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Unsere Ratschläge, wie Du Nachhilfe in Gruppen organisierst!

Von Christiane, veröffentlicht am 18/10/2019 Blog > Privatunterricht > Nachhilfe geben > Wie organisiert man Gruppennachhilfe?

Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.“ – Laozi

Nachhilfe und Hausaufgabenbetreuung, ob einzeln oder in Gruppen, bilden für jeden Schüler die ideale Möglichkeit, seine Wissenslücken zu füllen und in einem bestimmten Fach wieder Fortschritte zu machen.

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsförderung nahmen 2016 18% der Schüler aus der Sekundarstufe I und 6% der Grundschüler Nachhilfe.

Neben den 50.000 Nachhilfelehrern in 4000 Nachhilfeeinrichtungen unterrichten in Deutschland schätzungsweise 700.000 Nachhilfelehrer auf dem Schwarzmarkt. Die Nachfrage nach Nachhilfe ist also ziemlich stark.

Du möchtest Gruppennachhilfe anbieten? Doch wie wird Nachhilfe in Gruppen mit maximal zehn Schülern eigentlich organisiert? Hier erfährst Du, wie Du als Nachhilfelehrer Deine Kurse aufbaust.

Wie bereitet man Gruppennachhilfe vor?

Hausaufgabenbetreuung wird oft als ein Studentenjob angesehen, mit dem man sein Taschengeld gut aufstocken kann. Doch das stimmt nicht, denn diese personenbezogene Dienstleistungsbranche wird immer professioneller.

Wir wollen hier keine Berufe herabwürdigen, doch mit einem Bachelor in der Tasche bekommt man als Nachhilfelehrer mehr Anerkennung als beim Ausliefern von Pizza.

Hunger auf Pizza? Pizza – eine bessere Nervennahrung als Einnahmequelle. | Quelle: Visualhunt

Wie organisiert man nun in der Nachhilfe seine Gedanken und wie baut man eine Nachhilfestunde auf, damit ein Schüler wieder schulischen Erfolg erlebt?

Bevor Du Deine erste Stunde vorbereitest, musst Du Dir im Klaren sein, dass Du keinen Schulunterricht organisieren sollst. Die Pädagogik kann also eine ganz andere sein.

Die Grundlage der Nachhilfe besteht darin, Schüler mit Schwierigkeiten zu Fortschritten zu verhelfen und sie wieder auf das gleiche Niveau wie ihre Mitschüler zu bringen. Und dabei kannst Du auf Methoden greifen, die in der Schule nie angewandt werden. Hauptsache, Du schaffst es, Deinen Nachhilfeschüler zu motivieren. Dazu bedarf es effektiver Lehrmethoden, Lehrmaterial und Zeit, die er in der Schule nicht hat.

Doch dazu hinterher mehr.

Wenn Dich ein Schüler anschreibt, weil er fürs Abi lernen, vor einer Prüfung einen Intensivkurs machen, an einem Sprachkurs teilnehmen oder einen Ferienkurs in Wirtschaft machen möchte, geht es an die Vorbereitung der ersten Nachhilfestunde.

Zu diesem Zeitpunkt kennst Du noch nicht das Niveau des Schülers/der Schüler.

Es kann also sinnvoll sein, für jeden Schüler einen Einstufungstest vorzubereiten.

Das Internet stellt eine gewaltige Datenbank an Kursmaterialien und Übungen für Nachhilfestunden dar, wenn auch zum Teil auf anmeldepflichtigen Internetseiten, so zum Beispiel auf 4teachers.de, lehrer-online.de und lehrerbuero.de, und für Deutsch als Fremdsprache dw.com und goethe.de.

Für Schüler der Sekundarstufe I, die große Schwierigkeiten in der Schule haben, kann eine spielerische Methode förderlich sein. So entsteht Vertrautheit, und sie werden den Eindruck haben, mit Spaß zu lernen.

Wie wäre es mit einem Lernspiel? Vokabeln oder mathematische Merksätze können auch im Spiel auswendig gelernt werden! | Quelle: Visualhunt

In der Mathe-Nachhilfe zum Beispiel können schwierige Theoreme mit konkreten Alltagssituationen veranschaulicht werden.

Und der Lehrer kann die Eltern fragen, welche Kapitel des Schulprogramms das Kind am wenigsten verstanden hat, um schneller voranzukommen.

Vor und nach jeder Nachhilfestunde solltest Du, unserer Meinung nach, folgende Dinge vorbereiten:

  • Eine Wiederholung der vorherigen Stunde (schriftlich zum Verteilen)
  • Merkblätter mit Definitionen, Erklärung von Konzepten, Beispielen, Mindmaps usw.
  • Übungsblätter (Matheaufgaben, Dialog- und Vokabellisten für den Sprachunterricht usw.)
  • Eine Liste mit Fragen vor, um das Verständnis der Nachhilfeschüler zu testen
  • Halte in einem Teil der Nachhilfestunde auch Vorträge

Beim Unterrichten mehrerer Schüler gleichzeitig sollte man auf die Kooperation zwischen den Schülern appellieren, d.h. Du kannst sie ruhig Gruppenarbeit leisten und sich gegenseitig korrigieren lassen. So lernen sie auch selber nachzudenken.

Denn Ziel ist es, dass jeder Schüler wieder Erfolg in der Schule erlebt und bald keine Nachhilfe mehr benötigt.

Welches Unterrichtsmaterial in der Gruppennachhilfe?

Natürlich kommt man nicht mit leeren Händen in den Klassenraum.

Im Klassenraum (oder in Deiner Tasche) darf es nicht an pädagogischer Grundausstattung mangeln, damit die Nachhilfestunde effektiv ist. Neben natürlich Tischen und Stühlen benötigst Du eine Tafel sowie Material, die die Gruppenarbeit ermöglichen:

  • Wörterbücher
  • Schulbücher
  • Eventuell einen Overheadprojektor
  • Einen PC mit Internetzugang

Besitzt Du das richtige Unterrichtsmaterial? Gutes Unterrichtsmaterial bildet das A und O für Nachhilfe. | Quelle: Visualhunt

Außerdem muss die Umgebung sauber, ruhig und hell sein.

Gibst Du in einer Einrichtung wie der Schülerhilfe oder dem Studienkreis Nachhilfe, werden die Unterrichtsräume diesen Ansprüchen entsprechen.

Neben diesen Grundvoraussetzungen muss der Lehrer oder die Lehrerin zudem einen gepflegten Eindruck machen, damit der Unterricht effizient wird.

Dies muss vielleicht nicht erwähnt werden, doch manchmal vergisst man, dass ein makelloses Auftreten eine Bedingung bildet, seine Schüler nicht zu verlieren.

In allen Ländern der Welt, vor allem in den westlichen, zählt das Äußere mehr als der Intellekt. Ein vernachlässigtes Erscheinen bildet für jeden Nachhilfelehrer also ein großes Handicap.

Bei der ersten Begegnung mit dem Schüler und/oder seinen Eltern punktet ein sauberer, rasierter (wenn männlich), gut gekleideter, parfümierter und lächelnder Nachhilfelehrer mehr als jemand, der nach Schweiß riecht und dessen Hygiene und Aussehen vernachlässigt wird.

Das ist vielleicht oberflächlich, aber so ist es nun einmal.

Gebe Deinem Schüler und seinen Eltern bei der Begrüßung des Weiteren einen kräftigen Händedruck (aber nicht zu doll!) und lächele dabei, ein nonverbales Zeichen für Höflichkeit und Selbstbewusstsein und dafür, dass das Kind es mit einem kompetenten Nachhilfelehrer zu tun hat.

Ein gepflegter Look beeinflusst das Verhalten der Menschen!

Hier einige Tipps für den richtigen Umgang zwischen Nachhilfelehrer und -schüler:

  • Nehme eine positive Haltung ein: Beurteile nie die Fehler Deiner Schüler
  • Ermutige die Gruppe: Beglückwünsche Deine Schüler bei jedem kleinsten Fortschritt
  • Veranschauliche durch Beispiele, um ihr geistiges Vorstellungsvermögen und Gedächtnis anzuregen
  • Stelle Rätsel: Durch Fragen eignen sich die Schüler Wissen besser an. Schwere Sachverhalte werden durch Rätselspiele besser verstanden

Der Ablauf von Gruppennachhilfe

Als Nachhilfelehrer muss man also präsentabel und richtig ausgestattet sein. Und dann?

Mit zwei, vier, fünf, acht oder zehn Nachhilfeschülern musst Du es schaffen, dass sich jeder einzelne während der ganzen Nachhilfestunde konzentriert.

Schaffst Du es, dass alle Schüler gut mitarbeiten? Ziehe als Nachhilfelehrer die Aufmerksamkeit eines jeden Schülers auf Dich! | Quelle: Visualhunt

Ob Englisch, Deutsch als Fremdsprache, Geschichte oder Chemie, der Ablauf der Nachhilfestunden müssen homogen und verständlich sein sowie aufeinander aufbauen.

Das ist natürlich nicht immer einfach.

Schließlich können sich Schüler nicht anderthalb oder zwei Stunden lang bei einschläferndem Theorieunterricht konzentrieren.

Deswegen empfehlen wir Euch, den Schülern nach jeder Aktivität eine Ruhephase zu gönnen (in Form einer kleinen Diskussionsrunde oder anhand von Witzen).

Hier der ideale Ablauf von Nachhilfe in Gruppen:

  • Kurze Zusammenfassung der vorherigen Stunde
  • Analyse und Untersuchung des Unterrichtsmaterials (Texte, Statistiken, audiovisuelle Hilfsmittel, Videos usw.)
  • Übungen und praktische Arbeiten (zu zweit oder in Dreiergruppen, in Absprache mit dem Nachhilfelehrer)
  • Diskussionen über Schwierigkeiten im Unterricht
  • Methodologische Arbeit (mathematische Demonstrationen, Aufsätze, schriftliche Kommentare, literarische Analysen, Kartenlesen usw.)
  • Zeit für Korrekturen und Erklärungen (Selbstkorrektur, Austausch)
  • Erteilung der Hausaufgaben

In der Nachhilfe können des Weiteren interessante pädagogische Praktiken angewandt werden, sowohl in der Einzel- als auch Gruppennachhilfe, wie zum Beispiel der umgedrehte Unterricht.

Dabei werden die Lerninhalte vom Schüler zu Hause erarbeitet, wodurch der Lehrer nicht mehr die Verkörperung des Wissens darstellt sondern den Lerner während des Unterrichts lediglich in die richtige Richtung lenkt.

Jean Piaget (1896-1980), Gründer der genetischen Epistemologie, beeinflusste die Neurologie und die Bildungsforschung nachhaltig.

Seiner Meinung nach reiche im Unterricht die Vermittlung von Theorie nicht aus, damit ein Individuum sich Wissen aneignet und es beherrscht. Man solle vielmehr empirische Unterrichtsmethoden einsetzen wie die Anwendung von Kenntnissen, das Experimentieren und das Demonstrieren.

Für Schüler mit Schwierigkeiten oder welche, die Hilfe in einer Fremdsprache oder in Physik brauchen oder einfach nur die Lust am Lernen wiederfinden müssen, sind auch alternative Lehrmethoden einsetzbar wie Montessori, Freinet und Steiner.

Hierbei wählen die Schüler ihre Aktivitäten selbst und gehen ihnen so lange nach, wie sie möchten.

Was uns angeht, so geben wir ihnen die Wahl zwischen mehreren Aktivitäten, um sie so viel wie möglich in die Nachhilfestunde einzubeziehen!

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