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Kunsthochschule: So kannst Du erfolgreich Kunst studieren

Von Anna, veröffentlicht am 19/08/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Malerei > Unsere Tipps für ein erfolgreiches Kunststudium

„Kunst = Mensch = Kreativität = Freiheit“ – Joseph Beuys

Im Jahr 2011 waren 793.288 Menschen in der EU in der Schaffung von bildender Kunst tätig (knapp 10.300 davon als selbständige Künstler*innen in Deutschland), 329.940 wiederum im Bereich „Kunstverkäufe und Galerie-Aktivitäten“ und immerhin 108.176 Menschen arbeiteten im Feld der Museen und des Kulturerbes in der EU. Im Jahr 2017 waren in Deutschland knapp 10.400 Personen als selbständige bildende Künstler*innen tätig. Die Zahl bleibt seit 2009 relativ konstant.

Das gibt auf der einen Seite Hoffnung, auf der anderen Seite muss einem auch bewusst sein, dass es nicht einfach ist, ein Studium der bildenden Künste erfolgreich zu absolvieren bzw. danach erfolgreich auf dem Arbeitsmarkt zu sein. Es kommt schließlich nicht von ungefähr, dass dieser Bereich oft auch als „brotlose Kunst“ bezeichnet wird. Trotzdem sollte man sich nicht abschrecken lassen, wenn man talentiert und interessiert ist, denn am Ende ist es Dein Leben und es ist wichtig, dass man liebt, was man tut und tut, was man liebt!

Außerdem muss es ja auch nicht unbedingt bildende Kunst sein, es gibt auch zahlreiche Kunst- und Gestaltungsrichtungen, die noch stärker in den angewandten Bereich gehen und sich teilweise mit anderen Disziplinen überschneiden. Klassiker sind Grafikdesign, Kommunikationsdesign, Architektur. Doch Du kannst Deiner Fantasie auch freien Lauf lassen und Animation, VFX, Storyboarding und andere neue Kunst-/Medien-Richtungen studieren, mit denen es vielleicht etwas leichter ist, einen Job auf dem modernen Arbeitsmarkt zu finden.

In welche Richtung es auch gehen soll – wir haben hier einige Tipps für Dich zusammengefasst, wie man das Kunststudium erfolgreich gestalten und sich optimal aufs Berufsleben vorbereiten kann.

Alles beginnt mit der richtigen Hochschule

Bevor Du in Deiner ersten Vorlesung oder praktischen Gestaltungsstunde sitzt, musst Du natürlich erst einmal die richtige Hochschule bzw. Akademie für Dich finden. Ausgangspunkt ist dabei zunächst einmal, ob es eine (Voll-) Universität, eine Kunsthochschule oder doch eine Fachhochschule sein soll. Das hängt natürlich auch davon ab, in welche Richtung Du gehen möchtest.

An welcher Uni kann ich Kunst studieren? Vergleiche verschiedene Hochschulen, die den Studiengang Deiner Wahl anbieten. | Quelle: Pexels

Wenn Du ganz allgemein (und klassisch) bildende Kunst (oder Kunst auf Lehramt) studieren möchtest, ist es vielleicht einen Versuch wert, an einer der renommierten Kunsthochschulen Deutschlands aufgenommen zu werden. Wenn es in Richtung Design und neue Medien gehen soll, gibt es auch zahlreiche Fachhochschulen, die interessante Studiengänge anbieten.

Und natürlich sind bestimmte Hochschulen und Akademien auch teilweise spezialisiert oder besonders für einen Bereich bekannt. So sollen die Designstudiengänge an der Kunsthochschule Kassel besonders gut sein (und auch passionierte Comic-Zeichner*innen können dort ihr Glück finden), und an der Akademie der Bildenden Künste München kannst Du Dich u.a. im Bereich der Goldschmiedekunst spezialisieren. Alles, was in den Bereich Medien und Film geht findest Du u.a. an der media Akademie – Hochschule Stuttgart (mAHS) (aber natürlich auch an vielen weiteren Hochschulen) und Game-Produktion und Management (Fokus Wirtschaft) kannst Du beispielsweise in meiner Heimatstadt Neu-Ulm an der HNU studieren.

Dies sind natürlich nur einige wenige Beispiele. Am besten schaust Du Dich mal im Internet um, welche Kreativbereiche es alles gibt und sobald Du weißt, in welche Richtung es konkret gehen soll, vergleichst Du die verschiedenen Hochschulen, die diese Studiengänge anbieten.

Dabei spielt natürlich nicht nur das Studienangebot und der Ruf der Uni eine Rolle, sondern vielleicht auch, wo sie gelegen ist (vielleicht willst Du nicht so weit oder extra weit weg von zu Hause?). Und wie sieht es aus mit Möglichkeiten für Auslandsaufenthalte? Es gibt zahlreiche Kriterien, die Du bei der Hochschulwahl zugrunde legen kannst. Deshalb ist es wichtig, dass Du Dir vorher Gedanken machst und die Faktoren für Dich priorisierst.

Du hast die perfekte Hochschule für Dich gefunden? Super, dann kannst Du Dich bewerben! Aber Halt: Bewirb Dich am besten nicht nur, bei Deiner ersten Wahl, denn was machst Du, wenn Du nicht genommen wirst? Erstelle Dir vielmehr ein kleines Ranking der – sagen wir mal – drei bis fünf Hochschulen, die für Dich infrage kommen könnten (je nachdem, wie talentiert und zuversichtlich Du bist, dass Du genommen wirst), damit Du einen Plan B, aber auch C und D hast, sollte es mit Deiner Traum-Uni nicht klappen. Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Eine überzeugende Mappe erstellen

Wenn Du Dich an einer Kunsthochschule oder für einen künstlerischen Studiengang an einer allgemeinen Hochschule bewirbst, musst Du in der Regel eine Mappe mit einer Auswahl Deiner Werke mit den Bewerbungsunterlagen einreichen.

Die Werke können ganz unterschiedlicher Natur sein: Zeichnungen, Malereien, Fotografien aber auch Skulpturen oder Installationen (oft dann eher eine Fotografie davon), Filme, Musikstücke usw. Deine Werke in dieser Mappe (und teilweise auch Erklärungen dazu) spiegeln Deine Persönlichkeit als Künstler*in wider und sind die Grundlage dafür, ob Du das Bewerbungsverfahren bestehst oder nicht.

Teilweise wird es auch gern gesehen, wenn man in anderen Kunstrichtungen (z.B. darstellende Kunst) aktiv ist, denn das zeigt Dich als ganzheitlich kunstschaffende Person. Wenn Du vorher schon ein Grundstudium absolviert oder vielleicht in der Oberstufe des Gymnasiums das Fach Kunst als Leistungskurs/Profilfach hattest, kannst Du auch eventuelle wissenschaftliche Arbeiten aus Deiner Feder einreichen (um zu zeigen, dass Du Dich auch schon theoretisch mit Themen aus dem Bereich Kunst befasst hast).

Was ist bei der Bewerbung wichtig? Deine Künstlermappe begleitet Dich Dein Leben lang. | Quelle: Pixabay

Übrigens: Bei der Bewertung der Künstlermappen bzw. -portfolios geht es nicht immer darum, wer am schönsten oder genausten arbeitet. Vielmehr will die Aufnahmekommission die verschiedenen Künstlertypen kennenlernen und sehen, ob die Ansätze für eine Laufbahn in diesem Bereich vorhanden sind. Drückst Du mit Deinen Werken Deine Künstlerpersönlichkeit aus? Diese Frage ist wichtiger als die Frage, ob Du besonders schön eine Rose malen kannst oder nicht.

Mit Aufnahme an eine Kunsthochschule ist es aber noch nicht vorbei mit Deiner persönlichen Künstlermappe. Diese begleitet Dich Dein Leben lang, denn sie ist es, die Du auch Kolleginnen, Agenturen, Galerien usw. zeigst. Nach und nach wird sie sich füllen, immer vielfältiger werden und Profis werden mit einem Blick Deinen ganz persönlichen Stil darin erkennen.

Du bist Dir nicht sicher, was Du einreichen solltest und ob Deine Arbeit gut genug ist? Ein privater Kunst-Coach kann Dir bei der Einschätzung und Vorbereitung helfen!

Kunststudium: Noten sind nicht alles

Wenn man vom Gymnasium kommt, fällt es einem vielleicht schwer, nicht zu viel Gewicht auf die Noten zu legen, aber in der Welt der Kunst interessiert niemanden, welche Noten Du im Abi hattest, oder ob eine Kunstlehrerin in der 12. Dein Stillleben mit einer 3 bewertet hat (obwohl deine Klassenkameraden total begeistert von Deinem Werk waren). Alles, was zählt, ist Deine Persönlichkeit und Dein Potential als Künstler*in und die eben angesprochene Mappe mit Deinen Arbeiten.

Genau aus diesem Grund gibt es auch zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, die ganz ohne professionelle Ausbildung in diesem Bereich tätig sind und erfolgreich ihre Werke an den Mann (und die Frau) bringen. Sie haben die Kunst einfach in sich oder sich bestimmte Techniken selbst beigebracht, konnten also als Autodidakt*in z.B. malen und zeichnen lernen.

Doch klar: Wenn Du Dich für ein Hochschulstudium entscheidest, wirst Du zwangsläufig wieder mit Noten konfrontiert sein, denn das ist nun mal der Standard in unserem Bildungssystem und irgendetwas muss ja auf Deinem Abschlusszeugnis (bzw. Deiner Urkunde) stehen. Sei Dir dabei aber bewusst, dass die Noten (zumindest in den praktischen Fächern) eher Deine Entwicklung darstellen sollen und eine Art Orientierungshilfe sind, ob Du auf dem richtigen Weg bist. Am Ende ist Kunst aber sehr subjektiv und oft auch einfach Geschmackssache und Du wärst nicht die/der erste Künstler*in, die/der auf dem Markt Erfolg hat, obwohl Du an Der Uni nicht unbedingt Jahrgangsbeste*r warst.

Trau Dich zu scheitern!

Gerade während des Studiums solltest Du noch nicht zu streng mit Dir sein. Die Hochschule ist genau dafür da, Dinge auszuprobieren, auch mal zu scheitern, von Neuem zu beginnen und Verschiedenes auszuprobieren. Das Gute: Du hast erfahrene Dozierende an Deiner Seite, die Dir wertvolles Feedback geben können und als eine Art Mentor*in an Deiner Seite stehen. Dies solltest Du nutzen, indem Du Dich auch mal etwas weiter aus dem Fenster lehnst, denn nur so kannst Du Dich als Künstler*in weiterentwickeln.

Wie bin später erfolgreich? Bau Dir schon während des Studiums ein Netzwerk an Kolleg*innen auf. | Quelle: Pexels

Versuche also, Deine Blockaden zu lösen, lass Dich nicht gleich runterziehen, wenn mal ein Werk missrät, sondern steh auf, zieh Deine Lehren daraus und mach weiter! Denn solche Phasen wirst Du auch später in Deinem Beruf haben – lerne also am besten schon im Studium, gut und konstruktiv damit umzugehen!

Schon während des Studiums Kontakte knüpfen

Dieser Tipp gilt eigentlich für alle Studienrichtungen, ist aber besonders in Bereichen wichtig, in denen man große Chancen hat, es als selbständig erwerbende Person auf dem Markt zu versuchen: Bau Dir schon während des Studiums ein Netzwerk aus Kolleginnen und Kollegen auf.

Der Grund ist ganz einfach: Deine Kommilitoninnen und Kommilitonen sind die ersten Kolleg*innen, die Du hast und wenn es nach der Uni darum geht, gemeinsame Projekte zu entwickeln oder Bekannte zu empfehlen, werdet ihr aneinander denken und euch gegenseitig einen Gefallen tun. Wichtig ist dabei: Geh nicht berechnend und mit einer Erwartungshaltung an die Sache, sondern versuche, echte Freunde (oder zumindest Personen, die Dir sympathisch sind) zu finden. Menschen durchschauen, wenn es Dir nicht um sie als Person geht und das kann schnell ins Gegenteil umschlagen.

Sei einfach Du selbst, halte Augen und Ohren offen und bring Dich so viel wie möglich ein (z.B. auch im AStA, AGs, Unisportkursen, der Theatergruppe usw.). Denn meist sind uns die Menschen am sympathischsten, die die gleichen Interessen und Ziele wie wir verfolgen.

Und vergiss dabei auch nicht die Dozierenden! Klar solltest Du Dich nicht einschleimen, aber es ist so oder so hilfreich, eine gute Beziehung zu den Lehrpersonen (aber auch dem Verwaltungspersonal) zu pflegen und vielleicht auch nach Abschluss des Studiums den Kontakt zu halten.

Erholungsphasen sind auch wichtig

Ein Studium an einer Hochschule kann sehr stressig sein, vor allem, wenn es mal nicht läuft, man eine kreative Blockade oder Stress mit Kommilitonen oder Dozentinnen hat.

Wie kann ich das Studium chillen? Vergiss nicht, auch mal zu entspannen! | Quelle: Pixabay

Vergiss deshalb nicht: Auch Ruhephasen gehören zur Arbeit! Es bringt niemandem etwas, wenn Du Dich auspowerst und in ein Burnout schlitterst, Deine Arbeitsweise muss auch irgendwie nachhaltig sein. Gönn Dir also bewusst Auszeiten, fahr in den Semesterferien in den Urlaub, wenn Du kannst, und verzweifle nicht gleich, wenn es doch ein (paar) Semester länger dauert …

Bist Du bereit? Dann leg jetzt los mit dem Kunststudium Deiner Wahl!

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