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Leitfaden für alle, die Privatlehrer werden wollen

Superprof Blog DE > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Wer kann Nachhilfe Geben?

In Deutschland steht Nachhilfeunterricht hoch im Kurs.

Rund 900 Millionen Euro geben Eltern in Deutschland pro Jahr für Nachhilfe aus!

Dies lässt sich vor allem durch die Ungleichheiten der schulischen Leistungen erklären.

Heutzutage ist es mehr als üblich, einen Nachhilfelehrer zu suchen, damit die eigenen Kinder wieder schulische Erfolge erleben und Lernfortschritte machen.

Auch Erwachsene nehmen Privatunterricht, um ihre Karriere in Schwung zu bringen, sich persönlich weiterzuentwickeln oder einen lang gehegten Traum wahr werden zu lassen, und lernen z.B. neue Fremdsprachen oder nehmen private Musikkurse oder Sportunterricht.

Da verwundert es nicht, dass viele Nachhilfelehrer werden wollen.

Ob um sich Taschengeld dazuzuverdienen oder um daraus einen Vollzeitjob zu machen – Privatunterricht Geben ist vielerlei Hinsicht interessant:

  • Die Bezahlung ist attraktiv (allein bei Superprof liegt der Stundenlohn oft bei rund 20€).
  • Du kannst Dir Deine Schüler und Unterrichtszeiten selbst aussuchen.
  • Dein Schüler wird Dir dankbar sein, dank Deiner Hilfe Fortschritte zu machen.

Du kennst Dich in einem Spezialgebiet aus und kannst pädagogisch denken und handeln, weißt jedoch nicht, ob Du in der Lage bist zu unterrichten?

Wer kann und darf überhaupt Nachhilfe geben?

In diesem Artikel erfährst Du, welches Profil ein Privatlehrer haben muss und welche Etappen man durchlaufen muss, bis man Schüler suchen und sein Fach/seine Fächer unterrichten kann!

Darf ich als Autodidakt Nachhilfe geben?

Mit Zunahme der Gruppen, in denen man Wissen austauschen kann (wie z.B. die MOOCs und TED-Talks), sowie der sozialen Lernnetzwerke und Lernvideos auf YouTube können sich heutzutage viele Menschen Wissen ganz allein aneignen!

Spontan könnte man denken, dass ein Autodidakt nicht die Berechtigung hat, einen Schüler zu unterrichten.

Doch in Wirklichkeit besitzt ein Autodidakt einen unstillbaren Lerndurst und kann seinem Schüler durchaus einen Unterricht bieten, der aus dem Rahmen fällt.

Dabei geht er vielleicht weniger akademisch vor als ein Lehrer mit Staatsexamen, doch seine pädagogische Vorgehensweise kann recht spielerisch, konstruktiv und interessant sein.

Autodidakten begeistern sich meist mehr für ihr Spezialgebiet. Auch Autodidakten verstehen ihr Handwerk – siehe Steve Jobs! | Quelle: visualhunt

Nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz muss man mindestens 13 Jahre alt sein, um Dienstleistungen in Privathaushalten zu erbringen, wie z.B. Nachhilfeunterricht.

Für letzteren solltest Du auch Deine Spezialkenntnisse nachweisen können, wenn nicht durch ein Diplom, so doch durch ZeugnisseBerufserfahrung oder ähnliches.

Ein Autodidakt kann also durchaus Privatunterricht geben!

Du hast Dir Dein Wissen allein angeeignet, besitzt dafür keinen Ausbildungsnachweis, weißt jedoch, wie Du Dein Wissen vermitteln kannst?

Dann hast Du natürlich das Recht, Deine Kenntnisse an Schüler weiterzugeben, welche sich in Deinem Spezialgebiet weiterbilden möchten.

Es reicht, sich ein Beispiel an muttersprachlichen Lehrern zu nehmen: Sie beherrschen die deutsche Sprache, welche jedoch nicht ihre Muttersprache ist, da sie im Ausland geboren wurden.

So sprechen sie beide Sprachen fließend und sind durchaus in der Lage, ihre Muttersprache zu unterrichten!

Was gibt es Besseres als einen Konversationskurs mit einem richtigen Muttersprachler, um Fortschritte im Mündlichen zu machen?

So sind auch Autodidakten, die sich z.B. das Gitarre Spielen selbst beigebracht haben und es perfekt beherrschen, in der Lage, Gitarre zu unterrichten.

Die einzige Bedingung ist, dass man von seinem Gebiet begeistert ist, denn Leidenschaft ist der beste Motor beim Vermitteln von Wissen.

Nicht nur ausgebildete Lehrer dürfen also Privatunterricht geben, sondern auch Autodidakten!

Wenn Du Deinen Entschluss gefasst hast und Nachhilfelehrer werden möchtest, musst Du Dich einfach an folgende Schritte halten:

  • Verfasse auf Plattformen wie Superprof Deine Anzeige für Nachhilfe und lege Deinen Tarif fest.
  • Antworte Deinen Schülern zügig.
  • Gehe für die Nachhilfe zu Deinen Schülern nach Hause (oder miete ein Büro an).
  • Biete ihnen in der ersten Stunde einen Einstufungstest an.
  • Lege mit ihnen die zu erreichenden Ziele fest.

Welchen Freibetrag kannst Du geltend machen? Auch als Privatlehrer musst Du Steuern zahlen – wenn Du über den Freibetrag hinauskommst. | Quelle: visualhunt

Tipps für selbstständige Nachhilfelehrer

Als selbständiger Privatlehrer stehst Du in keinem Angestelltenverhältnis.

Das Einkommensteuergesetz (EStG) § 18 besagt, dass Du dabei zu den Freiberuflern gehörst.

Der Einkommenssteuerfreibetrag für alleinstehende Freiberufler liegt bei 8.820 Euro im Jahr (2017).

Und gemäß der Gewerbeordnung § 6 bist Du als nebenberuflicher Nachhilfelehrer auch nicht zur Gewerbeanmeldung verpflichtet, da das Gewerberecht nicht für „die Erziehung von Kindern gegen Entgelt“ und „das Unterrichtswesen“ gilt.

Teile einfach Deine Nachhilfetätigkeit dem Finanzamt mit.

Wenn Du nebenberuflich Privatunterricht erteilst, kannst Du das auch auf Minijob-Basis tun, entweder beim Schüler zu Hause oder in Abhängigkeit von einem Nachhilfeinstitut.

Dabei darfst Du nicht mehr als 450€ im Monat verdienen.

Möchtest Du Nachhilfe zu Deinem Hauptberuf machen, evtl. in Deiner eigenen Einrichtung, in der Du auch Dein eigenes Lehrmaterial verkaufst, musst Du ein Gewerbe anmelden.

Gewerbesteuer musst Du erst ab einem Betrag von knapp 25.000€ im Jahr zahlen.

Wenn Du also nur nebenberuflich Nachhilfe gibst, zählst Du zu den Freiberuflern.

Machst Du diese Tätigkeit zu Deinem Hauptberuf, bist Du zur Gewerbeanmeldung verpflichtet.

Frage am besten im Gewerbeamt nach, welchen Status es Dir zuteilt.

Als selbständiger Nachhilfelehrer genießt Du den Vorteil, dass Du Deinen Tarif selbst festlegen kannst, nicht wie in einer Nachhilfeeinrichtung, in der Dein Verdienst wesentlich geringer ausfällt.

Als Student Privatunterricht geben

Jobben neben dem Studium ist nichts ungewöhnliches. Viele Studenten sind auf einen Nebenjob angewiesen. | Quelle. visualhunt

Rund die Hälfte aller Studenten muss sich das Studium selbst finanzieren.

Wenn man neben dem Studium und eventuellen Studiengebühren noch seine Miete und sein Essen selbst zahlen muss und eventuell vorhandenes BAföG nicht ausreicht, wird die Suche nach einem Nebenjob unvermeidbar.

Oft finden Studenten ihren ersten Teilzeitjob im Verkauf, in der Restauration oder im Lieferservice.

Viele Studenten geben auch Nachhilfe, um ihr Taschengeld aufzustocken.

Die Arbeit mit Kindern ist bei Studenten im Allgemeinen sehr beliebt!

Kein Wunder, denn der Privatunterricht bietet ideale Arbeitsbedingungen, flexible Arbeitszeiten sowie die Möglichkeit, die Grundlagen in Deinem Spezialgebiet noch einmal zu wiederholen.

Auch das Gehalt spricht für die Nachhilfetätigkeit als Studentenjob.

Der Stundentarif eines Nachhilfelehrers liegt in den meisten Fällen höher als der gesetzliche Mindestlohn von 8,84€ (1. Januar 2017).

Und da Du als nebenberuflicher Nachhilfelehrer wahrscheinlich nicht über den Einkommenssteuerfreibetrag kommen wirst, kannst Du Deinen Verdienst auch getrost beim Finanzamt melden, ohne Steuern zahlen zu müssen.

Das Profil eines Nachhilfelehrers

Zu sehen, wie ein Schüler dank seines Unterrichts Fortschritte macht, ob nun in Biologie, Geige oder Französisch, ist für einen Privatlehrer äußerst befriedigend.

Zwischen dem Schüler und dem Lehrer entsteht dabei ein wahres Vertrauensverhältnis.

Der Nachhilfelehrer kann dabei zu einem pädagogischen Berater werden, der den Schüler bei der schulischen und/oder beruflichen Orientierung unterstützt.

Doch wer kann Privatlehrer werden? Kann jeder Nachhilfe geben?

Solange man sich für sein Fach begeistert, kann man Nachhilfe geben. Die Profile der Privatlehrer sind sehr vielfältig. | Quelle: visualhunt

Es gibt kein allgemeingültiges Profil eines Nachhilfelehrers.

Je nach Fach kann es anders ausfallen.

Lehrer, die Schulfächer von der Grundschule bis zum Abitur unterrichten (Fremdsprachen, Philosophie, Biologie usw.), sind zum Teil Lehrer mit Staatsexamen oder Forscher an einer Universität.

Doch auch Studenten geben häufig Schülern Nachhilfe.

Und Muttersprachler erweisen sich als exzellente Privatlehrer für Sprachen!

Im Musik-, Kunst oder Informatikunterricht findet man neben Experten und Profis durchaus auch Autodidakten.

Andere sind staatlich geprüft oder anerkannt, wie z.B. private Fitnesstrainer.

Egal, welchen Werdegang Du zurückgelegt oder welche Ausbildung/welches Studium Du absolviert hast: Wenn Du Begeisterung für Dein Fach besitzt, bist Du auf jeden Fall in der Lage, einem Schüler qualitativen Nachhilfeunterricht zu geben.

Jetzt, wo Du alles über Privatunterricht weißt, musst Du nur noch Schüler finden… und sie auch behalten!

Erstelle Dir auf Superprof ein kostenloses Profil und erhöhe damit Deine Sichtbarkeit.

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