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Hasya Yoga: die Kunst, sich gesund zu lachen

Von Nadine, veröffentlicht am 23/07/2018 Blog > Sport > Yoga > Lachyoga: Ist Lachen wirklich gesund?

«Wir lachen nicht, weil wir glücklich sind – wir sind glücklich, weil wir lachen.» Doktor Madan Kataria.

Habt Ihr schon einmal von Lachclubs gehört? Im Jahr 2017 gab es davon weltweit bereits über 5.000, und das auf 106 Länder verteilt!

Ob in medizinischen oder sozialen Einrichtungen, in Seniorenheimen, unter Arbeitskollegen oder unter Knastbrüdern – immer mehr Menschen haben die zahlreichen positiven Auswirkungen dieser Praxis für sich entdeckt und brechen gemeinsam in lautes Gelächter aus.

Seit der Entstehung des Lachyogas sind mehr als zwanzig Jahre vergangen und nicht nur in Deutschland, sondern auch in ganz Westeuropa, Japan, Kanada und den USA treffen sich Menschen vielerorts, um gemeinsam Tränen zu lachen.

Was es genau mit diesem Trend auf sich hat und wie verrückt man dafür sein muss, haben wir in diesem Artikel zusammengefasst.

Was genau versteht man unter Lachyoga?

Yoga ist eine uralte indische Lebensphilosophie, die unter anderem von der hinduistischen Philosophie beeinflusst wurde.

Aufgrund ihrer vielen Vorzüge erfreut sie sich seit dem 20. Jahrhundert auch in der westlichen Welt wachsender Beliebtheit.

Das moderne Yoga befindet sich in ständiger Entwicklung. Um die 20 Yogastile gibt es heutzutage, darunter Kundalini Yoga, Iyengar Yoga, Yoga Nidra, Hatha Yoga, Yoga Sutra – und Lachyoga.

Die Geburtsstunde des Lachyoga

Bereits in den 60er Jahren legte der US-amerikanische Psychiater William F. Fry mit seinen Werken den Grundstein für die Gelotologie – so nennt sich die Wissenschaft, die sich mit den Auswirkungen des Lachens befasst.

Wie positiv sich Lachen auf den Verlauf von Krankheiten auswirkt, hat Anfang der 70er Jahre ein Selbstversuch des amerikanischen Wissenschaftsjournalisten Norman Cousins gezeigt: Als ihm eine chronische, sehr schmerzhafte Wirbelsäulenentzündung das Leben schwer machte und Ärzte seine Überlebenschancen als äußerst gering einstuften, hielt er sich durch lustige Filme und Bücher bei Laune.

Die Wirkung war verblüffend, denn dank ausgiebigem Lachen gelang ihm nicht nur, sich von den Schmerzen zu befreien, sondern auch die Krankheit zu besiegen.

Dass Lachen die beste Medizin ist, wurde in Indien durch den Arzt und Therapeuten Madan Kataria bekannt.

In seiner Praxis in Mumbai machte er die Beobachtung, dass eine positive Lebenseinstellung direkten Einfluss auf den Heilungsprozess hat: Die Frohnaturen unter seinen Patienten wurden nämlich deutlich schneller gesund als ihre griesgrämigen Leidensgenossen.

In fester Überzeugung, dass sich herzhaftes Lachen positiv auf die körperliche und geistige Gesundheit auswirke, schloss er seine Arztpraxis und gründete 1995 die weltweit erste Lachschule, die zunächst nur 4 Teilnehmer zählte.

In einem Stadtpark in Mumbai hielt Madan seine ersten Kurse ab, die unter der Sanskrit Bezeichnung Hasya Yoga bekannt wurden – das Lachyoga war geboren.

Woher kommt Lachyoga? Lachyoga unter die Lupe genommen: von der indischen Stadt Mumbai aus steckte diese Praxis die ganze Welt an. | Quelle: pixabay

Da die Gruppe Witzbolde, die sich in aller Öffentlichkeit beeimerte, die Neugierde aller Vorbeigehenden weckte, stieg die Zahl der Mitglieder des Lachclubs rasant an.

Zunächst ging es darum, die Gruppe durch Witze und amüsante Geschichen zu belustigen, doch es dauerte nicht lange, bis die Ideen für gute Schenkelklopfer ausgingen.

Eine Gelegenheit für Madan, sein Konzept zu überdenken.

Lachyoga: ein einzigartiges Konzept

Madans Erkenntnis: Lachen muss nicht unbedingt mit Humor einhergehen.

Denn der menschliche Körper kann nicht zwischen künstlichem und echtem Lachen unterscheiden.

Beide bewirken ein Ausschütten von Glückshormonen und viele weitere positive Effekte, die wir weiter unten im Artikel beschreiben.

Aber das Beste kommt noch: Lachen ist ansteckender als ein Virus.

Und bevor man sich versieht, wird aus dem gespielten Lachen ein echter Lachanfall, der nicht mehr enden will!

Obwohl viele Menschen dieser Bewegung zunächst skeptisch entgegensahen, war das Yoga-Lachen zunehmend von Erfolg gekrönt.

Seitdem der Begründer des Yogalachens einen Weltlachtag ins Leben gerufen hat, wird jedes Jahr am ersten Sonntag im Mai um 14 Uhr ein globales Gelächter um den Erdball geschickt.

Die allererste Veranstaltung dieser Art brachte im indischen Mumbay bereits rund 12.000 Kichererbsen zusammen.

Zwei Jahre später schwappte der Trend nach Europa über, so dass in Kopenhagen um die 10.000 Menschen von dem gesundheitsfördernden Virus infiziert wurden.

Hab ich den Witz etwa verpasst?, denkt sich nun vielleicht der eine oder andere und fragt sich, worüber all diese Spaßvögel eigentlich lachen.

Lustige Filme oder Theaterstücke? Fehlanzeige! Grimassen? Nicht unbedingt…

Auch mit Karneval hat das Hasya Yoga nur die gute Stimmung gemeinsam. Es werden keine bunten Hüte oder Pappnasen benötigt, um sich vor Lachen auszuschütten.

Das Prinzip ist so verblüffend wie einfach: Zum Lachen braucht man gar keinen Grund! Mithilfe von ein paar einfachen Übungen kann es jeder erlernen.

Beziehungsweise wiederentdecken. Denn Lachen ist tief in uns verankert und kann bei einem Kind durchaus 300- bis 400-mal am Tag vorkommen.

Aber obwohl es das Natürlichste der Welt ist, scheinen wir es nach und nach zu verlernen, je älter wir werden: Erwachsenen kommen bestenfalls auf 10- bis 15-mal am Tag.

Was gibt es Schöneres, als ausgiebig zu lachen? Nichts ist so ansteckend wie ein herzhaftes Lachen! | Quelle: pixabay

Lachyoga im Klartext: Wie macht man das?

Um die positiven Auswirkungen des Lachens zu spüren, reicht ein einfaches Grinsen nicht aus.

Im Idealfall sollte man mit 10 bis 15 Minuten ausgelassenem Prusten in den Tag starten, um auch noch Stunden später gut drauf zu sein.

Leichter gesagt als getan?

Zugegeben, wer sich das erste Mal im Hasya Yoga in der Gruppe probiert, den kostet es bestimmt etwas Überwindung, vor den Anderen einfach so loszujauchzen.

Daher sind die ersten Übungen wie beispielsweise Klatschen und rhythmischen Sprechen der Silben „Hoho Hahaha“ dazu bestimmt, die Hemmschwelle zu senken und Vertrauen zu schaffen.

Man geht im Kreis, bewegt sich, tanzt und sucht Blickkontakt zu den andern Teilnehmern.

Auch Atemübungen – aus dem traditionellen Yoga auch als Pranayama bekannt –  sowie Lockerungs- und Dehnübungen spielen eine zentrale Rolle im Lachyoga.

Anschließend geht es darum, durch spielerisches Verhalten das innere Kind zu wecken. Dies hilft dabei, das anfangs künstliche Lachen in ein echtes, ansteckendes Lachen zu verwandeln.

Wenn dieser Punkt erreicht ist, geht alles wie von selbst. So ist es nicht selten, dass sich manche Ulknudeln über mehrere Minuten oder sogar stundenlang schieflachen.

Unvorstellbar? Der Lach-Club macht es möglich! Dort kann man loslassen, wird entspannter und gelassener.

Wer regelmäßig lacht, wird vergnügter durchs Leben gehen und viel leichter einen Lachanfall bekommen als „Untrainierte“.

Außerdem dauert das Lachen selbst bei heiteren Momenten im Familien- oder Freundeskreis nicht lang genug an.

Im Lach-Club hingegen ist Ansteckungsgefahr durch andere Scherzkekse garantiert.

Und wer sich vor Lachen auf dem Boden rollt, wird hier nicht als Ausgeflippter abgestempelt, sondern erntet den Respekt der Gleichgesinnten!

Das Schöne an Lachen ist: Es gibt kein Mindest- oder Höchstalter. Es kostet nichts. Jeder kann es. Überall.

Wer also außerhalb der Lachclubs auch im alltäglichen Leben heiterer sein möchte, sollte zunächst versuchen, Dinge weniger ernst zu nehmen und vor allem nach lustigen Freunden Ausschau halten.

Denn Freude verdoppelt sich bekanntlich, wenn man sie teilt.

Wenn die Hemmschwelle erst einmal überwunden ist, könnt ihr an jedem möglichen und unmöglichen Ort losplatzen.

Wie wär’s, in einem überfüllten Bus oder Wartezimmer die Zeit zu stoppen, bis das Lachen auch auf den letzten Miesepeter abgefärbt hat?

Keine Lust auf schlechte Laune am Arbeitsplatz? Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass Angestellte, die regelmässig Lachyoga praktizieren, produktiver sind als ihre trübsinnigen Kollegen. | Quelle: unsplash

Lachen ist die beste Medizin

Die verschiedenen Yoga-Techniken wie beispielsweise Atemübungen, Entspannung, Meditation oder körperliche Übungen wirken sich zweifellos sehr positiv auf die Gesundheit aus.

Sie helfen uns, den Stress des Alltags besser zu bewältigen, positiv zu denken und uns freier zu fühlen.

Aber wie verhält es sich mit Hasya Yoga?

Lachen ist bekanntlich die beste Medizin.

Mittlerweile ist es wissenschaftlich erwiesen, dass regelmäßiges, ausgelassenes Lachen das Wohlbefinden erheblich steigert, denn es:

  • senkt das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen
  • verbessert die Durchblutung
  • stärkt die Muskeln, insbesondere im Bauchbereich
  • lindert bzw. befreit von Schmerzen
  • stärkt das Immunsystem
  • erhöht das Auffassungsvermögen
  • hilft, Stress zu bewältigen
  • versorgt den Körper mit Sauerstoff
  • reguliert den Blutzuckerspiegel
  • stärkt das Selbstbewusstsein

Möchtest Du Deinen Kreislauf auch ohne Sport in Schwung bringen? Unglaublich aber wahr: ein 15-minütiger Lachanfall ist gesundheitsfördernder als Jogging! | Quelle: unsplash

Durch ausgiebiges Lachen wird der Cortisol-Spiegel im Blut gesenkt.

Dieses Stresshormon macht auf die Dauer krank, indem es das Immunsystem unterdrückt.

Auf diese Weise hilft Hasya Yoga, Krankheiten vorzubeugen und wirkt – ergänzend zu einer ausgeglichenen Ernährung – jahreszeitlich bedingten Erkältungen entgegen.

Aus dem gleichen Grund macht es Menschen fröhlicher.

Lachyoga verhilft generell zu einer positiveren Lebenseinstellung und sollte all denjenigen verschrieben werden, die leicht aus einer Mücke einen Elefanten machen.

Wer erst einmal von der guten Laune angesteckt worden ist, wird von den positiven Effekten auf sein Alltagsleben überrascht sein.

Gemeinsames Lachen im Hasya-Club stärkt nämlich das Gruppengefühl.

Hier ist es nur eine Frage der Zeit, bis selbst Schüchterne auftauen und verschlossene Menschen sich öffnen.

Überzeugte Lachyogis sind im täglichen Leben aufgeschlossener gegenüber neuen Situationen und anderen Menschen.

Ganz entspannt entwickeln sie kreative Problemlösungen, während ihre hektischen Kollegen daran verzweifeln.

Diese lang anhaltende gute Laune wird durch die beim Lachen freigesetzten Endorphine bewirkt.

Anstatt an düsteren Gedanken festzuhalten, fühlen sich Lachyogis, als wären die Sorgen sprichwörtlich weggeblasen!

Lachyoga wird nachgesagt, noch gesundheitsfördernder als Jogging zu sein.

Dabei wird ein wahrer Hormoncocktail im Körper freigesetzt, der auf natürliche Weise Depressionen entgegenwirkt.

Die Anhänger des Hasya Yogas sind sich daher einig: Wer den Ausdruck „sich kranklachen“ erfunden hat, hat sich geirrt – denn man kann sich nur gesund lachen!

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