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Nachhilfe in der Gruppe geben: So geht´s!

Von Christiane, veröffentlicht am 26/09/2019 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Wie gibt man Gruppennachhilfe?

Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Wenn der junge Baum von keiner Stütze gehalten wird, biegt er sich schnell.“

Ob Nachhilfe/Gruppennachhilfe, Unterstützung bei den Hausaufgaben, Lernen in Gruppen oder Einzelnachhilfe, zu Hause oder auswärts, die Vergrößerung des Wissens muss gefördert werden. Ohne den Nachhilfelehrer kann der schulische Erfolg schnell nachlassen…

Laut der Bertelsmann-Stiftung investieren Eltern knapp 900 Millionen Euro in die Nachhilfe. 1,2 Millionen Schüler nehmen in Deutschland Nachhilfe, das sind rund 14% der Schüler zwischen 6 und 16 Jahren.

Nachhilfe geben ermöglicht dem Nachhilfelehrer also, sein Taschengeld aufzustocken und seinen Schülern zu besseren Noten zu verhelfen.

Neugierig geworden? Im Folgenden verraten wir Dir alles über Gruppennachhilfe!

Vorteile als Nachhilfelehrer von Gruppenunterricht!

Schüler, die gern Nachhilfe nehmen möchten, haben Unmengen von Möglichkeiten.

Es gibt zum Beispiel traditionelle Nachhilfeeinrichtungen wie die Schülerhilfe und den Studienkreis oder das Lernstudio Barbarossa.

Oder aber man sucht sich auf Kontaktplattformen wie Superprof und den Überfliegern einen Nachhilfelehrer.

Selbst auf Ebay Kleinanzeigen und Facebook findet man inzwischen Nachhilfeschüler und -lehrer.

Der Vorteil am Lernen in der Gruppe? Durch die Gruppendynamik wetteifern die Schüler miteinander und machen gemeinsam Fortschritte.

Weißt Du, wie effektiv Gruppenkurse sein können? Gemeinsam lernen und erfolgreich sein! | Quelle: visualhunt

Allgemein übersteigt die Teilnehmerzahl nicht zehn Schüler. Ein erfahrener Nachhilfelehrer unterrichtet meist vier oder fünf Schüler gleichzeitig und erklärt ihnen die Sachverhalte, die sie im Schulunterricht nicht verstanden haben.

So auch bei der Hausaufgabenhilfe, im Sprachunterricht und Musikunterricht (Musiklehre, musikalische Früherziehung). Hier werden die idealen Bedingungen für eine positive Gruppendynamik geschaffen.

Die Gruppennachhilfe richtet sich nach dem Niveau der verschiedenen Schüler (Grundschule, Gesamtschule, Gymnasium…) und fordert dem Nachhilfelehrer ab, seine Lehrkunst in einer heterogenen Gruppe anzuwenden und sie an jeden einzelnen Schüler anzupassen.

Zudem schafft Gruppennachhilfe soziale Bindungen zwischen den Nachhilfeschülern.

Nachhilfe in Gruppen (Intensivkurse, Ferienkurse, Auffrischungskurse usw.) sorgen für eine dynamischere Atmosphäre als im Schulunterricht.

Gruppenunterricht ist jedoch nicht für jede Disziplin geeignet.

So zum Beispiel in der Musik: Ob Gitarrenunterricht, Schlagzeugunterricht oder Geigenunterricht, hier kann eine große Teilnehmerzahl das Fortschrittstempo der einzelnen Schüler verlangsamen.

Ein Vorteil ist jedoch nicht zu vernachlässigen: Die Familien der Nachhilfeschüler kommen dabei billiger weg.

Wusstest Du, dass Gruppenkurse billiger sind? Je mehr Schüler in einer Gruppe, desto lukrativer die Nachhilfe! | Quelle: visualhunt

Je mehr Teilnehmer in der Gruppe, desto niedriger die Kosten für die Familien und desto größer der Stundenlohn des Nachhilfelehrers.

Gibt er Nachhilfe in Mathe, Französisch, Physik oder Chemie, d.h. in Fächern, in denen viele Übungen gemacht werden, ist es sogar einfacher für den Nachhilfelehrer, mehrere Schüler gleichzeitig zu unterrichten. Statt zehn Mal in Einzelkursen dasselbe zu wiederholen, unterrichtet er in einem Kurs zehn Schüler und spart somit an Zeit.

Im Sprachunterricht (Deutsch unterrichten, Englisch unterrichten) reichen einige Nachhilfestunden, um die richtige Arbeitsmethode zu finden, von der alle Schüler profitieren. Im Schulunterricht mit 30 Schülern ist das schon schwieriger.

Wie führt man Gruppennachhilfe durch?

Nun hast Du als Nachhilfelehrer mehrere Gruppenkurse (zum Beispiel Mathenachhilfe, Spanischnachhilfe, Nachhilfe in Deutsch als Fremdsprache oder Yogaunterricht). Jetzt fragst Du Dich: Wie organisiere ich meine Nachhilfestunden?

Um mit Schülern für das Abitur zu lernen, einen Intensivkurs zu machen, ihnen eine Sprache beizubringen oder einen Ferienkurs abzuhalten, muss man zunächst einmal wissen, wie man Gruppennachhilfe gibt.

Hier geben wir Dir fünf Tipps für Gruppenunterricht:

  • Bereite eine Zusammenfassung jeder Nachhilfestunde vor und verteile sie beim nächsten Mal.
  • Erstelle Merkblätter mit Definitionen, Beispielen, Mindmaps usw.
  • Erarbeite Übungsblätter (Matheaufgaben, Dialog- und Vokabellisten für den Konversationsunterricht usw.).
  • Halte in einem Teil der Nachhilfestunde auch Vorträge über Theorien, Autoren, die Hauptströmungen usw.
  • Bereite eine Liste mit Fragen vor, um das Verständnis der Nachhilfeschüler zu testen.

Am Ende jeder Nachhilfestunde gibst Du einen kleinen thematischen Ausblick auf die nächste Stunde, oder Du setzt das bearbeitete Kapitel mit Tagesthemen oder dem Alltagsleben in Beziehung. Vor allem in den Geistes- und Sozialwissenschaften (Geschichte, Politik, Wirtschaft) und im Sprachunterricht ist dies möglich.

Der Nachhilfelehrer benötigt zudem passendes Unterrichtsmaterial. Neben Tischen und Stühlen können dies eine Tafel, Wörterbücher (für das Sprachen lernen), ein Overhead-Projektor, ein Computer mit WLAN-Zugang und Schulbücher sein.

Der Unterrichtsraum muss sauber, ruhig und hell sein, und der/die Nachhilfelehrer/in sollte ein angenehmes äußeres Erscheinungsbild besitzen.

Der Ablauf der Nachhilfestunde muss schließlich homogen und verständlich sein sowie auf den vergangenen Stunden aufbauen, damit die Schüler ihren Nutzen aus der Nachhilfe ziehen. Sie können in der Schule Schwierigkeiten haben, die Schule abgebrochen haben oder auch einfach nur Verständnisprobleme haben.

Als Nachhilfelehrer musst Du es schaffen, sie zu fesseln, ihre Neugierde zu wecken und ihnen das Lernen schmackhaft machen. Dafür ist es wichtig, sie am Lehrprozess beteiligen zu lassen.

Du kannst zum Beispiel mit ihnen Diskussionen über bestimmte Themen führen, sie nach ihrer Meinung fragen oder sie ihre Gedanken veranschaulichen lassen.

Ein Teil der Nachhilfestunde kann auch dem Selbststudium gewidmet werden, vor allem bei Gymnasiasten. Sie können sich zum Beispiel gegenseitig korrigieren, sich Sachverhalte gegenseitig erklären und Aufgaben in Partnerarbeit erledigen.

Wie wäre es, wenn sich die Nachhilfeschüler gegenseitig korrigieren? In Deinen Gruppenkursen dürfen die Schüler sich gegenseitig korrigieren und nehmen an Selbstbewusstsein zu! | Quelle: visualhunt

Und Gruppenkurse mit jüngeren Schülern geben Dir die Gelegenheit, alternative pädagogische Bildungskonzepte zu erproben, wie zum Beispiel Montessori, Freinet oder Steiner.

Wo kann man Gruppennachhilfe geben?

Welcher Ort ist für Gruppenkurse am besten geeignet? Kann man an einem und demselben Ort jedes Fach unterrichten?

Je größer die Stadt, desto mehr stellt sich die Frage nach dem Ort der Gruppennachhilfe (und natürlich auch der Einzelnachhilfe), denn man muss die Anfahrtszeit der Schüler und/oder des Nachhilfelehrers zum Unterrichtsort berücksichtigen.

Gruppenkurse kann man entweder als Nachhilfelehrer in einer Einrichtung wie der Schülerhilfe oder als unabhängiger Nachhilfelehrer geben. In beiden Fällen ist man selbständig, da die Nachhilfeeinrichtungen die Lehrer zumeist als Honorarkräfte einstellen.

Wenn Du in keiner Einrichtung unterrichtest sondern auf Deine eigene Faust Nachhilfe anbietest, hast Du in der Ortswahl mehrere Möglichkeiten.

Die erste ist, du richtest Dir bei Dir zu Hause ein Büro oder einen Arbeitsbereich ein, in dem Deine Nachhilfeschüler gemeinsam lernen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass manche Familien davon abgeneigt sind, ihre Kinder zu einem fremden Leistungserbringer zu schicken, was verständlich ist. In dem Fall kannst Du den Eltern anbieten, während der Nachhilfestunde anwesend zu sein.

Die zweite Möglichkeit ist, zum Schüler nach Hause zu kommen, was die gängigste Variante ist.

Oder aber, Möglichkeit Nr. 3, ihr trefft euch an einem neutralen Ort wie in der Bibliothek, in einem Café oder auch draußen in einem Park, wenn es das Wetter erlaubt.

Handelt es sich zum Beispiel um einen Sportkurs (Yoga, Gymnastik, Coaching usw.), so sind Parks, Strände, Wälder, Felder usw. als Unterrichtsort ideal.

Je ungewöhnlicher ein Ort, desto denkwürdiger und demnach effektiver wird die Gruppennachhilfe!

Der Unterrichtsort hängt natürlich vom Fach ab. Schulfächer werden oft drinnen unterrichtet, in Nachhilfeeinrichtungen oder beim Schüler zu Hause. Doch eine kleine Exkursion ins Grüne ist von Zeit zu Zeit auch denkbar.

Auch Musikkurse gibt man für gewöhnlich drinnen, in der Musikschule oder beim Musiklehrer zu Hause.

Handelt es sich um Biologieunterricht, liegt es Nahe, zur besseren Veranschaulichung mal in den Wald oder in den botanischen Garten zu gehen.

Und Schwimmunterricht funktioniert natürlich nur in der Schwimmhalle.

Gruppennachhilfe öffnet Dir als Nachhilfelehrer die Möglichkeit, Deine Lehrmethoden zu überdenken und eventuell eine neue Pädagogik zu entwickeln, falls es an positiven Ergebnissen fehlt. Ein Ortswechsel kann manchmal Wunder bewirken.

Kann man beispielsweise Deutsch als Fremdsprache in der Bar unterrichten? Das wird bei zu vielen Schülern schwierig (hoher Geräuschpegel) und wenn diese noch minderjährig sind…

Welchen Tarif kann ich für Gruppennachhilfe verlangen?

Wieviel kostet die Nachhilfe den Familien und wie hoch möchte der Nachhilfelehrer vergütet werden?

Es gibt keinen allgemeingültigen Tarif für Gruppennachhilfe. Er hängt von diversen Parametern ab, wie von der Erfahrung des Nachhilfelehrers, dem Schulniveau, dem Gebiet, dem Fach sowie von der Tatsache, ob der Gruppenkurs in einer Nachhilfeeinrichtung stattfindet oder von einem selbständigen Lehrer zu Hause gegeben wird.

Allgemein lässt sich sagen, dass eine Nachhilfestunde zwischen 15€ und 30€ brutto kostet. Je nach den oben genannten Parametern kann der Tarif jedoch auch niedriger oder höher ausfallen.

Von Deinen Einnahmen musst Du als selbstständiger Nachhilfelehrer, wenn Du diese Tätigkeit hauptberuflich betreibst, die Krankenkassen- und Rentenbeiträge zahlen, was Du bei der Festlegung Deines Stundenlohns bedenken solltest.

Verdienst Du im Jahr nicht mehr als den Grundfreibetrag von 9168€ (Stand 2019), bist Du nicht steuerpflichtig. Darüber hinaus musst Du jedoch Steuern zahlen.

Rund 1,2 Millionen Schüler nehmen in Deutschland mittlerweile Nachhilfe, davon 13% aus ärmeren Verhältnissen und 20% aus der Mittelschicht. Die meisten Nachhilfestunden nehmen Kinder aus höheren Schichten, jedoch nicht unbedingt wegen der schlechten Noten sondern aufgrund der Abstiegsängste der Eltern. So wird jährlich fast eine Milliarde Euro für Nachhilfe ausgegeben.

Das Nachhilfegeschäft bildet also einen dynamischen Tätigkeitsbereich mit hohem Wachstumspotenzial!

Ein Bereich, der gewinnbringend ist? Die Nachhilfe! Die Nachhilfebranche boomt! | Quelle: visualhunt

Wenn man darüber hinaus die schulischen Ungleichheiten, das Altern der Bevölkerung und die vermehrt diagnostizierten Teilleistungsschwächen (Dyslexie, Rechtschreibschwäche, Dyspraxie usw.) in Betracht zieht, sieht man sofort, wie sich einem im Bereich der personenbezogenen Dienstleistungen und im Nachhilfemarkt der Weg frei bahnt.

Bei der Festlegung Deines Tarifs solltest Du wie gesagt bedenken – wenn die Nachhilfe Deine Haupttätigkeit ist -, dass Du von Deinen Einnahmen die Krankenkassen- und Rentenbeiträge zahlen musst. Setze also Deinen Tarif nicht zu niedrig an.

Die Kriterien, nach denen sich der Stundenlohn richtet, sind folgende:

  • Die Erfahrung des Nachhilfelehrers
  • Sein Abschluss
  • Die Anfahrtskosten (oft im Tarif enthalten)
  • Das Schulniveau des Schülers

Wenn der Nachhilfeunterricht beispielsweise 30€ pro Stunde kostet und anderthalb Stunden dauert (d.h. 45€ pro Sitzung), bekäme ein Nachhilfelehrer bei zehn Schülern 450€ pro Sitzung. Bei 30 Sitzungen pro Schuljahr bekäme der Lehrer 13.500€ für diesen einen Kurs!

Doch welche Familie würde 1.350€ im Jahr für ein einziges Schulfach ausgeben wollen?

Aus diesem Grund kann man den Familien Gruppennachhilfe anbieten, denn je mehr Teilnehmer, desto niedriger der Preis pro Schüler.

Zum Beispiel 300€ pro Schüler für 30 oder 35 Sitzungen bei einer Gruppe von fünf Schülern, 270€ bei acht Schülern, 230€ bei neun Schülern und 200€ bei zehn Schülern.

Nehmen wir an, ein Nachhilfelehrer bekommt für einen Kurs 1.250€ pro Jahr, d.h. 125€ pro Monat und 31,25€ pro Wochenstunde: Wenn er 18 Stunden pro Woche arbeitet, verdient er 2.250€ pro Monat.

Doch er muss erst einmal 18 Gruppenkurse finden. Je nach Fach ist da die Nachfrage unterschiedlich.

Die Bezahlung eines Nachhilfelehrers richtet sich nach dem, was er mit seinem Profil verlangen kann und was die Familie bereit ist zu zahlen. Für Deine verschiedenen Lerngruppen wirst Du also unter Umständen nicht denselben Stundenlohn erhalten.

Das sollte aber kein Grund sein, auf Gruppennachhilfe zu verzichten. Lernen in Gruppen bereichert Schüler wie Lehrer!

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