Die Geister streiten sich, ob die Orgel wirklich als Tasteninstrument oder eher als Holzblasinstrument klassifiziert werden sollte (das hängt natürlich auch vom jeweiligen Modell ab). Fest steht jedenfalls, dass sie Tasten hat, über die sie auch primär betrieben wird und wunderschöne Musik erzeugt.

Hast Du schonmal Orgel gespielt?

Neben den Tasten muss ein*e Orgelspieler*in auch noch Pedal und Hebel sowie andere Bedienelemente betätigen, um die Töne und die Dynamik zu variieren. Du benötigst also Hand und Fuß beim Spielen!

In diesem Artikel haben wir allerlei Orgel Information für Dich gesammelt. Wir erklären Dir unter anderem, wie man Orgel spielt, was sie von anderen Tasteninstrumenten unterscheidet und wo Du das Orgelspielen lernen kannst.

Orgel spielen: darauf musst Du achten

So ziemlich jeder weiß, dass man bei Tasteninstrumenten Tasten oder Hebel drücken muss, um die Tonleitern zu spielen. Was die Orgel unter den Tasteninstrumenten so besonders macht, ist das zusätzliche bedienen der Pedale mit dem Fuß neben dem Spielen der Noten mit der Hand .

Bei den meisten Instrumenten aus der Familie der Tasteninstrumente (Klavier, Cembalo, elektronisches Keyboard etc.) ist es beim Spielen besonders wichtig, aufrecht und mittig vor dem Instrument zu sitzen, am besten auf einem Klavierhocker oder einer Bank, und die Füße flach auf den Boden zu stellen. Diese Position sollte während des gesamten Spielens beibehalten werden.

Beim Orgelspielen musst Du mit Fuß und Hand üben.
Beim Orgelspielen brauchst Du Fuß und Hand, denn neben Tasten, musst Du auch noch Hebel und Pedal betätigen. | Quelle: Unsplash

Beim Orgelspiel ist das anders. Statt flach auf dem Boden zu stehen, sollten sich Deine Füße die ganze Zeit auf dem Pedal-Brett befinden. Versuche beim Spielen aber nicht die ganze Zeit auf Deine Füße zu schauen, sondern aufrecht sitzen zu bleiben.

Wie auch bei Klavier, elektrischem Keyboard und Co sollten Deine Arme entspannt und geschmeidig sein, während sich jede Hand wie ein C geformt über den Tasten befindet. Die Fingerspitzen richten sich dabei auf die Mitte der weißen Tasten, die Ellenbogen sind auf gleicher Höhe wie die Hände ausgerichtet.

Damit Du nicht ständig auf Deine Füße schaust, solltest Du regelmäßig mit kleineren Ausschnitten verschiedener Stücke üben. So gewöhnst Du Dich an die Benutzung der Pedale mit dem Fuß und verbesserst Deine Reaktionen. Das wird Dir dabei helfen, die Pedale irgendwann ganz automatisch spielen zu können, statt sie während längeren Stücken durchgehend zu drücken oder Dir schlechte Gewohnheiten anzueignen, wie z.B. immer auf die Füße zu schauen.

Wenn es an der Zeit ist, Deine Füße in eine neue Position zu bringen, widerstehe der Versuchung, nach unten zu schauen. Schiebe Deine Zehen über die Pedale, ohne sie anzuheben. Fühle die Pedale mit Deinen Füßen, als würdest Du blind die Tasten der Orgel mit Deinen Fingern betasten.

Hier noch ein Typ, wenn Du gerade erst mit dem Orgelspielen anfängst: Beim Spielen von Auflösungszeichen solltest Du so nah wie möglich an scharfen Noten bleiben und diese beim Spielen fast berühren. Spiele nur am Rand der Tasten, um die Musik präziser spielen zu können.

Die Orgel und die Kirche

Obwohl es alles andere als ungewöhnlich ist, Orgeln auch in ganz normalen Haushalten zu finden, assoziieren die meisten Menschen die Orgel mit der Kirche bzw. dem Gottesdienst. Für diese Reaktionen gibt es auch gute Gründe:

  • Ungefähr im 9. Jahrhundert hielt die Orgel ihren Einzug in die Kirche und andere religiöse Orte, um den Gottesdienst mit Musik zu unterstützen. Die Töne der Orgel eignen sich nämlich ganz hervorragend dafür, größere Räume zu erfüllen. Mit der Musik der Orgel kann der Gottesdienst auf einzigartige Weise unterstützt und begleitet werden.
  • Ab 1400 waren Orgeln in ganz Europa in Klosterkirchen und Kathedralen zu finden – sowohl in großer als auch in kleiner Form, einige davon mit riesigen Pfeifen, die zum Merkmal der Orgel wurden.
Orgel Kirche: zwei Wörter, die einfach zusammengehören.
Die Orgel ist besonders im Gottesdienst beliebt. | Quelle: Unsplash

Obwohl wir es gewohnt sind, die Orgel in der Kirche anzutreffen, gab es dieses majestätische Instrument bereits seit 1000 Jahren, bevor es Teil der Gottehäuser wurde.

Orgel Aufbau und Besonderheiten

Wie zu Beginn bereits angekündigt, beschäftigen wir uns in diesem Artikel mit einer beliebten Frage: Was unterscheidet die Orgel vom Klavier?

Auf der einen Seite lässt sich sagen, dass beide Instrumente mit Tasten gespielt werden, weshalb die Vermutung nahe liegt, dass sie auch gleich funktionieren ... Tja, weit gefehlt!

Tatsächlich arbeiten Klavier und Orgel nicht nur in vielerlei Hinsicht unterschiedlich, sie erzeugen auch unterschiedliche Klänge und werden dementsprechend für unterschiedliche Zwecke verwendet.

Natürlich kann ein Pianist bzw. eine Pianistin trotzdem das Orgelspielen erlernen. Im Vergleich zu blutigen Anfänger*innen wird der Orgel Kurs einem*einer Pianist*in tatsächlich sogar leichter fallen.

Tonleitern und Töne klingen bei der Orgel anders als am Klavier.
Die Musik der Orgel ist durch ganz besondere Töne gekennzeichnet. | Quelle: Unsplash

Aufgrund der unterschiedlichen Techniken kann es sich von Zeit zu Zeit jedoch anfühlen, als würde man ein völlig neues Instrument wie zum Beispiel die Trompete lernen. Bei der Orgelmusik werden Dir Methoden begegnen, die Du vom Klavierspiel nicht kennst. Das hat viele Gründe:

  • Während das Klavier ein Schlaginstrument ist, wird die Orgel als Holzbläser-Instrument eingestuft.
  • Der Klang, die Anzahl der Töne sowie die Steuerung dieser sind bei der Orgel ganz anders als beim Klavier. Eine Orgel ist etwas vielseitiger, da man hier dank ihrer Ränge (oder Stimmen) den Klang verändern kann, um andere Instrumente zu imitieren.
  • Aufgrund seiner Schlagkraft und der Geschwindigkeit bei der Erzeugung von Melodien und Rhythmen ist das Klavier ein sehr gutes Leitinstrument. Die Orgel ist dagegen besser geeignet, große Räume mit ihrem Klang zu erfüllen. Deshalb wird sie eben auch so gerne in der Kirche gespielt.
  • Beide Instrumente werden zwar über die Tasten gespielt, Orgelspieler*innen müssen aber darüber hinaus üben, Bass-Noten zu spielen und die Lautstärke mit den Pedalen zu kontrollieren. Klavierspieler*innen müssen sich dagegen mit komplizierten Fingersätzen und Akkorden auseinandersetzen.

Wer hätte gedacht, dass zwei Tasteninstrumente so grundverschieden sein können?

Mit wem kann ich über Orgeln sprechen?

Bist Du Orgel-Enthusiast oder willst einfach mehr über dieses beeindruckende Instrument erfahren, dann gibt es verschiedene Gruppen und Verbände, an die Du Dich wenden kannst:

  • Gesellschaft der Orgelfreunde (GdO): Die GdO ist eine internationale Vereinigung für alle, die sich für die Orgel interessieren. Egal ob Du Orgelspieler*in, Akkustiker*in oder Orgelbauer*in bist, gerne Orgelmusik hörst oder Dich einfach für das Instrument interessierst, hier ist jeder herzlich willkommen. Als Mitglied hast Du Zugang zu größeren und kleineren Tagungen sowie zu verschiedenen Veröffentlichungen und Beiträgen wie der Zeitschrift Ars Organi oder aber Bücher und Noten. Die Beiträge für die Mitgliedschaft liegen bei 35€ im Jahr.
  • Hans-Henny-Jahnn-Orgelverein, Bund Deutsche Orgelbaumeister (BDO), Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands (VOD) etc.: Gehe auf die jeweilige Seite der Verbände und informiere Dich, ob die Organisation zu Dir passt.
  • Social Media: Auch auf Facebook und anderen Social Media Platformen findest Du Gruppen, die durch die geteilte Lieber zur Orgel und Orgelmusik zusammengefunden haben. Du kannst Teil der Gruppe werden, Dich mit den anderen Mitgliedern im Forum austauschen, andere Beiträge lesen und Dich sogar mit den anderen Mitgliedern treffen (online oder in Person), um gemeinsam von Eurem Lieblingsinstrument zu schwärmen.
Gehe in ein Forum und tausche Dich mit anderen aus.
Ob musikalische Ausbildung oder nicht, es gibt viele Möglichkeiten, sich mit anderen über das Orgelspiel auszutauschen. | Quelle: Unsplash

Würdest Du gerne ein Orgelkonzert besuchen oder würdest gerne Teil eines Orchesters oder Chors werden, informiere Dich online über Termine und Angebote in Deiner Nähe. Außerdem könntest Du auch in einer Kirche in Deiner Nähe nachfragen oder einen Kurs an einer Musikschule besuchen.

Orgel Spielen lernen mit Superprof!

Eine weitere Möglichkeit ist natürlich immer Superprof!

Auf Superprof findest Du eine ganze Reihe qualifizierter und motivierter Musiklehrer*innen mit unterschiedlichen Erfahrungen und zu unterschiedlichen Tarifen.

Gehe einfach auf die Seite von Superprof und schreibe in die Suchleiste, dass Du Orgel lernen möchtest und wo Du Dich befindest. Über die Filterfunktion kannst Du dann noch Dein Budget und Dein Niveau angeben, also ob Du Anfänger, Fortgeschrittener oder Profi bist. Außerdem kannst Du angeben, ob Du Unterricht für Kinder oder Erwachsene suchst und ob Du bereits eine musikalische Ausbildung absolviert hast.

Du kannst dann entweder einen Kurs bei einem*einer Nachhilfelehrer*in in Deiner Nähe besuchen, wo entweder Du zu ihm*ihr gehst oder er*sie zu Dir nach Hause kommt, oder Du wählst die Option, online via Webcam Unterricht zu bekommen. Dadurch sparst Du natürlich Zeit und Geld, weil Du nicht erst irgendwohin fahren musst.

Letzteres ist natürlich besonders nützlich für alldiejenigen, die stressige Arbeitstage haben und nicht die Zeit finden, noch irgendwo hinzufahren, um Orgel Unterricht zu nehmen.

Auch das Preis-Leistungs-Verhältnis bei Superprof ist einfach unschlagbar! Eine Stunde Unterricht kostet hier im Durchschnitt 21€. Die meisten Lehrer*innen bieten die erste Stunde Orgelunterricht sogar kostenlos an! Da kannst Du ja wohl kaum nein sagen?

Dank der Schnupperstunde kannst Du also erst einmal ausprobieren, ob der Kurs Deinen Vorstellungen entspricht. Auch die Bewertungen anderer Schüler*innen können bei der Entscheidung hilfreich sein.

Zusätzlich zum Kurs ist es immer eine gute Idee sich ein Lehrbuch sowie ein Notenbuch anzuschaffen, um auch die Theorie zu üben.

Wusstest Du, dass auch das Akkordeon zur Familie der Tasteninstrumente gehört?

Hat Dir der Artikel gefallen, dann lies doch auch unseren Artikel über das Cembalo Lernen.

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Jana

Hoffnungslose Träumerin mit einer großen Liebe zum geschriebenen Wort, gutem Essen und Musik.