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Welche Arten von Schlagzeugen gibt es?

Von Yeliz, veröffentlicht am 21/01/2019 Blog > Musik > Schlagzeug > Welche Arten von Schlagzeugen gibt es?

Ganz egal, wo es auf der Welt seinen Ursprung hat, jedes Instrument, das einen Beat erzeugt, gilt als Perkussion Instrument – aber nicht jedes Perkussion Instrument ist eine Trommel.

Das lateinische Wort „percussio“  bedeutet übersetzt „schlagen“. Doch auf keinen Fall in Bezug auf Gewalt, sondern im Sinne des Takts und der Musik.

Einige Instrumente, wie zum Beispiel das Klavier, erzeugen ihren Klang ebenfalls durch das Schlagen.

Da ist es dann so, dass die Saiten mit kleinen Hämmerchen angeschlagen werden, damit sie Ton erzeugen – allerdings fallen solche Instrumente nicht unter Perkussion.

Tatsächlich widersetzt sich das Klavier einer Standardklassifizierung – wenn man genau sein will, sollte man es als geschlagenes Saiteninstrument betrachten.

Bei der überwältigenden Vielfalt der Instrumente im Bereich Perkussion können wir von Superprof Euch lediglich nur einen kleinen Überblick der Schlaginstrumente geben.

Wir haben dafür ein paar Instrumente aus der ganzen Welt betrachtet und darüber nachgedacht, wie wir Euch unsere Auswahl am besten präsentieren können.

Die verschiedenen Instrumente lassen sich durch folgende Punkte differenzieren:

  • Durch ihre Hornbostel-Sachs-Systematik, das heißt, in welche Klassifikation das Instrument eingeordnet ist: Idiophone, Membranophone, Chordophone, Aerophone oder Elektrophone.
  • Durch ihre grundlegende Klassifikation, ob es akustisch oder elektronisch ist.
  • Durch die Region ihres Ursprungs: Asien, Afrika, Lateinamerika oder Europa?
  • Durch ihre Funktion: Im Orchester, in einer Band, beim Marschieren, beim Militär…?
  • Durch ihre Konfiguration/Größe: Standard, Fusion, elektronisch, zwei- oder einköpfig?
  • Durch ihre Form: Zylindrisch, Becher, Sanduhr, Schüssel, Kiste?
  • Dadurch, wie sie gespielt werden: per Hand, mit Mallets, mit Sticks oder indem sie gegen etwas geschlagen werden?

Und sollten wir Becken in unserer Auswahl mit einbeziehen? In jedem Fall sind sie aus einem Schlagzeug Set nicht wegzudenken und auch beim Orchester spielen sie oft eine willkommene Rolle.

Außerdem gehören sie zu den ältesten Musikinstrumenten der Welt!

Lasst uns gemeinsam durch unsere Welt reisen und alle traditionellen Trommeln finden, die wir finden können!

Afrikanische Trommeln

Obwohl Afrika ein wirklich großer Kontinent ist, dessen Musik von stark rhythmischen Klängen gezeichnet ist, gibt es in den meisten Sub-Sahara Sprachen kein Wort für „Rhythmus“ oder gar für „Musik“ – verrückt!

Die grundlegenden Elemente des afrikanischen Trommelns bestehen aus Synkope, Kreuzrhythmen oder Polyrhythmen, die auf verschiedenen Instrumenten gespielt werden, wie zum Beispiel:

  • Die Udu-Trommel – eine Trommel für Zeremonien, welche überwiegend von Frauen in Nigeria gespielt wird.
  • Ngoma – eine zeremonische Trommel aus Uganda.
  • Die Schlitztrommel, auch Nachrichtentrommel genannt.
  • Die Djembé  – sie ist becherförmig und die meist bekannteste afrikanische Trommel.

Zu anderen afrikanischen Schlaginstrumenten gehören noch die Marimba und die Mbira, die aber beide regelmäßig gestimmt werden müssen.

Wie Du siehst, ist die Liste der afrikanischen Trommeln ziemlich lang – doch vorstellen werden wir Dir noch eine weitere: Die afrikanische Sprechtrommel, auch Talking Drum genannt.

Sie wurde oft eher zur Kommunikation statt zum Musik machen benutzt – wie der Name Dir vielleicht auch schon verrät!

Die Sprechtrommel hat eine ähnliche Form wie eine Sanduhr – sie endet in zwei Trommelfellen, die über Spannschnüre miteinander verbunden sind.

Sie wird unter den Arm geklemmt und mit einem speziellen Krummstock gespielt. Die verschiedenen Tonhöhen entstehen dann durch das Zusammendrücken der Schnüre, indem Du Deinen Arm Richtung Oberkörper presst.

Zusätzlich zum Stock kannst Du auch noch Deine Finger zum Spielen benutzen!

Natürlich identifiziert jede Region, Sprache, Land und Stamm ihre Trommeln mit Namen, die für ihre Sprache einzigartig sind, doch trotzdem mag man auf der einen Seite des Kontinents ähnliche Trommeln wie auf der anderen finden.

Da wir Afrika als die Wiege der Menschheit betrachten, ist es logisch, dass die Menschen, als sie durch die ganze Welt zogen und sich verbreiteten, ihre Trommeln mitgenommen haben.

Und das ist der Grund, warum wir in Asien, Südamerika und sogar in der Karibik ähnliche Trommeln finden können!

Möchtest Du Schlagzeugunterricht nehmen und die Djembé lernen? Die Djembé ist die bekannteste Trommel aus Afrika. | Quelle: Unsplash

Trommeln in Asien

Wir gehen weg von den einzelnen Stämmen in Afrika zu der Bevölkerung in China, wo die Trommeln ihre ganz eigene Entwicklung vollzogen.

Im letzten Teil der Steinzeit suchten die Menschen, die in China lebten, nach einer neuen Methode, um Alligatorenhäute zu verwenden.

Sie zogen also so eine Haut über eine hohle, zylinderförmige Vorrichtung und zack – die chinesische Trommel erwachte zum Leben!

Von China reisten diese Trommeln dann durch ganz Asien: Nach Japan, auf die Philippinen, nach Indien und in den Nahen Osten.

Sogar bis hin nach Australien und Südeuropa – diesen Teil der Welt werden wir uns als nächstes angucken!

Obwohl Gongs und Becken weitaus verbreiteter in der asiatischen Perkussion sind, gibt es dennoch eine kleine Auswahl an Trommeln, die in China ihren Ursprung haben.

Von der kleinen Bangu, die in der Peking-Oper gespielt wird, bis zu der Dagu – eine große Trommel aus Holz, die mit Sticks gespielt wird.

Die Tumbak Naer ist eine becherförmige Trommel, die beim Rezitieren von Andachten eingesetzt wird.

Die Tabla wiederum besteht aus zwei tonnenförmigen, einköpfigen Trommeln, von denen die eine etwas größer als die andere ist. Sie wird mit den Fingern und Handflächen gespielt.

Die nepalesische Madal ist eine Handtrommel, die während des Tanzens auf der Taille getragen wird.

Dann haben wir noch die Darbuka, eine einfellige Bechertrommel, die wir auch im Mittleren Osten und in Osteuropa finden können.

Kennst Du Schlagzeuge aus Asien? Die asiatische Musikkultur ist vor allem von Gongs und Becken geprägt. | Quelle: Unsplash

Natürlich ist die asiatische Musikkultur noch weitaus vielfältiger und größer als wir hier in unserem Artikel vorstellen können. Wir hoffen, dass wir Euch einen kleinen Einblick geben konnten und ziehen nun weiter Richtung Europa. Los geht’s!

Trommeln in Europa

Jetzt kommen wir zu den Trommeln mit Namen, die für uns schon etwas bekannter klingen!

Im 14. Jahrhundert wurde die Snare Drum hergestellt. Um die gleiche Zeit herum finden wir auch Drumsticks, die genauso geformt sind wie unsere heutigen!

Die Pauken, eine Art Kesseltrommel, traten kurz nach der Snare Drum auf, wurden jedoch erst 200 Jahre später richtig populär.

Die Basstrommel hat vermutlich die Pauke etwas überschattet, da sie in etwa zu der gleichen Zeit hergestellt wurde.

Sie wurde auch in militärischen Bands eher bevorzugt als die Tomtom – vielleicht, weil man sie besser tragen konnte.

Ein paar Jahrzehnte später, im frühen 1900, konnten dann Musiker komplette Schlagzeug Sets erwerben: Trommeln und Snare Drums, zusammen mit den Toms und natürlich den Becken.

1976 galt der Deutsche Karl Bartos, damaliger Schlagzeuger bei der Band „Kraftwerk“, als Pionier für das elektronische Schlagzeug.

Der Musiker Ringo Starr ist für das Schlagzeug verantwortlich, wie wir es heute kennen: Mit einer Kick Drum, einem Hängetom, einem Bodentom, einer Snare Drum, ergänzt durch Hi-hats, einem Crash und einem Ride Becken.

Nicht zu vergessen zu guter Letzt in unserem Kapitel Europa – die Bodhran. Sie ist eine Rahmentrommel aus Irland, die auf ihrer unteren Seite geöffnet ist.

Weißt Du, woher das klassische Schlagzeug stammt? Das klassische Schlagzeug, wie wir es heute kennen, wurde in Europa etabliert. | Quelle: Pixabay

Lateinamerikanische Perkussion und karibische Trommeln

Der Artikel wäre nicht komplett, ohne den exotischen Sound Lateinamerikas zu erwähnen!

Die Conga ist eine einfellige Trommel mit Ursprung aus Kuba, die wir aber in allen lateinamerikanischen Rhythmen wiederfinden können.

Sie wird normalerweise mit einer kleineren Trommel kombiniert, die auf eine andere Tonhöhe eingestellt ist.

Die Conga wird mit den Händen gespielt und hat eine überraschend große Auswahl an Klängen, je nachdem, wo und wie man sie anschlägt.

Timbales ist ähnlich zu der Conga und wird auf höheren Ständern gespielt. Beide Trommelarten sind stimmbar.

Die Cajón, oder auf Deutsch auch „Kistentrommel“ genannt, stammt aus Peru und wurde vor rund 300 Jahren von westafrikanischen Sklaven gebaut.

Sie konnten keine anderen verwertbaren Materialien finden, um ihre Trommeln zu bauen, also benutzten sie das, was sie zur Hand hatten.

Bemerkenswert ist, dass die Trommel keine Trommelfelle besitzt – sie ist einfach nur eine Kiste, die auf ihrer Vorderseite und an den Seiten bespielt wird. Dadurch werden die unterschiedlichen Töne erzeugt.

Die Cajón dient noch dazu als eigener Thron für den Spieler: Er sitzt auf der Kiste, lehnt sich schräg nach hinten und kann sie so auf ihrer Vorderseite bespielen.

Ein tradioneller Cajón Spieler würde sein Instrument mit den Händen spielen. Heute werden für eine besonders hohe Vielfalt an Klängen auch Sticks oder Mallets benutzt, oder sie werden sogar mit Brushes gestrichen.

Nun haben wir Dir einen kleinen Überblick über die bunte Welt der Trommeln gegeben. Wirklich interessant, nicht wahr? Die Geschichte der Trommeln ist faszinierend und außerordentlich kulturell geprägt und es macht wirklich Spaß, ihr auf den Grund zu gehen.

Spielst Du bereits eine Trommel oder suchst nach Schlagzeugunterricht für Anfänger? Oder möchtest Du Dich vielleicht erstmal darüber informieren, was die Kosten für Schlagzeugunterricht sind? Superprof gibt Dir auch dafür einen kleinen Überblick!

Kennst Du dich mit der Geschichte der Schlagzeuge aus? Die Geschichte der Trommeln ist bunt, vielfältig und einfach überwältigend. | Quelle: Pixabay

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