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So könnt Ihr Euch als Lehrer entsenden lassen

Von Tobias, veröffentlicht am 08/02/2019 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Wie bewerbe ich mich für eine Lehrtätigkeit im Ausland?

Lehrer nehmen eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft ein, denn von Ihrer Arbeit – dem Vermitteln von Wissen und Bildung – hängt die Zukunft unseres Landes stark ab. Auch deshalb ist es wichtig, dass die Lehrer sich stets persönlich und beruflich weiterbilden.

Und das ist unter anderem durch eine Lehrtätigkeit im Ausland möglich! Für Euch als Lehrer ist das DIE Gelegenheit, einmal aus Eurem gewohnten Umfeld auszubrechen und ein neues Land und eine neue Kultur kennenzulernen.

Es gibt heute verschiedene Möglichkeiten, das zu tun. Eine der beliebtesten Möglichkeiten, als Lehrer entsendet zu werden, läuft über die ZfA (Zentrale für Auslandsschulwesen). Diese betreut rund 140 deutsche Auslandsschulen auf der ganzen Welt.

In diesem Artikel erfahrt Ihr, wie Ihr Euch bewerben könnt, was Ihr vor der Abreise beachten müsst und wie Ihr Euch auf Euren Auslandseinsatz als Lehrer am besten vorbereiten könnt.

Als Lehrer entsendet werden – was bedeutet das eigentlich?

Viele Lehrerinnen und Lehrer spielen irgendwann in ihrem Berufsleben einmal mit dem Gedanken, ins Ausland zu gehen und für eine gewisse Zeit an einer Schule in einem fremden Land zu arbeiten. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Man wünscht sich ein wenig Abwechslung in seinem eventuell monotonen Arbeitsleben, möchte seinen persönlichen Horizont erweitern, neue Erfahrungen sammeln oder neue Fremdsprachen, Kulturen und Menschen kennenlernen.

Für all diese Menschen bietet es sich an, sich über die ZfA für einige Zeit ins Ausland als Lehrkraft entsenden zu lassen. Der große Vorteil daran: Wenn Ihr nach einigen Jahren wieder zurück in Eure Heimatstadt kommt, könnt Ihr Euren alten Posten an der Schule wieder antreten und könnt Euch so nahezu reibungslos wieder integrieren.

Da Bildungspolitik Sache der Länder ist, kann es hier zu Unterschieden in der Handhabung der Entsendungs-Praxis geben.

In Bayern gibt es andere Regelungen als in NRW Die Regelungen für den Auslandseinsatz von Lehrern sind von Bundesland zu Bundesland anders | Quelle: Pixabay

Grundlage der Entsendung deutscher Lehrkräfte war ursprünglich ein Mangel an Lehrkräften für Deutsch als Fremdsprache (DaF) in bestimmten Regionen der Welt. Heute wird die Entsendung vor allem von motivierten und interessierten Lehrkräften wahrgenommen, die persönlich und / oder beruflich einen Schritt nach vorne machen möchten.

Bei der Vermittlung durch die ZfA wird zwischen Auslandsdienstlehrkräften (ADLK) und Bundesprogrammlehrkräften (BPLK) unterschieden. Je nach Programm gibt es unterschiedliche Auswahl- und Bewerbungsverfahren. Wenn Ihr Euch als ADLK bewerben wollt, dann ist zwingende Voraussetzung, dass Ihr unbefristet als Lehrer an einer deutschen Schule angestellt seid.

Als BPLK  könnt Ihr Euch bereits bewerben, wenn Ihr das 2. Staatsexamen, einen Masterabschluss im Fach Deutsch als Fremdsprache (DaF-Master) oder einen als gleichwertig anerkannten Abschluss gerade abgelegt habt oder in Kürze ablegen werdet.

Ortskräfte (OK) und Ortslehrkräfte (OLK) werden nicht von der ZfA vermittelt. Interessierte können sich stattdessen mit den örtlichen Schulen direkt in Verbindung setzen.

Wer sich bei der ZfA als Auslandsdienstlehrkraft bewirbt, der sollte wissen, dass er sich das jeweilige Zielland nicht einfach aussuchen kann. Vielmehr wird jeder Bewerber einer der 140 Auslandsschulen, die von der ZfA unterstützt werden, zugeteilt. Ihr könnt als Bewerber lediglich bis zu zwei größere Regionen der Welt ausschließen (wenn Ihr z.B. auf keinen Fall nach Afrika wollt etc.).

Größte Nachfrage an Schulen der Gastländer besteht für Lehrkräfte mit gymnasialem Lehramt und den Fächern Deutsch, Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache, einer modernen Fremdsprache und ggf. weiteren Fächern. Auch Mathe-, Physik- oder Chemielehrer werden oft gesucht, während Geisteswissenschaften eher von lokalen Lehrkräften unterrichtet werden.

Physiklehrer werden häufig im Ausland gesucht Welches Fach wollt Ihr im Ausland unterrichten? | Quelle: Pixabay

Um jedoch überhaupt für eine Entsendung durch die ZfA in Frage zu kommen, müsst Ihr zunächst einige wichtige administrative Schritte befolgen.

Der erste Schritt: So solltet Ihr Eure Bewerbung gestalten

Wenn Ihr von Eurem Arbeitgeber für das Programm der Auslandsdienstlehrkraft-Versendung freigestellt worden seid, dann ist der nächste Schritt die Bewerbung bei der ZfA. Je nachdem, welche Art von Auslandsaufenthalt Ihr anstrebt, muss Eure Bewerbung bestimmte Bestimmungen erfüllen.

Wenn Ihr Euch bei der ZfA als ADLK bewerben wollt, dann müsst Ihr folgende Unterlagen einreichen:

  • Personalbogen für Auslandsdienstlehrkräfte, inklusive der Anlagen 1-4
  • tabellarischer Lebenslauf (Vorlage eines Passfotos wird freigestellt)
  • gegebenenfalls Nachweise über die Teilnahme an Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen
  • Ablichtung der letzten dienstlichen Beurteilung, soweit nicht älter als 3 Jahre (Landesbestimmungen können davon abweichen)

Die Unterlagen werden über Euren Arbeitgeber, also in den meisten Fällen den Schuldirektor, an die ZfA weitergeleitet und dort ins Auswahlverfahren aufgenommen.

Für eine Bewerbung als Bundesprogrammlehrkraft müsst Ihr statt der letzten dienstlichen Beurteilung beglaubigte Kopien der Zeugnisse über das erste und zweite Staatsexamen einreichen. Achtet stets darauf, dass Ihr diese Unterlagen frühzeitig einreicht, denn die Vermittlung durch die ZfA kann durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen!

Für eine Tätigkeit als Ortslehrkraft könnt Ihr Euch formlos direkt bei einer Deutschen Auslandsschule bewerben. Außerdem besteht die Möglichkeit der Aufnahme in eine von der ZfA geführte Datenbank, über die die Leiterinnen und Leiter der Deutschen Auslandsschulen Kontakt mit Euch aufnehmen können.

Dazu müsst Ihr folgende Unterlagen einreichen:

  • den ausgefüllten und unterschriebenen Personalbogen für Ortskräfte
  • unterschriebene Anlagen zum Personalbogen
  • einen tabellarischen Lebenslauf (Passfoto freigestellt)
  • Kopien der Zeugnisse, Ausbildungsnachweise, evtl. Beurteilungen

Gebt Euch Mühe beim Erstellen Eures Lebenslaufs Euer Lebenslauf muss den Anforderungen der ZfA entsprechen | Quelle: Pixabay

Wenn Ihr Euch als OK oder OLK direkt bei einer Schule im Ausland bewerben möchtet, dann solltet Ihr in jedem Fall ein kleines Schreiben beifügen, indem Ihr Euch selbst ein wenig vorstellt und die Gründe erläutert, aufgrund derer Ihr im Ausland unterrichten möchtet!

Auch hier noch einmal der dringende Hinweis: Kümmert Euch frühzeitig um Eure Bewerbungsunterlagen und achtet auf die Bewerbungsfristen. Erwartet nicht, von heute auf morgen ins Ausland geschickt zu werden, denn derlei Formalitäten brauchen in bürokratischen Systemen oft lange Vorlaufzeiten.

Zweiter Schritt: Bereitet Euch und Euer Umfeld auf Eure Abreise vor

Es ist soweit, Ihr wurdet von der ZfA vermittelt oder habt Euch erfolgreich direkt bei einer Schule im Ausland beworben. Jetzt geht die Vorbereitung aber erst richtig los!

Denn Ihr könnt ja nicht einfach so ganz mir nichts, dir nichts, über Nacht verschwinden. Bevor Ihr den zugeteilten Posten an einer ausländischen Schule definitiv zusagt, solltet Ihr noch einmal ganz genau in Euch gehen und folgende Fragen für Euch selbst beantworten:

  • Wäre Euer Partner überhaupt dazu bereit, mit Euch den Schritt ins Ausland zu wagen?
  • Welche beruflichen Möglichkeiten gäbe es dort für sie / ihn?
  • Gibt es in der Nähe Eurer Arbeit eine Schule, auf die Ihr Eure Kinder schicken wollt?
  • Wer kann sich um Eure Kinder kümmern, wenn Ihr gerade in der Schule seid?

Nur, wenn Ihr alle diese Fragen mit gutem Gewissen beantworten könnt, solltet Ihr den Schritt ins Ausland wirklich wagen.

Ist das der Fall, dann könnt Ihr so langsam Eure Abreise planen. Dazu gehört auch, dass Ihr Euch innerlich darauf vorbereitet, für einige Monate oder gar Jahre in einem völlig neuen Kulturkreis zu leben und mit unbekannten Menschen zu arbeiten.

Vielleicht habt Ihr schon eine Idee, wie Ihr den Unterrichtsinhalt Eures Fachs an Eure zukünftige Klasse anpassen könnt. Denn aufgrund des unterschiedlichen kulturellen Hintergrunds ist das bei Fächern wie Geschichte oder Politik oft gar nicht so leicht!

Am Anfang braucht Ihr Zeit, um Euch an die neue Kultur zu gewöhnen Entdeckt fremde Kulturen und Sprachen ! | Quelle: Pixabay

Offenheit, Gelassenheit und Empathie sind Charaktereigenschaften, die die Arbeit im Ausland sicherlich für Euch erleichtern werden. Höflichkeitsformen müssen erlernt und respektiert werden und unterschiedliche Zeitbegriffe sind oft gewöhnungsbedürftig.

Vergesst nie: Ihr seid in einem fremden Land zu Gast, also liegt es an Euch, Euch den Sitten und Gepflogenheiten der örtlichen Bevölkerung anzupassen!

Nicht zu vernachlässigen ist ebenfalls das Erlernen der Sprache des Gastlandes. Natürlich kommt es dabei immer darauf an, wo genau Ihr Unterricht geben werdet. In vielen Ländern kommt man gut mit Englisch durch, in anderen, weniger entwickelten, sollte man zumindest die Basics vorher lernen.

Nur so ist gewährleistet, dass Ihr Euch mit Kollegen, Schülern und im Alltag zumindest einigermaßen verständigen könnt.

Wir empfehlen Euch, innerhalb des europäischen Sprach-Referenzrahmens mindestens das Niveau B1 in der jeweiligen Sprache noch vor Abreise zu beherrschen!

Dritter Schritt: Weitere Vorbereitungen, die Ihr vor Abreise treffen müsst

Auch, wenn Euch die ZfA und Eure Schule im Ausland sicher bei der Organisation Eures Auslandsaufenthaltes unterstützen werden – es gibt dennoch einiges zu beachten. Habt Ihr Euch zum Beispiel schon informiert, ob Ihr für Euer Zielland ein Visum benötigt und wenn ja, wie viele Tage im Voraus Ihr es beantragen müsst?

Oder benötigt Ihr vielleicht ein Konto bei einer örtlichen Bank, auf das Euer Gehalt überwiesen werden kann?

Je nach Fall und Land fallen die administrativen und organisatorischen Schritte, die Ihr vor Abreise zu treffen habt, anders aus. Dennoch kann man sagen, dass Ihr Euch über folgende Dinge auf jeden Fall Gedanken machen müsst:

  • Eine Unterkunft finden und einen Strom- und Wasservertrag abschließen
  • Ein Bankkonto eröffnen
  • Euch einen internationalen Führerschein ausstellen lassen
  • Euren Arbeitsvertrag unterschreiben
  • Euch eventuell beim zuständigen Meldeamt anmelden (falls Ihr länger im jeweiligen Land bleibt).

Informiert Euch in Foren und lest Erfahrungsberichte von Lehrern, die bereits im Ausland waren. Sie werden Euch sicher auch auf Anfrage hin persönlichen Rat geben und Euch bei der Vorbereitung Eures Auslandsaufenthalts mit Rat und Tat zur Seite stehen.

So, die Koffer sind gepackt und es kann losgehen! Wir wünschen Euch viel Erfolg beim Unterrichten!

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