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Schülern welcher Altersgruppen kann ich Privatunterricht geben?

Von Anna, veröffentlicht am 27/07/2018 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Wem kann ich Nachhilfe Geben?

In Deutschland herrscht seit 1919 eine Schulpflicht für ganz Deutschland.

Aktuell beträgt diese 10 Jahre, also in der Regel vom 6. bis zum 16. Lebensjahr eines Schülers.

Im Schuljahr 2017/2018 besuchten ungefähr 8,35 Millionen Schüler allgemeinbildende Schulen in Deutschland.

Mit einer Alphabetisierungsrate von über 99% liegt Deutschland im internationalen Vergleich ganz weit vorne.

8,35 Millionen Schüler von etwas mehr als 82,5 Millionen Einwohnern Deutschlands – das heißt: ca. 10% der Bevölkerung in Deutschland besuchen allgemeinbildende Schulen; die Berufsschulen und Universitäten sind dabei noch nicht mitgezählt.

Wenn man einen Blick in die Grundschule wirft, muss man aber feststellen, dass das Niveau der 4.-Klässler über die Zeit zurückgegangen ist.

Potentielle Arbeit für Dich als Nachhilfelehrer(in)?

Du möchtest private Nachhilfe geben? Aber welche Art von Schülern kommt dafür infrage?

Superprof fasst in diesem Artikel für Dich zusammen, wer alles von Nachhilfe bzw. Privatunterricht profitieren kann und welchen Altersgruppen Du solchen zusätzlichen Unterricht anbieten kannst.

Nachhilfe geben für Vorschulkinder und Grundschüler

Der Kindergarten bzw. die Vorschule ist grundlegend für den zukünftigen Werdegang eines Menschen.

Es ist dieser Moment des Prozesses der Erstsozialisation (E. Durkheim 1858-1917), in dem das Kind eine andere soziale Welt als die der eigenen Familie entdeckt.

Die Grundschule ist ein Meilenstein in der Alphabetisierung eines Kindes.

Es ist das Alter, in dem:

  • die Sprache gefestigt wird: Phonetik, Grammatik, Vokabular.
  • das Zählen, Lesen und Schreiben gelernt werden.

Erzieherinnen und Erzieher für Vorschüler geben keinen klassischen Unterricht, sondern eher stimulierende Gruppenworkshops, die die kognitiven Fähigkeiten der Kinder durch spielerische Elemente fördern:

  • Musikalische Früherziehung
  • Erste spielerische Kontakte mit einer Fremdsprache
  • Mal- und Zeichenübungen
  • Bastelaktivitäten
  • Lernen kurzer Lieder und Gedichte

Diese einführenden und stimulierenden Aktivitäten sollen das Kind dazu bringen, aktiv zu sein und seine Kenntnisse zu festigen.

Für Kinder, bei denen schon in diesem Alter Lernschwierigkeiten auffallen oder die Probleme mit dem Deutschen haben (z.B. weil sie zuhause eine andere Sprache sprechen), kann eine Art erste Nachhilfe zusätzliche Hilfe bieten.

Natürlich kannst Du zusätzlich auch Deutsch als Fremdsprache unterrichten, jedoch braucht es bei Kindern in der Regel eine eher spielerische Herangehensweise.

Was lernt man im Kindergarten? Im Kindergarten ist der Input noch sehr spielerisch gestaltet. | Quelle: Pexels

Auch Lern-Apps und Online-Plattformen können etwas bewirken, wenn sie gut gemacht sind. Sie sind interaktiv, leicht zu bedienen, spielerisch aufbereitet und lustig.

Sie können eine Möglichkeit bieten, im Kindergarten Gelerntes zu wiederholen, ohne das Kind dabei zu überfordern:

  • Spieleseite des KiKA (kika.de/spielen)
  • Panfu (panfu.de)
  • Spielzwerg (spielzwerg.de)
  • Verschiedene Apps (z.B. unter bestekinderapps.de)

Nachhilfe im Kindergarten und in der Grundschule ist häufig noch nicht nötig und für manche Kinder eher eine zusätzliche Belastung als eine wirkliche Hilfe.

Deswegen sollte man immer gut abwägen, ob es in diesem Alter schon nötig ist und im Zweifel eine Expertenmeinung einholen.

Grundschulkindern Nachhilfe Geben bedeutet:

  • Die offiziellen Bildungsstandards des Bundeslandes und der Kommune/Grundschule des Kindes zu kennen,
  • pädagogische Kenntnisse zu haben und diese gezielt anzuwenden,
  • auf das Kind eingehen zu können,
  • eine erklärende und verständnisvolle Art an den Tag zu legen,
  • die Anforderungen in den Bereichen Mathematik, Deutsch usw. zu kennen und einschätzen zu können, ob sich das Kind normal entwickelt.

Nachhilfe geben für Schüler der Sekundarstufe I

Wenn die Schülerinnen und Schüler aus der Grundschule in die Sekundarstufe I kommen, sollten sie lesen, schreiben, kopfrechnen und einfache Rechnungen durchführen können.

Trotzdem gibt es in Deutschland 2 Millionen totale sowie 7,5 Millionen funktionale Analphabeten.

In der Sekundarstufe I (in der Regel Gesamtschule, Hauptschule, Realschule oder Gymnasium) zieht dann das Lerntempo nochmal deutlich an.

Die Schülerinnen und Schüler entdecken:

  • vertiefte künstlerische Fächer (Musik, Kunst/Werken)
  • neue naturwissenschaftliche Fächer (Biologie, Physik, Chemie)
  • neue sozialwissenschaftliche Fächer (Sozialkunde/Geschichte)
  • neue Fremdsprachen (Englisch, Französisch/Latein, evtl. Spanisch/Italienisch)
  • Textanalyse
  • kritisches Denken

Aufgrund des erhöhten Lernaufwands und der teils hohen Anforderungen der Bundesländer hat Nachhilfe ab der Sekundarstufe I durchaus seine Berechtigung.

Dabei darfst Du nicht vergessen, dass du die Schüler damit auf ihren ersten Schulabschluss vorbereitest (in der Regel Hauptschulabschluss oder mittlere Reife).

Dieser erste Erfolg bestimmt auch maßgeblich, welchen weiteren schulischen oder beruflichen Weg sie einschlagen werden.

Wiederhole mit Deinen Nachhilfeschülern intensiv den gelernten Stoff, sodass sie eventuelle Prüfungen respektive die 9. oder 10. Klasse gut bestehen und ihren Abschluss somit in der Tasche haben (in vielen Bundesländern reicht es beispielsweise, auf dem Gymnasium die 10. Klasse zu bestehen, um die mittlere Reife zu erlangen).

Nachhilfe in der Sekundarstufe I mit dem Ziel:

  • Auf der Hauptschule den Hauptschulabschluss zu schaffen.
  • Auf der Realschule die mittlere Reife zu schaffen.
  • Auf dem Gymnasium den Hauptschulabschluss (meistens durch Bestehen der 9. Klasse) und die mittlere Reife (meistens durch Bestehen der 10. Klasse) zu schaffen und mit guten Leistungen in die Oberstufe zu starten.
  • Das Wiederholen einer Klassenstufe zu verhindern.
  • Frustration und Abrutschen in der Schule zu verhindern: Als Jugendlicher in der Vorpubertät/Pubertät kann es schnell passieren, dass man gegen das Schulsystem rebelliert.
  • Sich an Reformen und neue Anforderungen anzupassen (z.B. G8 vs. G9).
  • Sich an das erhöhte Lerntempo zu gewöhnen und mitzuhalten.
  • Eine bereichernde Schulzeit zu erleben, die einen zu einem mündigen Bürger/einer mündigen Bürgerin erzieht.

Nachhilfe geben für Schüler der Sekundarstufe II

Nachhilfe in der Sekundarstufe II hilft, das bereits Gelernte zu festigen und sich mental und inhaltlich auf das Abitur vorzubereiten.

Die Sekundarstufe II oder Oberstufe ist eine wichtige Phase im Leben eines Schülers:

  • In der 10. Klasse (G8) bzw. 11. Klasse (G9) werden die Vertiefungsfächer gewählt und somit ein Grundstein für das Abitur und den weiteren schulischen und beruflichen Weg gelegt.
  • In der 11. bzw. 12. Klasse geht es mit großen Schritten aufs Abitur zu und die erbrachten Leistungen zählen teilweise schon in die Abiturnote mit rein.
  • In der 12. bzw. 13. Klasse werden die Abiturprüfungen abgelegt.

Als Nachhilfelehrer(in) fungierst du quasi als Motivationscoach und begleitest Deine Schüler Schritt für Schritt bis zum Abitur.

Besonders vor dem Abitur ist Nachhilfe wichtig. Entspannungsübungen können gestressten Abiturienten helfen, runterzukommen. | Quelle: Pexels

In Deutschland nehmen 18,7% der Gymnasiasten Nachhilfe.

Im Schuljahr 2017/2018 besuchten 2,2 Millionen Schülerinnen und Schüler in Deutschland ein Gymnasium.

Welchen Zweck hat Nachhilfe in der Sekundarstufe II?

  • Die schulischen Leistungen vor dem Abitur im Allgemeinen verbessern
  • Die Vertiefungsfächer wählen: Sprachliche, naturwissenschaftliche, künstlerische, sozialwissenschaftliche Fächer, Sport? Oder doch ein bunter Mix? Was interessiert den Schüler/die Schülerin? Arbeitet er/sie lieber mit den Händen oder an geistigen Aufgaben? Ist sie/er sprachlich begabt?
  • Ein Deutsch-Ass werden
  • Schon einmal wertvolle Punkte sammeln (denn die Noten der letzten zwei Jahre vor dem Abitur fließen zum Großteil in die Endnote mit ein)
  • Lernblockaden lösen
  • Strategien und Methoden zum eigenständigen Lernen entwickeln
  • Automatismen und Argumentationsfähigkeit stärken
  • Die sowieso schon guten Noten noch weiter verbessern (z.B. weil man für sein gewünschtes Studienfach einen bestimmten Numerus clausus erreichen muss)

Um Schülern der Oberstufe effizient Nachhilfe zu geben und sie zum erfolgreichen Bestehen des Abiturs zu führen, solltest Du unbedingt die Anforderungen des Lehrplans und der Abiturprüfungen des Bundeslands für deine Fächer kennen!

Auf den Seiten des Kultusministeriums des jeweiligen Bundeslands findest Du alle nötigen Informationen.

Egal, in welchen Fächern Du Nachhilfe gibst und was die Vertiefung deines Schülers ist, folgende Elemente können bei der Nachhilfe vor dem Abitur helfen:

  • Wiederholung der Theorie
  • Übungen (Matheaufgaben, Übersetzungen, Lückentexte, Aufsätze…)
  • Durchgehen alter Abiturprüfungen
  • Entspannungsübungen zur Beruhigung vor dem Abitur

Das Ziel ist, dass die Schülerinnen und Schüler inhaltlich und mental die bestmögliche Abiturvorbereitung erhalten und die Abiturprüfungen souverän und ohne übermäßigen Stress über- und bestehen.

Nachhilfe geben für Studenten

Wenn man das erste Mal an die Uni kommt, ist das erstmal wie ein Sprung ins kalte Wasser. Man muss lernen, wie man effizient lernt und Informationen sammelt und verarbeitet.

An der Universität ist der Arbeitsaufwand (vor allem für selbständiges Lernen) noch höher als am Gymnasium.

Und wieder handelt es sich um eine wichtige Phase im Leben eines jungen Menschen, die die weitere berufliche Laufbahn entscheidend beeinflusst.

Im Gegensatz zum Nachhilfeunterricht für Schüler, bei dem es eher darum geht, den Stoff zuhause zu wiederholen und zu vertiefen, geht es in den Lektionen für Studenten vielmehr darum, zu vermitteln, wie man alleine und selbständig effizient lernt.

Liebe Nachhilfelehrerinnen und Nachhilfelehrer: Studierende sind auch eine interessante Zielgruppe für Privatunterricht!

Hier einige Zahlen und Fakten:

  • Im Wintersemester 2017/2018 waren an deutschen Hochschulen 2.842.225 Studierende immatrikuliert.
  • Momentan gibt es 217 Fachhochschulen und 106 Universitäten in Deutschland.
  • Hinzu kommen verschiedene andere Hochschularten wie Kunsthochschulen, Verwaltungsfachhochschulen, theologische Hochschulen und pädagogische Hochschulen.
  • Die meisten Studierenden finden sich an klassischen Universitäten (1.754.802), gefolgt von 978.826 Studierenden, die an einer Fachhochschule eingeschrieben sind.
  • Die Studienanfängerquote lag im Jahr 2017 bei ca. 56%.

Studierende haben viel zu tun: Vorlesungen, Seminare und dann auch noch diese lästigen Leistungsüberprüfungen, Seminararbeiten, Referate und Abschlussprüfungen…

Private Nachhilfe kann eine gute Möglichkeit sein, den Arbeitsaufwand in den Griff zu bekommen.

Warum brechen viele Studenten in den ersten Semestern ab? Der Mangel an Eigenarbeit ist einer der Hauptgründe, warum Studierende das Studium abbrechen (müssen). | Quelle: Unsplash

Statistiken zufolge brechen in den ersten Semestern 20% der Studierenden ihr Studium freiwillig ab und 11% erhalten aufgrund ungenügender Leistungen den Exmatrikulationsbescheid.

Oft ist mangelnde Eigenarbeit zuhause der Grund dafür.

Durch Anwesenheit, Zuhören und Mitschreiben während der Vorlesungen ist die halbe Arbeit schon erledigt!

Rate Deinem Nachhilfeschüler:

  • so selten wie möglich Präsenzunterricht an der Uni zu verpassen,
  • das Mitgeschriebene am Computer noch einmal abzutippen und sinnvoll zu ordnen,
  • das im Unterricht Gelernte selbständig zu vertiefen, z.B. durch weiterführende Lektüre (Uni-Bibliothek, Stadtbibliothek, Buchhandlung, Internet…),
  • im Internet Zusatzinformationen zu recherchieren (kennt er/sie schon die Datenbanken für Fachliteratur und elektronische Fachzeitschriften?),
  • das Zeitmanagement zu optimieren: so und so viel Stunden pro Themenbereich, so und so viel Stunden pro Fach …

Unterstützung durch Nachhilfe für Studierende kann dabei helfen, eventuelle Lücken im selbständigen Arbeiten und der Organisation zu schließen.

Deine Studi-Nachhilfeschüler haben Angst, den Bachelor, den Master oder das Staatsexamen nicht zu bestehen?

Erinnere sie daran, dass der größte Feind des Erfolgs an der Hochschule fehlendes Selbstvertrauen und das Fehlen einer echten Lernstrategie sind!

Schließlich kann Private Nachhilfe während des Studiums viele positive Effekte nach sich ziehen:

  1. Wiederholung des Stoffs und Büffeln für Leistungsüberprüfungen und Zwischenprüfungen
  2. Gute Noten
  3. Die Grundlage für die weitere akademische Laufbahn legen (Master, Doktortitel, Professur…)
  4. Eine Stelle als HiWi oder einen Lehrauftrag erhalten
  5. Eine Praktikanten- oder Werkstudentenstelle (oder später eine gute Arbeitsstelle) erhalten

Privatunterricht geben für Senioren und Rentner

Was gibt es Schöneres, als sich auch am Ende des Berufslebens noch weiterzubilden?

Besser spät als nie – das gilt auch fürs Lernen!

Was kann man Senioren noch beibringen? Auch im hohen Alter gibt es einiges zu lernen. | Quelle: Pexels

Trotz des immer weiter steigenden Rentenalters und des gesättigten Arbeitsmarktes gibt es vielerlei Anreize für Senioren, sich weiterzubilden, um dem wirtschaftlichen und sozialen Wandel gerecht zu werden.

Die Gründe und Ziele sind vielfältig:

  • Nach langer Arbeitslosigkeit wieder attraktiv für Arbeitgeber werden
  • Vor der Rente befördert werden
  • Im hohen Alter doch noch einen Master machen
  • Lernen, mit neuen Technologien umzugehen
  • Gehirnjogging betreiben, um den Folgen einer Krankheit, chronischer Ermüdung oder zunehmenden Alters entgegenzuwirken

Im Gegensatz zu Schülern und Studenten hast Du mit Senioren keinen Zeitdruck!

Du solltest die ältere Person mit in die Konzeption der Privatlektionen mit einbeziehen.

Es wird leichter sein, mit Erwachsenen (in diesem Fall sehr erfahrenen Personen) ein Vertrauensverhältnis aufzubauen und einen regen, bereichernden Austausch zu erreichen.

Man kann auch noch mit 60 Jahren ein Unternehmen gründen oder sich selbstständig machen!

Hilf betagteren Personen mit Privatunterricht in folgenden Bereichen:

  • Neue Techniken im Bereich Marketing und Kommunikation
  • Buchhaltung
  • Projektmanagement
  • Programme und Anwendungen
  • Erstellung einer Webseite
  • Erlernen einer Fremdsprache (Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch …)

Sein Wissen weiterzugeben, ist selten so spannend wie als Privatlehrer(in) für Senioren, denn: Man kommt mit allen Phasen des Lebens in Berührung!

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