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Wieso man als Lehrer nebenberuflich Nachhilfe anbieten sollte

Von Clara, veröffentlicht am 10/11/2018 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Warum lohnt sich Privatunterricht als Nebentätigkeit für Lehrer im Staatsdienst?

Einer Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2016 zufolge schätzen 91% der Lehrer in Deutschland ihren Beruf und gehen gerne oder sogar sehr gerne zur Arbeit.

Die überwältigende Mehrheit (98%) sieht die Hauptmotivation darin, jungen Menschen ihr Wissen zu vermitteln und mit Kindern und Jugendlichen zu arbeiten.

Dieser Bestrebung gehen immer mehr Lehrer im Staatsdienst auch durch eine Nebentätigkeit nach, indem sie Nachhilfe erteilen und neben dem Unterricht in der Schule z. B. Deutsch unterrichten, Mathe Nachhilfe geben oder Online Nachhilfelehrer werden.

In diesem Artikel beschäftigt sich Superprof mit der Berufslaufbahn von Lehrern in Deutschland und den Gründen, die sie dazu bewegen, private Nachhilfe zu geben.

Sei es, weil sie in ihrem Hauptberuf wenig Aufstiegschancen sehen, in ihrer beruflichen Mobilität eingeschränkt sind oder ihr Gehalt bzw. ihre Rente aufbessern möchten.

Berufliche Entwicklung: Welche Karriere-Aussichten haben Lehrer im Staatsdienst?

Das föderale System in Deutschland wirkt sich auch auf die Ausbildung und beruflichen Aufstiegschancen von Lehrern aus.

Ob Art der Hochschule (Universität, Kunst- oder Sporthochschule, Pädagogische Hochschule), akademischer Grad (Master, 1. Staatsexamen), Zulassungsbeschränkungen (Numerus Clausus, Eignungsfeststellungsprüfung, Zusatzqualifikationen, Praktika), Dauer des Vorbereitungsdienstes (zwischen 18 und 24 Monate) oder das Bewerbungsverfahren – in jedem Bundesland sind die Modalitäten, um Lehrer zu werden, unterschiedlich.

Sobald man einmal einen guten Arbeitsplatz ergattert hat, sind die Karriere-Chancen eines Lehrers in Deutschland von verschiedenen Faktoren abhängig.

Während es an Haupt- und Realschulen eher weniger Leitungs- und Koordinierungsstellen – und damit auch weniger Aufstiegsmöglichkeiten – gibt, ist die Aussicht auf eine Stelle mit mehr Verantwortung an Gymnasien und Berufsschulen am besten.

Generell gilt: Je größer die Schule, desto höher ist der Bedarf an Koordinatoren, Abteilungsleitern und Personal auf Schulleitungsebene.

Bei der Auswahl der Bewerber spielen Faktoren wie Examensnoten, Anzahl Dienstjahre sowie möglicherweise das Geschlecht eine Rolle.

Mögliche Beförderungsstufen sind: Studienrat, Oberstudienrat, Studiendirektor und Oberstudiendirektor.

Jede dieser Stufen entspricht auch einer anderen Besoldungsgruppe. Mit anderen Worten: Du übernimmst nicht nur mehr verantwortungsvolle Aufgaben, sondern wirst auch besser bezahlt.

Nicht zuletzt hat auch der Status eines Lehrers Einfluss auf die beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten. Meist sind Leitungs- und Koordinierungsstellen verbeamteten Lehrern vorbehalten.

Wer also als Angestellter im öffentlichen Dienst beschäftigt ist, muss sich unter Umständen auf eine kürzere Karriereleiter einstellen.

Als Lehrer hat man verschiedene Aufstiegsmöglichkeiten. Welche Karrierestufe möchtest Du erreichen? | Quelle: Pixabay

Voraussetzungen, um verbeamtet zu werden, sind grundsätzlich ein erfolgreich absolviertes Lehramtsstudium samt Referendariat, ein einwandfreies Führungszeugnis, ein gewisses Dienstalter sowie eine gesundheitliche Eignung.

Übrigens: In Sachsen und Berlin werden neue Lehrer nicht mehr verbeamtet.

Inwiefern ist die berufliche Mobilität von Lehrern in Deutschland eingeschränkt?

In der heutigen Arbeitswelt ist es üblich, flexibel und „mobil“ zu sein. Den Arbeitsort oder die -stelle zu wechseln oder sich beruflich neu zu orientieren ist dementsprechend vollkommen normal.

Mit dem Stichwort „berufliche Mobilität für Lehrer“ kann Verschiedenes gemeint sein: die geographische Mobilität (Wechsel der Schule, des Orts oder Bundeslandes), die inhaltliche Mobilität (Wechsel der Schulform oder der unterrichteten Fächer) oder ein kompletter Berufswechsel.

Ein Blick auf die deutsche Situation zeigt, dass die berufliche Mobilität in vielen Bereichen erschwert ist ­­– doch sie bietet auch Chancen.

Wer sich als Lehrer in Deutschland innerhalb eines Bundeslandes zum Beispiel aus persönlichen Gründen versetzen lassen möchte, kann dies prinzipiell tun. Wichtig ist ein fristgerecht gestellter Antrag (nach Möglichkeit mit Begründung).

Allerdings muss man für gewöhnlich drei Jahre an seinem ersten Dienstort bleiben, bevor man eine Versetzung beantragen kann.

Es kommt auch vor, dass Lehrer aufgrund eines geänderten Personalbedarfs an ihrer Schule innerhalb ihres Landes „zwangsversetzt“ werden.

Möchte man in ein anderes Bundesland umziehen, so kann man vom sogenannten „Lehreraustauschverfahren“ Gebrauch machen.

Besonders schwierig gestaltete bis vor wenigen Jahren noch der Bundeslands-Wechsel für Referendare und Junglehrer, denn oftmals wurden die Lehramtsabschlüsse zwischen den Ländern nicht ohne Weiteres anerkannt.

Dies hat sich glücklicherweise 2013 geändert, dennoch bleiben Hürden wie z. B. die erforderliche Fächerkombination.

In Sachen inhaltliche Mobilität bietet der derzeitige Lehrermangel an Grundschulen Chancen für eine berufliche Umorientierung: Mancherorts ist es für Gymnasiallehrer inzwischen möglich, an Grundschulen zu unterrichten und ggf. eine Umschulung zu absolvieren.

Übrigens: Auch über den Weg der privaten Nachhilfe kann ein Gymnasiallehrer Nachhilfe für Grundschüler geben und sich so neue Perspektiven eröffnen.

Beamtenpension: Wie hoch ist die Rente für Lehrer?

Das Rentensystem für Lehrer in Deutschland ist zweigeteilt, je nachdem, ob man als Beamter oder Angestellter im öffentlichen Dienst beschäftigt war oder nicht.

Beamte erhalten im Ruhestand eine sogenannte Pension von ihrem Dienstherrn, denn dieser ist per Gesetz dazu verpflichtet, ein Leben lang für das Wohlergehen seiner Beamten aufzukommen.

Finanziert wird diese Pension durch Steuereinnahmen, denn Beamte entrichten keine Beiträge zur Altersvorsorge. Bei der Höhe des Ruhegehalts wird nicht das gesamte Berufsleben berücksichtigt, sondern lediglich die letzten zwei Jahre vor dem Ruhestand.

Die Lehrerpension ist in der Regel gut. Als verbeamteter Lehrer im Ruhestand kann man recht zuversichtlich in die Zukunft blicken. | Quelle: Pixabay

Ehemals angestellte Lehrer hingegen bekommen eine Altersrente, die sich aus den Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung, die im Laufe des Berufslebens eingezahlt wurden, ergeben.

Das bedeutet: Je mehr sie in den Rententopf eingezahlt haben, desto höher fällt ihre Alterssicherung aus.

Um den Unterschied zur Beamtenpension auszugleichen erhalten ehemalige Angestellte die sogenannte „Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes“.

Die Beamtenpension beträgt – je nach Anzahl der Dienstjahre und des Pensionseintrittsalters – höchstens 71,75% des Bruttosolds der letzten zwei Berufsjahre.

Die Höhe der Altersrente und der Zusatzversorgung ermittelt sich wie gesagt auf Grundlage des Verdienstes über die gesamte Zeit der beruflichen Aktivität. Ermittelt wird die Rente nach einem Punktesystem: Je höher das jährliche Einkommen in der Vergangenheit war, desto mehr Rentenpunkte bekommt man.

In den meisten Bundesländern liegt das festgelegte Alter für den Eintritt in den Ruhestand von Lehrern übrigens bei 67 Jahren. Gewisse Faktoren können dieses Alter reduzieren.

Ansonsten ist ein Frühruhestand meist mit Abzügen bei der Rente bzw. Pension verbunden.

Das kann ein Grund sein, weshalb pensionierte Lehrer als Nebenjob weiterhin privat Unterricht geben möchten.

Denn auch ihnen ist es gestattet, neben der Pension ein zusätzliches Einkommen zu haben.

Kann ein verbeamteter Lehrer als Nebenjob Nachhilfe geben?

Aus verschiedenen Gründen kann es attraktiv sein, neben der Festanstellung als Lehrer privat Nachhilfe zu geben.

Sei es, weil Du Dein Gehalt aufbessern möchtest (z. B. wenn Du in Teilzeit arbeitest), Deiner Passion des Unterrichtens auch außerhalb des Klassenzimmers nachgehen willst oder Dich im klassischen Schulalltag vielleicht in Deiner Kreativität eingeschränkt fühlst.

Das Recht auf freie Berufswahl (Grundgesetz, Art. 12 Abs. 1) sowie das Bundesbeamtengesetz sind die rechtlichen Grundlagen, die eine Nebenbeschäftigung für Lehrer ermöglichen und regeln.

Wer als Lehrer nebenberuflich Nachhilfe geben möchte, muss sich bei der Schulleitung eine Genehmigung einholen (Beamte) bzw. die Tätigkeit anzeigen (Angestellte im öffentlichen Dienst).

Denn es gibt bestimmte Bedingungen, die eingehalten werden müssen:

  • Unter Deinem Nebenjob als Lehrer für private Nachhilfe dürfen Deine Pflichten in Deinem Hauptberuf nicht leiden,
  • die Nebentätigkeit darf ein Fünftel der Gesamtarbeitszeit nicht überschreiten,
  • deine Nebenbeschäftigung darf sich zeitlich nicht mit Deinem Unterricht überschneiden,
  • Deine dienstlichen Pflichten und Deine Unparteilichkeit dürfen durch die zusätzliche Tätigkeit nicht beeinträchtigt werden.

Für Lehrer mit Nebenjob gibt es einige Auflagen. Wer als Lehrer einem Nebenjob nachgehen möchte, muss einige Bedingungen erfüllen. | Quelle: Pixabay

Sofern diese Kriterien beachtet werden, sollte Deinem Antrag problemlos stattgegeben werden.

Wer Nachhilfe anbieten möchte, tut dies in aller Regel auf selbstständiger Basis, d. h. Du musst die Tätigkeit beim Finanzamt anmelden und auch Steuern darauf bezahlen.

Es handelt sich also um einen Freiberufler Nebenjob, nicht um ein Gewerbe (es sei denn, Du vermittelst andere Lehrer oder verkaufst Lehrmaterial).

Man kann sogar online Nachhilfe geben, z. B. über eine Nachhilfe Börse wie Superprof.

Wie viel verdient ein verbeamteter Lehrer gegenüber einem privaten Nachhilfelehrer?

Vergleicht man das Gehalt von deutschen Lehrern mit dem in anderen OECD-Ländern, so wird man feststellen, dass Pädagogen hierzulande vergleichsweise gut verdienen.

Wie viel man tatsächlich jeden Monat auf sein Konto überwiesen bekommt hängt von verschiedenen Faktoren ab: Schulform, Bundesland, Berufserfahrung und Status (verbeamtet/angestellt).

Für Beamten gibt es sogenannte Besoldungsgruppen, bei Angestellten gibt es Gehaltsgruppen. Angestellte werden nach dem Tarifvertrag der Länder vergütet (wobei die Einordnung in die Gruppen nicht überall einheitlich ist), die Besoldung der Beamten regelt jedes Bundesland selbst.

Innerhalb dieser Gruppen gibt es wiederum Gehaltsstufen, die an die Berufserfahrung gekoppelt sind: Je länger man schon im Dienst ist, umso mehr Geld bekommt man auch.

Grundschullehrer bemängeln häufig, dass sie bei Berufseinstieg in eine niedrigere Gruppe eingeordnet werden als ihre Kollegen am Gymnasium und damit auch weniger gut bezahlt werden: Grundschullehrer erhalten am Beginn ihrer Laufbahn ca. 3.200 Euro brutto, bei Gymnasiallehrern sind es ca. 3.800 Euro.

Je nach Gehalts- und Erfahrungsstufe kann der Nettostundenlohn eines Lehrers schon einmal unter die 20-Euro-Marke fallen. Privat Nachhilfe geben kann da ein lukratives Zubrot sein.

Mit Nachhilfeunterricht können sich auch Lehrer etwas dazuverdienen. Nachhilfeunterricht ist eine Möglichkeit, das Gehalt aufzubessern. | Quelle: Pixabay

Vom derzeitigen Boom auf dem Markt für private Nachhilfe können gerade Fachkräfte, d. h. ausgebildete Pädagogen, profitieren.

Sie haben das Know-How und können auch das Doppelte von den 20-30 Euro Stundenlohn, die für Nachhilfe Jobs durchschnittlich gezahlt werden, verlangen.

Für die meisten ist der Verdienst natürlich kein Grund, den sicheren Arbeitsplatz als Lehrer aufzugeben.

Wer sich jedoch ein Stück Freiheit „zurückholen“ möchte, für den bietet sich die Kombination aus Festanstellung und Nebenjob als Lehrer für Hausaufgabenhilfe an.

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