Wenn Du ein Kind oder mehrere Kinder im Schulalter hast, siehst Du Dich sicherlich immer wieder damit konfrontiert, dass Du Dich mit bestimmten Themen und Lernstoff-Bereichen auseinandersetzen musst, um Deinem Kind helfen zu können.

Insbesondere im Fach Deutsch ist es oft gar nicht so einfach, Schülerinnen und Schülern zu helfen, denn im Gegensatz zu Fächern wie Englisch oder Mathematik weiß man nicht automatisch eine Antwort auf die Fragen der Kinder.

Fragen wie "Was heißt 'Weihnachten' auf Englisch?" oder "Was ist Addition und wie geht das?" sind nun mal einfacher zu beantworten als "Wie schreibe ich eine Bildergeschichte?".

Wenn Dein Kind (oder eins Deiner Kinder) also in die 3. Klasse oder 4. Klasse geht und Aufsätze schreiben können muss, insbesondere Bildergeschichten, erfährst Du hier alles rund ums Thema. So bist Du gerüstet, wenn es heißt: "Mama/Papa, wir nehmen in Deutsch gerade Bildergeschichten durch. Kannst Du mir helfen?"

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Aufsatzschreiben in der Grundschule

In der Grundschule wird man in verschiedene Aufsatz-Arten eingeführt, um den Grundstein zum Verfassen von Texten zu legen. So sind die Kinder für die weiterführende Schule (insbesondere das Gymnasium) gerüstet, denn dort ist die Arbeit mit Texten der Hauptbestandteil des Deutschunterrichts sowie später der von Fremdsprachenunterricht.

Weil die Schülerinnen und Schüler in der grundschule gerade erst beginnen, die deutsche Sprache zu entdecken (das gilt auch für die Kinder, die mit der deutschen Sprache in der Familie aufwachsen!), beginnt man ab der 2. Klasse meist mit kleinen Geschichten und Texten von ganz wenigen Seiten. Schließlich will man die Kinder nicht gleich überfordern.

Neben der freien Erlebniserzählung, bei denen die Kinder ihrer Fantasie freien Lauf lassen können, gibt es auch Aufsatz-Arten, bei denen man sich an gewissen Vorgaben orientiert: die beliebte Reizwortgeschichte, bei der man Stichwörter vorgegeben bekommt sowie die Bildergeschichte.

Was ist eine Bildergeschichte?

Bei der Bildergeschichte dient eine Reihe von Bildern (selten auch nur ein Bild) als Anhaltspunkte für eine Geschichte. Dabei handelt es sich meist um einen kleinen Comic. Diese Bilder können eine Geschichte linear erzählen, oder das Kind muss die Bilder erst in die seiner Meinung nach logische Reihenfolge bringen, damit die Bilder zusammenhängend einen Sinn ergeben und die Geschichte chronologisch erzählen. Die Aufgabe ist dann, einen Text zu verfassen, der zu den Bildern passt. So, als würde eine Person den Text vorgelesen bekommen und sich dabei zur Veranschaulichung die Bilder anschauen.

Was ist eine Bildergeschichte Aufsatz Grundschule?
Meist dienen kleine Comics als Vorlage für Bildergeschichten. Besonders beliebt: "Vater und Sohn". | Foto "Hoffnungsloser Fall - A Hopeless Case" von rauter25 unter der Lizenz CC BY-SA 2.0 via Flickr.
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Wie schreibt man eine Bildergeschichte?

Damit Dein Kind eine Bildergeschichte schreiben kann, muss es natürlich zuerst einmal erkennen, was auf den Bildern abgebildet ist, also was passiert. Diese Situationen müssen dann in Worte gefasst und in einem zusammenhängenden Text niedergeschrieben werden. Man muss also Geschichten erzählen können.

Für Dich als erwachsene Person wird auf einen Blick erkennbar sein, was die Bilder darstellen, und was die Pointe ist, falls es eine gibt. Vergiss aber nicht, dass das für Kinder nicht selbstverständlich ist. Dieses Erkennen und Erzählen von in sich stimmigen Bildergeschichten ist ein komplexer Lernprozess, für den Du Deinem Kind Zeit geben musst. Du kannst ihm aber helfen: Arbeitsblätter mit typischen Bildergeschichten als PDF herunterladen und gemeinsam mit Deinem Kind besprechen, was darauf zu sehen ist, und was die Geschichte dahinter sein könnte.

Wichtig ist dabei, nicht einfach nur das Bild bzw. die Bilder zu beschreiben, sondern sich etwas drumherum auszudenken. Es braucht eine Rahmenhandlung, und die Details dürfen ruhig ausgeschmückt werden. Schließlich soll am Ende eine richtige kleine Geschichte rauskommen, und nicht einfach eine Bildbeschreibung. Hier kommt wirklich die eigene Fantasie ins Spiel, nicht wie z.B. bei der Textzusammenfassung oder der Nacherzählung, in der man nur schreiben darf, was auch im Originaltext steht.

Doch wie kann mein Kind diesen Schritt vom reinen Erkennen des Sachverhalts bis hin zur Rahmenhandlung der Geschichte machen?

In Deutsch eine Bildergeschichte schreiben geht am besten, indem man die Bilder und die Details genau betrachtet. Man sollte sich zunächst W-Fragen stellen!

Bilder anhand von W-Fragen beschreiben

  • Wer ist beteiligt?
  • Welche Beziehung haben die Personen zueinander?
  • Wo sind die Personen?
  • Was geschieht?
  • Wann und in welcher Abfolge geschieht es?
  • Wie sehen die Personen aus?
  • Wie wird eine Handlung vorgenommen?

Hilfreiche für die Beantwortung dieser W-Fragen sind folgende Anhaltspunkte, entweder auf den Bildern oder aufgrund eigener Interpretation:

  • Welche Namen sollen die Personen haben (falls nicht schon vorgegeben)?
  • Wie ist die Körperhaltung der Personen? Was sagt diese aus?
  • Welche Gesten zeigen die Figuren? Was kann man daraus ableiten?
  • Wie ist der Gesichtsausdruck der Handelnden? Was sagt das über die Gefühle dieser Personen aus?
  • Wie verhält sich eine Person gegenüber anderen? Was sagt das über den Charakter dieser Person aus?

Wenn verstanden wurde, was in den einzelnen Bildern passiert, sollte man sich überlegen, was "drumherum" passiert. Also wie hat die Geschichte begonnen, was könnte eine gute Einleitung sein?

Und was passiert zwischen den Bildern? Gibt es Dinge, die wahrscheinlich passiert sein müssen, damit die Geschichte Sinn ergibt, die man aber nicht explizit sieht?

Wie geht die Geschichte aus? Passiert noch etwas nach der Situation im letzten Bild?

Es ist also wichtig zu wissen, dass die gegebenen Bilder zwar als Aufhänger dienen sollen, das heißt aber nicht, dass man nicht Dinge drumherum ausschmücken und dazu erfinden darf, nur weil sie nicht explizit auf den Bildern zu erkennen sind.

Aufbau: Überschrift, Einleitung, Hauptteil, Schluss

Nun hast Du (bzw. hat Dein Kind) also einige Überlegungen angestellt, wie die Geschichte ungefähr ablaufen könnte. Dann heißt es jetzt: Ran an den Stift und ausformulieren!

Aber halt, wie ist eine Bildergeschichte aufgebaut?

Für alle klassischen Aufsätze (ob Personenbeschreibung in der Grundschule oder Erörterung im Gymnasium) gilt die Regel: Einleitung, Hauptteil, Schluss. So weit, so logisch. (Eine Ausnahme: Grundschulaufsatz Brief schreiben).

Bei Grundschulaufsätzen arbeitet man zur Verdeutlichung gerne mit der sog. Aufsatzmaus. Man muss sich eine Geschichte wie eine Maus vorstellen: Die flache Schnauze ist die kurze Einleitung. Der Hauptteil ist der Mauskörper. Er ist der längste Teil und erreicht seinen Höhepunkt am höchsten Punkt des Mausrückens, bevor er etwas abflacht und in den Schluss, den Po und Schwanz der Maus übergeht.

1. Überschrift

Zunächst einmal ist es wichtig, sich eine passende Überschrift zu überlegen. Es ist vielleicht einfacher, dies erst am Ende zu machen, wenn man die Geschichte schon geschrieben hat. Aber schreibt einfach mal eine provisorische Überschrift dazu. Wenn einem Seiten später noch was Besseres einfällt, kann man diese immer noch ersetzen.

Die Überschrift sollte gut zu den Bildern passen, aber vielleicht nicht gleich verraten, was im Höhepunkt passiert. Es ist immer gut, wenn sie den Leser/die Leserin dazu motiviert, die Geschichte auch wirklich zu lesen, also eine Art "Teaser" bietet.

Dazu kann man einen Hinweis geben, was passiert, ohne zu explizit zu sein, zum Beispiel: "Ein Ausflug mit Überraschungen" oder "Das etwas andere Chorkonzert". So fragt man sich nämlich gleich zu Beginn, was denn die Überraschung sein könnte bzw. warum dieses Konzert nicht normal ist.

So wird man dazu angeregt, solche Texte zu lesen, um es herauszufinden.

2. Einleitung

Noch mal zur Aufsatz-Maus: Die Einleitung beginnt mit dem Kopf der Maus, ist also kurz und führt zum Hauptteil hin.

In der Einleitung sollte man also nur kurz den Rahmen abstecken, sodass der Leser/die Leserin weiß, wer die Hauptpersonen sind, um die es in der Geschichte geht, und vielleicht noch wo sich das Geschehen abspielt (falls das eine Rolle spielt).

Eine Einleitung für eine Bildergeschichte könnte z.B. so lauten: "Vater und Sohn saßen gemeinsam auf einer Parkbank und schauten dem Treiben um sie herum zu."

3. Hauptteil

Der Hauptteil ist – wie der Name schon sagt – der wichtigste Teil des Aufsatzes. Hier sollte Dein Kind ausführlich und spannend beschreiben bzw. erzählen, was in der Geschichte passiert.

Folgende Fragen sollte es dabei beantworten:

  • Was machen die Figuren? Was passiert ihnen? Was erleben sie? Wie fühlen sie sich dabei?
  • Wo spielt sich die Geschichte ab? Gibt es etwas Besonderes an diesem Ort?
  • Was passiert genau (gerne viele Details)? Was ist das Besondere/die Gefahr/die Überraschung?
    Also auch: Was ist der Höhepunkt oder die Pointe der Geschichte?
  • Gibt es weitere Personen oder Tiere in der Geschichte?

4. Schluss

Die Geschichte, also was passiert, ist damit erzählt. Doch natürlich wird niemand nach dem Höhepunkt gern einfach in der Luft hängen gelassen. Es liegt unserer Natur, einen Abschluss zu suchen. Wir wollen einfach gerne wissen, wie eine Geschichte endet.

Deshalb solltest Du bzw. sollte Dein Kind einen kurzen Schlusssatz – eben so kurz wie das Hinterteil bzw. der Schwanz einer Maus – schreiben, der die Geschichte abrundet.

Das könnte dann so klingen: "Nachdem Vater und Sohn sich wieder vertragen haben, gehen sie Hand in Hand nach Hause."

Hast Du mal über Deutsch Nachhilfe online nachgedacht?

Kann jeder Bildergeschichte lernen?
Mit den richtigen Tipps und viel Übung kann jeder lernen, Bildergeschichten zu schreiben! | Quelle: Unsplash

Erzählen statt beschreiben: Weitere Tipps zu Inhalt und Form

Um den Aufsatz der Bildergeschichte in der Grundschule möglichst gut schreiben zu können, sollte man u.a. folgende Punkte beachten:

  • Aufgabe: Nicht einfach die Bilder beschreiben, sondern auch Gefühle und Eindrücke  einbringen: Bildergeschichten sollen Geschichten erzählen.
  • Thema: Die Bilder genau beachten, um eine Thema-Verfehlung zu vermeiden!
  • Aufbau: Die "Aufsatz-Maus" beachten.
  • Qualität statt Quantität: In einem Grundschul-Aufsatz geht es nicht darum, mehrere Seiten voll zu schreiben, sondern es kommt auf die Geschichten, die man erzählen will, an.
  • Zeitform: Präteritum oder Präsens - die Gegenwartsform ist in der Grundschule völlig in Ordnung!
  • Wortschatz: Dieser sollte abwechslungsreich sein. Statt "Und dann lief er... Und dann lachten sie... Und dann erzählten sie..." Ist nicht so spannend anzuhören wie "Als er dorthin lief... Nach diesem Abenteuer lachten sie... Anschließend erzählten sie..."
  • Ausdruck: Arbeitsblätter (z.B als PDF) helfen, abwechslungsreiche Formulierungen zu lernen.

Mit diesen Tipps, genug Übung und den richtigen Materialien (Arbeitsblätter als PDF oder Doc) können Schülerinnen und Schüler lernen, wie man Bildergeschichten für die Grundschule schreibt bzw. die Grundlagen guter Texte verstehen.

Brauchst Du noch Hilfe dabei? Entdecke hier unsere Nachhilfe Deutsch Grundschule.

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Anna

Dank meiner langjährigen Erfahrung als Nachhilfelehrerin für Deutsch (als Fremdsprache), Englisch und Französisch ist mir der Bildungsbereich gut vertraut. Als professionelle Übersetzerin und Texterin liebe ich es aber auch, mich immer wieder in neue Themengebiete einzuarbeiten. So wird mir garantiert nie langweilig und ich lerne ständig Neues dazu ... 🤓