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Die falsche Kappnaht und die einfache Steppnaht – zwei wichtige Nähte näher erklärt

Von Bertine, veröffentlicht am 11/09/2019 Blog > Kunst & Freizeit > Nähen und Stricken > Alles, was Sie über das offene und geschlossene Nähen wissen müssen!

Selbermachen ist Trend! Deutschland stickt, strickt, häkelt und näht. Das ganze Land ist im DIY-Fieber!

Kein Wunder: Hier können wir unsere Kreativität ausleben und uns oder Freunde mit originellen Stücken beglücken.

Nähen ist eine Aktivität, die komplex erscheinen kann, wenn man das verwendete Vokabular und die Techniken nicht versteht. Um maßgeschneiderte Kleidung anzufertigen oder bereits fertige Kleider abzuändern, gibt es verschiedene Sticharten mit teilweise sehr kompliziert klingenden Namen. Besonders häufig begegnen einem in Nähanleitungen die einfache Steppnaht und die falsche Kappnaht.

Aber was genau ist der Unterschied dieser verschiedenen Nähte und wozu sind sie gut?

Das erklären wir Dir in diesem Artikel.

Noch etwas unsicher im Umgang mit Deiner Nähmaschine? Das ändert sich bald! | Quelle: Pixabay

Die einfache Steppnaht

Die einfache Steppnaht ist eine der einfachsten Techniken beim Nähen.

Sie ist auch die am häufigsten verwendete Nähmethode von Schneidern, sowohl von Anfängern als auch von Profis. Sie wird immer dann verwendet, wenn zwei Stoffteile aneinander genäht werden müssen, also ziemlich oft! Du brauchst die Technik zum Nähen von Mänteln, Hosen, Röcken, Taschen oder T-Shirts.

Wenn Du noch Anfänger im Nähen bist, kannst Du diesen Stich sehr leicht lernen. Er ist vielseitig einsetzbar zum Nähen Deiner eigenen Kleidung oder anderen schönen Objekten aus Stoff.

Wie näht man eine einfache Steppnaht?

Wie bereits gesagt, ist die einfache Steppnaht keine sehr komplizierte Technik, und deshalb oft eine der ersten Techniken, die man als Anfänger im Nähkurs lernt.

Der erste Schritt besteht darin, die beiden Stoffteile, die die Du miteinander vernähen möchtest, rechts auf rechts zu legen. Um sie an Ort und Stelle zu halten, solltest Du die Stoffteile mit Stecknadeln feststecken.

Dann nähst Du mit der Nähmaschine oder von Hand etwa einen Zentimeter entlang der Stoffkante. Die meisten Nähte werden übrigens mit einer Stichlänge von 2,5 – 4 mm gearbeitet. Je dicker der Stoff, desto länger der Stich.

Öffne nach dem Nähen die beiden zusammengenähten Stoffteile. Die Rückseite des Stoffes sollte nach oben schauen, so dass Du den Überschuss des Stoffes an der Naht siehst.

Abschliessend bügelst Du die Nahtzugabe der beiden Stoffteile auseinander. Dann wendest Du den Stoff und bügelst von der anderen Seite über die Naht. Idealerweise ist die Naht danach kaum noch zu spüren.

Die einfache Steppnaht wirst Du ständig brauchen. | Quelle: Petit Citron

Die falsche Kappnaht

Die falsche Kappnaht (eine einfachere Variante der normalen Kappnaht), ist eine Variation der einfachen Steppnaht. Sie unterscheidet sich im Wesentlichen darin, dass die Nahtzugabe der beiden Stoffteile nach dem Zussammennähen auf eine Seite gebügelt werden. Im Gegensatz zur einfachen Steppnaht erhöht das Zusammenfügen der Nahtzugabe die Stärke der Naht.

Wie näht man eine falsche Kappnaht?

Wie bei der einfachen Steppnaht, nähst Du auch hier Deine zwei Stoffteile rechts auf rechts ca. einen Zentimeter von der Stoffkante entfernt zusammen. Ein bis eineinhalb Zentimeter ist ein Richtwert. Du solltest nicht zu viel überschüssigen Stoff zu haben, aber genug, um bequem eine Naht realisieren zu können.

Die meisten Nähmaschinen haben Markierungen, damit Du mit dem richtigen Abstand nähst. Wenn Du es vorziehst, von Hand zu nähen, kannst Du Dir Markierungen mit einem Bleistift machen.

Entferne dann Deine Stecknadeln auf den Stoffteilen und lege den Stoff so, dass Du den Überschuss der Naht sehen kannst. Nun legst Du die Nahtzugabe der beiden Stoffteile auf die gleiche Seite (egal welche) und bügelst sie flach. Wende dann Deinen Stoff auf die andere Seite und bügele nochmals über die Naht. Zum Schluss kannst Du die Kanten der Nahtzugabe zusammen mit einem Zickzackstick oder einer Overlock versäubern.

Die falsche Kappnaht ist stabil und kommt deshalb häufig bei Jeans zum Einsatz. | Quelle: Pixabay

Wann verwendet man die falsche Kappnaht und die einfache Steppnaht?

Wie Du sicher verstanden hast, besteht der Hauptunterschied zwischen den beiden Nähten darin, wie die Nahtzugabe nach dem Nähen verlegt wird. Aber woher weiss man, welche man verwenden soll?

Nun, die einfache Naht kannst Du eigentlich für jedes Kleidungsstück und zahlreichen Accessoires, wie zum Beispiel Haargummis verwenden. Du kannst als Stilelement sogar zwei Stoffteile so verbinden, dass man die Naht sieht.

Die falsche Kappnaht kommt insbesondere bei Hosen zum Einsatz und überhaupt allen Nähten, die einer größeren Belastung ausgesetzt sind.

Einen guten Überblick über die verschiedenen Nähte findest Du hier.

Wie lerne ich diese und andere Techniken?

Nähen kann auf ganz verschiedene Weise erlernt werden. Es gibt keine gute oder schlechte Methode, sondern nur die Methode, die zu Dir passt und Dich voranbringt.

Das Nähen einer einfachen Steppnaht oder einer falschen Kappnaht gehört nicht zu den komplizierten Schritten des Nähunterrichts. Deshalb werden diese beiden Nähte sehr oft verwendet.

Du kannst lernen, autodidaktisch zu nähen, indem Du die oben aufgeführten Schritte ausführst und online oder in Zeitschriften und Büchern Hilfe suchst. Die Nähanleitungen im Internet und insbesondere auf YouTube sind häufig sehr gut gemacht, da sie die einzelnen Schritte gut veranschaulichen. Auf diese Weise kannst Du die Realisierung einer Naht in Echtzeit verfolgen.

Nähen ist ein schönes Hobby, das Dir schnell ans Herz wächst. | Quelle: Pixabay

Vielleicht kennst Du auch jemanden in Deinem Bekanntenkreis, der nähen kann und Dir anfangs hilft?  Mit Freunden nähen zu lernen ist der beste Weg, mit Spaß Kleidung und Accessoires herzustellen.

Wenn Du niemanden kennst, der näht, kannst Du auch einen Nähkurs absolvieren.

Das empfiehlt sich insbesondere, wenn Du Dir einfache Grundtechniken bereits selbst beigebracht hast und Dich jetzt an schwierigere Projekte als Kissenbezüge heranwagen möchtest…

Im Nähkurs lernst Du, wie man Reißverschlüsse einnäht, richtig mit der Nähmaschine umgeht, wie man Säume näht und Schnittmuster verwendet und vieles mehr!

Workshops werden auch häufig in Fachgeschäften organisiert. Dort steht Dir professionelles Material zur Verfügung.

Jetzt gibt es keine Ausrede mehr: Bald wirst Du stolz Deine ersten Kreationen vorführen können!

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