„Wo hast du dein Abi gemacht?" - „In Nordrhein-Westfalen." - „Oh, dann hattest du es ja viel einfacher als wir in Baden-Württemberg..."

So oder ähnlich laufen nicht wenige Gespräche unter Erstsemestern an deutschen Hochschulen ab, denn die Bildung und damit auch das Abitur ist in Deutschland dem Föderalismus unterworfen - sprich, es ist Ländersache.

Jedes der 16 Bundesländer hat seine eigenen Bestimmungen, Lehrpläne und Prüfungsaufgaben. So sind die Anforderungen zum Bestehen der Abiturprüfung mitunter recht unterschiedlich und Gerüchte darüber, wo das Abi am schwersten und wo am einfachsten ist, halten sich hartnäckig.

Die vielen Unterschiede tragen zu unterschiedlichen Ergebnissen und zu einer erschwerten Vergleichbarkeit bei. Dies steht deshalb häufig in der Kritik, weil das Abitur die begehrte Eintrittskarte an die Hochschulen des Landes darstellt - es erteilt die allgemeine Hochschulreife, die zum Studium an einer beliebigen Universität oder Fachhochschule befähigt.

Sind die Anforderungen in dem einen Bundesland niedriger als in dem anderen, haben dort die Schüler bessere Chancen auf eine gute Abschlussnote und damit auch auf einen Studienplatz an der Wunsch-Uni.

Dies wird als ungerecht empfunden - von Lehrer*innen, Schulpolitiker*innen, Hochschulverantwortlichen und natürlich auch von den Schülern*innen beziehungsweise angehenden Studierenden selbst. Die Tatsache, wo jemand geboren wurde, aufgewachsen und zur Schule gegangen ist, sollte keinen Einfluss auf die Zuteilung eines Studienplatzes haben.

Seit Jahren wird daher nach Lösungen gesucht, wie das Abitur deutschlandweit einheitlicher und vergleichbarer gestaltet werden könnte, ohne dass die Länder zu sehr in ihren Freiheiten eingeschränkt werden. Die radikale Variante, die beispielsweise in Frankreich gesetzlich verankert ist, wäre ein zentrales Bildungssystem mit einem bundesweiten Zentralabitur. Diese wird aber wohl in näherer Zukunft in Deutschland nicht umgesetzt werden, da sie mehrheitlich abgelehnt wird.

In diesem Artikel werden wir uns die Unterschiede im Abitur der einzelnen Bundesländer genauer anschauen und erklären, wie diese zustande kommen und welche Lösungen bislang angestrebt werden.

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Und los geht's

Welches Abitur ist das einfachste, welches das schwerste? – Eine Frage, die für Diskussionen sorgt

Schon lange lautet eine verbreitete Meinung, dass das Abitur im Süden und Osten Deutschlands anspruchsvoller, im Norden hingegen erheblich einfacher sei. Man spricht von einem sogenannten "Nord-Südgefälle".

Aussagen wie "eine 1,0 aus Bundesland XY ist so viel wert wie eine 3,0 aus Bundesland YZ" hört man dadurch nicht selten. Ebenfalls halten sich hartnäckige Gerüchte, dass das Abitur aus bestimmten Bundesländern bei der Bewerbung um Studienplätze an gewissen Universitäten abgewertet würde, um mit dem Abschluss aus anderen Bundesländern vergleichbar zu sein.

Zumindest Letzterem kann mit ziemlicher Sicherheit widersprochen werden. Ob die Unterschiede zwischen den Ländern ansonsten tatsächlich so erheblich sind, lässt sich natürlich nur schwer eindeutig belegen. Schließlich gibt es nicht nur Differenzen zwischen Bundesländern, sondern auch zwischen einzelnen Städten und Schulen.

Abi-Durchschnitt als Vergleichswert

Das beliebteste Bewertungskriterium, um Aussagen über die Schwierigkeit von Abiturprüfungen zu machen, sind der Notendurchschnitt aller abgelegten Prüfungen jedes einzelnen Bundeslandes sowie die Durchfallquote. Die Rechnung scheint einfach zu sein: Schließen die Schüler*innen insgesamt mit besseren Noten ab und fallen weniger durch, dann muss das Abitur einfacher gewesen sein.

Dieser Gedanke greift aber viel zu kurz. Damit man Noten wirklich aufschlussreich miteinander vergleichen könnte, müssten sie überall zu den exakt gleichen Bedingungen zustande kommen. Und genau das ist eben nicht der Fall.

Ein erster Punkt ist, dass der Abi-Schnitt der einzelnen Abiturient*innen nicht in allen Bundesländern auf dieselbe Art ausgerechnet wird. Grundsätzlich wird der Abischnitt aus den Halbjahresnoten der letzten zwei Schuljahre sowie den Noten aus den schriftlichen und mündlichen Abiturprüfungen berechnet. Wie stark jede einzelne dieser Noten gewichtet wird, ist aber in jedem Bundesland unterschiedlich geregelt.

Während in einigen Ländern die Leistungskurse doppelt gewertet werden, in anderen zählt jede eingebrachte Note gleich viel. Teilweise dürfen die schlechtesten Noten aus den Grundkursen gestrichen werden, wo anders fließen alle Semesterwertungen in die Abschlussnote mit ein.

Ebenso uneinheitlich sind die Bestimmungen darüber, welche Fächer als Profil- oder Kernfächer gewählt werden müssen. So sind beispielsweise in einigen Bundesländern Deutsch und Mathematik als Prüfungsfächer vorgegeben, während in anderen genau diese Kombination verboten ist.

Der Abischnitt hängt also auch davon ab, ob Schüler*innen in Fächern, in denen sie schwächer sind, eine Prüfung ablegen müssen, die dann unter Umständen auch noch stark gewichtet wird, oder ob sie die Gelegenheit haben, in ihren Lieblingsfächern zu punkten.

Ein junger Mann mit Mütze schaut lachend zur Seite und hält eine Hand am Hinterkopf.
Nicht überall in Deutschland hat man die Möglichkeit, ausschließlich Abifächer zu wählen, an denen man Spaß hat. Quelle: Jeremy McKnight via Unsplash

Warum die Noten alleine nicht aussagekräftig sind

Ein bundesweites Zentralabitur würde bedeuten, dass der Flickenteppich aufgehoben und durch einen einheitlichen Standard ersetzt werden würde. So würde es neben identischen Prüfungsaufgaben auch überall dieselbe Regelung zu Pflichtfächern und dem Einbezug von Schuljahresnoten in den Abi-Durchschnitt geben. Damit allein ist das Problem aber noch nicht gelöst.

Eine Prüfung ist dazu da, vorher erworbenes Wissen und Fähigkeiten zu überprüfen. Damit alle Schüler*innen dieselben Prüfungsbedingungen haben, muss also auch die Vorbereitung darauf einheitlich sein. Wenn wir über vergleichbare Abi-Noten sprechen wollen, müssen wir bereits in der Grundschule ansetzen und die entsprechenden Bedingungen schaffen.

Ab welcher Stufe werden Leistungen benotet? Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, dass ein Kind versetzt werden kann? Wann erfolgt der Übertritt von der Primar- in die Sekundarstufe? Welche Schulformen gibt es in der Sekundarstufe? Welches Fächerangebot gibt es an den Schulen?

Schon nur in diesen fünf Punkten gibt es deutschlandweit bedeutende Unterschiede. Von den konkreten Lehrplänen wollen wir gar nicht erst anfangen zu sprechen. Es ist kaum möglich, die Leistungen von Schüler*innen, die so unterschiedliche Bildungswege hinter sich haben, anhand ein und derselben Prüfung zu vergleichen.

Welches Bundesland hat das schwerste Abitur? Eine schwierige Frage

Hier spielen Unterschiede in den Lehrplänen und Abiturprüfungen der Bundesländer eine große Rolle.

In fast allen Bundesländern gibt es mittlerweile ein Zentralabitur auf Länderebene eingeführt. Das heißt, dass allen Abiturient*innen eines Landes dieselben Prüfungen vorgelegt werden. Einzige Ausnahme ist Rheinland-Pfalz, wo die Aufgaben weiterhin von den Fachlehrkräften selbst gestellt werden.

Die Abitursysteme in den verschiedenen Bundesländern: Wie viele Prüfungen hat man und was sind die Schwerpunkte?

 schriftliche Prüfungenmündliche PrüfungenPflichtprüfungsfächer Mathematik, Deutsch und FremdspracheG8 oder G9
Baden-Württemberg32Deutsch und MathematikG8
Bayern32alle 3 (Mathe und Deutsch zwingend schriftlich)Rückkehr zu G9 bis 2024
Berlin31 + fünfte PrüfungskomponenteWahlpflicht 2 aus 3G8
Brandenburg31Wahlpflicht 2 aus 3G8
Bremen31Wahlpflicht 2 aus 3G8
Hamburg31Wahlpflicht 2 aus 3G8
Hessen31 + fünfte Prüfung (wahlweise schriftlich, mündlich oder Besondere Lernleistung)Deutsch und MathematikG9
Mecklenburg-Vorpommern41Deutsch und MathematikG8
Niedersachsen41Wahlpflicht 2 aus 3G9
Nordrhein-Westfalen31Wahlpflicht 2 aus 3Rückkehr zu G9 bis 2025
Rheinland-Pfalz31Wahlpflicht 2 aus 3G8
Saarland41alle 3G8
Sachsen32Deutsch und MathematikG8
Sachsen-Anhalt4 (eine davon kann eine Besondere Lernleistung sein)1alle 3G8
Schleswig-Holstein31Wahlpflicht 2 aus 3 (schriftlich)Rückkehr zu G9 bis 2025
Thüringen32 (eine davon kann als Seminarfachleistung eingebracht werden)Wahlplicht 2 aus 3G8

Je nach gewählten Schwerpunkten und Fächerkombinationen können noch weitere Bedingungen an die Fächerwahl gestellt werden. In vielen Bundesländern, in denen insgesamt nur vier Prüfungen obligatorisch sind, kann zusätzlich freiwillig eine Besondere Lernleistung eingebracht werden. Informiere dich am besten direkt bei deiner Schule über die konkreten Regelungen.

In der Folge wollen wir dir die Bestimmungen von sechs ausgewählten Bundesländern etwas genauer vorstellen.

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Abitur in Bayern

Schüler*innen in Bayern müssen in den zwei Jahren der Abiturqualifikation fünf Pflicht-, fünf Wahlpflicht- und weitere Profilfächer belegen. Nach nur wenigen Jahren G8 stellt Bayern zurzeit wieder auf G9 um.

Insgesamt werden Abiturprüfungen in fünf Fächern abgehalten. Drei dieser Prüfungen sind schriftlich und zwei mündlich. Die beiden Fächer Mathe und Deutsch sind dabei zwingend schriftlich zu prüfen. Außerdem muss eine Fremdsprache, eine Gesellschaftswissenschaft und ein Fach nach Wahl geprüft werden. Welches davon schriftlich geprüft wird, steht dem*der Schüler*in frei.

Die schriftlichen Prüfungen finden im Rahmen des bayrischen Zentralabiturs statt. Bei den mündlichen Prüfungen haben die einzelnen Schulen in Bayern einen größeren Gestaltungsspielraum.

Für die mündlichen Prüfungen dürfen die Schüler einige Wochen vorher einen Themenbereich ausschließen und einen anderen zum Prüfungsschwerpunkt erklären. In der Prüfung wird dieser Schwerpunkt dann auf jeden Fall abgefragt, ebenso wie weitere Themen, abgesehen von dem ausgeschlossenen.

Abitur in Berlin

In Berlin finden Abiturprüfungen in vier Fächern statt. Auch hier wird das Abitur im Rahmen von G8 nach acht Jahren Gymnasium erreicht. Die Leistungskurse, die für die zweijährige Abiturqualifikationsphase gewählt werden, zählen in der Qualifikation doppelt.

Drei der Prüfungen sind schriftlich und eine mündlich. Die schriftlichen Prüfungen finden in den beiden Leistungskursen sowie in einem Grundkurs statt. Auch für die mündliche Prüfung können die Schüler*innen für ein Grundkursfach wählen. Die einzige Auswahlbedingung ist, dass unter den vier Prüfungsfächer mindestens zwei der Kernfächer Mathe, Deutsch und Fremdsprache befinden.

Hinzukommt eine fünfte Prüfungsleistung, die aus einer besonderen Lernleistung, worunter zum Beispiel auch eine Wettbewerbsteilnahme (bspw. "Jugend forscht") zählt, oder einer Präsentation bestehen kann. Diese 5. Prüfungsleistung ist auch als Gruppenprüfung möglich.

Abitur in Niedersachsen

In Niedersachsen ist ab 2021 wieder G9, also das Abitur nach 13 Jahren, eingeführt worden.

Hier wählen die Schüler*innen hier keine Leistungskurse, sondern zwei sogenannte Schwerpunktfächer. Die Kernfächer sind wie fast überall Deutsch, Mathe und eine Fremdsprache. Alle anderen Fächer, die belegt und in die Gesamtnote eingebracht werden müssen, werden als Ergänzungsfächer bezeichnet.

Jedes Schulfach, außer Sport, ist einem Aufgabenfeld zugeordnet: sprachlich-literarisch, gesellschaftlich-wissenschaftlich und mathematisch-naturwissenschaftlich-technisch. Je nachdem in welchem dieser Bereiche der Schwerpunkt gewählt wird, ergibt sich eine andere Belegverpflichtung.

Geprüft werden beim Abi fünf Fächer, vier davon schriftlich und eines mündlich. Unter den Prüfungsfächern sind auf jeden Fall die beiden Schwerpunktfächer sowie zwei der Kernfächer. Zudem muss darauf geachtet werden, dass alle drei Aufgabenfelder abgedeckt sind.

Eine Person ist über ein Papier gebeugt und schreibt mit einem Beistift etwas auf.
Wie viele schriftliche Prüfungen du ablegen musst, hängt von dem Bundesland ab, in dem du zur Schule gehst. | Quelle: Ben Mullins via Unsplash

Abitur in Nordrhein-Westfalen

Im bevölkerungsreichsten Bundesland ist nach sieben Jahren ab 2020 wieder G9 zum Regelfall geworden.

Schüler*innen wählen hier vor Beginn der zweijährigen Abiturqualifikation zwei Leistungskurse, welche mehrfach gewertet werden, sowie acht Grundkurse. Dabei haben sie die Wahl zwischen einem naturwissenschaftlichen oder einem sprachlichen Schwerpunkt. Dieser kommt dadurch zustande, dass neben einem Leistungskurs ein weiteres Fach in dem jeweiligen Kernbereich gewählt wird.

Bis zum Abitur müssen Deutsch, eine Fremdsprache, Mathematik, eine Naturwissenschaft sowie ein gesellschaftswissenschaftliches Fach durchgängig belegt werden. Für das Abitur entscheiden sich die Schüler*innen für vier Prüfungsfächer, von denen drei schriftlich und eines mündlich geprüft werden.

Bei der Wahl der Abifächer musst du von deiner Fremdsprache, Deutsch und Mathe mindestens zwei auswählen. Zudem gilt es zu beachten, dass auch in den Prüfungen die drei Kernbereiche sprachlich, gesellschaftswissenschaftlich und mathematisch-naturwissenschaftlich-technisch abgedeckt sind.

Abitur in Sachsen

Abiturient*innen aus Sachsen wählen entweder Deutsch oder Mathematik als ersten Leistungskurs. Unabhängig davon können sie sich für den zweiten Leistungskurs zwischen einer fortgeführten Fremdsprache, Chemie, Physik, Biologie, Geschichte und Kunst frei entscheiden.

In Sachsen können keine Grundkurse abgewählt werden. Sie müssen alle durchgängig besucht und auch eingebracht werden. Die Abiturprüfung setzt sich aus drei schriftlichen (die beiden Leistungskurse sowie ein Grundkursfach) und zwei mündlichen Prüfungen in Grundkursfächern zusammen.

Auch hier müssen alle drei Aufgabenfelder sprachlich, gesellschaftswissenschaftlich und mathematisch-naturwissenschaftlich-technisch in der Fächerwahl vertreten sein. Außerdem muss mindestens eine Naturwissenschaft oder eine Fremdsprache geprüft werden.

Eine der mündlichen Prüfungen kann durch das Erbringen einer Besonderen Lernleistung ersetzt werden. Diese besteht in einer schriftlichen Arbeit, die anschließend mündlich verteidigt werden muss.

Drei junge Menschen stehen vor einem Geländer und strecken jubelnd ihre Arme in die Höhe.
Im Sommer heißt es für viele junge Menschen: Abi bestanden und raus aus den Schulen. Der Weg dahin ist in Brandenburg ein anderer als im Saarland. | Quelle: Simon Maage via Unsplash

Abitur in Thüringen

In Thüringen findet das Abitur nach acht Jahren auf dem Gymnasium statt (G8). Die Schüler*innen belegen keine Leistungskurse mehr. Stattdessen wählen sie drei Fächer mit erhöhtem Anforderungsniveau aus den Bereichen Naturwissenschaft, Fremdsprache und Geisteswissenschaft.

Zwingend sind zudem die beiden Kernfächer Deutsch und Mathe zu belegen. Ergänzt wird der Stundenplan durch sechs weitere Grundkurse, bei denen es Wahlmöglichkeiten gibt.

Es finden fünf Abiturprüfungen statt: drei schriftliche und zwei mündliche. Die schriftlichen Prüfungen müssen entweder in den Kernfächern oder den Fächern mit erhöhtem Anforderungsniveau stattfinden. Insgesamt müssen alle drei Aufgabenfelder unter den Prüfungsfächern vertreten sein, ebenso wie zwei von den drei Fächern Deutsch, Mathe und Fremdsprache.

Alle Schüler*innen müssen zudem ein Seminarfach belegen, dass mit einer wissenschaftlichen Gruppenarbeit und anschließender Verteidigung abgeschlossen wird. Wird die Seminarfacharbeit mit 0 Punkten bewertet, wird der*die betreffende Schüler*in nicht zum Abitur zugelassen. Alle anderen können selbst entscheiden, ob sie die Note einbringen und die Verteidigung als mündliche Abiprüfung gelten lassen möchten.

Abitur-Vergleich aller Bundesländer: Der Noten-Durchschnitt der letzten Jahre

In einem Korb liegen Äpfel und Birnen und davor liegt auch noch eine Mandarine.
Wer die Schwierigkeit des Abiturs allein am Notendurchschnitt festmachen will, vergleicht Äpfel mit Birnen. | Quelle: Quin Engle via Unsplash

Schaut man sich jedoch die Abiturergebnisse der einzelnen Länder aus den vergangenen Jahren im Abitur Vergleich an, ergibt sich aber durchaus ein interessantes Bild. Nehmen wir dafür einmal die Notendurchschnitte des Abi-Jahrgangs 2019; der bisher letzte, der die Schule noch unter normalen Bedingungen im Präsenzunterricht abschließen konnte.

Am besten fiel das Abitur 2019 in Thüringen aus mit einer Durchschnittsnote von 2,18, gefolgt von Sachsen (2,24). In Bayern lag die durchschnittliche Abschlussnote bei 2,32, in Berlin bei 2,38 und in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen bei 2,44. Die Schlusslichter bilden Rheinland-Pfalz (2,49), Schleswig-Holstein (2,55) und Niedersachsen (2,56).

Die Extreme liegen also durchaus ein ganzes Stück weit auseinander. Bei den Ländern, deren durchschnittliche Abiturergebnisse dazwischen liegen, zeigen sich jedoch keine nennenswerten Unterschiede.

Die höchste Durchfallquote hatte 2019 Mecklenburg-Vorpommern mit 7,3 %. In Schleswig-Holstein lag sie bei 5,3 %, in Niedersachsen bei 5,5 % und in Bremen bei 5,1 %. In Thüringen hingegen sind lediglich 2,3 % der Prüflinge durchs Abitur gefallen.

Auch die Quote der Eins-Komma-Abiturienten unterscheidet sich zwischen einigen Bundesländern enorm: So hatten in Thüringen knapp 37 % eine Abschlussnote zwischen 1,0 und 1,9, im Saarland waren es nur 26 %.

Das Klischee, dass das Abitur im Süden und Osten des Landes schwieriger zu Bestehen sei bzw. gute Noten dort seltener vergeben würden, lässt sich also schon allein durch diese Ergebnisse nicht bestätigen.

Schüler*innen aus Bayern zum Beispiel behaupten gerne, dass ihr Abitur als härtestes Abitur Deutschlands gelte - gleichzeitig liegen die Abiturergebnisse im Vergleich dort aber im vorderen Bereich. Es lässt sich also mit Blick auf die Durchschnittsnoten nicht bestätigen, dass Lehrer*innen in den südlichen und östlichen Bundesländern strenger in ihrer Bewertung seien. Im Norden des Landes sind die Abiturschnitte schließlich nicht unerheblich schlechter.

Wie sieht das aber im Ranking nun genau aus? Stellen wir einmal die Rangliste der besten Durchschnittsnote und der geringsten Durchfallquote 2019 nebeneinander, ergibt sich plötzlich ein ganz anderes Bild.

PlatzLandNotendurchschnitt PlatzLandDurchfallquote in Prozent       
1Thüringen2.181Thüringen2.3
2Sachsen2.242Baden-Württemberg3.1
3Brandenburg2.273Sachsen3.1
4Bayern2.324Nordrhein-Westfalen3.3
5Sachsen-Anhalt2.325Rheinland-Pfalz3.4
6Mecklenburg-Vorpommern2.346Saarland3.7
7Hessen2.377Hessen3.8
8Saarland2.378Bayern3.9
9Bremen2.49Brandenburg4.8
10Baden-Württemberg2.4110Hamburg4.9
11Berlin2.4211Bremen5.1
12Hamburg2.4212Sachsen-Anhalt5.1
13Nordrhein-Westfalen2.4413Berlin5.2
14Rheinland-Pfalz2.4914Schleswig-Holstein5.3
15Schleswig-Holstein2.5515Niedersachsen5.5
16Niedersachsen2.5616Mecklenburg-Vorpommern7.3

In beiden Fällen steht zwar Thüringen auf dem ersten Platz, was nach dieser Definition für das einfachste Abitur steht, dazwischen verschieben sich die Verhältnisse teilweise erheblich. Mecklenburg-Vorpommern rutscht vom sechsten auf den letzten Platz, während sich Baden-Württemberg vom zehnten auf den zweiten Platz verbessert.

Je nachdem an welcher Zahl also versuchen die Schwierigkeit des Abiturs zu beurteilen versuchen, erhalten wir andere Ranglisten des einfachsten Abis. Zudem liegen gerade im Mittelfeld die Ergebnisse so nah bei einander, dass sich bereits ein Jahr später wieder ganz andere Reihenfolgen ergeben können.

Um eine aussagekräftige Statistik und Rangliste erstellen zu können, müssten über viele Jahre hinweg unterschiedliche Komponenten genaustens beobachtet und bewertet werden. Solange dabei aber nur auf blanke Zahlen wie Durchschnittsnoten und Durchfallquoten geachtet wird, bleibt das Ganze ein theoretisches Gedankenspiel. Die deutschen Bildungssysteme sind einfach zu unterschiedlich, um sie in einem Ranking miteinander vergleichen zu können.

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Lösungsansatz für bessere Vergleichbarkeit: Gemeinsamer Aufgabenpool für alle Länder

Um die unterschiedlichen Bedingungen zu verringern und die Vergleichbarkeit des Abiturs der einzelnen Bundesländer zu verbessern, hat die Kultusministerkonferenz (KMK) 2016 einen gemeinsamen Aufgabenpool für Abituraufgaben in den Fächern Deutsch, Mathe, Englisch und Französisch eingeführt.

Von diesem wird seit 2017 Gebrauch gemacht. Die Bundesländer können das gesamte Jahr über Aufgabenvorschläge einsenden, die dann von der KMK geprüft und bearbeitet werden. Aus den Vorschlägen werden verschiedene Aufgaben zusammengestellt, die den Schulen aller Bundesländer zur Verfügung gestellt werden.

Konsequenterweise wurden dazu in den genannten vier Prüfungsfächern auch wenige gemeinsame Prüfungstermine festgelegt. Schließlich dürfen die Aufgaben Schüler*innen aus Bundesländern, die später ihre Prüfung schreiben, nicht bereits bekannt sein.

In einem Klassenraum sitzen viele Kinder und hören dem Lehrer aufmerksam zu.
Bereits in der Grundschule unterscheiden sich die Bildungssysteme der Bundesländer. | Quelle: neonbrand via Unsplash

Dieser gemeinsame Aufgabenpool hat jedoch trotz gutem Ansatz auch seine Grenzen und wird dafür kritisiert, dass die Vergleichbarkeit der Abiturprüfungen dadurch nur bedingt gestiegen ist.

Denn bis 2021 handelte es sich lediglich um Vorschläge, die keineswegs verpflichtend waren. Es stand den landeseigenen Kommissionen offen, die Aufgaben für ihre Schüler anzupassen, zu kürzen oder zu erweitern - was unter dem Gesichtspunkt, dass es unterschiedliche Lehrpläne gibt, auch nachvollziehbar ist. Seit 2021 sind nur noch Anpassungen erlaubt, die auf Grund landesspezifischer Regelungen unabdingbar sind.

Darüber hinaus haben die Schüler*innen häufig die Wahl aus verschiedenen Aufgaben, von denen nur eine Aufgabe die zentral gestellte Aufgabe ist. Zwar soll diese eine Richtlinie für die seitens der Schule gestellten Aufgabe sein, gesichert ist das jedoch nicht.

Ohnehin machen die Abiturprüfungen in der Regel nur etwa 30 % an der Gesamtnote aus und zentrale Aufgaben gibt es bislang nur für vier Fächer.

Solange die Lehrpläne und der Aufbau des Prüfungssystems von Land zu Land unterschiedlich sind, ist es zu einem zentralen, vergleichbaren Abitur in Deutschland noch ein langer Weg. Bis dahin kann es also durchaus einen Unterschied machen, wo du dein Abitur ablegst - auch wenn pauschale Aussagen darüber, wo das Abitur am schwersten oder am leichtesten ist, kaum zu treffen sind.

Falls du noch unschlüssig bist, ob du dein Abi oder doch lieber das Fachabi machen möchtest, hilft dir vielleicht unser Artikel zu den Unterschieden zwischen den beiden Abschlüssen Abitur Fachhochschulreife weiter und falls du deine Noten verbessern willst, helfen wir dir auch bei der Nachhilfe Online oder der Nachhilfe Hamburg vor Ort.

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Chantal

Die Entdeckungsreise des Lebens führte mich von Bern über Berlin in die Bretagne. Theater und Musik sind mein Zuhause, Neugier und Leidenschaft mein Antrieb.