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Wie viel verdient ein Nachhilfelehrer?

Von Bertine, veröffentlicht am 29/09/2019 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Nachhilfe geben und damit Geld verdienen: Ein Guide!

Ob im kleinen oder im großen Stil: Geldsorgen kennt fast jeder von uns.

Wer möchte nicht ein bisschen mehr Geld verdienen, um in Zukunft besser über die Runden zu kommen?

Ob als Student, der sein Studium und sein tägliches Leben finanziert oder als Lehrer, der sein Gehalt aufbessern möchte – Nachhilfeunterricht ist eine gute Möglichkeit, Geld zu verdienen, insbesondere in städtischen Gebieten,wo es viele potenzielle Kunden gibt.

Lasst uns in diesem Artikel einen Blick auf die verschiedenen Möglichkeiten werfen, als Nachhilfelehrer Geld zu verdienen!

Wie kannst Du Dein Einkommen durch Nachhilfe aufbessern?

Privat Nachhilfestunden zu geben hat eigentlich nur Vorteile:

Es ist eine lohnende Tätigkeit, sozial anerkannt, ziemlich angenehm … und obendrein auch noch gut bezahlt! Versuche es! Die Wenigsten sind enttäuscht!

Die beste Möglichkeit, diese These zu bestätigen, ist, eine kleine Marktstudie zu erstellen. Beginnen wir mit dem globalen Kontext: Deutschland ist eines der bevölkerungsreichsten Länder des Kontinents mit etwas mehr als 82 Millionen Einwohnern.

Die zarte Pflanze des Wissens wachsen lassen und dabei noch Geld verdienen. | Quelle: Pixabay

Durch die Mängel des deutschen Bildungssystems beim Erwerb von “Grundkenntnissen”, steigt die Nachfrage nach Privatunterricht kolossal und wächst stetig weiter. Deutsche Eltern investieren Milliarden in Nachhilfeangebote für ihre Kinder. Und auch viele Erwachsene nehmen gerne die Hilfe von Privatlehrern in Anspruch, sei es aus beruflichen Gründen oder privaten Interessen.

Der Privatunterricht ist also für die Lehrkräfte eine nicht zu vernachlässigende Einkommensergänzung.

Hinzu kommt, dass es in der Welt der privaten Nachhilfe nahezu keine disziplinarische Barriere gibt.

Natürlich sind einige Disziplinen gefragter als andere: Mathematik als Vorbereitung auf Abitur, Französisch, Englisch etc. Aber besonders in Großstädten kann man als Privatlehrer Kunden für die verschiedensten Bereiche finden: Yoga, Zeichnen, Töpfern, Singen…. Wir bewegen uns immer weiter von traditionellen Nachhilfestunden weg.

Ein Versuch lohnt sich allemal: Grosse finanziellen Investitionen, um als Nachhilfelehrer zu arbeiten, sind nicht erforderlich.

Du musst auch nicht unbedingt ein Mathe-Genie sein oder 5 Sprachen beherrschen. Als Nachhilfelehrer kannst Du Erfolg haben, wenn Du etwas kannst, das jemand anderes lernen möchte: Das kann auch Kalligraphie sein, Stricken, Origami, Cocktails mixen, Genealogie oder Inlineskaten …!

Ob Du ein Diplom hast oder nicht, spielt ebenfalls kaum eine Rolle. Jeder kann sich als “Privatlehrer” bezeichnen, wenn er etwas kann, dass er gerne anderen vermitteln möchte.

Letztendlich hängt alles von Angebot und Nachfrage ab: Je nach Deiner Qualifikation (einfacher Abiturient, Uni-Absolvent, studierter Lehrer…) findest Du mehr oder weniger einfach Kunden und unterliegst einer variablen Preisgestaltung.

Rechtlich gesehen ist es grundsätzlich zulässig, dass ein Lehrer neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit eine weitere entgeltliche Tätigkeit aufnehmen möchte.

Dies ist durch das Grundrecht auf freie Berufswahl und -ausübung des Deutschen Grundgesetzes (Art. 12 Abs. 1) festgelegt. Allerdings brauchst Du hierfür eine Genehmigung vom Dienstherrn, die Du schriftlich beantragen musst.

Natürlich muss die Nebentätigkeit, die Du privat ausführen möchtest, nichts mit Deinem Fach als Lehrer zu tun haben. Du kannst selbstverständlich als Biologie-Lehrer Nähkurse anbieten! Wir befinden uns schliesslich in einem freien Land! 😉

Viele Lehrer geben nebenher privat Nachhilfestunden. | Quelle: Pixabay

Nach Erhalt der Genehmigung gibt es noch einige andere rechtliche Aspekte zu klären, nicht zuletzt das Problem der Steuerklasse.

Wenn Du Deine Nebentätigkeit anmeldest und Deine Nebeneinkünfte deklarierst, kannst Du das Geld natürlich nicht einfach in die Tasche stecken, ohne es dem Staat mitzuteilen, so verlockend das auch erscheinen mag! Wir werden auf diese entscheidenden Fragen noch etwas näher eingehen …

Für das, was uns in diesem Artikel interessiert, nämlich die Verbesserung Deiner Lebensbedingungen, wollen wir ein paar konkrete Beispiele nennen: Viele Nachhilfelehrer, die über uns ihr eigentliches Einkommen aufbessern wollen, verdienen sich  monatlich zwischen 500 bis 1000 Euro hinzu!

Einer unserer Nachhilfelehrer für Mathematik verdient mit 18 Stunden Mathestunden 630 € pro Woche! Jeder in diesem Bereich kann tun und lassen, was er will, ganz nach seinen Möglichkeiten und seinen anderen Verpflichtungen.

Den Preis, den Du für eine Stunde Privatunterricht nehmen kannst, variiert natürlich je nach Ort und Deiner Qualifikation. Privatunterricht zu Hause kostet im Allgemein etwa zwischen 15 € und 45 € pro Stunde, je nach Fach und Ausbildung.

Für Gruppenkurse mit ca. 4 bis 8 Schülern kannst Du etwa 100 € bis 200 € pro Monat für zwei Unterrichtsstunden wöchentlich berechnen.

Etwa 92% der Lehrer bieten die erste Unterrichtsstunde kostenlos an und 10% der Nachhilfelehrer bieten Rabatte auf mehrere im Voraus reservierte Stunden.

Die Preise variieren auch je nach der Materie, die unterrichtet wird.

Ein privater Fitness-Coach nimmt durchschnittlich etwa 35 € pro Stunde, ein Musiklehrer etwa 27 €, 23 € kostet ein Zeichen- oder Malkurs und 21 € im Durchschnitt Nachhilfe in Sprachen und Wissenschaft oder allgemeine akademische Unterstützung. Wie lässt sich dieses Phänomen erklären?

Ganz einfach: Die letzten drei genannten Kategorien sind diejenigen, die die meiste Nachfrage erzeugen, aber sie sind auch diejenigen, die im Gegenzug das wichtigste Angebot anbieten.

Umgekehrt sind zwar künstlerische oder sportliche Disziplinen weniger gefragt, aber das Angebot an Lehrern ist auch nicht so gross.

Wieviel kann ich als Geigenlehrer verlangen? | Quelle: Pixabay

Innerhalb derselben Kategorie sind die Unterschiede aufgrund derselben Gründe ebenfalls gegeben: Ein Klavierkurs kostet durchschnittlich 28,80 € pro Stunde und eine Gitarrenstunde 23,10 €. Es gibt einfach mehr Gitarren- als Klavierlehrer.

Auch kostet Nachhilfeunterricht für eine seltene Sprache wie tschechisch mehr als der für eine relativ gängige Sprache wie Englisch.

Sollte man seinen privaten Nachhilfeunterricht anmelden?

Ein großer Teil aller Nachhilfestunden wird “schwarz” gegeben. Natürlich ist die Versuchung gross.

Aber es ist auch ein gefährliches Spiel: Schwarz Geld für Nachhilfeunterricht zu kassieren, ist es schlicht ungesetzlich und kann mit möglichen Bußgeldern und anderen Strafen geahndet werden. Ausserdem handelt es sich um versteckte Arbeit, die nicht von der Krankenversicherung gedeckt ist. Besonders, wenn Du im sportlichen Bereich als Trainer arbeitest, ist ein Unfall schnell passiert und falls er ernst ist, kannst Du mit keinerlei Entschädigung rechnen!

Eine erste legale Möglichkeit besteht darin, im Rahmen einer Festanstellung zu arbeiten, indem man sich bei einem grossen Nachhilfe-Institutwie z.B. Studienkreis bewirbt. Dort musst Du Dich als Nachhilfelehrer nicht um Organisation und Administration kümmern, darum kümmert sich das Unternehmen. Allerdings nehmen die Institute oft auch eine sehr grosse Gewinnspanne auf jede Kursstunde.

Die andere Option ist die Selbstständigkeit. Du bist Dein eigener Chef, von A bis Z, von der Kundenanwerbung bis zur Erstellung von Rechnungen und der Deklarierung Deiner Einkünfte.

Auch hier gibt es verschiedene Möglichkeiten:

Möglichkeit 1: Nachhilfe als Nachbarschaftshilfe

Wenn Deine Nachhilfetätigkeit nur ganz gelegentlich und bei Freunden oder Bekannten erfolgt, dann musst Du diese Tätigkeit nicht angeben, obwohl Du bezahlt wirst – das nennt man “geringfügige Einnahmen”.

Möglichkeit 2: Nachhilfe als selbständige unterrichtende Tätigkeit 

Wenn Du nachhaltig Nachhilfeunterricht gibst, musst Du die Tätigkeit dem Finanzamt mitteilen. Sollten Deine Einnahmen über dem Grundfreibetrag (im Jahr 2016: 8.652 €) liegen, fällt die Einkommensteuer an. Um dem Finanzamt zu ermöglichen, die Steuer zu berechnen, musst Du eine sogenannte Einnahmen-Überschussrechnung anstellen. Darin stellst Du Deine Einnahmen aus der Nachhilfe den Ausgaben gegenüber, die Du zum Unterrichten aufwenden musst. Die Differenz ist dann der zu versteuernde Gewinn. Ausgaben, die Deinen Gewinn steuerlich mindern, können Bücher, Fahrtkosten, andere Unterrichtsmaterialien usw. sein. Hinsichtlich der Umsatzsteuer fällst Du als Nachhilfelehrer meist unter die Kleinunternehmerregelung. Damit musst Du keine Umsatzsteuer ausweisen.

Möglichkeit 3: Nachhilfe als Minijob

Manche NachhilfelehrerInnen betreiben Nachhilfe bei einer öffentlichen Einrichtung oder einem Nachhilfeinstitut, hier bietet sich bei geringem Einkommen auch der Minijob an. Als Minijobber bist Du beim Arbeitgeber angestellt und kannst steuerfrei 450 Euro monatlich verdienen.

Möglichkeit 4: Nachhilfe als Angestellte(r)

Wenn Du mit Nachhilfe mehr als 450 € pro Monat verdienen möchtest, kannst Du Dich als Angestellte(r) bei einem Arbeitgeber (privates Nachhilfeinstitut, öffentliche Einrichtung oder (Privat-)Schule) bewerben. Die Tätigkeit ist dann steuer- und sozialversicherungspflichtig, Dein Arbeitgeber wird Dich darüber informieren.

Egal, wie Du Dich entscheidest: Nachhilfe geben bedeutet keinen grossen bürokratischen Aufwand. | Quelle: Pixabay

Natürlich kann es grosse Freude machen, zu sehen, wie ein Schüler mit Deiner Hilfe seine Schwächen besiegt! Aber der finanzielle Aspekt ist nicht zu vernachlässigen. Der Verdienst aus Deinen Nachhilfestunden kann mindestens Deine Monatsenden versüssen, wenn Du Nachhilfe als Nebenjob machst.

Als Nachhilfelehrer verbindest Du also wirklich das Nützliche mit dem Angenehmen!

Du musst lediglich vorher planen, wie viel Du als Nachhilfelehrer arbeiten und verdienen möchtest, um nicht aus Versehen in eine andere Steuerklasse zu rutschen.

Du musst Dir auch überlegen, welchen Stundenlohn Du nehmen kannst und erste Kunden finden.

Private Nachhilfe: Ein Job mit Zukunft?

Alle Informationsquellen im Internet berichten von einem stetigen Wachstum des “Marktes” für privaten Nachhilfeunterricht. Nachhilfe scheint ein Tätigkeitsbereich zu sein, der gegen Krisen immun ist.

Bevor man durchdreht, nimmt man gerne einen Nachhilfelehrer in Anspruch. | Quelle: Pixabay

Private Nachhilfestunden sind für viele Familien sicherlich teuer, aber da es darum geht, in die eigenen Kinder zu investieren – gute Ausbildung, Verbesserung der schulischen Leistungen, um zukünftigen beruflichen Erfolg zu begünstigen – sind viele Eltern bereit, dieses Opfer zu bringen.

Der “Markt” für private Nachhilfe beträgt ein geschätztes Geschäftsvolumen von etwa 900 Millionen Euro – so viel wird in Deutschland jedes Jahr für Nachhilfe ausgegeben. Ungefähr 1,2 Millionen deutsche Schüler bekommen Nachhilfe von Privatlehrern.

Nachhilfeunterricht in Fächern wie Englisch, Französisch, Deutsch, Mathematik, Physik etc. eine ausgezeichnete Möglichkeit, Geld zu verdienen.

Als Nachhilfelehrer kannst Du von zu Hause aus arbeiten – entweder kommt der Schüler oder die Schülerin zu Dir oder ihr arbeitet über Webcam – oder im Zuhause Deines Schülers bzw. Deiner Schülerin.

Du kannst Dir das Honorar monatlich überweisen oder jedes Mal auszahlen lassen und Du kannst Deinem Schüler jeden Monat eine Rechnung erstellen. Auf diese Weise behält Du auch selbst den Überblick über die Anzahl der Stunden, sie Du gegeben hast und das Geld, das Du verdient hast.

Grundsätzlich richtet sich das Gehalt als Nachhilfelehrer immer nach Deiner beruflichen Qualifikation, Deiner Erfahrung und Deinen Spezialgebieten.

Studenten nehmen häufig zwischen 10 und 18 Euro pro Stunde.

Als ausgebildeter Lehrer kannst Du wesentlich mehr verlangen. Die Gehälter variieren aber auch hier und können zwischen 20 und 50 Euro pro Stunde liegen.

Wir von Superprof hoffen, wir haben Dir weiter helfen können und wünschen Dir viel Spass beim Unterrichten Deiner zukünftige  Schüler – und beim Geld verdienen!

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