"Warum philosophieren, wenn man singen kann?" - Georges Brassens

Wir sind tagtäglich von Geräuschen umgeben: Wir empfangen sie über unsere Gehörsinne und erzeugen sie über unsere Stimmbänder.

Wenn die gesprochene Sprache das Herzstück der menschlichen - verbalen - Kommunikation ist, so ist sie auch ein künstlerisches Mittel, um Emotionen zu übertragen: Sie ist Poesie (Chateaubriand schrieb als Prophet: "Poesie ist der innere Gesang"), Theater... und Gesang.

 Die häufigsten Stimmlagen sind Sopran, Alt, Tenor und Bass.
Ein Musiklehrer kann dir dabei helfen, deine Bühnenkünste auszubauen. | Quelle: Josh Rocklage via Unsplash

Gesang ist der Menschheit zweifellos von Anfang an bekannt, und The Sound of Music lehrt uns, dass Singen selbst unsere düstersten Tage erleuchten kann.

Über Epochen und Zivilisationen hinweg, aber auch abhängig von Geschlecht, Alter und Talent des Einzelnen, lässt die Kunst des Singens aus Sicht der Gesangstechnik unendlich viele Variationen zu.

Werfen wir einen Blick auf die Hauptelemente der verschiedenen Stimmtechniken, von den hohen bis zu den tiefen Tönen, einschließlich Vibrato oder dem weniger bekannten Legato.

Wie kann man ein Vibrato erzeugen?

Wenn wir heutzutage an Opernsängerinnen und -sänger denken, fallen uns oft ein paar Worte und Begriffe ein, sei es unbewusst oder bewusst, ohne dass wir wirklich wissen, warum.

Dazu gehören Begriffe wie Vokalisation, Bariton oder... Vibrato.

Vibrato ist ein wesentlicher Bestandteil des Operngesangs und trägt dazu bei, ihm zugleich Tiefe und Leichtigkeit zu verleihen.

Dieses Schwingen - und schwingen lassen - ist ein wesentlicher Bestandteil des Timbres einer schönen Stimme.

Gewöhnlich wird der Begriff in Musik Kursen mit dem Tremolo oder Triller des Klaviers und verschiedener Musikinstrumente verglichen (denke nur an das Cello oder die Bratsche), einem schnellen und wiederholten Wechsel zwischen zwei Tönen oder Halbtönen.

Es gibt jedoch einen ganz bestimmten Unterschied: Das Vibrato wird in einem viel schnelleren Rhythmus erzeugt, was nicht mehr bewusst gesteuert wird, sondern eine natürliche instrumentale Eigenschaft Eurer Stimme ist.

Der Triller existiert auch in einem Chor, aber er nimmt einen künstlicheren, kraftvolleren Charakter an als das Vibrato und fügt sich anders in den Rhythmus der Tabulaturen ein.

Viele Gesangstechniken beherrschen wir bereits unbewusst von Geburt an.
Warum versucht Ihr nicht einfach mal, den Vogelgesang zu imitieren? Vögel sind hervorragende Sänger! | Quelle: Rod Long via Unsplash

Was das Vibrato betrifft, so gilt: wenn deine Stimme jung und in topform ist, dann kommt das Vibrato von selbst, (fast!) ganz ohne Kurse oder Unterricht.

Im Gegenzug gilt jedoch, dass die Stimmbänder mit zunehmendem Alter natürlich auch steifer werden und diesem altersbedingten Phänomen kann auch ein Gesangskurs nicht entgegenwirken. Das kann schwer zu akzeptieren und zum Teil auch sehr frustrierend sein... Durch den Veränderungsprozess kommt es zu einer Abnahme an Muskelmasse der Stimmlippen (Stimmlippenatrophie) und die Stimmlippen werden dünner.

Das erklärt, warum die Karriere einer Opernsängerin zeitlich relativ begrenzt ist, ein bisschen wie die einer Sportlerin.

Beim Sprechen in der Öffentlichkeit, was genau wie das Singen eine Lauterzeugung ist, trägt dieses Vibrato zur Entspannung und zu einer entspannten Haltung bei, was an sich schon Tausende von Atemübungen wert ist.

Das Ziel besteht darin, mit Leichtigkeit und ohne Ermüdungserscheinungen zu singen... und das möglichst lange und ohne heiser zu werden!

Ein weiterer Vorteil des Vibratos ist, dass man seine Stimme besser zur Geltung bringen kann und fast jeden Ton trifft, auch ohne richtig zu singen...

Die vibrierende Annäherung an einen Ton ermöglicht es, sich an den reinen und puren Ton heranzutasten, bei dem man den Fehler umso deutlicher heraushören würde....

Alle Sängerinnen und Sänger haben sich zu irgendeinem Zeitpunkt vor dieser vielleicht übertrieben anmutenden Modulation im Stil von Bianca Castafiore etwas gedrückt.

Dennoch handelt es sich dabei lediglich um einen Schritt, den man gehen muss, um das Selbstvertrauen zu stärken: Beginnt unter der Dusche und schon bald steht Ihr im Aufnahmestudio!

Legt einfach drauflos und lernt, wie ihr eure Stimme zum Vibrieren bringt...

Wie singt man in der Kopfstimme?

In westlichen Ländern bezeichnet die Kopf- oder Falsettstimme eine der ältesten Gesangstechniken.
Der Begriff ist in jeder Gesangsschule allgegenwärtig und jedem Gesangslehrer gut bekannt.

Aber worum handelt es sich eigentlich?

Es sind Geräusche, die ohne das geringste Geschrei vom Kopf wie vom Mund allein ausgesendet werden - im Gegensatz zur Bruststimme, die die Bauchatmung als solche involviert.

Für eine bessere Färbung und Kraft sowie ein größeres Volumen gibt es natürlich nichts Besseres als die Bruststimme.

Dabei handelt es sich übrigens um eine ganze Revolution, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts mit der Entstehung des Tenors (im Gegensatz zur Haute-Contre-Stimme) in Frankreich stattgefunden hat, zum großen Teil dank Rossini: Das berühmte hohe C wurde schließlich aus der Brust gesungen, ein harmonischer Vorläufer, der dann von Verdi voll ausgeschöpft werden sollte.

Aber dieses berühmte Bruststimme ist für jede Tessitur und bei jedem berühmten Sänger beschränkt auf einen gewissen Ambitus.

Die Bruststimme ist zum Beispiel das Allheilmittel des Bassbaritons.

Wer gut singen möchte, sollte auch Noten lesen können.
Auch die Musiklehre darf bei einer guten musikalischen Ausbildung nicht fehlen! | Quelle: Marius Masalar via Unsplash

Um jedoch die Musikalität der hohen und schrillen Töne zu ergründen, die eine schöne Stimme und eine gesunde Intonation ermöglicht, ist man stimmlich gezwungen, in der Kopfstimme zu bleiben.

Die Resonatoren in den Nasenhöhlen werden voll beansprucht, ebenso Kehlkopf, Stimmritze und Rachen.

Es ist wichtig, sie stets zu pflegen, vor allem indem man viel Wasser trinkt und Nahrungsmittel vermeidet, die sie reizen können (Milchprodukte, Wein, Tabak...).

Auch der Countertenor hat eine tolle Amplitude zu bieten: Was könnte beeindruckender sein als die kastratenhafte Stimme eines Philippe Jaroussky?

Der Stil der Barockmusik, der unter anderem von Händel illustriert wird, schöpft diese akustisch sehr hohe Stimme voll aus.

Der Besuch bei einem Sprachtherapeuten und/oder einem Phoniater zusätzlich zum Online-Gesangsunterricht ist oft notwendig für jeden, der nach Beginn der Pubertät dem sehr eingeschränkten Club der Countertenöre des 21. Jahrhunderts beitreten möchte.

Stimmlage zu wechseln ist nicht einfach!

Aber die hohen Töne können von vielen gesungen werden, auch ohne das Gaumensegel voll auszureizen.
Der Sänger in der musikalischen Früherziehung und unter der Anleitung von Privatlehrern lernt in der Regel nach und nach, hohe Töne zu singen (sobald sein Bass und seine Mitten gut etabliert sind, ist es die logische Konsequenz).

Diese Stimmprodukte werden zuerst in der Kopfstimme assimiliert, dann können einige von ihnen durch harte Arbeit in die Bruststimme integriert werden...

Das zeichnet die ganz Großen wie den Autodidakten Luciano Pavarotti aus, deren Tessitur extrem umfangreich werden kann.

Unsere Lehrer können Euch helfen, den Mythos der gemischten Stimme zu ergründen, eine sogenannte dritte Stimme neben der Brust- und der Kopfstimme. Diese ist in Wirklichkeit eine Manifestation einer jugendlichen und unreifen Technik... und mit Vorsicht zu genießen!

Hier lernt ihr, wie ihr an eurer Kopfstimme arbeiten könnt...

Wie arbeitet man an seiner tiefen Stimme?

Ganz im Gegensatz zu der Kopfstimme und den hohen Tönen ist der Bass tief und kraftvoll.

Wenn Ihr eure passende Stimmlage bei den tiefen Tönen findet, dann wird Euch das ermöglichen, mehrere Stücke zu singen.

Bei den Frauen ist das die Haupteigenschaft des Kontraalts; bei den Männern muss man in die Tiefen der Basstöne abtauchen.

Ihre Farbe wird oft als "heroisch" bezeichnet, was in der romantischen Musik und noch mehr bei Wagner von wesentlicher Bedeutung ist.

Der Thorax und der Brustraum scheinen mit unglaublicher Kraft zu schwingen: Es ist also besser, sich gut aufzuwärmen, ehe man so eine starke Intonation anschlägt!

Die mittlere und tiefe Lage ist im Allgemeinen der Bruststimme vorbehalten, sowohl im französischen Chanson als auch in der Komischen Oper.

Die richtige Bauchatmung - sowie eine ausgeprägte Muskulatur - ist ausschlaggebend und wichtiger denn je. Darum ist es sinnvoll, Gesangsunterricht zu nehmen.

Dabei spielt auch die Pflege des primären Resonators (Pharynx, Rachenraum) eine wichtige Rolle.

Heute hat das Gesangscoaching diese Begriffe durchgängig integriert, auch im Gruppenunterricht.

Wichtig ist es dabei zu wissen, wie man richtig singt. Sonst ist das viele Üben zwecklos!

Erzwingt niemals einen Ton, indem Ihr beispielsweise den Kopf senkst, um eine starke Stimme zu imitieren!

Ein weiterer, ebenso typischer Fehler besteht darin, Gesang und Geschrei zu verwechseln. Versucht,nicht zu schreien, sondern Euch bereits von weitem Gehör zu verleihen. Als würdet Ihr eure Geräusche begleiten wollen... Dann klappt es gleich viel besser, Ihr werdet schon sehen.

So können wir euch also nur dazu raten, einen guten Lehrer zu finden, der einen auf euch abgestimmten Gesangskurs abhalten und somit mit Euch an deiner tiefen Stimmlage arbeiten kann, sodass Ihr euch von schlechten Angewohnheiten verabschieden könnt.

Professionelle Sänger können zwischen Kopf- und Bruststimme wechseln.
Moderne Musik lässt der künstlerischen Freiheit des Sängers freien Lauf. | Quelle: Austin Neill via Unsplash

Deine Stimme ist ein eigenes Instrument, das Pflege und Arbeit erfordert, beispielsweise beim Singen in einem Chor.

Findet heraus, wie ihr eine tiefere Stimme bekommen könnt!

Das Aufwärmen der Stimme ist eine gute Übung für Chorsänger und der erste Schritt, um die Stimmbänder zu entspannen und Heiserkeit vorzubeugen. Außerdem kann man so rasche Fortschritte bei der Phonation erzielen.

Als Mezzosopran sollte man also nicht vergessen, seiner Stimme auch regelmäßig mal eine Auszeit zu gönnen und jederzeit daran denken, dass Solfeggio hilreich sein kann. Das gleiche gilt natürlich auch, wenn man ein Instrument spielt. Sei es ein Saxophon, eine Akustikgitarre oder ein Klavier...

Ihr müsst also nur noch den Preis beim nächsten Gesangswettbewerb gewinnen! Aber vor allem: Habt ganz viel Spaß dabei!

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Stefanie

Sprachen sind meine große Leidenschaft! Da ich zweisprachig aufgewachsen bin, habe ich mich schon früh für Sprachen und Kulturen interessiert. Ich liebe Reisen und entdecke gerne neue Länder.