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Ihr wollt im Ausland unterrichten? Hier findet Ihr Tipps & Tricks

Von Tobias, veröffentlicht am 06/02/2019 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Welche organisatorischen Vorbereitungen müssen für deine Lehrtätigkeit im Ausland getroffen werden?

Weltweit besuchen fast 80.000 Schülerinnen und Schüler deutsche Auslandsschulen. Dafür benötigt man natürlich auch entsprechend Personal: Rund 1.900 aus Deutschland vermittelte Lehrkräfte unterrichten zusammen mit einheimischem Lehrpersonal 20.000 deutsche und 57.500 nicht-deutsche Schülerinnen und Schüler. Diese erhalten Zeugnisse und Abschlüsse, die von der Kultusministerkonferenz anerkannt und inländischen Testaten gleichgestellt sind.

Auch Ihr wollt als Lehrer an einer Schule im Ausland arbeiten und Schüler in Fächern wie Deutsch, Englisch, Geschichte oder Mathe unterrichten? Dann müsst Ihr Euch zunächst einmal mit den administrativen Voraussetzungen auseinandersetzen.

Hier erfahrt Ihr alles, was Ihr wissen müsst!

Wie kann man im Ausland als Lehrer arbeiten?

Egal, ob Ihr Fremdsprachen, Naturwissenschaften oder deutsche Literatur unterrichten wollt: Für festangestellte Lehrer in Deutschland gibt es die Möglichkeit, über verschiedene Programme an eine ausländische Schule entsendet zu werden.

Habt Ihr Euch schon entschieden, in welcher Form Ihr unterrichten wollt?

  • Euer Fach auf Deutsch an einer deutschsprachigen Schule unterrichten?
  • Euer Fach in einer anderen Sprache auf einer öffentlichen oder privaten Schule unterrichten?
  • Ein ganz neues Fach in einer anderen Sprache unterrichten?

Je nachdem, wie die Wahl für Euch ausfällt, unterscheidet sich auch das Sprachniveau, das Ihr für Euren Auslandsaufenthalt erreicht haben solltet.

Die wohl einfachste Möglichkeit, um Ausland Unterricht zu erteilen, ist es, das eigene Fach an einer deutschen Schule auf Deutsch als sogenannte Auslandsdienstlehrkraft (ADLK) zu unterrichten. Das ist möglich über die ZfA.

Die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) betreut die schulische Arbeit im Ausland, darunter auch die derzeit rund 140 Deutschen Auslandsschulen in aller Welt. Wer vorhat, sich ins Ausland zu bewerben und in die Kultur des Gastlandes einzutauchen, findet auf der Seite der ZfA wertvolle Hinweise, Antworten auf Fragen und Bewerbungsmodalitäten.

Ihr solltet dabei wissen, dass Ihr Euch das jeweilige Zielland nicht aussuchen könnt. Um die Auswahl jedoch ein wenig einzuschränken, ist es möglich, bis zu zwei größere Regionen auszuschließen.

Unterricht im Ausland geben ist eine tolle Idee! Wohin zieht es Euch zum Unterrichten? | Quelle: Pixabay

Eure Bewerbung als Auslandsdienstlehrkraft erfolgt immer direkt über Euren Arbeitgeber. Sie wird von der Schulleitung an die zuständige Landesschulbehörde weitergeleitet, die für die Bewerbung eine „Freistellung“ ausspricht und die Unterlagen an die ZfA weiterleitet, vorausgesetzt, dass Ihr die Voraussetzungen erfüllt.

Das Tolle an einem Auslandsaufenthalt über die ZfA ist, dass Ihr bei der Rückkehr in Euer Heimatland wieder Eure alte Stelle antreten könnt und die Reintegration in den Alltag schnell vonstatten geht.

Neben der Entsendung über die ZfA habt Ihr auch die Möglichkeit, Euch direkt bei einer Schule im Ausland als Ortskräfte (OK) bzw. Ortslehrkräfte (OLK) zu bewerben. Dann werdet Ihr direkt bei der jeweiligen Schule nach dem örtlichen Landesrecht eingestellt. Entsprechend können Gehälter und Arbeitsbedingungen dann auch stark von Land zu Land schwanken!

Mit privaten Organisationen ehrenamtlich im Ausland unterrichten

Ihr seid eigentlich kein richtiger Lehrer an einer Schule, wollt aber dennoch im Ausland unterrichten? Ihr wolltet schon immer mal selbst vor einer Klasse stehen und einem Lehrer beim Schulunterricht assistieren? Das ist durchaus möglich!

So besteht beispielsweise die Möglichkeit, als Praktikant oder freiwilliger Helfer an Schulen in armen Regionen der Welt auszuhelfen. Diese Option ist besonders bei jungen Menschen beliebt, die vor oder nach dem Studium oder der Ausbildung noch etwas von der Welt sehen und gleichzeitig etwas Gutes tun möchten.

Es gibt verschiedene Agenturen, die Euch an Schulen auf der ganzen Welt vermitteln können. Ihr solltet wissen, dass Ihr dabei höchstens ein kleines Taschengeld verdienen werdet und oftmals für Eure gute Tat sogar noch etwas draufzahlen müsst. Im Gegenzug hilft Euch die Organisation bei allen wichtigen administrativen und organisatorischen Angelegenheiten, wie der Beschaffung eines Visums oder der Unterbringung bei einer Gastfamilie. Der Mehrwert für Euch persönlich ist ohnehin unbezahlbar!

Viele Schulen haben zu wenig Personal für den Unterricht In vielen Ländern auf der Welt werdet Ihr als ehrenamtlicher Lehrer mit offenen Armen empfangen werden | Quelle: Pixabay

Welche Fächer Ihr dann vor Ort unterrichtet, hängt von der aktuellen Lehrersituation an den Schulen ab. Besonders gesucht werden Deutsch- und Englischlehrer, was für die meisten von Euch natürlich ebenfalls relativ dankbare Fächer sind. Gute Englischkenntnisse sind oft die Voraussetzung dafür, im In- oder auch Ausland einen guten Job zu finden und über den Tellerrand der eigenen Kultur hinauszuschauen. Gerade in Entwicklungsländern wird daher vermehrt Wert auf guten Englischunterricht gelegt.

Auch Ihr selbst werdet feststellen, dass sich Eure Englischkenntnisse während Eures Auslandsaufenthalts noch einmal stark verbessern werden!

Auch Mathematik, Physik und andere Naturwissenschaften stehen oftmals hoch im Kurs. Die Schwierigkeit besteht dann aber darin, dass Ihr die Fächer auch in der jeweiligen Landessprache unterrichten müsst. Dafür bietet sich (je nach Zielland) ein Sprachkurs noch zuhause in Deutschland an.

Eine besondere Vorbereitung oder Zertifikate, die Euch als Lehrer qualifizieren, sind in den meisten Fällen nicht erforderlich. Dennoch solltet Ihr Euch mental auf Euer Zielland einstellen, damit Ihr nicht das erleidet, was man einen „Kulturschock“ nennt. Schaut Euch Filme aus dem jeweiligen Land an und informiert Euch über die Kultur, indem Ihr Bücher oder Nachrichten lest.

Am wichtigsten ist aber, dass Ihr motiviert seid und Lust habt, mit Kindern und Jugendlichen zusammenzuarbeiten. Auch eine gehörige Portion Geduld und Durchsetzungsvermögen können niemals schaden.

Dann steht einem erfolgreichen, ehrenamtlichen Auslandsaufenthalt nichts mehr im Wege!

Sich über Institutionen und Organisationen ins Ausland zum Unterrichten schicken lassen

Natürlich müsst Ihr auch als privater Lehrer nicht unbedingt in ein Krisengebiet zum Unterrichten gehen und dort humanitäre Hilfe leisten. Ihr könnt, auch wenn Ihr nicht als Lehrer an einer Schule in Deutschland angestellt seid, durchaus auch in Europa, den USA oder anderen entwickelten Nationen arbeiten.

Meist gibt es für jedes Land eine zuständige Behörde oder zumindest unterschiedliche Herangehensweisen, um vor Ort einen Platz als Lehrer zu ergattern. Das ist nicht immer ganz einfach…

In Ländern wie China oder Russland benötigt Ihr zumindest ein Einreisevisum, das es Euch erlaubt, Euch überhaupt in dem entsprechenden Land aufzuhalten. Anders verhält sich die Sache in EU-Ländern wie Frankreich, Spanien oder Italien:

„Bürger aus anderen EU-Staaten dürfen beim Zugang zur Arbeit gegenüber den eigenen Staatsangehörigen nicht benachteiligt werden“.

Das gilt auch für Lehrer.

In den EU-Ländern könnt Ihr überall problemlos unterrichten Der europäische Arbeitsmarkt bietet viele Vorteile | Quelle: Pixabay

Hier könnt Ihr also genau auf die gleiche Art und Weise auf Arbeitssuche gehen, wie Ihr das in Deutschland getan hättet.

Warum also nicht zum Beispiel Eure Dienste über die französische Seite von Superprof anbieten? 

Besonders als Lehrer für DaF (Deutsch als Fremdsprache) werdet Ihr hier an die jeweiligen Stellen vermittelt werden können. Der Grundgedanke: Wer Muttersprachler ist, der muss die Sprache ja zwangsläufig auch erklären können, oder?

Nun – das muss nicht immer sein, denn die Zeiten, als wir uns im Unterricht mit der deutschen Grammatik auseinandergesetzt haben, sind lang passé. Daher lohnt es sich, einmal ein Deutsch-Buch für DaF zur Hand zu nehmen und zu testen, ob Ihr mit den grammatikalischen Begriffen (Präteritum, Konjunktion etc.) überhaupt etwas anfangen könnt.

Hilfreich erweist sich in vielen Ländern die Unterstützung durch das Goethe-Institut. 

Um über das Goethe-Institut Deutsch unterrichten zu dürfen, solltet Ihr aber ein Mindestmaß an Vorqualifikation vorweisen können.

Am Goethe Institut wird in den Niveaustufen A1–C2 (Anfänger bis Muttersprachliches Niveau) unterrichtet, wobei der Fokus auf der Kommunikation liegt. Die Teilnehmerzahl liegt bei höchstens 16, was ein intimeres Verhältnis zwischen Lehrer und Schülern schafft.

Zu den größten Sprachschulen zählen auch die Berlitz-Institute, die ebenfalls in der ganzen Welt vertreten sind (mehr also 500 Center in 70 Ländern!).

Auch Berlitz sucht regelmäßig Deutschlehrer im Ausland, schaut Euch doch einfach mal auf ihrer Seite um!

Es gibt also viele Möglichkeiten, im Ausland privaten Unterricht zu geben. Entscheidend ist, in welcher Form und in welchem Land Ihr das gerne tun würdet!

Im Ausland unterrichten – diese Schritte müsst Ihr befolgen

Für längere Zeit ins Ausland zu gehen, ist nichts, dass man von einem auf den anderen Tag entscheiden sollte. Vielmehr will so ein Aufenthalt in der Fremde wohl geplant und vorbereitet sein. Das geht damit los, dass Ihr für Euch selbst einige Fragen beantworten müsst:

  • Habt Ihr die finanziellen und zeitlichen Möglichkeiten, um längere Zeit ins Ausland zu gehen?
  • Habt Ihr die nötige Kompetenz und Erfahrung, um diesen Schritt zu wagen?
  • Seid Ihr bereit, Eure Tätigkeit im Heimatland für einen bestimmten Zeitraum auszusetzen und einen neuen Abschnitt in Eurer Karriere zu wagen?
  • Ist Eure Familie dazu bereit, den Schritt ins Ausland mit Euch zu wagen?

Diese Aspekte sind viel wichtiger als die Entscheidung für dies oder jenes Land oder die Wahl der Unterkunft.

Wenn Ihr Euch für einen Aufenthalt zum Unterrichten im Ausland entschieden habt, dann gibt es natürlich noch viele weitere Punkte, die es zu beachten gilt.

Dazu zählt zum Beispiel der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung (falls Ihr in ein Nicht-EU-Land geht) oder der Abschluss eines Bankkontos. Auch die Frage, wann Ihr welches Visum beantragen müsst, ist von grundlegender Wichtigkeit. Glücklicherweise gibt es heute eine Vielzahl an Erfahrungsberichten im Internet, auf die Ihr kostenlos zugreifen könnt.

Schließt in jedem Fall eine gültige Auslandskrankenversicherung ab Wenn Ihr im Ausland einen Unfall habt, dann ist eine gute Krankenversicherung entscheidend | Quelle: Pixabay

Tretet in Kontakt mit Menschen, die die Erfahrung des Unterrichtens in Eurem Land bereits gemacht haben. Ihr werdet sehen: Viele von Ihnen werden Euch gerne mit ihrem Wissen helfen!

Ganz grob gesagt fallen folgende administrativen Schritte in den allermeisten Fällen an:

  • Eine Unterkunft finden und einen Strom- und Wasservertrag abschließen
  • Ein Bankkonto eröffnen
  • Euch einen internationalen Führerschein ausstellen lassen
  • Euren Arbeitsvertrag unterschreiben
  • Euch eventuell beim zuständigen Meldeamt anmelden (falls Ihr länger im jeweiligen Land bleibt).

Wie gesagt: Alles hängt von Eurem Zielland und der Art, wie Ihr dort unterrichten wollt, ab. Wir hoffen dennoch, dass Euch dieser Artikel behilflich sein konnte bei Eurem Weg als Lehrer ins Ausland!

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