Die antike römische Kunst erstreckt sich über fast 1 000 Jahre und drei Kontinente, von Europa bis nach Afrika und Asien. Die Anfänge der römischen Kunst beginnen natürlich mit der Gründung der Römischen Republik 509 v. Chr. und dauern bis 330 v. Chr. - oder auch viel länger, wenn wir die byzantinische Kunst mit einbeziehen. Römische Kunst kommt in vielen Materialien, darunter Marmor, Malerei, Mosaik, Edelsteine, Silber- und Bronzearbeiten oder auch Terrakotten.

Die Stadt Rom war ein kultureller Schmelztiegel, und die Römer nahmen künstlerische Einflüsse aus den Kulturen, die sie umgaben und ihnen vorausgingen, auf. Wir finden also griechische, etruskische und ägyptische Einflüsse in der gesamten römischen Kunst. Das heisst jedoch nicht, dass die gesamte römische Kunst nur ein Abklatsch der Kunst anderer Kulturen war.

In der Architektur übernahmen die Römer zwar den hellenistischen Stil, aber sie wagten den Einsatz neuer Materialien wie Ziegel und insbesondere Beton - eine Erfindung der Römer, der wir es zu verdanken haben, dass viele römische Bauwerke heute noch erhalten sind.

Die griechische Kunst hatte einen besonders starken Einfluss auf die römische. Der römische Dichter Horace sagte einmal, dass "Griechenland, der Gefangene, seinen Eroberer gefangen genommen hat". Die Römer eroberten Griechenland und importierten einen Großteil des kulturellen und künstlerischen Erbes Griechenlands nach Rom - nicht zuletzt die griechischen Götter, denen sie einfach römische Namen gaben.

Wo ist der Unterschied zwischen römischer und griechischer Kunst?
Römisch oder griechisch? Die griechischen Bildhauer haben die römischen sehr beeinflusst. | Quelle: Unsplash
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Was ist "römisch" an römischer Kunst?

Die Römer strebten griechische Bildungs- und Kunstideale an. Römische Bürger zeigten gerne ihr gehobenes Niveau, indem sie in ihren Villen Statuen nach griechischen Vorbildern aufstellten.

Viele Römer gaben Kopien berühmter griechischer Werke in Auftrag. Einige griechische Statuen überlebten überhaupt nur durch die Kopien, die die Römer haben angefertigten lassen!  

Das Problem der römischen Kunst ist also die Definition dessen, was sie eigentlich ist. Was ist römisch an römischer Kunst?

Für die Römer war eine Kopie, nicht wie wir heute, weniger wert als das Original. Bei den Kopien handelte es sich aber auch häufig eher um Variationen als um direkte Kopien. Es wurden kleine Änderungen vorgenommen. Die Variationen waren oft sogar ziemlich humorvoll und stellten das ernste Element der griechischen Kunst auf den Kopf. So gibt es beispielsweise eine hellenistische Skulptur des enthäuteten Halbgottes Marsyas als Messergriff! Ein Messer war das Werkzeug, das verwendet worden war, um den armen Marsyas zu enthäuten. Es demonstriert nicht nur, dass der Besitzer sich mit griechischer Mythologie auskannte, sondern zeugt auch von seinem schwarzen Sinn für Humor...

Und der römische Künstler kopierte nicht einfach - er schuf seine Version der Skulptur. Diese Fähigkeit, Elemente anzupassen, umzuwandeln, zu kombinieren und einen Hauch von Humor hinzuzufügen, macht die römische Kunst "römisch". Kunst wurde im Römischen Reich gefördert wie nie zuvor und im Gegensatz zur griechischen Kunst führte die schiere Grösse des Römischen Reiches zu lokal ganz unterschiedlichen Herangehensweisen an die Kunst. Es gab mehrere wichtige Kunstzentren neben Rom, die eigenen Stilen folgten, insbesondere in Alexandria, Antiochia und Athen. Einige Kritiker argumentieren also, dass es nicht nur die eine "römische Kunst" gebe.

Das Marsyas-Messer kann man heute übrigens im Nationalen Archäologischen Museum in Perugia sehen.

Kunst und die Kaiser

Augustus' Machtantritt in Rom bedeutet das Ende der Römischen Republik und den Beginn des Kaiserreiches. Die Hauptperioden der römischen Kunst sind ab diesem Zeitpunkt nach den jeweiligen Herrschern oder Dynastien benannt

Der Titus-Bogen erzählt von den Heldentaten des Kaiser Titus. | Quelle: Unsplash

Die Kunst des Kaiserreiches griff oft zurück auf die klassische Kunst der Vergangenheit, also auf die Einflüsse der griechischen Kunst aus der klassischen und hellenistischen Zeit (480-31 v. Chr.). Zu den klassizistischen Elementen zählen die glatten Linien, die idealisierten Körper und die ausgewogenen Proportionen, die die Griechen über Jahrhunderte hinweg perfektioniert hatten.

Der Augustus von Prima Porta, eine 2,04 m hohe Statue des ersten römischen Kaisers, wurde am Lebensende von Augustus gefertigt, aber Augustus kommt gut weg: Jugendlich, muskulös, gutaussehend - alle Markenzeichen der klassizistischen Kunst sind hier vereint.

Kaiser Hadrian war als grosser Kunstliebhaber und Bewunderer alles Griechischen bekannt. Der Kaiser selbst begann, wie man auf offiziellen Porträts und Büsten sieht, einen griechischen "Philosophenbart" zu tragen. Das Dekor in seiner weitläufigen Villa Adriana oder Hadriansvilla in Tivoli umfasst Mosaike wie das Kentauren-Mosaik, ein Teil der Fußbodenverzierung des Speisezimmers. Vermutlich wurde es einem griechischen Tafelbild oder Mosaik aus hellenistischer Zeit nachempfunden, vielleicht sogar des antiken griechischen Malers Zeuxis, dessen Werke nur durch literarische Zeugnisse überliefert sind. Das weltberühmte Mosaik befindet sich heute übrigens im Alten Museum in Berlin.

Aber die römischen Statuen und Porträtbüsten beginnen bald, sich von den Griechischen wegzubewegen: Die Individualität wird mehr hervorgehoben, das Ideal tritt in den Hintergrund. Die Wirklichkeit wird auf natürlichere und nüchternere Weise wiedergegeben. 

Wer waren die römischen Künstler?

Wir wissen nicht viel darüber, wer die Künstler im Alten Rom waren, da es an Material aus dieser Zeit wie Verträgen oder Briefen mangelt. Die Künstler des Römischen Reiches sind weitgehend eine anonyme Gruppe. Wir kennen nur die Namen von etwa acht Malern und einigen Bildhauern wie etwa Dioskourides, von dem bekannt ist, dass er den Siegelring von Kaiser Augustus geschnitzt hat und der seine Werke signierte.

Wo findet sich römische Kunst?

Römische Kunst umfasst Kunst für römische Privathäuser sowie Kunst für den öffentlichen Raum. Das römische Eliteheim bot dem Eigentümer die Gelegenheit, seinen Besuchern, der Familie, Kunden und Geschäftspartnern seinen Reichtum, seinen Geschmack und seine Bildung zu demonstrieren. Da offizielle Besuche in privaten Haushalten völlig normal war, war die Dekoration der Häuser natürlich von größter Bedeutung. Wandmalereien, Mosaike und Skulpturen reihten sich ein neben kleinen Luxusgegenständen wie Bronzefiguren oder Silberschalen. Das "Angebot" reichte von Büsten wichtiger Vorfahren bis hin zu mythologischen und historischen Szenen, Stillleben und Landschaften - alles, um das Bild eines gebildeten und distinguierten Hausherren zu kultivieren. 

Mosaike werden oft als typisch römisch angesehen, aber auch sie stammen aus Griechenland. Viele römische Mosaike sind geometrisch wie Teppiche, aber es wurden auch viele Motive hergestellt, die  mythologische und religiöse Szenen darstellen oder Landschafts- und Meeresmosaike bis hin zu Szenen von Gladiatorenkämpfen und Kämpfen mit wilden Tieren. 

Die Reichen wetteiferten miteinander auch bei der Zurschaustellung von Goldschmuck. Edelsteine kamen aus allen Ecken der Welt, darunter Saphire und Smaragde aus Indien, Bergkristall aus den Alpen und Bernstein von der Ostsee. Harte Steine ​​wurden geschnitzt, um als Siegel zu dienen. 

Die römische Malerei fing Landschaften und Alltagsszenen ein. Der Realismus wurde zum Ideal. Tafel- und Leinwandbilder sind ganz verloren gegangen, so dass die heutigen Kenntnisse der römischen Malerei auf den dekorativen Wandmalereien wie die Gartengemälde aus Livias Haus in Prima Porta bei Rom oder die Malereien, die Neros Goldenes Haus schmückten und besonders auf den von der Ascheschicht konservierten Fresken aus den vom Vesuv verschütteten Städten wie Pompeji und Herculaneum beruhen.

Wandmalerei in einer Bar in Pompeji. | Quelle: Unsplash

Wenn ein Römer starb, hinterliess er Kunstwerke, die ihn als Individuum identifizierten. Begräbnisbilder betonten oft besondere körperliche Merkmale oder gaben Auskunft über Beruf, Ehepartner oder bevorzugte Gottheiten. Die römische Grabkunst spielte in allen Kunstepochen und Regionen des Römischen Reiches eine Rolle und umfasst ganz verschiedene Medien: Porträtbüsten des Toten oder Wandreliefs in den Gruppengräbern der Arbeiterklasse wie in Ostia oder mit aufwendigen Schnitzereien geschmückte Steingräber wie die in der Via delle Tombe in Pompeji. Weil der Tod eben alle Ebenen der Gesellschaft berührt - Männer und Frauen, Kaiser, Eliten, Sklaven, Händler..., gibt uns die Grabkunst Auskunft über das Leben der verschiedenen Gesellschaftsschichten und Völker, die im Römischen Reich lebten.

Viele Skulpturen der Römerzeit befinden sich weit weg von Rom, wo einheimische Bildhauer lokale Kalk- und Sandsteine ​​im römischen Stil bearbeiteten, zum Beispiel im ehemaligen Germanien, besonders in der Region um Trier, in Nordgallien oder in der Region Cotswold in Großbritannien. Grab- und religiöse Skulpturen aus Palmyra in Syrien im Römischen Stil, zeigen Frauen und Männer, die eindeutig einheimische und nicht römische Kleidung tragen.

Der öffentliche Raum war voller Kunstwerke, die von den verschiedenen Kaisern in Auftrag gegeben wurden, wie Tempel mit religiöser Kunst wie Statuen der Gottheiten wie Venus oder Jupiter. Götter und Religionen aus anderen Teilen des Reiches gelangten ebenfalls in die Hauptstadt Roms, darunter die ägyptische Göttin Isis, der persische Gott Mithras und letztendlich das Christentum.

Badehäuser waren mit Kopien wichtiger klassizistischer Statuen geschmückt. Ausserdem gab es überall in der Stadt Statuen und Büsten der kaiserlichen FamilieRömische Kaiser ließen oft viele Statuen zu ihren Ehren anfertigen. Sie sollten die Menschen daran erinnern, wer an der Macht war. 

Skulpturen wurden irgendwann so populär, dass Künstler Skulpturen von Körpern ohne Kopf in Massenproduktion herstellten. Wenn dann eine Bestellung für eine bestimmte Person einging, schnitzten sie nur noch den Kopf und fügten ihn der Skulptur hinzu!

Darüber hinaus gibt es die Triumphbögen und Säulen, die sowohl eine erzieherische als auch eine feierliche Funktion hatten. Die verschiedenen Bögen und Säulen, wie der Titusbogen oder die Trajan-Säule, markierten Siege, stellten den Krieg dar und beschrieben das militärische Leben, aber auch fremde Länder. Einige stellen die Erfolge eines Kaisers in der Innen- und Außenpolitik dar, wie beispielsweise Trajans Bogen in Benevento. 

Was die römische Kunst letzen Endes auszeichnet, ist die Fähigkeit, verschiedenste Einflüsse über Jahrhunderte aufzunehmen und auf einzigartige Weise zu kombinieren. Die Kunst des alten Roms hat die Kunst der westlichen Welt über Jahrtausende beeinflusst.

Wenn Du ein bisschen Alltag in Alten Rom schnuppern willst, dann empfehlen wir Dir unsere Auswahl an Filmen zu dieser Zeit!

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Bertine

Ich bin studierte Ethnologin und Politikwissenschaftlerin, schreibe leidenschaftlich gerne und interessiere mich besonders für Sprachen, fremde Kulturen, Geschichte und Handwerk.