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Tipps & Tricks für alle, die im Ausland unterrichten wollen

Von Tobias, veröffentlicht am 06/02/2019 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Privatunterricht im Ausland geben: Unser ultimativer Guide

Lehrer sein bedeutet, dass man sein Wissen und seine Leidenschaft an andere Menschen weitergibt, egal, um welche Thema es sich handelt.

In Deutschland herrscht aktuell Lehrermangel an Schulen.

Dafür entscheiden sich immer mehr Menschen dafür, auf dem sekundären, privaten Nachhilfemarkt ihre Dienste anzubieten und mit dem Nachhilfe Geben zu beginnen.

Durch die Freizügigkeit, die innerhalb der EU herrscht, kann man sich heute als selbstständiger Privatlehrer an den unterschiedlichsten Orten niederlassen und dort Unterrichtsstunden geben.

Wenn auch Ihr Lust habt, eine Zeit lang in die Fremde zu gehen und dort zu unterrichten, dann solltet Ihr diesen Artikel genau durchlesen!

Welches Sprachniveau braucht Ihr, um im Ausland unterrichten zu können?

Egal, ob Ihr Geographie, Physik oder Deutsch als Fremdsprache unterrichten wollt: Ihr solltet Euch stets darüber im Klaren sein, dass manche Fächer im Ausland beliebter sind als hierzulande, andere wiederum weniger beliebt.

Unter den populärsten Unterrichtsfächern befinden sich:

  • Deutsch als Fremdsprache
  • Andere Fremdsprachen wie Englisch oder Französisch
  • Geschichte und Erdkunde
  • Mathe
  • Naturwissenschaften wie Physik und Bio
  • Marketing
  • Wirtschaftswissenschaften

Um diese Fächer im Ausland unterrichten zu können, braucht Ihr je nach Fach ein Mindestmaß an Kenntnis der jeweiligen Landessprache. Manchmal ist es auch nicht sehr sinnvoll, ein bestimmtes Fach zu unterrichten, zum Beispiel Französisch als Deutscher in den USA etc.

Ihr könnt Euer Zielland natürlich auch anhand Eures Unterrichtsfaches auswählen.

Wenn Ihr z.B. Spanisch unterrichten wollt, dann solltet Ihr idealerweise nicht nach Südamerika gehen, wo Spanisch ohnehin schon Muttersprache ist.

Schaut Euch an, wo Spanisch als Fremdsprache vermehrt unterrichtet wird (z.B. in Frankreich) und trefft dann Eure Wahl.

Mittelamerika ist ein guter Ort, um spanischsprachigen Kindern Deutsch beizubringen In Guatemala gibt es neben aktiven Vulkanen auch zahlreiche Möglichkeiten, Deutsch zu unterrichten und nebenbei Spanisch zu lernen | Quelle: Pixabay

Wir Deutschen sind ja bekanntermaßen recht reiselustig und weltoffen. Das kann sich als vorteilhaft erweisen, denn Deutsche, die Ihre Muttersprache im Ausland unterrichten wollen, werden heute händeringend gesucht.

Ihr könnt auf verschiedenen Niveaus Nachhilfe geben:

  • Absolute Anfänger und elementare Sprachanwendung (A1)
  • Fortgeschrittene elementare Sprachanwendung (A2)
  • Anfänger in selbständiger Sprachanwendung (B1)
  • Fortgeschrittene in selbstständiger Sprachanwendung (B2)
  • Kompetente Sprachanwendung und muttersprachliches Niveau (C1/C2)

Um selbst Unterricht in einer Fremdsprache geben zu können, solltet Ihr zumindest das B1-Niveau erreicht haben und auch entsprechende Zertifikate vorweisen können.

Womit wir schon beim nächsten Thema wären: Welche Dokumente, Bescheinigungen und Zertifikate braucht Ihr eigentlich, um im Ausland unterrichten zu können?

Welche administrativen Schritte müsst Ihr eingehen, um im Ausland unterrichten zu können?

Eine der wichtigsten Fragen beim Thema Unterricht geben im Ausland sind die rechtlichen und administrativen Schritte, die dafür eingeleitet werden müssen.

Das kommt immer darauf an, wo und in welcher Form Ihr Euren Unterricht erteilen wollt.

Innerhalb der EU ist es zum Beispiel überhaupt kein Problem, Eure Dienste auch im Ausland anzubieten. Zieht es Euch in Länder wie China oder Russland, dann müsst Ihr Euch in jedem Fall zunächst um ein Visum kümmern.

Nicht jedes Land wird Euch ohne weiteres aufnehmen Für einige Länder braucht Ihr ein Visum | Quelle: Pixabay

Ein Arbeitsvisum für diese Länder zu erhalten ist unter Umständen gar nicht so einfach. Lehrer -und besonders Englischlehrer – werden in China aber aktuell händeringend gesucht.

Ihr würdet gern als Englischlehrer in China arbeiten, habt aber keine Unterrichtserfahrung? Wenn Ihr ein Mindestmaß an Englisch sprecht, dann ist das normalerweise kein Problem. Viele Privatschulen stellen Euch ohne jegliche Arbeitserfahrung, Zeugnisse oder Arbeitsvisum ein.

Die perfekte Gelegenheit, um einmal ein Jahr in einer Mega-Metropole wie Shanghai zu leben und den Boom der chinesischen Volkswirtschaft vor Ort zu verspüren.

Dafür könnt Ihr Euch zum Beispiel an eine Lehrer-Vermittlungs-Agentur wenden. Diese vermittelt Euch dann an eine Schule oder einen Kindergarten in Eurem Wunschort und kümmert sich um alle Formalitäten wie Visum und Unterzeichnung des Arbeitsvertrages etc.

Wenn Ihr Euch vorstellen könnt, im Ausland Deutsch zu unterrichten, dann ist es stets ratsam, sich an das lokale Goethe-Institut zu wenden.

Das Goethe-Institut ist zudem weltweit der führende Anbieter für Deutschlehrer-Fortbildungen – in den USA, in Deutschland oder im Fernunterricht. Wenn Ihr zum Beispiel in den USA unterrichten wollt, dann könnt Ihr Euch hier für ein Auslands-Stipendium von 500 Dollar bewerben! Das dürfte Euch die Bezahlung der hohen Mietpreise in New York oder San Francisco ein wenig erleichtern.

Falles es Euch eher nach Frankreich zieht, dann könnt Ihr Euch einmal beim Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) schlau machen.

Wenn Ihr zum Beispiel als Grundschullehrer arbeitet, dann könnt Ihr Euch für den deutsch-französischen Grundschullehreraustausch bewerben. Ihr verbringt dann ein ganzes Schuljahr in Frankreich, unterrichtet Deutsch als Fremdsprache in französischen Grundschulen und werdet dafür unter Fortzahlung der Bezüge beurlaubt.

Schlussendlich ist es auch immer von entscheidender Wichtigkeit, dass Ihr Euch um Dinge kümmert, die nach Ankunft im Zielland wichtig sind:

  • Ihr müsst Euch um eine Wohnung, den Strom und fließendes Wasser kümmern
  • Ihr müsst ein Bankkonto eröffnen
  • Ihr solltet schon vorab einen internationalen Führerschein beantragen
  • Eventuell solltet Ihr Euch bei einem längeren Aufenthalt im Ausland auch anmelden
  • Ihr solltet Euch um ein Abo beim öffentlichen Personennahverkehr kümmern
  • Etc.

Ihr seid Euch immer noch nicht sicher, ob es eine gute Idee ist, ins Ausland zum Unterrichten zu gehen? Hier sind unsere Tipps & Tricks, die Euch das Leben vor Ort einfacher machen werden.

Unsere Tipps für Lehrer, die im Ausland unterrichten wollen

Unsere Ratschläge für Euch, die Ihr in die Ferne zum Unterrichten gehen wollt, sind eigentlich sehr simpel.

Zunächst einmal solltet Ihr in Euch gehen und Eure eigenen Fähigkeiten analysieren, um den passenden Job im richtigen Land auszuwählen.

  • Habt Ihr die finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten, um längere Zeit ins Ausland zu gehen?
  • Habt Ihr die nötige Kompetenz und Erfahrung, um diesen Schritt zu wagen?
  • Seid Ihr bereit, Eure Tätigkeit im Heimatland für einen bestimmten Zeitraum auszusetzen und einen neuen Abschnitt in Eurer Karriere zu wagen?

Dann müsst Ihr Euch mit der Frage auseinandersetzen, an welcher Art von Schule oder Bildungseinrichtung Ihr gerne unterrichten würdet! Vielleicht hat Euer ehemaliges Gymnasium ja eine Partnerschule im Ausland? Alternativ könnt ihr auch bei verschiedenen Behörden vorstellig werden:

  • Dem ERASMUS-Programm der Europäischen Union
  • Den Europäischen Schulen
  • Bei EU-Bildungsprogrammen wie Leonardo oder Grundtvik
  • Außer-europäische Austauschprogramme wie Fullbright (in den USA)

Es gibt außerdem viele humanitäre Projekte, die Lehrer in arme Länder, z.B. in Afrika entsenden und die stets auf der Suche nach neuen, ehrenamtlichen Mitarbeitern sind. Dabei wird in aller Regel keine Ausbildung zum Lehrer oder gar ein Studium vorausgesetzt. Wichtigste Voraussetzung ist, dass Ihr motiviert seid, Kinder in Not zu unterstützen.

Warum nicht innerhalb eines humanitären Projekts unterrichten? Viele Kinder auf der Welt haben keinen Zugang zu freier Bildung | Quelle: Pixabay

Diese Möglichkeit wird von vielen jungen Abiturienten und Abiturientinnen genutzt, die nach der Schule für eine Weile ins Ausland gehen möchten, da sie noch nicht bereit fürs Studium oder den ersten Job sind.

Einen solchen Auslandsaufenthalt solltet Ihr aber nicht erst einen Monat vor Abreise planen. Auch, wenn Euch die allermeisten Organisationen bei der Wohnungssuche und den nötigen administrativen Schritten unterstützen.

Auch Euer Arbeitgeber sollte frühzeitig informiert werden, denn er muss Euch in Eurer Abwesenheit ersetzen.

Beschäftigt Euch auch frühzeitig mit der Frage, welchen Status Ihr als Lehrer im jeweiligen Ausland haben werdet. Das ist entscheidend für Eure verfügbaren Urlaubstage und Eure Bezahlung. Ihr wollt ja schließlich nicht draufzahlen müssen, oder?

Nehmt Euch für Eure Bewerbung ausreichend Zeit und lasst Freunde und Familie darüber lesen. Nur eine sorgfältige Bewerbungsmappe wird von Schulen im Ausland berücksichtigt werden. Falls Ihr der jeweiligen Landessprache noch nicht mächtig seid, empfiehlt es sich zudem, noch zuhause einen Sprachkurs zu besuchen, um zumindest die absoluten Basics zu erlernen.

Falls vor Ort einmal Schwierigkeiten aufkommen, dann verliert nicht den Mut und packt sofort Eure Koffer. Seht den Auslandsaufenthalt als Herausforderung an Euch selbst, die Euch selbst im Leben weiterbringen wird.

Seid Ihr Euch nun sicher, dass Ihr zum Unterrichten ins Ausland wollt? Dann wollen wir uns nun mit der Frage beschäftigen, wie Ihr Euch von Eurem Arbeitgeber entsenden lassen könnt.

Wie könnt Ihr Euch ins Ausland zum Unterrichten an einer deutschen Schule entsenden lassen?

Ihr wollt zwar im Ausland unterrichten, dort aber an einer deutschsprachigen Schule angestellt sei? Auch das ist heute möglich. Hierfür solltet Ihr Euch einmal ausführlich bei der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) informieren.

Ihr solltet hierfür einige Dinge wissen:

  • Die Auslandsschulen suchen in der Regel nach Ablauf von Vertragszeiten jeweils zum 1. Februar bzw. 1. August eines Jahres geeignete Kandidatinnen und Kandidaten. Bei Bewerbungen über die ZfA (Zentralstelle für das Auslandsschulwesen) muss mit einem Zeitraum von ein bis zwei Jahren bis zur Ausreise gerechnet werden.
  • Die am häufigsten gesuchten Unterrichtsfächer an deutschen Schulen im Ausland sind Deutsch, Englisch, Mathe und andere Naturwissenschaften. Geisteswissenschaften wie Geschichte werden im Ausland weniger unterrichtet als hierzulande.
  • Bei der Bewerbung über die ZfA ist die Wahl eines bestimmten Landes nicht möglich. Man kann allerdings zwei Großräume ausschließen und so dem jeweiligen Wunschland ein wenig mehr Chancen einräumen.
  • Verträge mit Auslandsdienstkräften (ADLK) werden in der Regel über drei Jahre abgeschlossen. Andere Statuten, z.B. BPLK (Bundesprogrammlehrkraft) können auch Verträge über eine geringere Dauer, z.B. von 2 Jahren abschließen.

Wenn Ihr all das erfolgreich geklärt habt, dann folgen noch die administrativen Schritte im jeweiligen Zielland, etwa der Abschluss einer Krankenversicherung oder die Meldung bei einer Behörde.

Im Ausland braucht Ihr eine gute Versicherung Eine gute Krankenversicherung ist ein Muss bei jedem Auslandsaufenthalt | Quelle: Pixabay

Wenn Ihr über ein öffentliches Programm wie die GEW ins Ausland entsendet werdet, dann hat das viele Vorteile. So könnt Ihr Euch sicher sein, bei Eurer Rückkehr in Deutschland Euren alten Job wieder zu bekommen und so schnell wieder integriert zu werden.

Für Lehrer, die einfach einmal gerne eine Weile ins Ausland gehen wollen, ohne ihr Leben in der Heimat komplett aufzugeben, ist das eine prima Gelegenheit!

Ihr seht also, im Ausland zu Unterrichten bringt viele Vorteile mit sich und Ihr solltet die Gelegenheit nutzen, solange sie sich Euch noch bietet. Wir wünschen Euch in jedem Fall viel Erfolg dabei!

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