Bei dem seit 1964 ausgetragenen Musikwettbewerb Jugend musiziert können Kinder und Jugendliche ihre musikalischen Fähigkeiten auf einer Bühne vor Publikum präsentieren und sie von einer fachkundigen Jury bewerten lassen.

Dabei geht es einerseits darum, dass besondere Leistungen ausgezeichnet und begabte junge Musiker*innen gefördert werden können. Andererseits ist es auch eine Standortbestimmung für alle, die nicht die vordersten Platzierungen erreichen. Die Bewertung und Rückmeldung durch die Jury ermöglichen ihnen, ihr Können besser einzuschätzen und sich gezielter auf den nächsten Wettbewerb vorzubereiten oder an ihren Fortschritten zu arbeiten.

Ein wichtiger Faktor in der Zusammenstellung des Wettbewerbsprogramms sowie der Bewertung ist der Schwierigkeitsgrad. Dieser wird nicht vorgegeben, sondern von den Teilnehmenden selbst gewählt, was nicht immer eine einfache Aufgabe ist. In diesem Artikel erfährst du mehr über seine Bedeutung bei Jugend musiziert, wie die verschiedenen Schwierigkeitsgrade eingeteilt sind und welche Stücke für Klavier sich für die verschiedenen Stufen gut eignen.

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Und los geht's

Welche Bedeutung hat der Schwierigkeitsgrad im Wettbewerb

Wie bei den meisten Wettbewerben für Kinder und Jugendliche werden die Teilnehmenden bei Jugend musiziert anhand ihres Alters in Gruppen eingeteilt. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange jemand schon Musikunterricht nimmt. Entscheidend für die Gruppenzuteilung ist der Geburtsjahrgang. Die Altersangaben beziehen sich also darauf, wie alt ein Kind im Wettbewerbsjahr geworden ist oder werden wird.

  • Altersgruppe Ia: 8 Jahre und jünger
  • Altersgruppe Ib: 9-10 Jahre
  • Altersgruppe II: 11-12 Jahre
  • Altersgruppe III: 13-14 Jahre
  • Altersgruppe IV: 15-16 Jahre
  • Altersgruppe V: 17-18 Jahre
  • Altersgruppe VI: 19-21 Jahre

Ausschließlich für Organist*innen und Sänger*innen wurde eine siebte Altersgruppe eingerichtet, die eine Teilnahme bis in das Alter von 27 Jahren ermöglicht. Einem Ensemble dürfen Teilnehmende aus verschiedenen Altersgruppen angehören. Für die Einteilung in eine Gruppe wird das Durchschnittsalter der Mitglieder berechnet. Von der Teilnahme ausgeschlossen sind Musiker*innen, die bereits mit einer professionellen musikalischen Berufsausbildung, zum Beispiel einem Musikstudium, begonnen haben.

Ein warm gekleidetes Kind steht draußen im Schnee vor einem Klavier und drückt die Tasten.
Bereits Kinder unter 7 Jahren können sich zum Regionalwettbewerb von Jugend musiziert anmelden. | Quelle: Kostiantyn Li via Unsplash

Eine weitere Einteilung, die einen direkten Vergleich der jungen Musiker*innen ermöglicht, erfolgt in Kategorien, die sich nach dem Solo-Instrument oder der Zusammenstellung des Ensembles richten. Mit dem Klavier kannst du sich also als Solist*in oder in einer der folgenden Kategorien antreten:

  • Klavier vierhändig
  • Duo: Klavier und Streichinstrument
  • Duo: Klavier und Blasinstrument
  • Duo: Klavier und Gesangsstimme
  • Klavier-Kammermusik (Ensemble aus Klavier, Streichinstrumenten und höchstens einem Blasinstrument)

Der Wettbewerb findet war jährlich statt, jedoch immer nur in einer kleinen Auswahl an Kategorien, die sich in einem Dreijahreszyklus wiederholen. Für Solo-Klavier kannst du dich also nur alle drei Jahre bei Jugend musiziert anmelden.

Innerhalb einer Kategorie und einer Altersgruppe kann der Schwierigkeitsgrad der vorgetragenen Stücke selbst gewählt werden. Die Teilnahmebedingungen von Jugend musiziert heben diesbezüglich hervor:

„Die Teilnehmenden sind für die Einhaltung der Ausschreibungsbedingungen, insbesondere die Zusammenstellung des Wertungsprogramms, selbst verantwortlich.“

Die einzigen Vorgaben, die für die Stückauswahl gemacht werden, beziehen sich auf die Vielfalt der gewählten Stücke. Für das Klavier bedeutet dies, dass Werke aus verschiedenen Epochen gewählt werden sollten und das Programm sowohl langsame als auch schnelle Teile enthalten soll. Außerdem ist grundsätzlich Originalliteratur erwünscht; also Stücke, die ursprünglich auch wirklich für das jeweilige Instrument komponiert wurden.

Das bedeutet, dass es keine Pflichtstücke oder Vorgaben zum Schwierigkeitsgrad gibt, sondern dass die jungen Musiker*innen selbst einschätzen müssen, welche Werke sie meistern können. Natürlich können sie sich bei der Zusammenstellung ihres Programms von einer Fachperson, wie zum Beispiel ihren Klavierlehrer*innen, beraten lassen.

Dadurch, dass für die einzelnen Altersgruppen kein Schwierigkeitsgrad vorgegeben ist, gewinnt dieser an Bedeutung. Beim Zusammenstellen des Programms, geht es darum, die eigenen Fähigkeiten richtig einzuschätzen und die passende Literatur zu wählen. Grundsätzlich ist es zu empfehlen, Stücke zu wählen, die etwas einfacher sind, als diejenigen, die man gerade im Klavierunterricht erarbeitet.

Der Schwierigkeitsgrad wird zwar in der Bewertung berücksichtigt und eine höhere Stufe mit mehr Punkten belohnt, aber nur, wenn das Stück auch wirklich gut gespielt wurde. Wer sich überschätzt und ein zu schwieriges Stück schlecht interpretiert, wird Abzüge erhalten. In diesem Fall wird den Teilnehmenden ein persönliches und vertrauliches Gespräch mit der Jury angeboten, bei dem sie für zukünftige Wettbewerbsteilnahmen kompetent beraten werden.

Vor abendrotem Himmel springt eine Person über eine Felsspalte über dem Meer.
Die Wahl des Schwierigkeitsgrades kann eine Herausforderung sein. Wähle ein Stück, bei dem du dir sicher bist, dass du es auch mit Lampenfieber gut meistern kannst. | Quelle: Kristopher Roller via Unsplash

Wie läuft eigentlich der Regionalwettbewerb von Jugend musiziert ab?

Welche Schwierigkeitsgrade gibt es bei Jugend musiziert?

Leider gibt es in der Musik keine offizielle Einteilung in Schwierigkeitsstufen mit konkreten Definitionen. Je nach Bildungseinrichtung, Musiknoten-Verlag oder Wettbewerbsveranstalter können sich die Anzahl an Stufen sowie die konkrete Definition unterscheiden.

Bei Jugend musiziert wird mit einer Einteilung in fünf Schwierigkeitsgrade gearbeitet, wobei der erste für den einfachsten und der fünfte für den schwierigsten steht. Beim Schwierigkeitsgrad 3 spricht man dementsprechend von einer mittleren Schwierigkeit, während 2 und 4 jeweils Zwischenstufen zwischen dem mittleren und dem einfachen, beziehungsweise dem schwierigen, Grad sind.

Um zu wissen welchem Schwierigkeitsgrad ein Stück in der Wertung von Jugend musiziert angehört, kannst du einen Blick auf die vom Wettbewerbsgremium zur Verfügung gestellte Literaturliste werfen und hoffen, dass es darauf angegeben ist. Manche Verlage oder Musiknoten-Händler nehmen dir diese Arbeit auch ab und geben in der Produktebeschreibung an, wenn ein Werk sich auf der Liste befindet und welchem Schwierigkeitsgrad es zugeordnet wurde. Dazu wird in der Regel die Abkürzung JuMu (für Jugend musiziert) verwendet.

Die Einteilung erfolgt einerseits und in erster Linie nach der technischen Schwierigkeit eines Stückes, einschließlich des verwendeten Tonumfangs. Andererseits auch nach der Herausforderung, die die Interpretation darstellt. Letzteres ist ein Kriterium, das bis zu einem gewissen Maße einer subjektiven Einschätzung unterliegt. Deswegen ist es sinnvoll, dass du dich bei der Auswahl beraten zu lassen. Dein*e Klavierlehrer*in weiß am besten, wo deine Stärken liegen und kann dir geeignete Werke empfehlen.

Ein offenes Notenbuch steht über der Klaviertastatur auf dem Notenständer.
Der Schwierigkeitsgrad eines Stückes hängt vor allem von seinen technischen Anforderungen ab. | Quelle: Bruno Croci via Unsplash

Literaturlisten für das Klavier

Das Gremium von Jugend musiziert stellt für jedes Instrument Literaturlisten zur Verfügung, auf denen eine große Auswahl an Stücken in den verschiedenen Schwierigkeitsgraden aufgelistet sind. Diese sind keineswegs als Vorgabe zu betrachten, sondern viel mehr als Inspirationsquelle und Hilfestellung.

Du darfst die Titel von der Liste in dein Programm aufnehmen, bist aber nicht dazu verpflichtet. Am besten schaust du dir einige der genannten Titel einmal genau an und vergleichst sie miteinander. Ziemlich sicher sind einige Stücke dabei, die du schon einmal im Klavierunterricht gespielt hast. Anhand dieser kannst du besser einschätzen auf welcher Stufe du dich momentan befindest.

Damit du einen ersten Eindruck von den Schwierigkeitsgraden für Solo-Klavier von Jugend musiziert bekommen kannst, wollen wir dir einen kleinen Auszug daraus vorstellen:

  • Schwierigkeitsgrad 1:
    • Georg Friedrich Händel: Sechs Fughetten (Epoche b)
    • Ludwig van Beethoven: Sechs Menuette (Epoche c)
    • Erik Satie: Menus propos Trois petites pièces (Epoche d)
    • Béla Bartók: Mikrokosmos II (Epoche e)
    • John Cage: Waiting (Epoche f)
  • Schwierigkeitsgrad 2:
    • Johann Sebastian Bach: Präludien-Fughetten. Aus dem Umfeld des
      Wohltemperierten Klaviers II (Epoche b)
    • Joseph Haydn: Sonate C-Our Hob XVI:35 (Epoche c)
    • Frédéric Chopin: Polonaise g-moll, B-Dur (Epoche d)
    • Ernest Bloch: Five Sketches in Sepia (Epoche e)
    • Wolfgang Niederste-Schee: Miniaturen, fünf leichte Zwölftonstücke (Epoche f)
  • Schwierigkeitsgrad 3:
    • Wolfgang Amadeus Mozart: Fantasie d-moll KV 397 (Epoche c)
    • Maurice Ravel: Menuet sur le nom de Haydn (Epoche d)
    • Thomas Jefferson Anderson: Street Song (Epoche e)
    • Arnold Schönberg: Sechs kleine Klavierstücke op. 19 (Epoche f)
  • Schwierigkeitsgrad 4:
    • Johann Sebastian Bach: Das Wohltemperierte Klavier I und II (Epoche b)
    • Ludwig van Beethoven: Sonate Nr. 1 f-moll op. 2,1 (Epoche c)
    • Johannes Brahms: Rhapsodie g-moll op. 79,2 (Epoche d)
    • Dmitri Schostakowitsch: Vierundzwanzig Präludien und Fugen op. 87 (Epoche e)
    • Hans Werner Henze: Cherubino. Drei Miniaturen (Epoche f)
  • Schwierigkeitsgrad 5:
    • Domenico Scarlatti: Sonaten (Auswahl) (Epoche b)
    • Franz Schubert: Sonate a-moll op. 42 D 845 (Epoche c)
    • Claude Debussy: Estampes (Epoche d)
    • Paul Hindemith: Sonate I in A “Der Main” (Epoche e)
    • Karlheinz Stockhausen: Klavierstück IX (Epoche f)

Bedenke bei deiner Stückauswahl, dass dein Programm Werke aus mindestens zwei verschiedenen Epochen enthalten muss. Die Epochen-Einteilung erfolgt nicht nur nach Geburts- und Todesjahr des Komponisten sowie dem Entstehungsjahr der Komposition, sondern auch anhand der angewandten Kompositionstechnik.

Aus einer Schallplattensammlung ragt die Aufnahme von Beethovens Klavierkonzert heraus.
Bei der Zusammenstellung des Programms gilt es drauf zu achten, dass Werke aus verschiedenen Epochen gewählt werden. | Quelle: Joshua Olsen via Unsplash

Zur Orientierung kannst du dir folgende (grobe!) Einteilung merken:

  • a: Renaissance, Frühbarock (Musik bis ca. 1650)
  • b: Barock (Musik bis ca. 1750)
  • c: Frühklassik, Klassik (Musik bis ca. 1820)
  • d: Romantik, Impressionismus (Musik bis Anfang
    des 20. Jahrhunderts)
  • e: Musik ab ca. 1910, in der Regel erweitert tonal
    (z. formstrenge Musik des 20. Jahrhunderts,
    Klassische Moderne, Jazz / Pop)
  • f: Neue Musik, die zwischen ca. 1950 und
    heute komponiert wurde und in mindestens einer
    musikalischen Eigenschaft (beispielsweise tonal,
    thematisch, motivisch, metrisch, rhythmisch, formal,
    spieltechnisch oder in der Notation)
    von der Tradition deutlich abweicht.

Für die Epoche a sind in der Literaturliste für Klavier keine Titel aufgelistet, da es zu dieser Zeit das Klavier noch nicht gab und dementsprechend auch keine Werke dafür komponiert wurden.

Zusätzlich zu den Literaturlisten für alle Instrumente veröffentlicht Jugend musiziert auch jedes Jahr das Wettbewerbsprogramm mit allen vorgestellten Beiträgen. Auch dieses kannst du als Inspirationsquelle für deine eigene Werkauswahl zu Hilfe ziehen. Darin kannst du auch sehen, welcher Schwierigkeitsgrad in welcher Altersgruppe häufig gewählt sind. Lass dich davon nicht unter Druck setzen, sondern sehe es eher als Orientierungshilfe.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.