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Nachhilfe: Vorteile und Herausforderungen

Von Bertine, veröffentlicht am 12/10/2019 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Private Nachhilfe geben: Dienstleistung mit Herausforderungen

Ein chinesisches Sprichwort sagt:

“Wenn er nicht gestützt wird, kann der junge Baum leicht brechen.”

Genau das bedeutet es, über Superprof einen Nachhilfeschüler zu finden: Einen jungen Menschen zu unterstützen, seine Grundlagen zu festigen, seinen Horizont zu erweitern, damit er lernt, für sich selbst zu denken und in Zukunft alleine methodisch zu lernen.

Wie kannst Du als Nachhilfelehrer Privatstunden geben und auf diese Weise Geld verdienen? Viele stellen sich diese Frage während ihres Studiums.

Du kannst die helfende Hand sein! | Quelle: Pixabay

Haushaltsnahe Dienstleistungen – eine Zukunftsbranche?

In Deutschland boomt der Sektor der privaten Dienstleistung geradezu!

Immer mehr Menschen brauchen Hilfe im Alltag, alte Menschen, kranke Menschen, gestresste Menschen – und Schüler und Studenten mit Schwierigkeiten in der Schule oder an der Uni.

Der wachsende Konsum an haushaltsorientierten Dienstleistungen beruht insbesondere auf drei gesellschaftlichen Phänomenen:

  1. Dem steigenden Anteil älterer und alter Menschen, die bei der Organisation ihres täglichen Lebens Unterstützung brauchen und suchen;
  2. Der steigenden qualifizierten Erwerbstätigkeit von Frauen, die es sich zunehmend leisten können, für Familie und Haushalt professionelle Dienste in Anspruch zu nehmen.
  3. Der zunehmende Druck, in der Schule erfolgreich zu sein, um die Chancen auf einen Studienplatz zu erhöhen.

Der Privathaushalt entwickelt sich immer mehr zu einem Ort neuer Dienstleistungen für Privatlehrer, Haushaltshilfen, Tagesmütter, Altenbetreuern und Au-Pair-Mädchen.

Neun Prozent der deutschen Haushalte beschäftigen Haushaltshilfen. “Die Bruttowertschöpfung der in Privathaushalten beschäftigten Minijobber ist im Jahr 2016 auf über 757 Millionen Euro angestiegen und hat sich somit in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt“, erfährt man auf dem Blog der Minijob-Zentrale.

Dementsprechend spriessen auch immer neue Dienstleistungs-Unternehmen wie Pilze aus dem Boden.

Der Bereich der persönlichen Dienstleistungen umfasst 26 verschiedene Berufe im Zusammenhang mit der Unterstützung oder Begleitung von Menschen in ihrem täglichen Leben, darunter Kinderbetreuung, schulische Unterstützung, Instandhaltung von Haus und Garten oder die Betreuung älterer Menschen.

Das ist ein gefundenes Fressen für Anbieter, die wissen, dass eine potenziell stetig steigende Nachfrage besteht und das Angebot an Dienstleistungen dementsprechend angepasst werden muss.

Nur etwa 12 Prozent aller Haushalte nehmen Dienstleistungen im eigenen Haus legal in Anspruch, ein Großteil – fast 90 Prozent! – bezieht sie illegal.

Um diese weit verbreitete Art der Schwarzarbeit zu bekämpfen, hat der Gesetzgeber das Haushaltsscheckverfahren bei der Minijob-Zentrale eingeführt, mit dem haushaltsnahe Dienstleistungen vergütet werden können.

Damit hält sich der bürokratische und finanzielle Aufwand für Privathaushalte in Grenzen.

Das wissen immer mehr private Arbeitgeber zu schätzen! Laut der Minijob-Zentrale ist die Anzahl der angemeldeten Haushaltshilfen von 2006 bis 2016 von 130.000 auf mehr als 300.000 angestiegen!

Achte auf den kleinen Unterschied: Hausaufgabenbetreuung kann mit Haushaltsschecks vergütet werden, Nachhilfe ist aber eine Lehrtätigkeit und als solche keine haushaltsnahe Arbeit!

Auch Tagesmütter, Musiklehrer oder private Fitnesstrainer gelten nicht als haushaltsnahe Arbeitskräfte. In diesem Fall arbeitest Du freiberuflich und musst diese Tätigkeit dem Finanzamt melden, aber auch das ist mittlerweile ziemlich unkompliziert.

Welche Tätigkeiten unter das Haushaltsscheckverfahren fallen und welche nicht, erfährst Du hier.

Als Nachhilfelehrer hast Du auf Superprof keine Schwierigkeiten, Schüler zu finden. | Quelle: Superprof

Bezahlte Nachhilfe oder Hausaufgabenbetreuung ist für viele Kinder und Jugendliche eine wichtige Unterstützung. Eine Studie zeigt, dass im Jahr 2013 insgesamt 18 Prozent aller Schülerinnen und Schüler auf weiterführenden Schulen bezahlte Nachhilfe in Anspruch nahmen, in der Grundschule waren es sechs Prozent.

Im Zeitraum von 2009 bis 2013 gaben 47 Prozent der jeweils 17-jährigen Befragten an, zumindest einmal im Laufe ihrer Schulzeit Nachhilfe bekommen zu haben – rund 20 Prozent mehr als etwa fünfzehn Jahre zuvor. Auch Schülerinnen und Schüler/innen aus Haushalten mit unterdurchschnittlichem Einkommen nehmen verstärkt Nachhilfe, wenn der Anteil auch immer noch geringer ist als bei Kindern und Jugendlichen aus Haushalten mit mittleren oder überdurchschnittlichen Einkommen.

Nachhilfe hat Konsequenzen: Jugendliche mit höherem sozioökonomischem Status schneiden in standardisierten Tests besser ab, was darauf zurückgeführt wird, dass sie häufiger Nachhilfe nehmen.

Der Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Hintergrund und Schulleistungen wurde vielfach bestätigt – Nachhilfe kann also zu einer Verstärkung von Bildungsungleichheiten führen.

Nähmen finanziell schlechter gestellte Gruppen ebenfalls vermehrt Nachhilfe in Anspruch, so würden sich die Bildungsungleichheiten vermutlich verringern.

Nachhilfe bleibt eine wirksame Prophylaxe gegen Schulversagen – oder, noch schlimmer, Schulphobie – und Unterstützung in Form von privater Nachhilfe unterstützt Schüler, ob es darum geht, eine Fremdsprache zu lernen, Grammatik zu pauken oder Naturwissenschaften zu verstehen.

Das ist die Mission unserer Lehrer.

Privatlehrer/in bedeutet Unabhängigkeit

Wenn Du als Nachhilfelehrer/in arbeiten möchtest, musst Du vorher wissen, ob Du diese Tätigkeit freiberuflich ausüben möchtest oder als Angestellte/r.

Wenn Du Dich fest einstellen lassen möchtest, kannst Du das zum Beispiel in Form eines Minijobs tun. Im Minijob bist Du angestellt bei einem Arbeitgeber und kannst bis zu 450 Euro monatlich verdienen, ohne Abgaben wie Steuern oder Sozialversicherungsbeiträge leisten zu müssen. Du kannst also behalten, was Du verdienst.

Wenn Du mehr verdienen möchtest als 450 Euro monatlich, kannst Du Dich auch sozialversicherungspflichtig anstellen lassen.  Hier sind meist öffentliche Einrichtungen die typischen Arbeitgeber.

Wenn Du allerdings flexibel, eventuell von Zuhause aus oder als freier Mitarbeiter in einer Nachhilfeeinrichtung arbeiten möchtest, dann entscheidest Du Dich für die Variante der „Freiberuflichen Tätigkeit“. Aus der freiberuflichen Tätigkeit wird ein Gewerbe, wenn man zusätzlich auch Lernmaterial verkauft oder ähnliches. Dann bist Du selbstständig gewerbetreibend.

Im Fall der freiberuflichen Tätigkeit, meldest du diese dem Finanzamt, im Fall eines Gewerbes, ist das Gewerbeamt zuständig.

In beiden Fällen kann Deine Tätigkeit als Privatlehrer mit einer gewissen Unsicherheit einhergehen: Abhängig von der Anzahl der Schülern, die Unterricht bei Dir nehmen möchten, hast Du während des Schuljahres viel Arbeit – wahrscheinlich insbesondere kurz vor dem Abitur – aber im Sommer wird es dann ziemlich ruhig.

Ein nicht zu vernachlässigender Vorteil ist natürlich: Du musst nicht um 7 Uhr aufstehen, um um 8 Uhr ins Büro zu gehen und um 6 Uhr das Büro wieder zu verlassen und Dich nicht von einer stressigen Hierarchie unter Druck setzen zu lassen…

Vor Deiner Freiberuflichkeit solltest Du ausserdem mit Dir selbst klären, wie hoch Dein Nettogehalt sein sollte und der Preis des jeweiligen Kurses, also wie hoch Du Deine Kursstunden in Rechnung stellen willst  und wie hoch der Anteil der zu entrichtenden Steuern ist.

Natürlich kannst Du Deine Finanzierungsquellen multiplizieren (Superprof, Studienkreis, Acadomia,  soziale Netzwerke, Mundpropaganda, Kleinanzeigen usw.), aber Du solltest schon ein bisschen organisiert sein, um selbstständig zu arbeiten.

Selbstständigkeit bedeutet, ständig neue Schüler zu suchen, denn wenn sich die Mathenote verbessert hat oder das Abi in der Tasche ist, hast Du ausgedient.

Du solltest ausserdem ein wenig Gefühl für Pädagogik mitbringen und Dich an verschiedene Schüler anpassen können. Du machst eben nicht wie ein normaler Lehrer denselben Unterricht für eine Klasse von 30 Schülern, sondern eventuell 30 verschiedene Kurse für Deine verschiedenen Schüler.

Zusätzlich solltest Du mobil sein – vielleicht musst Du in alle Ecken der Stadt -, flexibel und verfügbar außerhalb der Schulzeit, also nachmittags und abends, in den Schulferien, an Wochenenden und an Feiertagen.

Trotz dieser Nachteile des Lebens eines Privatlehrers, baust Du durch Deinen Privatunterricht ein Vertrauensverhältnis zu Deinem Schüler auf und es ist sehr befriedigend, zu sehen, wie die Lücken sich schliessen, das Wissen und Selbstvertrauen des Schüler wächst und das Kind wieder Lust aufs Lernen bekommt.

Rechte und Pflichten eines Nachhilfelehrers

Deine Rechte und Pflichten richten sich nach den gesetzlichen Bestimmungen.

Erstens muss der private Nachhilfeunterricht zu Hause bei der zuständigen Behörde angemeldet werden, weil Deine Tätigkeit ansonsten als Schwarzarbeit gesehen wirst und Du Dich schlicht und einfach strafbar machst.

Eine Praxis, die, wie wir gesehen haben, weit verbreitet ist und streng bestraft wird!

Als Freiberufler solltest Du Dich also beizeiten damit vertraut machen, welche Steuern zu zahlen sind.

Als Freiberufler meldet man die Selbstständigkeit beim Finanzamt an, das Dir einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung zukommen lässt. Hier solltest Du nicht den Fehler machen, Deine erwarteten Einkünfte zu optimistisch zu prognostizieren. Denn auf Grundlage dieser Angaben werden die zu zahlenden Steuern ermittelt. Diese werden, wenn der Gewinn niedriger als geplant ausfällt, zum Jahresende zwar zurückgezahlt, aber zunächst müssen sie vorausgezahlt werden.

Für den Freiberufler gilt die Einkommensteuerpflicht. Die Einkommensteuer wird anhand der persönlichen Einkunftsquellen ermittelt. Dabei geht es um Deinen Gewinn, also Deinen Umsatz abzüglich Kosten (Fahrtkosten, Lehrmaterial etc.). Der Steuersatz für die Einkommensteuer steigt progressiv an. Mit steigendem Gewinn steigt also auch der persönliche Steuersatz.

Grundsätzlich gilt, dass wissenschaftliche, künstlerische, erzieherische oder schriftstellerische Tätigkeiten nicht der Gewerbeordnung unterliegen. Du musst also kein Gewerbe anmelden.

Eine weitere wichtige Steuer ist die Umsatzsteuer. Sie wird auf fast alle Waren und Dienstleistung erhoben und ist somit wirtschaftlich betrachtet eine Mehrwertsteuer. In Deutschland liegt der Regelsatz für die Umsatzsteuer bei 19 %.

Diese 19 % schlägst Du auf Deine Leistungen drauf, indem Du sie dem Rechnungsbetrag hinzurechnest. Du darfst diesen Zusatzbetrag aber nicht einbehalten, sondern musst diese Umsatzsteuer direkt an das Finanzamt abführen.

Es gibt viele übrigens viele Programme, die Freiberufler bei der Buchführung unterstützen.

Nachhilfe für sozial benachteiligte Schüler

Wie wir gesehen haben, haben es Schüler aus finanziell oder sozial benachteiligten Familien oft auch im Schulalltag nicht leicht. Um ihre Bildungschancen zu verbessern, will das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auch den Schülern Nachhilfeunterricht ermöglichen, deren Eltern sich keine Förderung leisten können.

Leistungsberechtigt sind grundsätzlich Familien mit den folgenden Voraussetzungen:

  • Empfänger von Arbeitslosengeld II
  • Empfänger von Sozialgeld
  • Empfänger von Sozialhilfe nach dem SGB XII
  • Empfänger des Kindergeldzuschlags
  • Empfänger von Wohngeld
  • Empfänger von Asylbewerberleistungen
  • Nicht Anspruchsberechtigte staatlicher Unterstützungsleistungen, deren Einkommen nur knapp über der Bemessungsgrenze liegt und die sich daher ebenfalls keinen Nachhilfelehrer leisten können

Oft sind es externe Anbieter, die den Nachhilfeunterricht geben. Mitunter kooperieren diese mit den Schulen und werden von ihnen beauftragt.

Du siehst: Nachhilfe geben ist eine sinnvolle Aufgabe und eine Branche mit Zukunft!

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