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Nebenberuflich Nachhilfe anbieten als Lehrer im öffentlichen Dienst

Von Clara, veröffentlicht am 02/11/2018 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Kann ein verbeamteter Lehrer als Nebenjob Nachhilfe Geben?

Du bist verbeamteter Lehrer und möchtest zusätzlich zu Deiner Tätigkeit privat Nachhilfe geben?

Das ist Dein gutes Recht.

Ganz gleich ob Du Dein Einkommen aufbessern oder ganz einfach Dein Wissen mit noch mehr Menschen teilen möchtest, im Grunde steht einem solchen Nebenjob als Lehrer nichts im Wege, wenn Du die wichtigsten Schritte befolgst.

Hier erfährst Du, warum es interessant sein kann, als verbeamteter Lehrer Nachhilfeunterricht in Betracht zu ziehen …

Nachhilfe geben: Als Lehrer im öffentlichen Dienst einer privatwirtschaftlichen Nebentätigkeit nachgehen

Im Folgenden möchten wir Dir die notwendigen Schritte erklären, die man befolgen sollte, wenn man nebenberuflich Nachhilfeunterricht geben möchte.

Grundsätzlich ist es zulässig, wenn ein Lehrer neben der hauptberuflichen Tätigkeit eine weitere entgeltliche Tätigkeit aufnehmen möchte.

Dies ist durch das Grundrecht auf freie Berufswahl und -ausübung des Deutschen Grundgesetzes (Art. 12 Abs. 1) festgelegt.

Prinzipiell ist die Ausübung einer Nebenbeschäftigung für Lehrer zulässig. Unterrichten darf man als verbeamterer Lehrer grundsätzlich auch außerhalb der Schule. | Quelle: Pixabay

Allerdings erfordert die Aufnahme einer solchen Nebenbeschäftigung – sei sie im Rahmen eines gewöhnlichen Angestelltenverhältnisses oder, wie es meistens der Fall ist, einer Selbstständigkeit – eine Genehmigung, die man als Lehrer beim Dienstherrn schriftlich zu beantragen hat.

Damit Deinem Antrag stattgegeben wird, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Deine Arbeitskraft darf durch die Art und den Umfang der Nebenbeschäftigung als Nachhilfelehrer nicht so sehr in Anspruch genommen werden, dass Du dadurch Deinen Dienstpflichten nicht mehr ordnungsgemäß nachkommen kannst.
  • Die Nebentätigkeit darf ein Fünftel Deiner regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit nicht überschreiten.
  • Die Nebentätigkeit darf grundsätzlich nur außerhalb Deiner Arbeitszeiten ausgeübt werden, d. h. sie darf sich zeitlich nicht mit Deinem Unterricht an der Schule überschneiden. Das würde nämlich dazu führen, dass Dein Unterricht ausfällt oder ein Kollege entsprechend mehr Arbeit leisten müsste.
  • Die Nebenbeschäftigung darf nicht im Widerstreit mit Deinen dienstlichen Pflichten stehen und Deine Unparteilichkeit nicht beeinflussen. So ist es in der Regel nicht zulässig, den eigenen Schülern Nachhilfeunterricht zu geben.

Übrigens: Lehrkräfte, die sich nicht in einem Beamten-, sondern in einem Arbeitnehmerverhältnis befinden, müssen Nebentätigkeiten zwar rechtzeitig vorher anzeigen, eine ausdrückliche Genehmigung ist aber nicht vorgesehen.

Dennoch gilt auch für Angestellte die Bedingung, dass die Nebenbeschäftigung die Haupttätigkeit nicht negativ beeinträchtigen darf und es können entsprechende Auflagen bestehen.

Die genauen rechtlichen Bestimmungen zur Nebentätigkeit als Beamter oder Angestellter im öffentlichen Dienst sind im Bundesbeamtengesetz (BBG) in den §§ 97 bis 105 festgelegt.

Diese Regelungen des Bundes gelten grundsätzlich auch für Landesbeamte, da das Nebentätigkeitsrecht der Länder sich weitestgehend an den Vorschriften des Bundes orientiert.

Welche Schritte muss ich befolgen, wenn ich als verbeamteter Lehrer Privatunterricht geben möchte?

Auch wenn es manche verbeamtete Lehrer geben mag, die ohne vorherige Genehmigung privat als Nachhilfelehrer tätig sind, so sei Dir dringlichst davon abgeraten.

Versäumst Du es, Dir eine Genehmigung einzuholen, liegt ein Dienstvergehen vor, das im schlimmsten Fall disziplinarische Folgen haben kann.

Deshalb solltest Du den Antrag auf Genehmigung einer Nebentätigkeit rechtzeitig vor Beginn der Tätigkeit stellen.

Wer als Lehrer einen Nebenjob ausüben möchte, muss dies schriftlich beantragen. Der Antrag auf Genehmigung einer Nebentätigkeit muss schriftlich erfolgen. | Quelle: Pixabay

Die einzelnen Schritte bei der Antragsstellung sehen wie folgt aus:

  1. Die Schriftliche Antragstellung:
  • Dazu stehen meist Formulare zur Verfügung, die Du in der Regel bei der Schulleitung einreichen musst.
  • Darin sind Angaben zu Art und Umfang der Tätigkeit, Dein Auftrag- bzw. Arbeitgeber sowie Deine Vergütung zu machen. Liegt kein Formular vor, erkundige Dich am besten bei der Schulleitung, welche Angaben erforderlich sind und erstelle ein eigenes Schreiben.
  1. Prüfung des Antrags:
  • Sobald Du Deinen Antrag eingereicht hast, wird von der Schulleitung geprüft, ob es sich bei der von dir angegebenen Tätigkeit tatsächlich um eine Nebenbeschäftigung im Sinne von BBG §97, Abs. 1 handelt und ob die oben genannten Voraussetzungen erfüllt werden.
  1. Mitteilung der Entscheidung:
  • Wenn Dein Antrag genehmigt wird, ist die Genehmigung meist auf ein bis fünf Jahre befristet. Solltest Du Deinen Nebenjob als Nachhilfelehrer länger ausüben wollen, kannst Du (rechtzeitig vor Ablauf der aktuellen Genehmigung) einen neuen Antrag stellen.
  • Denk daran: Grundsätzlich hast Du als Lehrkraft Anspruch auf Genehmigung! Nur wenn berechtigte Zweifel darüber bestehen, dass Du die oben genannten Voraussetzungen nicht erfüllst, kann Dein Antrag abgelehnt werden.
  1. Antrag genehmigt? Glückwunsch!
  • Wurde Deinem Antrag stattgegeben, so steht Deinem Nebenjob als Nachhilfelehrer nichts mehr im Wege. Denk daran, dass Du Änderungen bei Deiner Tätigkeit der Schulleitung so rasch wie möglich mitteilen solltest.

Das Prozedere mag zunächst abschreckend wirken. Dabei ist es nur eine relativ kleine bürokratische Hürde, die, wie gesagt, meist einen positiven Ausgang hat, wenn Du Dich an die oben genannten Kriterien hältst.

Tatsächlich haben sich bereits viele Lehrer für diesen Weg entschieden, denn bei Nachhilfelehrer Jobs gibt es derzeit einen regelrechten Boom.

Privat Nachhilfe zu geben, kann für Lehrer lukrativ sein. Die Nachfrage nach Nachhilfelehrern ist in manchen Regionen größer als das Angebot. | Quelle: Pixabay

Wie bereits erwähnt, üben die meisten Nachhilfelehrer ihre Tätigkeit auf selbstständiger Basis aus (auch wenn es durchaus Festanstellungen gibt, z. B. bei Nachhilfeinstituten).

Normalerweise entscheidet man sich dann für die Variante der „freiberuflichen Tätigkeit“, die Du ganz einfach beim Finanzamt anmeldest (Nur wenn Du z. B. planst Lernmaterial zu verkaufen oder Ähnliches, musst Du ein Gewerbe anmelden).

Du erhältst vom Finanzamt einen Fragebogen, in dem Du unter anderem Deinen geschätzten Umsatz und Gewinn angeben musst.

Da es sich in Deinem Fall um eine Nebentätigkeit handelt und Du wahrscheinlich einen entsprechend geringen Umsatz verzeichnen wirst, kannst Du von der sogenannten Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen.

Das bedeutet, dass Du keine Umsatzsteuer auf Deinen Rechnungen ausweisen musst und weniger bürokratischen Aufwand hast.

Ganz gleich, wo Du wohnst, Du kannst überall Nachhilfeunterricht erteilen (siehe dazu unsere Beispiele zum Thema Nachhilfe geben in Stuttgart / Nachhilfe geben in Köln).

Privatunterricht geben als verbeamteter Lehrer: Das eigene Wissen mit anderen teilen und sein Gehalt aufbessern

Wenn man Nachhilfeunterricht außerhalb der staatlichen Schule erteilt, verlässt man den Bereich des öffentlichen Dienstes. Der Privatsektor bietet eine Menge Vorteile.

Die Schüler möchten sich verbessern, die Entscheidung zum Nachhilfeunterricht ist freiwillig und wird meist durch die Eltern unterstützt.

Für alle, die gerne ihr Wissen weitergeben möchten und für die das Unterrichten eine Passion ist, ist dies eine wahre Bereicherung. Auch die Herausforderungen sind andere; es geht hier ganz besonders um persönliche Unterstützung und Vertrauensbildung.

Auf den meisten Plattformen für Nachhilfeunterricht können Lehrer ihre Anzeigen kostenlos schalten und ihre eigenen Preise festlegen.

Aber worin genau liegt der Unterschied beim Einkommen zwischen Privatunterricht und der Tätigkeit im öffentlichen Dienst?

Und welchen Rentenanspruch hat man im Vergleich zur Rente als verbeamteter Lehrer?

Bei Vermittlungsorganisationen kannst Du Deine Preise anpassen, je nach angebotener Dienstleistung, Ausbildungsniveau und Erfahrung.

Es gibt beträchtliche Unterschiede: Für eine Stunde Unterricht können zwischen 10 und 50 Euro in Rechnung gestellt werden. Die Zahlung findet zwischen dem Schüler und dem Lehrer statt, ohne die Beteiligung eines Dritten.

Einer der Vorteile bei der Nutzung von Superprof ist, dass man Vermittler umgehen kann. Private Nachhilfeinstitute behalten oft einen nicht zu vernachlässigenden Anteil des Preises ein, der dem Schüler berechnet wird (bis zu 50%).

Lehrer können zudem ihre Unterrichtsstunden flexibel gestalten, je nach ihrer Verfügbarkeit.

Der Nachhilfeunterricht richtet sich nach der eigenen zeitlichen Verfügbarkeit. Der Vorteil am Nebenjob Nachhilfelehrer ist die zeitliche Flexibilität. | Quelle: Pixabay

Das ist der Vorteil, wenn man Nachhilfe privat geben will: Man kann den Unterricht selbst planen und einteilen.

Jetzt, wo Du alles darüber weißt, wie man im Nebenjob Nachhilfe geben kann, …

… kannst Du Dich einfach in dieses neue Abenteuer stürzen!

Vor allem, wenn die Aufstiegschancen als verbeamteter Lehrer Dich nicht gerade in Höhenflüge versetzen, kann dies eine tolle Chance zur beruflichen Weiterentwicklung sein.

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