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Diese sprachlichen und administrativen Voraussetzungen erfordert Unterricht geben im Ausland

Von Tobias, veröffentlicht am 06/02/2019 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Welches Sprachniveau solltest Du besitzen, um dein Fach im Ausland zu unterrichten?

„So viele Sprachen du sprichst, so oft bist du Mensch“ – Tschechisches Sprichwort.

Sprachunterricht ist eine tolle Sache, erfordert aber kontinuierliches Lernen seitens des Lehrers. Wusstet Ihr, dass sich mehr als 74% der Lehrer nicht im Stande sehen, im Ausland zu unterrichten?

Dabei ist ein Auslandsaufenthalt in jeder Hinsicht positiv, vor allem, weil Ihr Euch selbst weiterentwickeln werdet. Aber bevor es so weit ist, müsst Ihr für Euch selbst einige Fragen beantworten.

Eine der entscheidenden Aspekte ist das Sprachniveau, welches Ihr benötigt, um im Ausland Unterricht geben zu können. In diesem Artikel versuchen wir, Euch eine Antwort auf diese Frage zu geben!

Welche Fächer kann man im Ausland unterrichten?

Egal, ob Ihr komplett in ein anderes Land auswandern oder lediglich einen mehrmonatigen Aufenthalt plant, um Eure Sprachkenntnisse zu verbessern: Als Lehrer müsst Ihr Euch informieren, ob das von Euch unterrichtete Fach in dem jeweiligen Land überhaupt auf der Agenda steht.

Es wäre ziemlich blöd, wenn Ihr vor Ort wäret und die Schulen Eure Dienste überhaupt nicht benötigen, oder?

Diese Fächer sind im Ausland besonders gefragt

Lehrer sein, das bedeutet, dass Ihr eine Leidenschaft dafür habt, Euer Wissen an andere weiterzugeben. Auch eine pädagogische Komponente ist in diesem Beruf stets enthalten. Aber ebenso wichtig ist es, herauszufinden, welche Fächer im jeweiligen Land gefragt sind.

Natürlich kann man das nicht komplett verallgemeinern, dennoch kann man sagen:

Gesucht werden vor allem Pädagogen, die in der Sekundarstufe II unterrichten dürfen, für folgende Fächer:

  • Deutsch und/ oder moderne Fremdsprachen
  • Nebenfächer wie Geschichte, Erdkunde und Musik
  • MINT-Fächer (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften)
  • Marketing und Wirtschaftswissenschaften
  • in geringem Umfang Lehrkräfte aus dem berufsbildenden Bereich für die duale Berufsausbildung und die Fachoberschule

Wenig überraschend unterrichten deutsche Lehrer im Ausland hauptsächlich Deutsch als Fremdsprache. Die deutsche Sprache ist im Ausland immer angesagter, auch, weil die deutsche Wirtschaft boomt und immer mehr Menschen zu uns kommen möchten, um hier einen Job zu ergattern. Gerade kriselnde Länder wie Spanien, Italien oder Griechenland sind daher ein sicheres Pflaster für jeden, der im Ausland Deutsch unterrichten möchte.

Geisteswissenschaftliche Fächer in der jeweiligen Landessprache zu unterrichten ist gar nicht so einfach, denn Ihr dürft dabei den geschichtlichen und kulturellen Bezug im jeweiligen Land niemals vernachlässigen.

Marketing und Wirtschaftswissenschaften sind überall relativ ähnlich und auch das technische Vokabular – meist anglofon – ist global gültig (alleine schon der Begriff Marketing!).

Mit Business und Marketing kommt Ihr überall gut zurecht Überlegt Euch vorher gut, welches Fach Ihr unterrichten wollt? | Quelle: Pixabay

Diese Fächer können im Ausland ohne Probleme unterrichtet werden

Als Deutscher Französischunterricht in Florida oder Südamerika zu geben ergibt relativ wenig Sinn, da hier Muttersprachler oft bevorzugt werden. Daher wird Euer Unterrichtsfach auch eine entscheidende Rolle bei der Wahl Eures Ziellandes spielen.

Wenn Ihr Deutschunterricht geben möchtet, dann solltet Ihr in Länder gehen, in denen Deutsch auch als Fremdsprache an Schulen unterrichtet wird. Als Englischlehrer ist die Auswahl da schon ein wenig breiter gefächert, denn die Sprache wird von so gut wie jedem Schüler auf der Welt gelernt. Hier sind China und andere fernöstliche Länder sehr interessant.

Dennoch ist Deutsch für die allermeisten von Euch das Fach, mit dem Ihr im Ausland auf die wenigsten Probleme stoßen werdet. Denn bei Deutsch wird Euch so schnell keiner was vormachen. Dennoch solltet Ihr stets auch ein Minimum an Sprachkenntnissen der jeweiligen Landessprache vorweisen können, um zur Not in ihr kommunizieren zu können.

Auch Naturwissenschaften und Geschichte sind relativ einfach zu unterrichten, da sie auf Fakten basieren. Wenn Ihr die wichtigsten Vokabeln in diesen Bereichen perfekt beherrscht, dann sollte auch das Unterrichten in einer anderen Sprache kein Problem mehr für Euch darstellen.

In China könnt Ihr ganz leicht Englisch unterrichten Englischlehrer werden vor allem in Asien händeringend gesucht | Quelle: Pixabay

Viel schwieriger ist es, Literatur oder Philosophie zu unterrichten, da Ihr dafür die Sprache sowie die Kultur im jeweiligen Land perfekt kennen müsst.

Wundert Euch nicht, wenn Ihr vor Eurer Einstellung zum Lehrer an einer ausländischen Schule diversen Tests unterzogen werdet. Das liegt daran, dass der Lehrplan von Land zu Land stark variieren kann und sichergestellt werden soll, dass Ihr den Stoff im Zielland wirklich beherrscht.

Wie gut muss ich die jeweilige Landessprache beherrschen?

Egal, ob Ihr Unterricht im Kindergarten, der Grundschule, einem Gymnasium oder gar an der Universität geben wollt: Ein Mindestmaß an Kenntnis der lokalen Sprache ist unerlässlich. Je nach Zielland variiert auch das geforderte Sprachniveau.

  • Auf europäischer Ebene gibt es einen allgemeinen Referenz-Rahmen, der von A1 (absoluter Anfänger) bis C2 (muttersprachliches Niveau) reicht.
  • Für alle anderen Länder (USA, China, Japan etc.) müsst Ihr Euch jeweils einzeln informieren

Unterschätzt nicht den Aufwand, den das Erlernen einer komplizierten Fremdsprache wie Chinesisch mit sich bringt. Bis Ihr Euch wirklich in dieser Sprache unterhalten könnt, müsst Ihr wirklich hart arbeiten!

Aufgrund der geringeren sprachlichen und administrativen Hürden entscheiden sich die meisten deutschen Lehrer dazu, im europäischen Ausland zu unterrichten. In diesem Fall könnt Ihr Euch auf den gemeinsamen europäischen Sprach-Referenzrahmen stützen:

  • Absolute Anfänger und elementare Sprachanwendung (A1)
  • Fortgeschrittene elementare Sprachanwendung (A2)
  • Anfänger in selbständiger Sprachanwendung (B1)
  • Fortgeschrittene in selbstständiger Sprachanwendung (B2)
  • Kompetente Sprachanwendung und muttersprachliches Niveau (C1/C2)

In den meisten Fällen benötigt Ihr mindestens ein B-Niveau, um im Ausland unterrichten zu dürfen. Nur so ist gewährleistet, dass Ihr Euch in der jeweiligen Landessprache mit Euren Schülern wirklich unterhalten könnt und auch im Alltag zurechtkommt.

Für manche Sprachen könnt Ihr noch vor Ort in Deutschland einen Sprachtest absolvieren, der Eurer Schule im Ausland bestätigt, dass Ihr ein bestimmtes Sprachniveau erreicht habt. Für Englisch gibt es da zum Beispiel den TOEFL-Test, der Euch die Türen zu renommierten Schulen in Ländern wie Großbritannien, den USA oder Australien öffnet.

Der TOEFL-Test ist Voraussetzung für viele englischsprachige Einrichtungen Um an der Uni unterrichten zu können, braucht man unter Umständen gewisse Zertifikate | Quelle: Pixabay

Diese Art von Tests überprüft Eure mündlichen und schriftlichen Fähigkeiten und sind häufig Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung im Ausland.

Um die sprachliche Herausforderung ein wenig zu schmälern, entscheiden sich viele Lehrer dazu, an einer deutschen Schule im Ausland zu unterrichten. Hierbei benötigt man in der Regel keine vorherigen Sprachkenntnisse, obwohl sie für die Verständigung im Alltag vor Ort natürlich dennoch nützlich sind.

Als Lehrer ins Ausland entsendet werden – diese Möglichkeiten gibt es

Als Lehrer oder Lehrerin an einer deutschen Schule habt Ihr die Möglichkeit, Euch für eine gewisse Zeit ins Ausland versenden zu lassen. Ein probates Mittel, um für einige Jahre Eurem Alltag in Deutschland zu entfliehen und Euch selbst persönlich voranzubringen.

Dafür müsst Ihr der Sprache im Zielland nicht unbedingt mächtig sein, denn Ihr werdet in der Regel an eine deutschsprachige Schule entsendet.

Grundsätzlich gibt es für fest angestellte Lehrer zwei Wege ins Ausland: Zum einen vermittelt die ZENTRALSTELLE FÜR DAS AUSLANDSSCHULWESEN (ZFA) Lehrer ins Ausland. Oder Ihr ergreift Eigeninitiative und bewerbt Euch individuell als Ortslehrkraft (OLK) bei den Schulen im Ausland. Je nach Programm gibt es verschiedene Auswahlverfahren.

Wer den direkten Weg als OLK gehen möchte, der sollte beachten, dass die Arbeitsbedingungen und die Bezahlungen meist unter dem Niveau der durch das ZFA versendeten Lehrer liegt.

Der andere große Vorteil daran, über das ZFA an eine ausländische Schule versandt zu werden, ist der, dass Ihr bei der Rückkehr nach Deutschland Euren alten Job antreten können werdet. Die Reintegration in den heimischen Arbeitsmarkt gestaltet sich also problemlos.

Biologie unterrichten in Shanghai, Geschichte vermitteln in Mailand oder Deutsch als Fremdsprache lehren in Lima? Es gibt viele Möglichkeiten für Lehrkräfte, für einige Jahre an einer Schule im Ausland zu arbeiten.

Als Lehrer habt Ihr die Qual der Wahl Es gibt so viele Möglichkeiten, auf der Welt Unterricht zu geben | Quelle: Pixabay

Falls Ihr Euren Auslandsaufenthalt lieber privat planen wollt, könnt Ihr Euch zum Beispiel an das Goethe-Institut oder binationale Verbände wie das Deutsch-Französische-Jugendwerk wenden.

Diese Dinge müsst Ihr bei einem Auslandseinsatz als Lehrer beachten

Auch, wenn sich Behörden wie das ZFA um die Suche nach einer geeigneten Schule im Ausland für Euch kümmern, so will ein mehrjähriger Auslandsaufenthalt dennoch gut vorbereitet sein.

Bevor Ihr Euch dazu entscheidet, an einer Schule in den USA, China oder Brasilien zu unterrichten, solltet Ihr zunächst einige Fragen für Euch selbst beantworten:

  • Habt Ihr die finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten, um längere Zeit ins Ausland zu gehen?
  • Habt Ihr die nötige Kompetenz und Erfahrung, um diesen Schritt zu wagen?
  • Seid Ihr bereit, Eure Tätigkeit im Heimatland für einen bestimmten Zeitraum auszusetzen und einen neuen Abschnitt in Eurer Karriere zu wagen?
  • Ist Eure Familie dazu bereit, den Schritt ins Ausland mit Euch zu wagen?

Nur, wenn Ihr Euch wirklich sicher seid, dass Ihr auf all diese Fragen eine positive Antwort geben könnt, bei der Ihr auch bleiben werdet, solltet Ihr Euch mit den weiteren Formalitäten eines Auslandsaufenthaltes als Lehrer beschäftigen.

Natürlich unterscheiden sich die Vorbereitungen immer von Land zu Land. So benötigt Ihr in Ländern wie China oder Russland ein Arbeitsvisum, das unter Umständen gar nicht so leicht zu bekommen ist. Entscheidet Ihr Euch dafür, Unterricht in einem EU-Land wie Frankreich oder den Niederlanden zu geben, dann könnt Ihr das ohne weitere administrative Schritte tun.

Gleiches gilt für das erforderliche Sprachniveau. In lateinamerikanischen Staaten solltet Ihr ein Mindestmaß an Spanisch beherrschen, um im Alltag bestehen zu können. Geht die Reise hingegen nach Skandinavien, dann werdet Ihr mit Englisch oder sogar Deutsch hier sehr gut durchkommen. Die Devise ist: Es kommt immer auf das Zielland an.

Daher solltet Ihr Euch stets Erfahrungsberichte von Lehrern durchlesen, die bereits einige Jahre im jeweiligen Land unterrichtet haben und Euch wertvolle Tipps geben können.

Dazu gehören auch der Abschluss der richtigen Versicherung und eines lokalen Bankkontos sowie die Wohnungssuche oder Ansprechpartner bei Problemen vor Ort.

Egal, wohin Euch Euer Auslandsaufenthalt führt: Wir wünschen Euch dabei alles Gute!

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