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Was steckt hinter der Namasté Grußgeste?

Von Nadine, veröffentlicht am 21/09/2018 Blog > Sport > Yoga > Yoga Lernen: Was bedeutet Namasté?

Yoga ist bekanntlich kein Sport, da sich die Praxis nicht auf die körperlichen Übungen (die sogenannten Asanas) und Atemtechniken (auch Pranayama) beschränkt.

Vielmehr sollte Yoga als eine Lebensphilosophie betrachtet werden, bei der Harmonie, innerer Frieden, Stressbewältigung und Selbsterkennung im Mittelpunkt stehen.

Das aus der buddhistischen Spiritualität abgeleitete Yoga ist eine Methode der ganzheitlichen Entwicklung und Vereinigung von Körper, Geist und Seele.

Dies geschieht insbesondere durch körperliche Bewegung, Meditation, Dehn- und Gelenkigkeitsübungen, Atemtechniken und spezielle Körperhaltungen – all diese Elemente sollen Euch dazu helfen, vom Alltag loszulassen, negative Gedanken zu beseitigen und dadurch ein erfüllteres Leben zu führen.

Noch bevor Ihr allerdings diese Entspannungstechnik mit all ihren bekannten Asanas wie dem Sonnengruß, dem Dreieck (Trikonasana) oder der Kerze (Sarvangasana) erlernt, werdet Ihr auf eine Geste stoßen, die Euch in jedem Yoga Kurs begleiten wird.

Mit vor dem Oberkörper zusammengelegten Händen verbeugen sich der Yogalehrer und seine Schüler voreinander und sagen sich «Namasté».

Wenn Ihr die Geste fragend erwidert habt und Euch wundert, was es damit wohl auf sich habe, dann ist dieser Artikel wie für Euch gemacht.

Nama… Was?

Egal ob Kundalini Yoga, Iyengar Yoga, Yoga Nidra, Pränatalyoga oder jeder beliebige andere Stil – als Kursteilnehmer werdet Ihr unumgänglich das Wort Namasté kennenlernen.

Wer sich näher für die Geschichte und die Entstehung des Yoga interessiert, wird feststellen, dass diese Grußgeste, mit der jede Yoga Sitzung beginnt und auch endet, tief in der indischen Kultur verwurzelt ist.

Aber lässt sich Namasté nun eher als Gebet oder als Geste des Dankes einordnen?

Weder noch! Es handelt es sich hierbei um eine sogenannte Mudra, das heißt um eine symbolische Handgeste. Mudras spielen in der hinduistischen Kultur nicht nur in der Religion sondern auch im Tanz und im täglichen Leben eine wichtige Rolle.

Die bekannteste Mudra ist zweifellos die Anjali Mudra, die sogenannte «Gebetshaltung». Sie gilt in Südostasien und auf dem indischen Subkontinent in erster Linie als Grußgeste – ähnlich wie das Händeschütteln in der westlichen Kultur.

Wie begrüßen sich die Meschen in Indien? Namasté statt Hände schütteln: in vielen asiatischen Ländern begrüßen sich die Menschen mit dieser Geste. | Quelle: Wikipedia

«Namasté» sagt man sich in Indien in Verbindung mit der Anjali Mudra unabhängig der Tageszeit sowohl zur Begrüßung als auch Verabschiedung.

Zwar hat sich mittlerweile insbesondere unter Geschäftsleuten auch der Händedruck durchgesetzt, doch im Alltag nimmt die traditionelle Namasté-Geste nach wie vor einen hohen Stellenwert ein.

Was manch einem auf den ersten Blick eher befremdend erscheint, da hier keinerlei körperliche Berührung stattfindet, ist ein Gruß, der von Herzen kommt und in Wirklichkeit eine viel tiefere Bedeutung birgt als ein profanes «Hallo».

Das aus dem Sanskrit stammende Wort «Namasté» bedeutet wortwörtlich «Ich verbeuge mich vor Dir» und im weiteren Sinne «Das Licht in mir ehrt das Licht in Dir».

Denn im hinduistischen und buddhistischen Glauben besitzt jeder Mensch etwas Göttliches in sich, das durch Rituale und Meditationen zum Vorschein gebracht werden kann.

Die Namasté Geste ist somit Ausdruck der Bescheidenheit, der Dankbarkeit, der Demut und des höchsten Respekts.

Göttliche Liebe fließt vom Herzen durch die verbundenen Hände. Wir würdigen dadurch gleichzeitig uns selbst und unser Gegenüber.

Hier verbinden sich zwei Menschen auf spiritueller Ebene völlig losgelöst von materiellen Werten, Eitelkeit, Beurteilungen, Egoismus und Besorgnis.

Wie führt man die Namasté-Geste richtig aus?

Woher kommt die Namasté Geste? Fest in der indischen Kultur verankert: die Namasté Mudra. | Quelle: Wikipedia

Die Handflächen werden zusammengefaltet und in der Höhe des Herzens an die Brust gelegt – in etwa wie beim Gebet. Die Ellenbogen zeigen dabei nach außen, Ihr schließt die Augen und beugt Euch leicht nach vorn.

Diese Geste steht in engem Zusammenhang mit dem durch das Herz verlaufenden Anahata Chakra, Sitz der Gefühle, der Liebe und des Mitgefühls.

Vielleicht ist euch bereits aufgefallen, dass die Namasté Geste auf unterschiedliche Weisen ausgeführt werden kann. Die Höhe der Hände ist nämlich vom Rang des Gegenübers abhängig.

Die oben beschriebene Weise ist die am häufigsten verwendete Geste und gilt gleichgestellten Menschen.

Als Ausdruck besonderer Ehrfurcht vor einer wichtigen Person wie beispielsweise einem spirituellen Lehrer werden die gefalteten Hände auf Gesichtshöhe gehalten, wobei die Fingerspitzen beider Zeigefinger die Stelle zwischen beiden Augen berühren, die aus hinduistischer Sicht den Sitz des mystischen «inneren Auges» darstellt.

Und wer einen Guru oder einen Gott grüßt, legt als Zeichen der Hingabe auf allen Ebenen des Seins beide Hände über dem Kopf zusammen.

Aber wie wird «Namasté» ausgesprochen?

Die Betonung liegt auf der letzten Silbe: «Namas-TEE»

Übrigens wird manchmal gleichbedeutend die Bezeichnung Namaskar verwendet.

Wie bereits erwähnt, ist die Namasté Mudra ein fester Bestandteil der Yoga Praxis, wobei das Wort nicht zwangsläufig ausgesprochen werden muss.

Man findet sie in den unterschiedlichsten Asanas wie beispielsweise der Baumstellung (Vrksasana), der Berghaltung (Tadasana) oder dem Sonnengruß (Suryanamaskar).

Ob Ihr die Namasté Geste stehend, sitzend oder liegend ausübt, ist euch völlig freigestellt. Im Grunde genommen können so ziemlich alle Yoga Stellungen, bei denen die Arme und Hände frei sind, mit dieser Mudra verbunden werden.

Außerdem existiert eine Variante, die etwas mehr Gelenkigkeit erfordert, da die Hände hinter dem Rücken zusammengeführt werden. Diese umgekehrte Gebetshaltung, die auch unter dem Namen Paschim Namaskarasana bekannt ist, dient im Yoga als Schulteröffner.

Wobei wir bei der nächsten Frage angelangt sind, die die Namasté Geste aufwirft: Wie kommt es nun, dass der Namasté Geste im Yoga eine so hohe Bedeutung gebührt? Worin liegt der konkrete Zusammenhang mit den Übungen?

Welche Varianten der Namasté Geste gibt es im Yoga? Paschim Namaskarasana, die umgekehrte Gebetshaltung sorgt für mehr Gelenkigkeit. | Quelle: pixabay

Was hat Namasté mit Meditation und Yoga zu tun?

Zu Beginn einer jeden Yogastunde heißt es zur Ruhe kommen und die Hektik hinter sich lassen. Wir atmen langsam durch und tauchen tief in unser Seelenleben ein.

Damit sich uns eine Welt der Zufriedenheit und Ausgeglichenheit öffnen kann, ist es notwendig, von Alltagssorgen und materiellen Werten Abstand zu nehmen.

Dabei spielt die mit der Namasté-Geste verbundene Einstellung des Respekts und der Ehrfurcht vor dem Göttlichen in uns allen zweifellos eine Schlüsselrolle. Und das ganz unabhängig davon, ob Ihr gläubig seid oder welcher Konfession Ihr angehört.

Die Gebetshaltung dient als perfekte Einleitung für die Yoga Sitzung, indem Sie die im Alltag nur allzu geschäftigen Hände miteinander vereint und dadurch in einen Zustand der Inaktivität bringt. Nun heißt es abschalten.

Anders als bei der Namasté Geste, mit der sich die Menschen in Asien im alltäglichen Leben begrüßen, nimmt man sich bei der gleichnamigen Mudra im Yoga Zeit, zur Ruhe zu kommen und Abstand zu gewinnen.

Es gibt keine zeitliche Beschränkung für die Ausführung, die Stoppuhr kann getrost im Spind bleiben.

Diese Yoga Haltung ist sowohl einfach als auch kraftvoll. Sie hilft euch, die Energie zu spüren, die vom Herzen ausgeht und durch die vereinten Hände durch Euren gesamten Körper fließt.

Dieser Energiefluss durch die verschiedenen Chakren des menschlichen Körpers ist ein zentrales Thema in der Yoga Lebensphilosophie.

Und besonders die Verbindung mit dem Herz-Chakra hilft Euch, zu Euch selbst zu finden.

Welche positiven Auswirkungen hat die Namasté Geste auf den Gemütszustand? Einfach aber wirkungsvoll: die Namasté Geste aktiviert den Energiefluss und sorgt für die innere Ruhe. | Quelle: pixabay

Aber auch für all die Yoga-Anfänger, die Yoga eher als eine Art Gymnastik praktizieren und sich weniger für die meditativen oder spirituellen Aspekte interessieren, kann sich die Namasté Geste als äußerst nützlich erweisen.

Unter Spitzensportlern ist es nämlich schon lange bekannt, dass der Körper höhere Leistungen erzielt, wenn das Training immer auf dieselbe Art begonnen wird.

Zur Vorbereitung kann so gut wie jedes «Ritual» genutzt werden, so lange es immer gleichermaßen wiederholt wird, damit sich der Körper daran gewöhnen kann: zum Beispiel eine Tasse Tee, ein bestimmtes Musikstück oder eine spezielle Geste wie etwa Namasté.

Der dadurch erreichte Ruhezustand schafft eine perfekte Grundlage für die anschließende Yoga-Sitzung und trägt wesentlich zum Erfolg der Entspannungsübungen bei.

Durch die wiedergewonnene positive Lebenseinstellung werdet Ihr hoffentlich auch im Alltag das Hier und Jetzt bewusster erleben und den nötigen Abstand gewinnen, wenn es darum geht, Stress-Situationen mit Bravour zu meistern.

Indem Ihr Euch das göttliche Licht vor Augen haltet, das als ständiger Begleiter in jedem von uns steckt, schafft Ihr Euch durch die Namasté Geste ein Schutzschild vor negativen Gefühlen und nicht zuletzt vor Depression und anderen Erkrankungen.

Namasté!

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