Wir befinden uns im Jahre 50 v.Chr. Ganz Germanien ist von den Römern besetzt... Ganz Germanien? Nein!

Der größte Teil des heutigen Deutschlands geriet nie unter römische Herrschaft. Der Rhein diente lange als natürliche Grenze zu Germanien. 55 v. Chr. setzte Julius Caesar erstmals mit seinen Truppen über den Rhein und ab 12 v. Chr. führte der Feldherr Drusus unter Kaiser Augustus mehrere Feldzüge nach Germanien durch. Die Versuche, das rechtsrheinische Gebiet bis zur Elbe zur Provinz zu machen, dauerten fast 30 Jahre und waren letzten Endes vergeblich. Man nennt sie übrigens die Augusteischen Germanenkriege (wegen Kaiser Augustus natürlich).

Aber was wollten die Römer überhaupt in Deutschland? Ist Germanien und Deutschland das Gleiche? Wer waren die Germanen? Und welche Spuren haben die Römer in Deutschland hinterlassen? All das erfährst Du jetzt!

Eigentlich wollte Caesar gar nicht auf die andere Seite des Rheins... | Quelle: Pixabay
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Wer waren die Germanen?

Die Römer bezeichneten alle Stämme, die nördlich des Römischen Reiches, also rechts des Rheins bis nach Skandinavien gelebt haben, als "Germanen".

Die Germanen haben sich übrigens selbst niemals "Germanen" genannt. Sie waren auch kein einheitliches Volk, bildeten keinen gemeinsamen Staat und hatten keine gemeinsame Identität. Zu den Germanen gehörten Westgoten, Alemannen, Sachsen, Angeln, Bajuwaren und Franken und sehr viele weitere germanische Stämme, insgesamt etwa 70! Sie bekämpften sich regelmäßig gegenseitig.

Warum wollten die Römer Germanien erobern?

Die Römer waren zunächst gar nicht an Germanien interessiert. Sie bezeichneten das Gebiet als "Babaricum" und hielten seine Bewohner für sozial und intellektuell unterentwickelt, eben "Barbaren". Man darf nicht vergessen, wie weit die Römer damals schon waren: Ihre Kinder gingen zur Schule, wenn auch nicht so lange wie heutzutage. Bildung war wichtig, deshalb wurde Lesen, Schreiben und Mathematik gelehrt, aber auch Redekunst und Sport. Dagegen waren die Germanen echte Hinterwäldler. Der römische Schriftsteller Publius Cornelius Tacitus beschreibt die Germanen in seinem Werk "Germania" als rückständig und grausam, abgehärtet durch Hunger und Kälte in einem Land "voller schauriger Wälder, grässlicher Sümpfe und rauer Gebirge“. Nicht sehr schmeichelhaft.

Cäsar ging es darum, Gallien bis zum Rhein zu unterwerfen, was ihm nach sechs Jahren auch gelang. Die Germanen interessierten ihn nur als Söldner im Kampf gegen die Kelten. Ihr unwirtliches Gebiet fand er nicht sonderlich verlockend. Der Rhein war die akzeptierte Grenze.

Doch im Jahr 16. v. Chr. überschreitet ein germanischer Stamm den Rhein und vernichtet die V. Legion unter Marcus Lollius. Diese Niederlage und die drohende "Germanengefahr" sorgt für eine Neuorientierung der römischen Politik bezüglich Germaniens. Es folgen eine Reihe von Eroberungsfeldzügen unter Augustus zur Wiederherstellung der römischen Ehre.

Kaiser Augustus plant die Einrichtung einer neuen Provincia Germania mit der Elbe als Nordostgrenze.

Die Römer machten jedoch nur langsame Fortschritte bei der Eroberung Germaniens. Aus dieser Zeit stammen die Spuren der Römer, die wir noch heute in Deutschland besichtigen können.

Im Jahre 9 n. Chr. wurden drei römische Legionen von Germanen überfallen. In der so genannten Schlacht im Teutoburger Wald, oder auch Varusschlacht oder Hermannsschlacht, metzelten germanische Stämme unter der Führung des Cheruskerfürsten Arminius im Jahre 9 nach Christus mehr als 15.000 römische Soldaten nieder - ein Achtel des gesamten römischen Heeres! Nach dieser verheerenden Niederlage beschloss der geschockte Kaiser Augustus, dass es besser sei, die Germanen sich selbst zu überlassen, als sie unter hohen Verlusten in ihren Wäldern und Sümpfen zu bekämpfen.

Unter den vielen aufregenden Filmen, die im Alten Rom spielen, gibt es auch dazu einen Film.

Danach war der Rhein wieder die Grenze zwischen der linksrheinischen römischen Provinz Niedergermanien und den rechtsrheinischen freien Germanen. Patrouillenfahrten mit schnellen Flussschiffen auf Rhein und Donau sicherten die lange Grenze und später wurde sogar ein Bauwerk errichtet, um die Grenze dort zu schützen, wo kein Fluss sie schützt. Die Überreste dieses Bauwerkes kann man heute noch besichtigen: Der Limes.

Was ist der Limes?
Der Limes war eine lange Grenzmauer, die heute noch zu sehen ist. | Quelle: Pixabay

Wo sind die Spuren der Römer in Deutschland?

Viele unserer Städte, die am Rhein oder an der Donau liegen, waren ursprünglich römische Heerlager gewesen, um die herum dann weitere Gebäude errichtet wurden, so dass sie schliesslich zu den Städten wurden, die wir heute kennen: Andernach (Antunnacum), Bonn (Bonna), Koblenz (Confluentes), Köln (Colonia Claudia Ara Agrippinensium), Mainz (Mogontiacum), Neuss (Novaesium), Speyer (Noviomagus), Trier (Augusta Treverorum), Worms (Borbetomagus), Xanten (Colonia Ulpia Traiano), Regensburg (Castra Regina) und Augsburg (Augusta Vindelicorum).

Die Römer hinterliessen besonders im Süden des heutigen Deutschlands ihre Spuren. Große Teile des heutigen Bayern gehörten über einen Zeitraum von mehr als 500 Jahren zum römischen Weltreich. Dort gibt es eine Vielzahl archäologischer Stätten, besonders in und um Gunzenhausen. Dort befindet sich der bereits erwähnte Radtische Limes, der seit 2005 Welterbe der UNESCO ist.

Das römische Reich schützte seine Grenzen mit unterschiedlichen Befestigungssystemen.

An der langen Nordgrenze des Reiches waren hauptsächlich die Flüsse Rhein und Donau die Grenzlinie. Die Sicherung dieser Flussgrenzen übernahmen große Legionslager und eine Kette von Kastellen.

Die Landgrenze, die die römischen Provinzen Obergermanien (Germania superior) und Raetien (Raetia) vom freien Germanien (Germania libera) trennte, sicherte der befestigte Limes. Er ist das größte römische Bauwerk Deutschlands (und sogar Europas!), auch wenn die befestigten und bewachten Grenzwälle nicht zusammenhängend erhalten sind. Die Römer bauten die Grenzanlagen zwischen dem 1. und 6. Jahrhundert nach Christus. Er diente nicht nur dazu, Waren und Personen zu kontrollieren, sondern sorgte ausserdem dafür, dass wichtige Nachrichten schnell übertragen werden konnten. Deshalb standen entlang des Limes im Abstand von etwa 900 Metern Wachtürme und viele Kastelle.

Die Gesamtlänge der Limeslinie betrug 550 km.

Bei Eckertshofen kann man heute den Nachbau eines Wachturms der raetischen Limesmauer besichtigen.  Ab dem Turm kann man den Verlauf der Limesmauer eine Weile verfolgen. Auf dem Weg trifft man auch noch auf den Grundriss eines weiteren Limesturm. Bei Hiebheim steht ein rekonstruierter hölzerner Wachturm nahe dem Ende des Limes, der hier die Donau erreicht.

Oberhalb von Kipfenberg befinden sich ebenfalls eindrucksvolle Überreste des Raetischen Limes sowie den Nachbau eines hölzernen Wachturm, eines Stück der hölzernen Palisade sowie gut sichtbar der Verlauf der Limesmauer mit den Grundmauern eines steinernen Wachturms.

Bei Burgsalach steht ebenfalls ein Nachbau eines hözernen Wachturms sowie die Grundrisse eines steinernen Wachturms. Auch der Verlauf der raetischen Mauer ist noch gut zu erkennen. Ausserdem befinden sich in der Nähe eindrucksvollen Überreste eines spätrömischen Kleinkastells.

Auch in vielen grösseren Städten Deutschlands gibt es noch sehenswerte Spuren der Römer: In Trier das berühmte Porta Nigra, eines der Stadtore, aber auch die beeindruckenden Reste der Kaiserthermen, angeblich der größte römische Badekomplex außerhalb Roms. Sie stammen aus dem 4. Jahrhundert und zeigen, wie wichtig das Baden für die Römer war: Die Thermen waren über 100 Meter breit und 200 Meter lang und boten genug Platz für Tausende von Badegästen. Ausserdem kann man in Trier noch das Amphitheater, die Kaiseraula sowie die alte Römerbrücke besichtigen.

Wo steht die Porta Nigra?
Die Porta Nigra in Trier ist eine beeindruckende Hinterlassenschaft der Römer. | Quelle: Pixabay

Die Stadt wurde um 16 vor Christus von den Römern unter Kaiser Augustus gegründet. Gegen Ende des 3. Jahrhunderts machte Kaiser Diokletian Treveris zur römischen Kaiserresidenz und Hauptstadt des weströmischen Teilreiches.

In Köln befinden sich im Parkhaus am Domshof die Fundamente eines römischen Hauses und ein römischer Keller. Über die ganze Stadt verteilt findet man Reste der Römer so wie den Römerturm, ursprünglich ein Teil der antiken Stadtmauer, aber auch Überreste der römischen Wasserleitung sowie Brunnen.

Das Römisch-Germanische Museum ist eines der größten Museen, das sich mit der Geschichte der Römer in Germanien beschäftigt. Es ist über dem ehemaligen Gebäude einer römischen Stadtvilla erbaut und zeigt unter anderem römische Bodenmosaike. Am bekanntesten ist das sogenannte Dionysus-Mosaik.

Aber auch in Haltern, Höxter und Trier gibt es Museen mit großen Außenbereichen, die römische Anlagen erlebbar machen.

In Mainz stehen noch die Reste des ehemals größten Bühnentheaters nördlich der Alpen, des Drusus-Ehrenmals, des Aquädukts zur Wasserversorgung des Legionslagers, einem Triumphbogen sowie eines Tempels. Sehenswert sind ausserdem die zahlreichen Funde im Landesmuseum oder im Römisch-Germanischen Zentralmuseum, aber auch die Wracks und Nachbauten von Schiffen der Rheinflotte im Museum für Antike Schifffahrt.

Im Archäologischen Park von Xanten bekommt man durch einige sehr schön renovierte Gebäude eine Vorstellung der römischen Stadt Colonia Ulpia Traiana.

In Kempten befand sich der erste Sitz des Statthalters der Provinz Raetia, der in seinem Grundriss noch zu sehen ist. Besonders eindrucksvoll sind der teilweise wiederaufgebaute Tempel sowie die erhaltenen Überreste der Kleinen Thermen. Auch die Grundrisse des Forums mit der Basilika sind noch zu sehen.

Im Archäologischen Park Cambodunum kann man den Tempelbezirk mit den Rekonstruktionen einiger Tempel, die Kleinen Thermen und das Forum besichtigen.

In Weissenburg sind noch die Reste des Kastells und der Thermenanlagen erhalten, die beide sehr sehenswert sind.

In Regensburg finden sich von dem einstigen römischen Legionslager noch die Überreste der Schutzmauer des Lagers sowie der Porta Praetoria zur Donau hin. Außerdem besitzt das Historische Museum der Stadt eine sehenswerte Römerabteilung.

Von einem Kastell bei Ellingen ist ein Teil der Mauer sowie ein Eckturm restauriert worden.

In Eining wurden die Grundrisse eines Kastells, eines Kastellbades sowie einer Raststation freigelegt.

Bei Eichstätt gibt es einen rekonstruierten römischen Gutshof mit Museum zum Thema "Römische Landwirtschaft".

Bisher ist nicht geklärt, wo die berühmte Varusschlacht genau stattgefunden hat, aber bei Osnabrück weisen archäologische Funde auf Kämpfe zwischen Römern und Germanen hin, so dass manche Wissenschaftler vermuten, dass die Schlacht dort stattgefunden haben könnte. Historiker gehen heute übrigens davon aus, dass die schwere, unflexible Rüstung der Römer für ihre Niederlage verantwortlich war. Auch ihre Pferdegespanne waren für die moorigen Sumpf- und Waldgebiete nicht geeignet. Sie konnten daher nicht in gewohnter Formation kämpfen. Die Germanen waren an die Gegebenheiten gewöhnt und den Römern dadurch überlegen.

Ein Museum in Kalkriese präsentiert die Fundstücke und zeigt den Verlauf der Schlacht. Besucher können auf dem Museumsgelände die Truppenformationen anschaulich erleben.

Der Grund, warum heute noch so viel von den beeindruckenden Bauern der Römer erhalten ist, ist das Material, das sie zum Bau nutzten: Beton. Ihre Betonmixtur hält bis heute.

Unsere Welt ist immer noch geprägt vom Römischen Imperium. Die Römer nicht nur Monumentalbauten hinterlassen - unsere Architektur, Malerei und Bildhauerei würde ohne die Römer heute ganz anders aussehen.
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Bertine

Ich bin studierte Ethnologin und Politikwissenschaftlerin, schreibe leidenschaftlich gerne und interessiere mich besonders für Sprachen, fremde Kulturen, Geschichte und Handwerk.