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Welche dynamischen Yoga Arten gibt es?

Von Nadine, veröffentlicht am 23/10/2018 Blog > Sport > Yoga > Was ist Flow Yoga?

«Wir sind keine menschlichen Wesen, die eine spirituelle Erfahrung machen, sondern spirituelle Wesen, die eine menschliche Erfahrung machen. » Yogi Bhajan (1929-2004)

Yogi Bhajan gelang es in den 60er und 70er Jahren in den USA, Tausende Menschen für Kundalini Yoga zu begeistern.

Yoga ist zwar nicht so alt wie die Menschheit, aber wurde vermutlich bereits 2600 v. Chr. in der Industal-Zivilisation im heutigen Pakistan praktiziert.

Aus alten überlieferten Schriften wissen wir mittlerweile, dass Yoga in enger Verbindung mit dem Hinduismus und Buddhismus stand.

In der Yoga-Philosophie ging es vorrangig darum, durch Enthaltsamkeit, Disziplin und eine Reihe spiritueller Praktiken die Erleuchtung zu erreichen.

Davon sind wir heute weit entfernt, da Yoga seit der Vorgeschichte und insbesondere durch den Kontakt mit der westlichen Kultur einem starken Wandel unterlaufen ist.

Das moderne Yoga wird heutzutage aus den unterschiedlichsten Gründen praktiziert.

Zu den zahlreichen positiven Auswirkungen, die die Yoga-Sitzungen mit sich bringen, zählen:

  • Stärkung des Muskeltonus
  • erhöhte Atemkapazität
  • Tiefenentspannung
  • Verbesserung der Gelenkigkeit
  • bessere Stressbewältigung
  • positivere Lebenseinstellung

Gerade für Anfänger spielen die meditativen und spirituellen Aspekte nur eine untergeordnete Rolle. Erst wenn man von den tollen Übungen begeistert ist, öffnet man sich im Laufe der Zeit nach und nach eventuell für den Rest. Oder auch nicht.

Kein Wunder also, dass unter all den traditionellen, mitunter sehr philosophischen oder spirituellen Yogawegen ausgerechnet das Hatha Yoga – nämlich der körperbetonte Teil – in der westlichen Welt die meisten Anhänger fand.

Laut einer Studie des BDY (Berufsverband der Yogalehrenden Deutschlands) aus dem Jahr 2018 haben bereits 16 Prozent der Bundesbürger (11,3 Millionen Menschen) Erfahrungen mit Yoga gesammelt und 5 Prozent (3,4 Millionen Menschen) praktizieren regelmäßig, Tendenz steigend.

Auch wenn Sportarten wie Jogging, Schwimmen oder Radfahren hierzulande deutlich mehr Anhänger haben, kann Yoga problemlos mit Pilates und anderen Gymnastik-Arten mithalten.

Yogis schätzen daran besonders, dass Ihnen die indische Lebensweise hilft, ihr Selbstbewusstsein und Körpergefühl zu steigern und ihr Idealgewicht zu erreichen.

Stundenlanges Meditieren in derselben Pose ist passé!

Man möchte in Schwung kommen und die Bewegungen als eine Art Gymnastik ausüben.

Und genau aus diesem Grund entwickelten sich aus dem Hatha Yoga – einer Kombination aus Asanas (körperlicher Übungen) und Pranayama (Atemkontrolle) – eine Reihe weiterer Yogastile. Die Rede ist von den sogenannten dynamischen Yogastilen.

Die Besonderheiten der dynamischen Yoga Arten

Im Gegensatz zu den langsamen und entspannten Übungen des Hatha Yoga sind die dynamischen Yogastile körperlich ziemlich anspruchsvoll.

Die Rede ist von Ashtanga Vinyasa, Flow Vinyasa und Power Yoga.

Das beigefügte Wort Vinyasa bedeutet lediglich, dass es sich nicht um einen eigenständigen Yogastil handelt, sondern um eine bestimmte Art, Yoga zu praktizieren: „Vi“ ist dabei die Art und Weise, und „Nyasa“ heißt setzen, legen oder stellen, also die Art, sich zu bewegen.

Wo finde ich den besten Yinyasa Kurs? Vinyasa Yoga und Fitnesstraining haben vieles gemeinsam. | Quelle: pixabay

Hier ein kleiner Überblick über die verschiedenen dynamischen Stile:

Ashtanga Vinyasa Yoga

Das von Pattabi Jois ab den dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts unterrichtete Ashtanga Vinyasa Yoga, dessen genauer Entstehungszeitpunkt nicht eindeutig belegt werden kann, gilt als die Urmutter aller modernen Yoga-Richtungen.

In Pattabis traditioneller Ashtanga-Schule im indischen Mysore trainieren sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene imselben Raum, jeder nach seinem Rhythmus und seinen Fähigkeiten.

Die Yoga Sitzung beginnt mit der Namasté Mudra: mit gefalteten Händen  – ähnlich wie beim Gebet – verbeugt man sich kurz vor seinem Gegenüber, um auszudrücken: „Das Licht in mir grüßt das Licht in Dir.“ Denn nach indischem Glauben besitzt jeder Mensch etwas Göttliches in sich.

Außerdem wird zur Eröffnung und zum Anschluss der Yogastunde jeweils ein Mantra gesungen.

Die Übungsserien werden immer in derselben, festgelegten Reihenfolge ausgeführt, insgesamt gibt es 6 davon.

Das erscheint wenig, allerdings haben diese Übungsabfolgen es in sich! Man sagt, diese Serien seien darauf ausgelegt, unmöglich zu sein.

Die Asanas allein sind schon eine Herausforderung an sich: die setzen sich aus akrobatischen Sprüngen, Hand- und Kopfständen und elegant fließenden Übergängen zusammen. Das präzise Ausführen im Zeitlupentempo macht manche kraftaufwändigen Bewegungen umso komplizierter.

Die Stellungen werden zunächst ein Moment lang gehalten, bevor sie durch einen dynamischen Übergang mit der nächsten Position verschmelzen.

Aber damit nicht genug. Neben den Bewegungen spielt auch die Atmung eine große Rolle. Man spricht hier von der sogenannten „siegreichen Atmung“ (Ujjayi), da der Geist die Kontrolle über die Atmung übernimmt.

Jeder Atemzug ist genau in der Übungsabfolge vorgeschrieben: Einatmen, eine Bewegung, ausatmen, eine Bewegung…

Des Weiteren werdet Ihr bei der Ashtanga Praktik unumgänglich von Drishti und Bandha zu hören bekommen.

Mit ersterem ist der Blickpunkt gemeint. Bei den Übungen wird genau vorgegeben, welchen Punkt Ihr fokussieren müsst: meist sind das die Fingerspitzen oder der Bauchnabel.

Manchmal wird der Blickpunkt aber auch auf das sognannte „dritte Auge“, die Stelle zwischen beiden Augen gerichtet – keine Panik also, wenn alle um Euch herum zu schielen beginnen, Ihr seid nicht versehentlich in den Lachyoga Kurs geraten.

Zu guter Letzt wären da noch die sogenannten Bandhas, worunter man das Zusammenziehen verschiedener Muskeln bezeichnet. Dadurch soll die Energie im Körper gehalten werden. Es gibt die verschiedensten Bandhas, zum Beispiel das Anhalten der Atmung, das Zusammenziegen des Zwerchfells oder das Anspannen der Beckenbodenmuskulatur.

Die komplizierten Asanas sowie die Atmung, die Drishtis und die Bandhas richtig zu koordinieren ist für viele Anfänger ein wahres Kopfzerbrechen.

Es erfordert ein hohes Maß an Konzentration und Durchhaltevermögen. Denn es kann Jahre dauern, bis Ihr eine Übungsserie perfekt beherrscht und zur nächsthöheren Schwierigkeitsstufe vorstoßen könnt.

Wie lange dauert es, Ashtanga Yoga zu erlernen? Innere Ruhe, Konzentration und Geduld – das sind die Voraussetzungen für ein perfektes Ashtanga Training. | Quelle: pixabay

Power Yoga

Dieser moderne Yogastil wurde 1985 vom amerikanischen Yogalehrer Bryan Kest gegründet und ist eine Abwandlung des Ashtanga Yoga.

Genau wie beim Ashtanga Yoga werden die Positionen kurz gehalten und gehen dann fließend ineinander über. Allerdings gibt es keine festen Übungsserien, wodurch mehr Freiraum für Kreativität geschaffen wird. So ist es möglich, den Unterricht schnell oder langsam, kraftvoll oder eher einfach zu gestalten.

Auch hier sind die Übungen mitunter recht schweißtreibend, und das Koordinieren von Bewegungen und Atmung spielt genau wie im Ashtanga Yoga eine wichtige Rolle.

Alles in allem ist Power Yoga aber freier und unkomplizierter als Ashtanga. Sanskrit Begriffe braucht hier keiner zu lernen. Es gibt weder spirituelle Lehrgeschichten noch Meditation oder Mantrengesänge.

Power Yoga ist daher ideal für alle, die Fitnesstraining lieben und gern schwitzen und sich auspowern wollen. Es soll fit halten, Spaß machen, und klappt am besten mit der passenden Musik!

Flow Vinyasa Yoga

…kurz Flow Yoga. „Flow“ ist Englisch und bedeutet fließen – damit ist schon viel gesagt! Auch hier handelt es sich um eine moderne Variante des Ashtanga Yoga.

Denn im Flow Yoga werden – im Gegensatz zum Ashtanga – keine Positionen statisch gehalten. Alle Bewegungen gehen fließend ineinander über.

Auch werden keine Abfolgen festgelegt. Bewegungen können beliebig miteinander kombiniert werden, somit sind der Kreativität im Flow Yoga keine Grenzen gesetzt.

Alles fließt und verschmilzt, so dass sich die Bewegungen wie eine Choreographie anfühlen. Yoga wird zum Tanz: Diesen Bewegungsfluss nennt man Flow.

Allein der Atem gibt den Rhythmus und das Tempo an: Bewegungen werden mit dem Atem synchronisiert.

Ziel ist es, durch diesen bewussten Atem und die dynamischen Bewegungen den Geist ruhen zu lassen. Anstatt sich nach den Asanas zum Meditieren in den Lotussitz zu begeben, soll man hier eine entspannende Meditation in der Bewegung finden.

Egal für welchen der dynamischen Yogastile Ihr Euch entscheidet: Übung macht dem Meister. Nur wer regelmäßig trainiert, kann die komplexen Übungsabläufe verinnerlichen, bis eines Tages jede Bewegung wie im Schlaf sitzt.

Wenn Ihr die Bewegungsserie einmal kennt, könnt Ihr sie jederzeit zu Hause wiederholen – und das auch ohne Yoga Lehrer.

Am besten nehmt Ihr Euch jeden Morgen etwas Zeit für Eure Yoga Sitzung. Sich noch vor der Arbeit bzw. dem Studium und der täglichen Routine einen Moment für ein paar Flow Abläufe zu gönnen, ist der beste Start in einen entspannten, stressfreien Tag.

Welche Vorteile haben dynamische Yoga Richtungen gegenüber den traditionellen stilen? Egal on Ashtanga, Flow oder Power Yoga – die dynamischen Stile verhelfen Euch zur körperlichen Bestform. | Quelle: pixabay

Die Vorteile der dynamischen Yoga-Richtungen

Nun fragt Ihr Euch sicher, welche Vorteile die dynamischen Stile wie Flow Yoga gegenüber anderen Yoga Richtungen bieten.

Diese Yoga Arten sind perfekt für all diejenigen, die in Schwung kommen wollen und weniger Wert auf die spirituellen Aspekte der Yoga Philosophie legen.

Hier sitzt man nicht lange herum und meditiert. Auch Übungsserien wie der berühmte Sonnengruß werden im Vinyasa Yoga viel rascher ausgeführt.

Aufgrund der sportlichen Übungen helfen sie Euch, Eure körperliche Verfassung zu verbessern:

  • Steigerung der Gelenkigkeit und der Ausdauer
  • Muskelstärkung (insbesondere im Rücken- Bauch und Po-Bereich)
  • schlankere, sportlichere Silhouette
  • Verbesserung der Atemkapazität
  • Stärkung des Selbstbewusstseins
  • Förderung der Selbsterkenntnis und des Körperbewusstseins
  • Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit
  • besserer Umgang mit Stress
  • Ausgeglichenheit statt Stimmungsschwankungen, Spannungen oder Angstzustände
  • Regulierung des Blutdrucks
  • Stärkung des Immunsystems: Ihr werdet weniger oft krank

Diese fitness-orientierten Yoga Richtungen wurden dafür entwickelt, schnell und effizient Kalorien zu verbrennen. Ihr kommt dabei ordentlich ins Schwitzen, wodurch Ihr Euren Körper von Giftstoffen befreit. Dies stärkt Euer Immunsystem: eine angenehme Art, während der winterlichen Erkältungswelle mehr Widerstandskraft zu entwickeln.

Aber diese Yoga Arten lassen nicht nur überflüssige Pfunde purzeln.

Sie sind ein tolles Training für Geist und Seele. Denn durch das Erlernen ungewöhnlicher, komplexer Bewegungsabläufe fördert Ihr Eure Konzentration und Eure Achtsamkeit. Umso größer ist die Freude, wenn Ihr eine Bewegungsserie endlich perfekt beherrscht!

Was Ihr beim Flow Yoga beachten solltet

Im Gegensatz zu anderen, weniger anspruchsvollen Yoga Richtungen solltet Ihr körperlich fit sein, um Eure Flow Yoga Sitzung zu beginnen. Die Übungen verlangen Euch einiges ab, da sie Eure Herzfrequenz steigern und Gelenkigkeit erfordern.

Übergewichtige oder Anfänger, die sich noch nicht in Bestform befinden, sollten daher zunächst lieber auf andere, schonendere Yoga Arten zurückgreifen.

Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen empfiehlt sich beispielsweise eher Igengar Yoga, ein Stil, bei dem zahlreiche Hilfsmittel zum Einsatz kommen.

Auch für Schwangere sind diese Yoga Richtungen ungeeignet, da die  Übungen werdenden Müttern in puncto Gelenkigkeit und Gleichgewicht zu viel abverlangen.

Wer ein Kind erwartet, muss dennoch nicht auf Yoga verzichten, da das sogenannte Pränatal Yoga speziell für die Bedürfnisse von schwangeren Frauen entwickelt wurde.

Um Verletzungsrisiken für die Mutter und ihr ungeborenes Kind zu vermeiden, werden hier nur sanfte und langsame Bewegungen ausgeführt. Kopfstände und gewagte Sprünge sind tabu!

Habt Ihr nun Lust, selbst Yoga zu praktizieren? 

Wenn ihr Freude an Bewegung habt undEuch bereits sportlich und gesund fühlt, steht Eurem Flow Training nichts mehr im Weg.

Hier haben wir noch einige Tipps zusammengefasst:

  • Als Anfänger solltet Ihr nur unter fachkundiger Anleitung trainieren, um sicher zu gehen, dass alle Bewegungen richtig ausgeführt werden. Sonst drohen im schlimmsten Fall sogar Muskelrisse und Überdehnungen!
  • Lasst Euch nicht entmutigen, wenn es nicht sofort klappt: die Asanas sind kompliziert und das Synchronisieren der Bewegungen, der Atmung und der oben beschriebenen Drishti und Bandha erfordert Geduld und Geschick. Manche Anläufe sind so komplex, dass Yogis sie erst nach jahrelanger Erfahrung gut beherrschen.
  • Bleibt so, wie Ihr seid! Im Gegensatz zu anderen Yogastilen geht es in den dynamischen Varianten nicht darum, seine Lebensweise zu ändern oder sich ausschließlich vegetarisch zu ernähren.
  • Es ist besser, regelmäßig in kurzen Abschnitten zu trainieren, als sich alle paar Monate einmal richtig zu verausgaben. Wer morgens trainiert, startet entspannt in den Tag. Eine Yoga Sitzung am Abend hingegen befreit Euch vom Stress eines erfüllten Alltags.

Kann man auch Ashtanga, Flow oder Power Yoga praktizieren, ohne teure Privatkurse zu bezahlen?

Wie kann ich bequem zu Hause Flow Yoga lernen? Überschätzt nicht Eure körperlichen Fähigkeiten: Nur erfahrene Yogis sollten ohne Aufsicht Ashtanga praktizieren. | Quelle: pixabay

Wie bereits erwähnt, sind diese Übungen mit Risiken verbunden, wenn sie nicht richtig ausgeführt werden. Wir empfehlen Euch daher, als Anfänger nur unter Aufsicht zu trainieren, damit ein erfahrener Yogi Euch notfalls korrigieren kann.

Wenn Ihr die Übungsabfolge erst einmal beherrscht, könnt Ihr diese später nach Belieben allein wiederholen.

Neben unseren Privatlehrern von Superprof, von denen viele nicht nur zu Hause, sondern auch per Webcam Yoga unterrichten, bietet sich auch die Möglichkeit, an einem Gruppenkurs teilzunehmen.

Da sich die dynamischen Yogastile in Deutschland großer Beliebtheit erfreuen, findet man eine Vielzahl von Kursen in allen mittleren und großen Städten.

Und was nicht jeder weiß: neben Yogastudios bieten auch Volkshochschulen Yogakurse an. Wen das Turnhallenambiente nicht stört, der kann hier zu wesentlich günstigeren Preisen trainieren.

Auch im Internet werdet Ihr schnell fündig, wenn Ihr beispielsweise „Flow Yoga Berlin“ in den Suchmotor eingebt. YouTube bietet zahllose Yoga Kurse für zu Hause, die Euch neue Ideen für Euer Workout liefern.

Wir wünschen Euch viel Spaß dabei!

Namasté

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