Wenn wir an England denken, fallen uns sofort viele Bilder ein: Trafalgar Square, die Tower Bridge, Westminster oder die Queen. Auch Sprache, Architektur und selbst der Humor der Briten haben weltweit Spuren hinterlassen. Doch wie konnte ein vergleichsweise kleines Inselreich einen so großen Einfluss auf die Welt gewinnen?
Das Britische Weltreich (British Empire) war das größte Kolonialreich der Geschichte. Aber wie gelang Großbritannien dieser Aufstieg zur Weltmacht? Welche politischen, wirtschaftlichen und militärischen Faktoren spielten eine Rolle und warum zerfiel das Empire schließlich wieder? Genau diesen Fragen gehen wir im Folgenden nach.
Was war das Britische Weltreich?
Das Britische Weltreich bezeichnet das Herrschaftsgebiet des Vereinigten Königreichs vom 16. bis ins 20. Jahrhundert. Aus ersten Handelsstützpunkten und Siedlungen entwickelte sich über mehrere Jahrhunderte hinweg das größte Kolonialreich der Geschichte.

Seine größte Ausdehnung erreichte das Empire im Jahr 1922.1 Zu diesem Zeitpunkt lebten rund 458 Millionen Menschen unter britischer Herrschaft, das war etwa ein Viertel der damaligen Weltbevölkerung! Mit rund 33,7 Millionen Quadratkilometern umfasste das Weltreich ebenfalls etwa ein Viertel der Landfläche der Erde. Nicht umsonst sprach man vom „Reich, in dem die Sonne nie untergeht“.
1588
Sieg über die Spanische Armada
Die englische Flotte besiegt Spanien und legt damit den Grundstein für Englands Aufstieg zur führenden Seemacht.
1600
Gründung der East India Company
Mit der Handelsgesellschaft beginnt der systematische Ausbau britischer Handelsstützpunkte in Asien.
1607
Gründung von Jamestown
In Virginia entsteht die erste dauerhafte englische Siedlung in Nordamerika.
1707
Act of Union
Das Königreich England und das Königreich Schottland vereinigten sich zum Königreich Großbritannien.
1757
Schlacht von Plassey
Der Sieg der Ostindien-Kompanie markiert den Beginn der britischen Vorherrschaft in Indien.
1763
Frieden von Paris
Nach dem Siebenjährigen Krieg wird Großbritannien zur führenden Kolonialmacht in Nordamerika und Indien.
1783
Unabhängigkeit der USA
Mit der Anerkennung der Vereinigten Staaten endet das Erste Britische Weltreich.
1788
Ankunft der First Fleet in Australien
Australien wird zunächst als Sträflingskolonie genutzt und später zu einer wichtigen Siedlerkolonie.
1807
Verbot des Sklavenhandels
Mit dem Slave Trade Act untersagt Großbritannien den transatlantischen Sklavenhandel im Empire.
1833/34
Abschaffung der Sklaverei
Der Slavery Abolition Act beendet die Sklaverei im Britischen Weltreich.
1858
Indien wird Kronkolonie
Nach dem Indischen Aufstand übernimmt die britische Krone direkt die Herrschaft über Indien.
1867
Kanada wird Dominion
Kanada erhält weitgehende Selbstverwaltung und wird Vorbild für weitere Dominions.
1914–1918
Erster Weltkrieg
Das Empire erreicht nach dem Krieg seine größte territoriale Ausdehnung.
1926/1931
Autonomie der Dominions
Der Balfour-Bericht und das Statut von Westminster machen die Dominions rechtlich gleichberechtigt.
1939-1945
Zweiter Weltkrieg
Großbritannien geht als Siegermacht hervor, ist wirtschaftlich jedoch stark geschwächt.
1947
Unabhängigkeit Indiens
Mit der Unabhängigkeit Indiens beginnt die Phase der beschleunigten Dekolonisation.
1956
Suezkrise
Die Krise zeigt deutlich den Verlust der britischen Weltmachtstellung.
1997
Rückgabe Hongkongs
Mit der Übergabe an China endet symbolisch das klassische Britische Empire.
Britische Gebiete lagen auf allen Kontinenten: von Nordamerika über Indien bis nach Afrika, Australien und zahlreiche Inselgruppen im Pazifik und in der Karibik.
Zum Empire gehörten unterschiedliche Formen von Kolonien. Es gab Kronkolonien, die direkt von London aus regiert wurden, Protektorate, die unter britischem „Schutz“ standen, sowie Dominions wie Kanada oder Australien, die sich zunehmend selbst verwalteten. Trotz dieser Unterschiede blieben alle Gebiete politisch oder wirtschaftlich an Großbritannien gebunden.
Grundlagen des Aufstiegs
Bevor Großbritannien zu einer globalen Macht wurde, festigte es zunächst seine Kontrolle auf den eigenen Inseln.
Expansion auf den Britischen Inseln
Bereits im Mittelalter gerieten Wales und später Irland zunehmend unter englischen Einfluss. Besonders Irland wurde über Jahrhunderte hinweg militärisch und politisch unterworfen.
Ein entscheidender Schritt folgte 1707 mit dem Act of Union: Das Königreich England und das Königreich Schottland vereinigten sich zum Königreich Großbritannien.2 Damit entstand ein politisch geeinter Staat mit gemeinsamer Regierung und stärkerer wirtschaftlicher Basis. Diese innere Stabilität bildete eine wichtige Voraussetzung für die spätere Expansion über Europa hinaus.
Seemacht und Konkurrenz mit Spanien
Im 16. Jahrhundert begann das sogenannte Entdeckungszeitalter. Spanien und Portugal dominierten zunächst die Weltmeere und errichteten große Kolonialreiche in Amerika. England wollte an diesem Reichtum teilhaben.

Ein Wendepunkt war das Jahr 1588: Die englische Flotte besiegte die spanische Armada.3 Dieser Sieg schwächte Spaniens Vormachtstellung und stärkte Englands Ruf als aufstrebende Seemacht. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Royal Navy zur wichtigsten militärischen Grundlage des Empire. Die Kontrolle der Seewege ermöglichte Handel, Kolonisierung und militärische Präsenz in Übersee.
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Das Erste Britische Weltreich (ca. 1583–1783)
Der Aufbau dieses ersten Weltreichs erfolgte nicht über Nacht, sondern begann mit Handel, privaten Unternehmen und wirtschaftlichen Interessen in Übersee.
Handelsgesellschaften und Kolonialwirtschaft
Der Ausbau des Empire begann häufig nicht direkt durch den Staat, sondern durch Handelsgesellschaften. Die East India Company (1600 gegründet), die Virginia Company oder die Hudson’s Bay Company erhielten königliche Handelsprivilegien und gründeten Stützpunkte in Asien und Nordamerika.
Diese Unternehmen betrieben Handel mit Gewürzen, Tee, Baumwolle, Pelzen und anderen Rohstoffen. Die sogenannten Navigationsakte regelten dabei, dass Waren möglichst über englische Schiffe transportiert wurden. Das war ein klarer wirtschaftlicher Vorteil für das Mutterland.
Sklavenhandel und Dreieckshandel
Ein dunkles Kapitel des ersten Empire war der transatlantische Sklavenhandel. Über die Royal African Company beteiligte sich England am sogenannten Dreieckshandel: Europäische Waren wurden nach Afrika gebracht, von dort versklavte Menschen nach Amerika transportiert und schließlich Rohstoffe wie Zucker oder Baumwolle nach Europa verschifft.

Dieser Handel brachte enorme Gewinne, verursachte jedoch unermessliches Leid und prägt die Geschichte bis heute.
Besiedlung Nordamerikas
1607 entstand dann mit Jamestown in Virginia die erste dauerhafte englische Siedlung in Nordamerika. In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich die sogenannten Dreizehn Kolonien entlang der Ostküste.
Die Siedler bauten Landwirtschaft und Handel aus, gerieten jedoch immer wieder in Konflikt mit indigenen Völkern, deren Lebensräume zunehmend verdrängt wurden.
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Rivalität mit Frankreich und der Siebenjährige Krieg
Im 18. Jahrhundert wurde Frankreich zum wichtigsten Konkurrenten Großbritanniens. Beide Mächte kämpften um Einfluss in Nordamerika, Indien und auf See. Der Siebenjährige Krieg (1756–1763) gilt als erster „Weltkrieg“ der Geschichte.
Mit dem Frieden von Paris 1763 sicherte sich Großbritannien große Gebiete in Nordamerika und Indien – ein Höhepunkt des ersten Empire.
Verlust der Dreizehn Kolonien
Doch der Erfolg währte nicht lange. Hohe Steuern und fehlende politische Mitbestimmung führten in den amerikanischen Kolonien zu Widerstand. 1775 begann der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg, 1783 erkannte Großbritannien die Unabhängigkeit der Vereinigten Staaten an.
Mit dem Verlust der Dreizehn Kolonien endete das Erste Britische Weltreich und gleichzeitig begann eine neue Phase der Expansion, die das Empire noch größer machen sollte.
Das Zweite Britische Weltreich (1783–1914)
Nach dem Verlust der Dreizehn Kolonien richtete Großbritannien seinen Blick verstärkt auf Asien, Afrika und den Pazifikraum. Diese Phase wird als Zweites Britisches Weltreich bezeichnet und sie machte das Empire größer und einflussreicher als je zuvor.
Ähnlich wie das British Empire war übrigens auch das Osmanische Reich ein sehr kulturell heterogenes und mächtiges Imperium, dessen Erbe bis heute spürbar ist. Erfahre hier mehr über die Geschichte des osmanischen Reiches!
Indien als Herzstück des Empire
Indien wurde zum wichtigsten Bestandteil des britischen Weltreichs. Die Grundlagen dafür wurden jedoch schon im 18. Jahrhundert gelegt: 1757 hatte die Schlacht von Plassey der Britischen Ostindien-Kompanie entscheidenden Einfluss in Bengalen verschafft.4 In den folgenden Jahrzehnten weitete die Kompanie ihre Kontrolle über große Teile des indischen Subkontinents aus.
🏴 Kronkolonie
Direkt von London aus regiert. Der Gouverneur wurde von der britischen Regierung eingesetzt. Beispiel: Indien (ab 1858), Hongkong.
🚢 Sträflingskolonie
Kolonie, in die verurteilte Straftäter deportiert wurden. Ziel war Bestrafung und gleichzeitige Besiedlung. Beispiel: Australien (ab 1788).
🌾 Siedlungskolonie
Gebiete, in denen sich viele britische Auswanderer dauerhaft niederließen. Oft mit eigener Verwaltung und wachsender Selbstständigkeit. Beispiele: Kanada, Australien, Neuseeland.
🛡️ Protektorat
Formell eigenständig, aber unter britischem „Schutz“. Außenpolitik und Militär wurden meist von Großbritannien kontrolliert. Beispiel: Ägypten.
👑 Dominion
Weitgehend selbstverwaltete Kolonie mit eigener Regierung, aber mit dem britischen Monarchen als Staatsoberhaupt. Beispiele: Kanada (ab 1867), Australien, Neuseeland.
🌍 Mandatsgebiet
Gebiete, die Großbritannien nach dem Ersten Weltkrieg vom Völkerbund zur Verwaltung erhielt (z. B. Palästina, Irak).
Nach dem sogenannten Indischen Aufstand von 1857 wurde die Herrschaft neu organisiert: 1858 übernahm die britische Krone direkt die Regierung. Indien wurde zur Kronkolonie. 1876 ließ sich Königin Victoria zur „Kaiserin von Indien“ krönen, das war ein symbolischer Höhepunkt imperialer Macht.
Australien und Neuseeland
Auch Australien spielte im zweiten Empire eine wichtige Rolle. 1788 erreichte die sogenannte First Fleet den Kontinent. Zunächst diente Australien als Sträflingskolonie, später entwickelte es sich zu einer Siedlergesellschaft mit wachsender Selbstverwaltung.
In Neuseeland begann die britische Besiedlung im 19. Jahrhundert. Dabei kam es zu Konflikten mit den indigenen Bevölkerungen: den Aborigines in Australien und den Māori in Neuseeland. Viele dieser Auseinandersetzungen hatten langfristige soziale und politische Folgen.
Ende der Sklaverei
Im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert geriet Großbritannien durch die Abolitionismus-Bewegung zunehmend unter politischen und gesellschaftlichen Druck. 1807 verbot das Parlament mit dem Slave Trade Act den transatlantischen Sklavenhandel im britischen Empire. Die Versklavung selbst war damit jedoch noch nicht beendet.
Erst der Slavery Abolition Act von 1833 leitete die Abschaffung der Sklaverei ein; ab dem 1. August 1834 wurden versklavte Menschen im Empire rechtlich frei (in vielen Kolonien folgten Übergangsregelungen bis 1838). Damit begann ein tiefgreifender Wandel, auch wenn die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Sklaverei in vielen Regionen noch lange nachwirkten.
Wettlauf um Afrika
Im 19. Jahrhundert beteiligte sich Großbritannien intensiv am „Wettlauf um Afrika“. Bereits die Kapkolonie im Süden Afrikas war strategisch wichtig. 1869 wurde der Suezkanal eröffnet, der den Seeweg nach Indien erheblich verkürzte und für das Empire von großer Bedeutung war.
Großbritannien geriet dabei in Konflikte mit anderen europäischen Mächten und auch mit Siedlergruppen, etwa in den Burenkriegen in Südafrika. Auf der Berliner Kongokonferenz 1884/85 wurde Afrika zwischen den europäischen Staaten aufgeteilt – oft ohne Rücksicht auf bestehende ethnische oder kulturelle Grenzen.
„Imperiales Jahrhundert“ und Pax Britannica
Das 19. Jahrhundert gilt oft als das „imperiale Jahrhundert“ Großbritanniens. In dieser Zeit sprach man von der Pax Britannica – einer Phase relativer Stabilität, in der Großbritannien durch seine starke Flotte die Seewege kontrollierte.
Freihandel und weltweite Handelsbeziehungen machten London zu einem Zentrum der Weltwirtschaft. Die Royal Navy sicherte die globale Seemacht, während britische Waren, Kapital und Ideen weltweit verbreitet wurden.
Die Weltkriege und der Wendepunkt
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stand das Empire scheinbar auf dem Höhepunkt seiner Macht – doch die kommenden Kriege sollten alles verändern.
Erster Weltkrieg und größte Ausdehnung
Der Erste Weltkrieg (1914–1918) stellte das Britische Weltreich vor enorme Herausforderungen. Soldaten aus Indien, Afrika, Australien und Kanada kämpften an der Seite Großbritanniens. Nach dem Krieg erhielt das Empire zusätzliche sogenannte Mandatsgebiete, unter anderem im Nahen Osten, die zuvor zum Osmanischen Reich gehört hatten.
In den Jahren 1919 beziehungsweise 1922 erreichte das Empire seine größte Ausdehnung. Es umfasste rund ein Viertel der Landfläche und der Weltbevölkerung. Doch hinter dieser beeindruckenden Größe zeigten sich bereits erste Risse: Nationale Bewegungen forderten mehr Mitbestimmung oder Unabhängigkeit.
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Zweiter Weltkrieg und Machtverlust
Der Zweite Weltkrieg (1939–1945) schwächte Großbritannien wirtschaftlich stark. Zwar gehörte es zu den Siegermächten, doch das Land war finanziell erschöpft. Gleichzeitig stiegen die USA und die Sowjetunion zu neuen Supermächten auf.

Ein symbolischer Wendepunkt war die Suezkrise 1956. Als Großbritannien gemeinsam mit Frankreich militärisch eingriff, um die Kontrolle über den Suezkanal zu sichern, musste es sich unter internationalem Druck zurückziehen.
Spätestens hier wurde deutlich: Die Zeit des britischen Weltreichs als dominierende Weltmacht war vorbei.
Vom Empire zur Staatengemeinschaft: Vorboten der Unabhängigkeit (1867–1931)
Schon lange vor der großen Dekolonisation nach 1945 begann sich das Empire zu verändern: Einige Gebiete erhielten schrittweise mehr Selbstverwaltung und wurden zu Dominions. Kanada wurde 1867 zum Dominion mit eigener Regierung, später folgten Australien, Neuseeland und Südafrika. Diese Länder blieben formal Teil des Empire, konnten aber immer mehr eigenständig entscheiden.
Nach dem Ersten Weltkrieg beschleunigten sich diese Entwicklungen: Der Balfour-Bericht von 1926 erkannte die Dominions als gleichberechtigte Gemeinschaft innerhalb des Empire an. Das Statut von Westminster (1931) bestätigte ihre Autonomie rechtlich, das war ein wichtiger Schritt hin zu einer lockereren Staatengemeinschaft.
It is hereby declared and enacted that the Parliament of a Dominion has full power to make laws having extra-territorial operation.
Es wird hiermit erklärt und erlassen, dass das Parlament eines Dominions die volle Befugnis hat, Gesetze mit exterritorialer Wirkung zu erlassen.
Auch Irland zeigte, wie stark Unabhängigkeitsbewegungen wurden: Nach dem Irischen Unabhängigkeitskrieg (1919–1921) entstand 1922 der Irische Freistaat, während Nordirland Teil des Vereinigten Königreichs blieb. Insgesamt wurde deutlich: Aus dem klassischen Kolonialreich wurde zunehmend ein System, das sich politisch nicht mehr dauerhaft zusammenhalten ließ.
Übrigens: Was man unter einem Weltreich versteht und welche Imperien in der Menschheitsgeschichte vorkamen, erfährst du in unserem Guide!
Die Dekolonisation (1945–1997)
Nach dem Zweiten Weltkrieg beschleunigte sich der Zerfall des Empire. Viele Kolonien strebten nach Selbstbestimmung und Unabhängigkeit.
Unabhängigkeit Indiens und Teilung
1947 wurde Indien unabhängig und das Herzstück des Empire ging verloren.5 Gleichzeitig wurde das Land in Indien und Pakistan geteilt, was zu massiven Spannungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen führte. Die Unabhängigkeit Indiens gilt als entscheidender Wendepunkt in der Geschichte des britischen Weltreichs.
Unabhängigkeit in Afrika und Asien
In den folgenden Jahrzehnten erlangten zahlreiche Länder in Afrika und Asien ihre Unabhängigkeit, darunter Ghana, Kenia oder Nigeria. 1960 sprach der britische Premierminister vom „Wind of Change“, der durch Afrika wehe – ein Bild für die wachsenden Unabhängigkeitsbewegungen.
Das Ende des Empire
Ein symbolisches Ende des klassischen Empire markierte die Rückgabe Hongkongs 1997 an China. Heute bestehen nur noch 14 britische Überseegebiete. Aus dem einstigen Weltreich ist eine lose Gemeinschaft unabhängiger Staaten geworden – das Commonwealth.
Das Vermächtnis des Britischen Weltreichs
Auch nach seinem Zerfall wirkt das Britische Weltreich bis heute nach: politisch, kulturell und gesellschaftlich.
Politischer und rechtlicher Einfluss
Viele ehemalige Kolonien übernahmen das sogenannte Westminster-System, also ein parlamentarisches Regierungssystem nach britischem Vorbild. Auch das Common Law, das britische Rechtssystem, prägt noch heute zahlreiche Staaten.
❓ Was ist das?
Eine freiwillige Staatengemeinschaft von heute 56 unabhängigen Ländern, die größtenteils aus dem ehemaligen Britischen Weltreich hervorgegangen sind.
🏛️ Sind das noch Kolonien?
Nein. Alle Mitglieder sind souveräne Staaten. Das Commonwealth ist kein Empire, sondern ein freiwilliger Zusammenschluss gleichberechtigter Länder.
👑 Welche Rolle spielt Großbritannien?
Der britische Monarch (aktuell König Charles III.) ist symbolisches Oberhaupt, allerdings ohne politische Macht über die Mitgliedstaaten.
Zu den Mitgliedern zählen unter anderem Kanada 🇨🇦, Australien 🇦🇺, Indien 🇮🇳 und Südafrika 🇿🇦.
An die Stelle des Empire trat das Commonwealth, eine freiwillige Gemeinschaft unabhängiger Länder mit historischen Verbindungen zu Großbritannien.
Sprache und Kultur
Die englische Sprache verbreitete sich durch das Empire weltweit und ist heute internationale Verkehrs- und Wirtschaftssprache. Auch kulturelle Einflüsse wie Sportarten – z. B. Fußball oder Cricket – sowie bestimmte Architektur- und Verwaltungstraditionen gehen auf die britische Kolonialzeit zurück.
Problematische Folgen
Gleichzeitig hinterließ das Empire tiefe Spuren. Künstlich gezogene Grenzen in Afrika oder im Nahen Osten führten zu langfristigen Konflikten.
Auch die Teilung Indiens in Indien und Pakistan wirkt bis heute nach. Hinzu kommen wirtschaftliche Ungleichheiten, die aus kolonialen Machtstrukturen entstanden.
Wenn du mehr über die großen Reiche der Welt oder über das Römische Reich erfahren möchtest, schau dir den Rest unserer Serie an!
Referenzen
- Nova, D. (2022, May 13). Die Entstehung des British Empire. Deutschlandfunk Nova. https://www.deutschlandfunknova.de/beitrag/rule-the-waves-das-british-empire
- Statute Law Database. (n.d.). Union with England Act 1707. https://www.legislation.gov.uk/aosp/1707/7
- Seekriege: Der Untergang der spanischen Armada - Bilder & Fotos - WELT. (2014, January 15). DIE WELT. https://www.welt.de/geschichte/gallery123886693/Der-Untergang-der-spanischen-Armada.html
- Seewald, B. (2022, June 30). Plassey 1757: Die Öffnung Indiens kostete nur 25 Briten das Leben. DIE WELT. https://www.welt.de/geschichte/kopf-des-tages/article239513231/Plassey-1757-Die-Oeffnung-Indiens-kostete-nur-25-Briten-das-Leben.html
- Bildung, B. F. P. (2024a, March 20). Vor 75 Jahren: Unabhängigkeit Indiens | Hintergrund aktuell | bpb.de. bpb.de. https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/511728/vor-75-jahren-unabhaengigkeit-indiens/
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