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Berufliche Aufstiegsmöglichkeiten für Lehrer im öffentlichen Dienst

Von Clara, veröffentlicht am 08/11/2018 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Berufliche Entwicklung: Welche Karriere-Aussichten haben Lehrer?

Je näher das Ende der Schulzeit am Gymnasium rückt, umso mehr drängt sich die Frage auf: Und was jetzt? So manch einer erlebt in dieser Phase des Lebens Verunsicherung und stellt sich viele Fragen darüber, wie es nun weitergehen soll.

Dazu gehört natürlich auch die Frage nach der beruflichen Orientierung: Will ich Lehrer werden? Will ich in die Wirtschaft? Wie wäre es mit Anwalt? Oder soll ich mich doch für den Wehrdienst melden? Diese Liste könnte man ewig weiterführen.

Selbst wenn man einmal eine Aufnahme- oder Abschlussprüfung erfolgreich gemeistert und einen unbefristeten Job in der Tasche hat, ist noch nicht klar, in welche Richtung sich die Zukunft entwickeln wird.

Wo stehe ich in 20 Jahren? Unter welchen Bedingungen werde ich unterrichten? Wie viel werde ich verdienen …?

Das Berufsleben macht ungefähr 40 Jahre unseres Daseins aus und erfordert nicht selten ein jahrelanges Studium – da sollte man nichts auf die leichte Schulter nehmen.

Alle, für die der Lehrerberuf auch eine Berufung ist, sollten sich daher über die Möglichkeiten der Entwicklung und des beruflichen Aufstiegs Gedanken machen.

Und wer weiß – vielleicht auch darüber, wie es mit dem Thema Nachhilfe Geben Privat aussieht …

Wie werde ich eigentlich Lehrer?

Die Voraussetzung, um in Deutschland Lehrer zu werden, ist das Absolvieren eines Lehramtsstudiums.

Dieses Studium ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt, denn die Lehrerausbildung obliegt hierzulande der Verantwortung der Länder.

Während man in Bayern oder Hessen das Studium mit dem 1. Staatsexamen abschließt, erlangt man in Thüringen oder NRW am Ende den akademischen Grad des „Master of Education“.

Studieren kann man entweder an einer Universität, einer pädagogischen Hochschule oder einer Kunst- oder Sporthochschule.

Um das Lehramtsstudium überhaupt aufnehmen zu können, gibt es gewisse Zulassungsbeschränkungen: Den Abitur-Durchschnitt sowie ggf. eine Eignungsfeststellungsprüfung, Sprachtests und Orientierungspraktika.

Voraussetzung für den Lehrerberuf ist ein Studium an der Hochschule. Um in Deutschland Lehrer zu werden, benötigt man ein Hochschulstudium. | Quelle: Pixabay

Doch ein erfolgreich abgelegtes Studium reicht noch nicht aus, um Lehrer zu werden.

Nach dem 1. Staatsexamen bzw. Master folgt ein 18 bis 24 Monate langes Referendariat, das Du mit dem 2. Staatsexamen abschließt.

Als Referendar verdienst Du übrigens ca. 1.000 Euro brutto monatlich und bist bis zum Ende des Referendariats „verbeamtet auf Widerruf“.

Danach erst bewirbst Du Dich auf ausgeschriebene Lehrerstellen. Manche Lehrer werden nach dem Referendariat auch direkt übernommen, das hängt jedoch vom Bedarf der Schule ab.

Doch wie kann man sich beruflich weiterentwickeln, wenn man einen Posten ergattert hat? Erfahre mehr darüber im nächsten Abschnitt.

Welche Aufstiegschancen habe ich als Lehrer?

Gute Berufsaussichten für den Nachwuchs gibt es in Deutschland vor allem für Berufsschullehrer für technische Fächer sowie für Lehrer der sogenannten MINT-Fächer und Latein.

Insgesamt herrscht in Deutschland derzeit akuter Lehrermangel, weshalb sogar Quer- und Seiteneinsteiger derzeit mitunter gute Chancen haben, Lehrer zu werden.

Die weniger guten Nachrichten? Hat man erst einmal eine Stelle als Lehrer ergattert, sind die Aufstiegschancen recht begrenzt. Oft muss man als junger Lehrer warten, bis ein älterer Kollege in Rente geht.

Je nach Schultyp gibt es für Lehrer unterschiedliche Entwicklungsmöglichkeiten.

An Haupt- und Realschulen sind die Aufstiegsmöglichkeiten rar, da es hier weniger Leitungs- und Koordinierungsstellen gibt. Berufsschullehrer hingeben haben meist bessere Chancen auf eine leitende Position – und somit auch mehr Geld.

Verglichen mit anderen Schulformen gibt es an Gymnasien mehr „Sprossen auf der Karriereleiter“, schließlich benötigt man hier für gewöhnlich mehr Koordinations- und Organisationspersonal. Dementsprechend sind auch die Karriere-Aussichten rosiger.

Gute Aufstiegschancen haben in Deutschland Gymnasiallehrer. Lehrer am Gymnasium haben die besten Aussichten auf eine Beförderung. | Quelle: Pixabay

Die Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung unterscheiden sich also erheblich in Abhängigkeit der Schule und ihres jeweiligen Bedarfs.

In Nordrhein-Westfalen beispielsweise gibt es für einen Gymnasialleiter folgende Beförderungsstufen:

  • Studienrat: z. B. Gymnasiallehrer
  • Oberstudienrat: z. B. Verantwortlicher für die Koordination von Schüleraustauschprogrammen oder Fachleiter (Sprecher eines Fachbereichs; organisatorische und Verwaltungsaufgaben, etc.)
  • Studiendirektor: z. B. Seminarleiter, der zusätzlich zur normalen Lehrertätigkeit die Betreuung von Referendaren und die Koordinierung ihrer Aufgaben übernimmt
  • Oberstudiendirektor: Rektor oder stellvertretender Rektor eines Gymnasiums

Jede dieser Funktionen entspricht einer anderen Besoldungsgruppe; durch eine Beförderung kannst Du also auch Deinen Verdienst verbessern (siehe dazu mehr im nächsten Kapitel).

Allerdings muss man sich bewusst machen, dass mit einer Beförderung auch meist eine geringere Unterrichtszeit einhergeht, weil man mehr organisatorische Aufgaben übernimmt.

Angestellte Lehrer haben übrigens meist weniger Aussichten auf eine Beförderung, da (mit Ausnahme von Berlin und Sachsen, wo keine Lehrer mehr verbeamtet werden) Stellen mit Führungsverantwortung in der Regel Beamten vorbehalten sind.

Damit wären wir schon beim nächsten Thema: Dem Unterschied zwischen Beamten und Angestellten im Lehrerberuf und den Auswirkungen auf das Gehalt.

Gehalts- und Statusunterschiede bei Lehrern

Wie bereits erwähnt unterscheidet man bei uns zwischen Beamten und Lehrern als Angestellte im öffentlichen Dienst. Ob, wie und wann man Aussicht auf eine Verbeamtung hat, regelt jedes Bundesland selbst.

Der Beamtenstatus

Mit einer Festanstellung bekommst Du ggf. das Angebot auf eine Verbeamtung auf Lebenszeit. Grundsätzlich muss man folgende Kriterien erfüllen, um für eine Beamtenlaufbahn in Betracht zu kommen:

  • Einen akademischen Lehramtsabschluss und ein erfolgreich abgelegtes Referendariat,
  • Ein behördliches Führungszeugnis ohne Vorstrafen,
  • Ein gewisses Dienstalter,
  • Eine ärztliche Bescheinigung über die gesundheitliche Eignung.

Was verdienen angestellte und verbeamtete Lehrer?

Nicht nur die Aufstiegschancen sind für Beamte meist vielversprechender, auch in punkto Einkommen stehen sie besser da. Grundsätzlich muss man jedoch sagen, dass Lehrer in Deutschland im internationalen Vergleich gut verdienen.

Das Bruttogehalt von Beamten ist ähnlich hoch wie das von angestellten Lehrern.

Sie bezahlen jedoch keine Renten-, Pflege- oder Arbeitslosenversicherung; sprich, sie haben netto mehr übrig. Neben den geringeren Abgaben locken auch Privilegien wie Unkündbarkeit und Zuschläge für eigene Kinder.

Beamte erhalten einen sogenannten „Sold“, Angestellte ein Entgelt, das über den Tarifvertrag der Länder (TV-L) geregelt ist.

Es gibt unterschiedliche Besoldungs- bzw. Entgeltgruppen, je nach Art der Stelle, die Du bekommst und abhängig vom Schultyp sowie – wie könnte es auch anders sein – vom Bundesland, in dem Du unterrichtest.

Das Gehalt eines Lehrers (sei er verbeamtet oder angestellt) steigt im Laufe der Dienstjahre an. Denn innerhalb einer Besoldungs- bzw. Entgeltgruppe gibt es noch verschiedene Erfahrungsstufen.

Das bedeutet, ohne in eine andere Position aufgestiegen bzw. befördert worden zu sein, steigt Dein monatlicher Verdienst mit der Zeit.

Nicht zuletzt hängt die Bezahlung auch von der Schulform ab: So bemängeln Grundschullehrer häufig, dass sie schlechter bezahlt werden als Gymnasial- oder Berufsschullehrer und das bei gleich langer Studiendauer.

Für gewöhnlich steigen Beamten in der Besoldungsgruppe A12 ein, bei Beförderung zum Studienrat käme man in die Gruppe A13 und ein Oberstudiendirektor liegt in Gruppe A16. In NRW entspräche das jeweils einem Bruttoverdienst von rund 3.450, 4.120 bzw. 5.450 Euro (jeweils Erfahrungsstufe 1).

In Thüringen lag die Besoldung 2017 in Gruppe A12 bei rund 3.280 Euro, in Gruppe A13 bei 3.950 und in Gruppe A16 bei knapp 5460 Euro.

Und in Berlin, wo es wie gesagt keine Beamten gibt, lag das Einstiegsgehalt für Angestellte im selben Jahr in Entgeltgruppe E11 bei rund 4.600 und in Gruppe E13 bei 5.170 Euro brutto.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Gehalt als Lehrer von vier Faktoren abhängt: Beamten- oder Angestelltenstatuts, Schultyp, Berufserfahrung und Region.

Das Lehrergehalt hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wer in Deutschland Lehrer wird, verdient nicht automatisch gleich viel wie seine Kollegen. | Quelle: Pixabay

Kritik an der aktuellen Lage

Das System der Verbeamtung in Deutschland gerät immer wieder in die Kritik. So heißt es von manchen Lehrern, dass es aufgrund der starken Regulierung im Lehrerberuf wenig Spielräume für Kreativität und Querdenken gebe.

Das Beamtentum suggeriere eine scheinbare (bzw. finanzielle) Sicherheit, die aber nicht zwangsläufig für mehr Zufriedenheit sorge.

Ein Lehrer aus Wuppertal verzichtete sogar 2013 auf seine Verbeamtung, da er sie als Einschränkung und „beruflichen Stillstand“ empfand.

Als Alternative schlug er eine Vergütung vor, die sich nach dem Engagement der Lehrer richtet. Und er ist damit nicht der einzige, der einen leistungsabhängigen Verdienst für Lehrer fordert.

Gegenstimmen gibt es z. B. bei den Gewerkschaften, die nicht glauben, dass ein solches Boni-System auf einen sozialen Beruf wie den des Lehrers übertragbar sei. Vielmehr bräuchten Lehrer eine intrinsische Motivation für ihren Job.

Für alle, die eine solche Motivation haben, ist ein Nebenjob als Lehrer für Privatunterricht vielleicht eine sinnvolle Ergänzung – wer sich dafür interessiert, sollte auch die Einkommensunterschiede von Privatlehrern und dem Staatsdienst kennen.

Mit Nachhilfeunterricht zum Geldbeutel und zur eigenen Zufriedenheit beitragen

Die finanziellen Rahmenbedingungen für Lehrer werden von staatlicher Seite vorgegeben und gelten für ländliche wie für städtische Gebiete.

2.500 Euro netto sind auf dem Land vielleicht das doppelte im Vergleich zur selben Summe in einer mittelgroßen Stadt oder das dreifache von dem, was man in Großstädten wie München oder Hamburg ausgibt.

Wenn also die finanziellen Vorteile als Beamter oder ganz einfach das Gehalt als angestellter Lehrer nicht ausreichen (gerade wenn man vielleicht Alleinverdiener in einer Familie ist), kann es für eine Lehrkraft durchaus attraktiv sein, Nachhilfe zu geben, vorausgesetzt, das Arbeitspensum lässt es zu.

Als Lehrer im Staatsdienst ist es durchaus erlaubt, eine selbstständige Nebentätigkeit auszuüben, dies ist gesetzlich geregelt.

Sofern Du alle Voraussetzungen erfüllst, genügt es tatsächlich, eine entsprechende Genehmigung bei der Schulleitung zu beantragen. Du hast sogar das Recht auf Genehmigung, eine Ablehnung muss klar begründet werden!

Je nachdem, wie stark Du familiär oder durch Hobbys eingebunden bist und wie viel Zeit Du zur Verfügung hast, kannst Du bis zu einem Fünftel Deiner Gesamtarbeitszeit für den Nebenjob als Lehrer aufbringen und privat Nachhilfe geben.

Selbstverständlich musst Du eine solche selbstständige Tätigkeit ordentlich anmelden (in der Regel ist man als Lehrer für Nachhilfe freiberuflich unterwegs); dazu genügt ein Gang zum Finanzamt und ein bisschen Geduld beim Ausfüllen eines Formulars.

Nachhilfeschüler finden sich relativ leicht: Lass Deine privaten und beruflichen Kontakte spielen oder melde Dich bei einem spezialisierten Nachhilfeanbieter (z. B. Schülerhilfe) an.

Um attraktivere Preise anzubieten und so wenig wie möglich Vermittler zwischenzuschalten, kann sich jedoch eine Eintragung bei einer Nachhilfe Plattform oder die Inserierung einer Kleinanzeige lohnen.

Berufliche Weiterentwicklung ist auch als Nachhilfelehrer möglich. Wenn Du Dich im Lehrerberuf eingeschränkt fühlst, ist private Nachhilfe vielleicht eine Chance auf Entfaltung. | Quelle: Pixabay

Als Lehrer im öffentlichen Dienst hat man einen sicheren und krisenfesten Arbeitsplatz und klar vorgegebene, dem Dienstalter entsprechende Gehaltserhöhungen.

Man hat damit die Gewissheit, am Ende seiner Laufbahn ein besseres Gehalt zu haben, unabhängig von der wirtschaftlichen Konjunkturlage.

Aber wir verstehen, dass man als Lehrer nicht bis zum Ende seiner beruflichen Tätigkeit warten möchte, um ein höheres Einkommen zu haben.

Daher ist ein Nebenverdienst durch Hausaufgabenhilfe (z. B. Online Nachhilfe geben, Deutsch als Fremdsprache unterrichten, Nachhilfe in Mathe geben, etc.) ein durchaus interessanter Nebenjob für Lehrer.

Und das nicht nur, um die Kasse aufzubessern, sondern auch, um den Freiraum, den Du vielleicht in Deinem Hauptberuf vermisst, ausnutzen zu können und Dich persönlich zu entfalten!

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