forderungen nach Unabhängigkeit nicht erfüllt wurden. Mit dem Rowlatt Act versuchte man die Sicherheitsbestimmungen zu verschärfen. Dies hatte vor allem im Punjab Ausschreitungen zur Folge, die im April 1919 im Massaker von Amritsar gipfelten.

Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten. Mahatma Gandhi

Der Aufstand der Inder in Amritsar | Quelle: Pixabay Massaker vom 13. April 1919 in Amritsar | Quelle: Pixabay

1922 erhielt Ägypten unter der Herrschaft der Muhammad Ali-Dynastie nach einem Volksaufstand seine Unabhängigkeit und wurde Königreich. Großbritannien erhielt das Recht weiterhin die Zone um den Sueskanal zu verteidigten

Auf Druck Irlands und Südafrikas genehmigte die Reichskonferenz den Balfour-Bericht von 1926 . Sie erklärte die Dominions zu „autonomen Gemeinschaften innerhalb des Britischen Empire“, die dem Vereinigten Königreich gleichgestellt, mit diesem im Commonwealth of Nations aber lose verbunden waren.

Die Parlamente Kanadas, Neuseelands, der Südafrikanischen Union, des Irischen Freistaates und Neufundlands waren nun gesetzgeberisch völlig unabhängig. Der Irische Freistaat distanzierte sich 1937 durch die Annahme einer neuen Verfassung weiter von Großbritannien.

Die Dekolonisation  (1945–1997)

Folgen des 2. Weltkrieges

Der 2. Weltkrieg brachte keine Festigung des britischen Commonwealth, obwohl die Dominions die englischen Kriegsanstrengungen nach Kräften unterstützten. Der Kontinent, der die Welt mehrere Jahrhunderte lang dominiert hatte, lag buchstäblich in Trümmern. Die Weltmächte USA und Sowjetunion hatten ihren Machtbereich enorm ausdehnen können.

Die Labour-Regierung (seit 1945) trug der Tatsache Rechnung und setzte die vor dem Krieg begonnene Dekolonialisierung mit der Entlassung Indiens in die Unabhängigkeit (1948) entschieden fort. Allerdings unter Teilung des indischen Subkontinents in die Indische Union und Pakistan.

Die britische Regierung erklärte 1947 den Rückzug ihrer Truppen und überließ damit den Vereinten Nationen die Lösung der Problematik. Es folgte der Palästinakrieg, der die einseitige Proklamation des Staates Israel zur Folge hatte.

Der Prozess der Entkolonialisierung im britischen Weltreich verlief überwiegend gewaltfrei, mit Ausnahme der Malaiischen Halbinsel und  Kenia. Die Mehrzahl der in Asien, Afrika, Ozeanien und Amerika unabhängig gewordenen Kolonien nahm den Dominionstatus an und blieb Mitglied des Commonwealth of Nations.

Die Staaten Birma, Irland , die Südafrikanische Union und Pakistan verließen die Gemeinschaft zwischen 1948 und 1972.

Die britischen Kolonien im Pazifik wurden zwischen 1970 (Fidschi) und 1980 (Vanuatu) in die Unabhängigkeit entlassen.

im Zeitraum von 1960 bis 1980 waren die Unabhängigkeitsbestrebungen einiger Inselstaaten erfolgreich.  Auf Zypern  und  Malta folgten die karibischen Inselstaaten Jamaika, Trinidad & Tobago, Barbados, Guyana und kleinere Kolonien in die Unabhängigkeit. Britisch-Honduras erhielt 1964 das Recht zur Selbstverwaltung, benannte sich 1973 in Belize um.

Ende des Weltreichs Großbritannien

Offensichtlich wurde der Abstieg Großbritanniens von einer Weltmacht zu einer Macht zweiter Ordnung  während der Suezkrise 1956.  Großbritannien und Frankreich wollten nach der Verstaatlichung der Suezkanalgesellschaft durch Ägypten militärisch intervenieren, mussten sich jedoch dem Druck der USA und der UdSSR beugen.

Mit der Orientierung Großbritanniens nach Europa ging ein verstärkter Rückzug aus der weltpolitischen Verantwortung einher was die Regierungserklärung  von 1971 bestärkte.

1979 konnte Großbritannien auf der Londoner Rhodesien Konferenz die Unabhängigkeit Rhodesiens durchsetzen, dass sich in  Simbabwe umbenannte. Ein Abkommen mit China legte die Rückgabe der britischen Kronkolonie Hongkong für 1997 fest. Prinz Charles, bezeichnete die Übergabezeremonie Hongkongs am 30. Juni 1997 als das „Ende des Empire“

Großbritannien übt außerhalb der Britischen Inseln die Souveränität über 14 Gebiete aus, die seit 2002 als Britische Überseegebiete bezeichnet werden. Die meisten ehemaligen britischen Kolonien sind Mitglied des Commonwealth of Nations.

 Vermächtnis Großbritanniens

Jahrzehnte-, in manchen Fällen jahrhundertelange britische Herrschaft und Auswanderung haben in den Staaten, die aus dem Britischen Weltreich entstanden sind, ihre Spuren hinterlassen.

Leider berücksichtigten die politischen Grenzen nicht die ethnischen Unterschiede und führten zu Konflikten zwischen den europäischen Minderheiten und den indigenen Mehrheiten.

Auch religiöse Aspekte wurden bei der britischen Besiedlung Irlands vernachlässigt und hatten in Nordirland eine tiefe Kluft zwischen indigenen Katholiken und eingewanderten Protestanten zur Folge.

Politischer, religiöser und kultureller Einfluss des britischen Weltreichs

Die englische Sprache ist die Hauptsprache von über 300 Millionen Menschen und die Zweitsprache von mehr als 400 Millionen.

Das englische parlamentarische Westminster-System und die englische Rechtsprechung dienten vielen ehemaligen Kolonien als Vorbild bei der Gestaltung ihres Staatswesens.

Protestantische britische Missionare verbreiteten die anglikanische Konfession in alle Kontinente.

Beispiele britischer Kolonialarchitektur wie Straßen- und Stadtplanung, Kirchen, Bahnhöfe und Regierungsgebäude prägen bis heute Städte, die einst Teil des Empires waren.

Großbritannien entwickelte Ballspiele – Fußball, Cricket, Rugby, Tennis und Golf – haben sich über die ganze Welt verbreitet.

Einige Länder haben das britische Maßsystem und den Linksverkehr beibehalten.

 

 

 

 

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