„Die russische Sprache! Über Jahrhunderte erschuf das Volk dieses geschmeidige, üppige, intelligente Instrument, dieses poetische Instrument von unendlicher Reichhaltigkeit seines sozialen Lebens, seiner Gedanken, seiner Gefühle, seiner Hoffnungen, seiner Wut, seiner großen Zukunft.“

Falls Dich diese Worte Tolstois ansprechen, etwas in Dir zum Schwingen bringen, dann solltest Du vielleicht Russisch lernen!

Leichter gesagt als getan? Natürlich braucht es wie für alle anderen Fremdsprachen auch einen starken Willen, Motivation und Disziplin.

Zumindest, wenn man ein gewisses Niveau erreichen möchte.

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Und warum danach nicht noch weitermachen und zum Fortgeschrittenen werden? Oder startest Du schon mit einigen Grundkenntnissen?

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Die Grundlagen der Russischen Sprache lernen

Man lernt eine Sprache nicht, wenn man die Grundlagen nicht kennt, so wie man tanzen nicht lernt, bevor man laufen kann. Also: russisches Alphabet, Aussprache und erste Worte.

Es bringt nichts, alles auf einmal lernen zu wollen. Sonst verliert man nach kurzer Zeit die Lust am Lernen. Indem man das russische Alphabet lernt, dann ein paar Vokabeln und ein bisschen Grammatik, wird man schon bald selbst Sätze auf Russisch bilden können.

Russisches Alphabet

Wenn man mit dem Russischlernen beginnt, muss man wie auch für Griechisch, Chinesisch oder Arabisch eine neue Schrift lernen.

Das kyrillische Alphabet unterscheidet sich doch recht stark vom lateinischen und erfordert einige Stunden Arbeit, um es wirklich zu beherrschen. Im Vergleich zum Chinesischen z. B. besteht es aber ebenfalls aus einzelnen Buchstaben (und nicht Zeichen, die ganze Silben abbilden) und sollte uns (ausgehend von der Lateinischen Schrift) deswegen etwas leichter fallen.

Russisches Alphabet auf einer Tastatur.
Kyrillische Buchstaben lesen zu können, hilft beim Russisch lernen. | Quelle: Marjan Blan via Unsplash

Wenn Du Russisch lernen willst, solltest Du also als erstes das kyrillische Alphabet lernen. Dieses ist wie gesagt anders als das lateinische, das wir im Deutschen verwenden und das auch für viele weitere indoeuropäische Sprachen verwendet wird.

Doch es gibt noch andere Sprachen, die das kyrillische Alphabet verwenden: Ukrainisch, Weißrussisch, Bulgarisch, Serbisch und weitere. D. h.: Wenn Du die kyrillischen Schriftzeichen kennst, kannst Du auch Wörter, die in anderen Sprachen geschrieben sind, lesen. Cool, oder?

Die russische Variante des Kyrillischen Alphabets umfasst 33 Buchstaben. Es gibt zahlreiche gute Quellen, die einem beim Lernen dieses Alphabets helfen.

Wir würden Dir empfehlen, in Eigenarbeit schon mal ein russisches Alphabet anzuschauen und zu lernen, bevor Du mit dem russischen Sprachkurs beginnst.

Eine solide Basis wird Dir im weiteren Verlauf Deiner Kurse helfen. Auch wenn es nicht so schwer ist, die einzelnen Zeichen in der richtigen Reihenfolge zu lernen, braucht es doch etwas Zeit, bis man ganze Wörter und Sätze fließend lesen kann.

Versuch Dich nur einmal daran zu erinnern, wie schwierig es war, im Kindesalter die Schrift Deine Muttersprache zu lernen. Das Gleiche gilt auch für Russisch.

Hier einige Fakten dazu:

  • Es umfasst 33 Buchstaben, von denen 10 Vokale und 21 Konsonanten sind. Es gibt zusätzlich zwei stumme Zeichen, die einen Laut weicher oder härter machen.
  • Die Schreibschrift unterscheidet sich von der gedruckten Schrift.
  • Sieben kyrillische ähneln lateinischen Buchstaben, auch wenn sie teilweise anders ausgesprochen werden: А, Е, З, К, М, О, Т.
  • Neun ähneln griechischen Buchstaben. Wenn Du zufällig die griechische Schrift kennst, wird Dir das helfen: Б, Г, Д, У, Ф, П, С, Р, Л.
  • Dann wären es nur noch 15 neue Zeichen, die man lernen muss. Geht doch, oder?

Und so sieht das ganze aus:

KyrillischLateinische UmschriftAussprache
А аaBand
Б бbBach
В вwWald
Г гgGold
Д дdDüne
Е еje / ejedoch
Ё ёjoJochen
Ж жschEtage
З зsVase
И иiInka
Й йjja
К кkKater
Л лlLuft
М мmMaus
Н нnnoch
О оooffen
П пpPapa
Р рrRock
C csAst, Wasser
Т тtTür
У уuLuft
Ф фffein
Х хchich, ach
Ц цzzwei
Ч чtschMatsch
Ш шschschön
Щ щschtschBorschtsch
Ъ ъhartes Zeichen
Ы ыy (nicht ü!)(Diesen Laut gibt es auf Deutsch nicht. Die Zunge ist will "u" sagen, der Rest des Mundes "i")
Ь ьweiches Zeichen
Э эenett, Ärger
Ю юjuJuni
Я яjaJahr

Die drei Zeichen ы, ъ und ь werden immer klein geschrieben, da sie nie am Anfang eines Wortes vorkommen. Während „ы“ ein Buchstabe ist, dem ein Laut zugeordnet werden kann, sind „ъ“ und „ь“ keine Buchstaben in diesem Sinne. Sie haben keinen eigenen Klang, sondern verändern den Laut, der davorsteht.

Die Klänge und die Aussprache

Die Aussprache unterscheidet sich von der deutschen. Manche Phoneme werden also komplett neu sein für Russisch-Anfänger.

Deshalb muss man sich in den Klang der Sprache erst einmal reinhören – das geht z. B. mit Liedern und Podcasts. In unserem Alltag kommen wir nicht so oft mit der russischen Sprache in Kontakt, deswegen müssen wir selbst aktiv nach ihr suchen!

Es gibt natürlich auch Russischkurse überall in Deutschland und insbesondere im Osten Deutschlands, wo Russisch als Fremdsprache eine längere Tradition hat.

Die Vokale unterschiedlich ausgesprochen, je nachdem, ob sie betont sind oder nicht.

Hier einige Ausspracheregeln:

  • In einer unbetonten Silbe spricht sich der russische Buchstabe O wie ein unbetontes A: молоко́ (Milch) wie in каранда́ш (Bleistift). Doch wenn das O in der betonten Silbe ist, spricht es sich wie [o]: по́мощь (Hilfe).
  • In einer unbetonten Silbe werden ЯЕЭ wie ein abgekürztes И ausgesprochen.
  • Der Buchstabe Ё ist immer betont.
  • Stimmhafte Konsonanten werden stimmlos ausgesprochen, wenn sie am Ende des Wortes stehen (vgl. Auslautverhärtung im Deutschen):
    обе́д > [abе́t] (Mittagessen).
  • Stimmhafte Konsonanten werden stimmlos ausgesprochen, wenn ein stimmloser Konsonant darauffolgt: ю́бка > [ioúpka] (Rock).
  • Stimmlose Konsonanten werden stimmhaft ausgesprochen, wenn ein stimmhafter Konsonant darauffolgt: футбо́лка > [foudbólka] (Fußballtrikot).
  • Der Buchstabe „ы“ ist eine Mischung zwischen dem deutschen „u“ und „i“. Du kannst das so ausprobieren, dass Du Deinen Mund formst, wie bei einem „i“, die Zunge formt aber ein „u“.

Die Vokale können in zwei Gruppen eingeteilt werden:

hartаэыоу
weichяеиёю

Die Konsonanten können hart oder weich ausgesprochen werden. Die deutsche Aussprache ist sozusagen der Mittelweg zwischen den beiden Varianten. Ein Konsonant ist hart, wenn ein harter Vokal oder das Härtezeichen darauffolgt; weich, wenn ein weicher Konsonant oder ein Weichheitszeichen folgt. Der einzige Konsonant der nur weich sein kann ist „й“.

Russische Grammatik

Jetzt, da wir die Ausspracheregeln kennen, schauen wir uns das Grauen eines jeden Sprachschülers an: Die Grammatikregeln, vor allem die Konjugationen!

Wie wär's mit einem Russischkurs in Moskau?
Dir russische Grammatik ist ähnlich komplex, wie die Architektur. | Quelle: Irina Grotkjaer via Unsplash

Grammatik allgemein

Es ist grundlegend, einige Grammatikregeln zu kennen, um sich eine Fremdsprache annähern zu können:

  • Russisch kennt keine Artikel. Ob ein Substantiv männlich, weiblich oder sächlich ist, erkennst Du in den meisten Fällen an der Endung: Maskulinum = harter Konsonant; Femininum = a oder я; Neutrum = o, e oder ё.
  • Es gibt keine Regeln, die die Betonung von Wörtern regelt (also auf welcher Silbe ein Wort betont wird). Das kann variieren und sich sogar im Singular und Plural desselben Wortes unterscheiden.
    Beispiel: die Hand: рука́ (= Singular) – ру́ки (= Plural).
  • Manchmal verändert die Betonung eines Wortes sogar dessen Bedeutung! замо́к = das Schloss (Türschloss) – за́мок = das Schloss (Gebäudeart).
  • Folgende Wörter werden im Gegensatz zum Deutschen NICHT groß geschrieben: Wochentage und Monate, Ableitungen von Eigennamen (wie Moskauer, Russisch), Nationalitäten (ein Franzose, ein Italiener, ein Russe ...), Titel (Herr, Doktor ...).
  • Die einzigen zwei Fälle, in denen Wörter mit einem Großbuchstaben beginnen, sind, wenn das Wort am Anfang eines Satzes steht und wenn es sich um einen Eigennamen handelt.

Grammatikkenntnisse sind essentiell, wenn man eine Sprache richtig gut beherrschen möchte – selbst die eigene Muttersprache! Natürlich lernt jeder anders, aber die russische Grammatik ist extrem komplex und je früher man sich mit ihr auseinandersetzt, desto besser.

Die gute Nachricht ist: Wenn Du die Grammatikregeln beherrschst, wirst Du Dich genauer ausdrücken und auch mit unbekannten Wörtern sofort umgehen können. So kannst Du, zum Beispiel, neue Verben leicht verwenden, indem Du schon gelernte Regeln darauf anwendest. (Das Gleiche gilt übrigens für Französisch!)

Guten Morgen Russisch.
Um die Konjugation zu lernen, musst Du russische Buchstaben lesen können. | Quelle: Egor Myznik via Unsplash

Die Verben

Die Konjugation ist für viele das große Schreckgespenst, wenn sie anfangen eine neue Sprache zu lernen. Schauen wir uns deshalb erstmal ein paar einfache Regeln an:

  • Verben erkennt man an ihrer Endung -ТЬ bzw. -ТИ oder -ЧЬ.
  • Sie setzen sich aus einem Stamm und einer Endung zusammen, die die Zeit und die Person angibt.
  • Es gibt nur drei Zeitformen: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
  • Es gibt, wie auf Deutsch, drei Modi: Indikativ (Realität), Imperativ (Befehl, Aufforderung) und Konjunktiv (Möglichkeit).
  • Um zu präzisieren, ob eine Handlung abgeschlossen oder im Verlauf bzw. wiederholt ist, wählt man die entsprechende Aspektform eines Verbs. Die meisten Verben bilden Aspektpaare, das heißt es gibt sie jeweils in einer vollendeten und unvollendeten Form.
  • Das Verb „sein“ existiert nicht in der Gegenwart. Ich bin glücklich heißt ganz einfach: Я счастлив / Я счастливa (männlich/weiblich) – Ich glücklich.

Die Verben werden in zwei Konjugationsgruppen unterteilt. Die Präsensendungen der I. Konjugation (oder e-Konjugation) sind: -у (-ю), -ешь, -ет, -ем, -ете, -ут (-ют). Die der II. (и-Konjugation): -у(-ю), -ишь, -ит, -им, -ите, -ат(-ят).

Natürlich gibt es, wie in jeder Sprache, Ausnahmen und Mischformen. Da hilft leider nichts anders als auswendig lernen.

Für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wird der unvollendete Aspekt verwendet, wenn:

  • eine Handlung beschrieben wird, die nicht abgeschlossen ist. (Ich tanze. / Ich war dabei zu tanzen. / Ich werde dabei sein zu tanzen.)
  • eine Handlung wiederholt wird. (Ich besuche einen Sprachkurs. / Ich habe jede Woche einen Kurs besucht. / Ich werde täglich einen Kurs besuchen.)

Der vollendete Aspekt kommt in Vergangenheit und Zukunft zum Einsatz, wenn:

  • eine Handlung abgeschlossen ist. (Ich habe das Buch (fertig) gelesen. / Ich werde das Buch (zu Ende) lesen.)
  • die Einmaligkeit betont werden soll. (Ich war letztes Jahr in Moskau.)
  • eine Abfolge von abgeschlossenen Handlungen beschrieben wird. (Erst werde ich einkaufen gehen, danach das Mittagessen zubereiten.)

In der Gegenwart wird nur der unvollendete Aspekt verwendet.

Bei den Aspektpaaren wird Dir auffallen, dass um von der unvollendeten zur vollendeten Form zu kommen, dem Verb oft ein Präfix hinzugefügt wird. Es gibt aber auch Fälle, in denen sich nur die Betonung verschiebt. Hier einige Beispiele von Aspektpaaren:

unvollendetes Verbvollendetes VerbDeutsch
видетьувидетьsehen, (er-)blicken
говоритьсказатьsprechen, sagen
даватьдатьgeben
помогатьпомочьhelfen
приходитьприйтиkommen
открыватьоткрытьöffnen
готовитьприготовитьkochen, zubereiten
делатьсделатьmachen, tun
спрашиватьспроситьfragen

Manche Verben können, je nach Kontext, sowohl vollendet als auch unvollendet verwendet werden; zum Beispiel организовать (organisieren). Andere, wie beispielsweise лежать (wünschen) ist immer unvollendet und hat keinen Aspektpartner.

Die Substantive

Die Deklination von Substantiven ist im Vergleich zu Französisch oder Englisch schon auf Deutsch recht kompliziert. Auf Russisch wird es leider nicht einfacher, denn es gibt nicht nur vier, sondern sechs Fälle.

Die ersten vier kennen wir bereits aus dem Deutsch Grammatikunterricht:

  • Nominativ: Wer? / Was?
  • Genitiv: Wessen?
  • Dativ: Wem?
  • Akkusativ: Wen? / Was?

Dazu kommen noch zwei weitere:

  • Instrumental: Mit wem? / Womit?
  • Präpositiv (oder Lokativ): Über wen? / Von wem? / Worüber? / Wovon?

Außerdem wird zwischen belebten und unbelebten Substantiven unterschieden, die teilweise unterschiedlich dekliniert werden müssen. Grundsätzlich gelten Personen (auch fiktive oder bereits verstorbene) als belebt, Gegenstände und Pflanzen als unbelebt.

 Maskulin
hart / weich
Neutrum
hart / weich
Feminin
hart / weich
Nominativ sg.- / -ь-o / -e-a / -я
Genitiv sg.-a / -я-a / -я-ы / -и
Dativ sg.-y / -ю-y / -ю-e / -e
Akkusativ sg.* / *-o / -e-y / -ю
Instrumental sg.-oм / -eм-oм / -eм-oй / -eй
Präpositiv sg.-e / -e-e / -e-e / -e
Nominativ pl.-ы / -и-a / -я-ы / -и
Genitiv pl.-oв / -eй- / -eй- / -ь
Dativ pl.-aм / -ям-aм / -ям-aм / -ям
Akkusativ pl.* / *-a / -я* / *
Instrumental pl.-aми / -ями-aми / -ями-aми / -ями
Präpositiv pl.-ax / -яx-ax / -яx-ax / -яx

* bei belebten Substantiven wird der Akkusativ gleich gebildet wie der Genitiv; bei unbelebten entspricht er dem Nominativ.

Russisch lernen: erste Schritte zur Verständigung

Mit Grammatikregeln und Vokabeln auswendig lernen, erwirbt man zwar wichtige Grundkenntnisse, eine Fremdsprache sprechen kann man dadurch aber noch nicht.

Um Dich mit anderen Leuten verständigen zu können, musst Du wissen, wie man Sätze bildet, Fragen stellt und jemanden korrekt anspricht.

Der Satzbau

Die Satzstellung ist weit flexibler als in anderen Sprachen. Die Grammatik ist so präzise, dass man sich eigentlich immer sicher sein kann, dass Zuhörer*innen wissen, was sich worauf bezieht. Trotzdem gibt es einige Regeln, an denen man sich orientieren kann:

  • Subjekt - Prädikat: Саша готовит. (Sascha kocht.)
  • Subjekt - Prädikat - Objekt: Саша готовит борщ. (Sascha kocht Borschtsch.)
  • Subjekt – Adverbialbestimmung – Prädikat – Objekt: Саша с удовольствием готовит борщ. (Sascha kocht gerne Borschtsch. / wörtl.: Sascha mit Vergnügen kocht Borschtsch.)
  • Betonte Satzglieder stehen am Anfang oder Ende des Satzes: Он работает там. (Dort arbeitet er.) / Сегодня он работает. (Heute arbeitet er.)

Auch in einfachen Fragesätzen hängt die Wortstellung davon ab, was Du betonen willst:

  • Что это? (Was (ist) das?)
  • А это что? (Und was ist das? / wörtl: Und das was?)
  • Ты что делаешь? (Was machst du? / wörtl.: Du was machst?)

Die Verneinung

Die Verneinung ist nicht wirklich kompliziert. Es genügt ein kleines Wörtchen, das an der richtigen stelle eingefügt werden muss: “не”. Es gehört immer vor dasjenige Wort, das Du verneinen willst.

  • Я люблю помидо́ры. - Я не люблю помидо́ры. (Ich mag Tomaten. – Ich mag Tomaten nicht. / Ich mag keine Tomaten).
  • Он доволен. - Он недоволен. (Er ist zufrieden. – Er ist unzufrieden.)
  • Это она. - Это не она. (Da ist sie. – Das ist sie nicht. / Das ist nicht sie.)

Dieses kleine Wort wird auch verwendet, um ein negatives Pronomen zu verstärken. Die doppelte Verneinung kommt auf Russisch sehr häufig zum Einsatz:

  • Никто не знает. – Keiner weiß es. (wörtl.: Niemand nicht weiß.)
  • Я никогда его не любил(a) - Ich habe ihn nie geliebt. (wörtl.: Ich nie ihn nicht habe geliebt.)
  • Она ничего не видит. – Sie sieht nichts. (wörtl.: Sie nichts nicht sieht.)
Russische Namen bestehen aus Vornamen, Patronym und Nachnamen.
Russische Höflichkeit: man spricht sich mit Vornamen und Patronym an. | Quelle: Sergei Maslennikov via Unsplash

Russische Namen

Um mit Leuten in Kontakt zu treten, muss man natürlich wissen, wie man sie korrekt anspricht. Die Höflichkeitsform entspricht grammatikalisch gesehen der 2. Person Plural (ihr). Auch wenn man jemanden siezt, kann es sein, dass man sich gegenseitig mit dem Vornamen anspricht.

Zur offiziellen Ansprache gibt es zwar die Form Herr/Frau + Nachname (господи́н/госпожа́), viel verbreiteter ist jedoch die Ansprache mit Vornamen und Patronym (auch Vatersname, der von dem Vornamen des Vaters abgeleitet wird): Ivan Alexandrowitsch, Anna Wassilowitsch, Konstantin Maximowitsch.

Basic-Sätze auf Russisch: Grundlegende Russisch Vokabeln

Tauch komplett in die Sprache ein, um so schnell wie möglich Fortschritte zu machen!

Wenn man schnell Russisch sprechen können will, muss man natürlich einige grundlegende Ausdrücke kennen, mit denen man Menschen kennenlernen kann.

Man muss kein Experte sein, um einfach mal loszulegen! Die Russen werden es Dir nicht übelnehmen, wenn Du bei einem Gespräch ein paar Konjugationsfehler machst.

Das Wichtige für ein schnelles Vorankommen ist, dass Du Dich schnell einigermaßen durchschlagen kannst und im Alltag Russischsprechen übst!

Hier einige Basic-Ausdrücke sowie Höflichkeitsfloskeln, mit denen Du wie ein Pro rüberkommst:

RussischAusspracheDeutsche Übersetzung
ПриветPrivjetHallo
Добрый деньDobrij djenGuten Tag
Как дела?Kak dila?Wie geht's?
Очень хорошо. А у вас?Otschen choroscho. A u vas?Sehr gut. Und Ihnen?
Сколько тебе лет?Skolko tebe ljet?Wie alt bist Du?
Откуда вы?Otkuda vi?Woher kommen Sie?
ПокаPakaTschüss
До свиданьяDa svidanjaAuf Wiedersehen
До скорогоDa skoravaBis bald
ДаDaJa
НетNjetNein
ПожалуйстаPaschalusta (weiches "sch“ wie in "Journal")Bitte (Wie im Deutschen: sowohl in einer Frage als auch als Antwort auf ein "Danke" verwendbar)
Я не понимаюJa ne ponimajuIch verstehe nicht
Как это сказать русски?Kak eto skasat russki?Wie sagt man das auf Russisch?

Außerdem kannst Du auf Webseiten und Apps selbstständig Russisch lernen. Am Anfang lernst Du dort vor allem die nützlichen Ausdrücke, die man auch im Urlaub in russischsprachigen Ländern gut gebrauchen kann:

  • babbel (auch als App erhältlich): Diese Seite beginnt mit dem Vokabelaufbau und arbeitet dabei mit Bildkarten und einem automatischen Audio, das Dir das jeweilige Wort vorliest, wenn Du es anklickst.
  • Duolingo (App): Arbeitet nach einem ganz ähnlichen Prinzip wie Babbel und ist komplett kostenlos. Allerdings musst Du als Ausgangssprache Englisch können, weil Russisch in der deutschen Version noch nicht verfügbar ist.
  • Russian-online.net: Diese Webseite hat ganz unterschiedliche Kategorien und bietet vom Alphabet über Grammatik bis hin zu Texten und Hörverstehen alles Mögliche an. Schau Dich in Ruhe dort um!
  • Russlandjournal.de: Hier sind einige Medien zusammengefasst – Videos, Texte, Audios usw. Außerdem findest Du hier auch russische Kochrezepte! Wenn Liebe durch den Magen geht, warum nicht auch das Sprachenlernen?

Und natürlich ist auch ein Wörterbuch immer hilfreich. Hol Dir den Klassiker von Langenscheidt oder das Bildwörterbuch von PONS. Oder vielleicht doch lieber eine App, damit Du das Buch immer mit dabeihast?

Natürlich gibt es auch zahlreiche Sprachführer, die Dir den Russlandaufenthalt erleichtern können (auch diese gibt es teilweise als App)...

Einige Tipps zum Russisch lernen

Vor deinem Russlandaufenthalt, solltest Du auf jeden Fall die Basics können.

Wenn Du beispielsweise nach Moskau reisen möchtest, musst Du auf jeden Fall ein bisschen Russisch sprechen können.

Die Stadt ist nämlich eine der wenigen Hauptstädte, in denen es nicht ausreicht, Englisch zu können!

Im Restaurant hast Du vielleicht noch Glück und es gibt eine englische Speisekarte, auf der Du Deine Bestellung zeigen kannst. Aber selbst dafür gibt es keine Garantie. Und spätestens, wenn Du nach dem Weg fragen willst, wird es schon schwieriger ...

Außerdem wirst Du sonst sehr schnell als Tourist abgestempelt und das kommt nicht bei allen gut an.

Wenn man sich schon als Ausländer outen muss, dann lieber den guten Willen zeigen und ein paar Worte in der Landessprache sagen können, das macht immer und überall einen guten Eindruck!

Mit Puschkin russisch lernen - kostenlos.
Russisch lernen öffnet Dir die Tür zu großen Werken der Weltliteratur. | Quelle: Artem Beliaikin via Unsplash

Hier einige Tipps, wie Du am Ball bleiben kannst, um möglichst schnell Russisch zu lernen, und das völlig kostenlos:

  • Russische Medien online verfolgen: Presse, Radio und TV. Es ist kein Geheimnis, dass man am besten lernt, wenn man eine Sprache in seinen Alltag integriert: Russisch beim Aufstehen, Russisch beim Frühstück, Russisch in Bus & Bahn, Russisch vor dem Schlafengehen!
  • Wenn man nicht in Russland lebt, ist das Internet unser bester Freund, um online ausländische Zeitungen zu finden.
  • Außerdem gibt es auch eine russischsprachige Presse im deutschsprachigen Raum.
  • Russischsprachige Radiosender findet man ebenfalls ganz leicht im Internet. So kann man ganz in die Welt des Russisch eintauchen: über Musik, aber auch, indem man z. B. die Nachrichten hört. Russkoe Radio beispielsweise bietet da einen guten Mix.
  • Auch fürs Fernsehen kann man das Internet natürlich nutzen. Wir empfehlen Dir zwei Sender: Rossija 1 und Rossija 2. Ersterer bietet allgemeine Nachrichten, auf dem zweiten Sender geht es eher um Kultur, Sport und Freizeit. Auch russische Filme helfen beim Russischlernen und sind zusätzlich noch unterhaltsam!
  • In die Kultur eintauchen: Muttersprachler über Vereine kennenlernen, nach Russland reisen, sein Handy auf Russisch einstellen ... Es geht wie gesagt darum, so viel Kontakt wie möglich zu der Sprache zu haben.
  • Ein Vokabelheft anlegen: So verlierst Du nicht den Überblick und kannst neu gelernte Wörter sofort eintragen und nochmal lernen. Außer dem Klassiker aus Papier gibt es natürlich auch digitale Lösungen.
  • Lies Nachrichten über Russland auf Deutsch: Zum Beispiel die Moskauer Deutsche Zeitung – eine gute Möglichkeit, über das Land auf dem Laufenden zu bleiben, wenn Du noch nicht so viel Russisch verstehst.
  • Arbeite an Deinen Schwächen: Wir alle haben unsere Stärken und Schwächen, wenn es ums Fremdsprachenlernen geht. Das gilt vor allem für so schwierige Sprachen wir Russisch. Manche haben von Anfang an eine gute Aussprache, tun sich aber mit der Grammatik schwer. Andere wiederum ziehen grammatikalische Themen dem Mündlichen vor.

Um Dein Vokabular zu stärken, kann es auch sehr hilfreich sein, mit Karteikarten zu arbeiten.

Du hast keine Lust, von Hand zu schreiben und überall hin Kärtchen mitzuschleppen? Es gibt auch Vokabellern-Apps wie Quizlet, die man auf dem Handy überall mit dabeihat!

Fürs Hörverstehen und Deine Aussprache hilft auch nur Übung: Hör so oft wie möglich Radio oder Podcasts oder schau Dir Sendungen im Fernsehen an.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.