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Darum lohnt es sich, eine Zeit lang in Indien zu leben

Von Anna, veröffentlicht am 30/09/2019 Blog > Sprachen > Hindi > Leben und Arbeiten in Indien: Ein Guide!

Überlegst Du Dir, eine Zeit lang oder vielleicht sogar für immer nach Indien zu ziehen? Dann hast Du sicherlich schon eine Art Pro-und-Contra-Liste gemacht (wenn auch nur in Deinem Kopf), denn knapp 6.000 km weg von der Heimat zu ziehen, das ist ein ganz schön großer Schritt!

Du wärst aber bei weitem nicht die/der erste: Zwischen 2008 und 2017 haben nach offiziellen Angaben rund 8.000 Deutsche eine Zeit lang in Indien gelebt (die meisten sind nach einiger Zeit wieder nach Deutschland zurückgekehrt). Und auch andere Europäer sind nicht weit: Wie Du sicherlich schon vermutet hast, gibt es zahlreiche Briten (UK nationals), die das englische Wetter hinter sich gelassen haben, um im warmen Indien zu leben und arbeiten.

Diese Vorteile bietet ein Leben in Indien

Doch das Wetter ist natürlich nicht der einzige Grund, warum man vielleicht nach Indien ziehen möchte. Für viele Europäer ist ein Grund die starke Wirtschaft: Indien ist die siebtgrößte Volkswirtschaft der Welt (nach den USA, China, Japan, Deutschland, Großbritannien und Frankreich) – und das bedeutet viel Potenzial, was die wirtschaftliche Zusammenarbeit angeht.

Vor allem, wenn Du in der IT-Branche, der Bankenbranche, im Marketing oder Engineering tätig bist, wird es Dir sicher nicht allzu schwer fallen, einen gutbezahlten Job in Indien zu ergattern. Denn was die Arbeitsmoral und die Qualität der Produkte und Dienstleistungen angeht, eilt Deutschland durchaus ein guter Ruf voraus.

Warum leben Deutsche in Indien? Ein Grund für viele Deutsche, eine Zeit lang in Indien zu leben, ist Yoga! | Quelle: Pixabay

Ein weiterer Grund für viele Deutsche, eine Zeit lang nach Indien zu gehen, ist … Yoga! Es mag zunächst komisch klingen, aber diese uralte spirituelle Entspannungs- und Kräftigungstechnik ist unzertrennbar mit Indien und der indischen Sprache verbunden und viele möchten Yoga in ihrer authentischen Umgebung erleben und von den besten Yogis der Welt lernen. Wenn man dann nach Deutschland zurückkommt und als Yogalehrer*in einen Indienaufenthalt mit Yoga-Workshops im Lebenslauf stehen hat, kann das ein großer Vorteil sein für die weitere Laufbahn.

Ein Grund, warum Indien allgemein eine gute Destination ist, wenn man aus einem westlichen Land kommt, sind die niedrigen Lebenshaltungskosten. Die meisten „Expats“ können sich in Indien einen guten Lebensstandard leisten, und das sogar im Zentrum von Großstädten wie Neu Delhi und Mumbai. Dazu gleich noch mehr.

Und auch die geografische Lage Indiens ist gut: Mit dem Flugzeug bist Du schnell in anderen asiatischen Ländern wie Singapur, China, Thailand usw., hast es aber auch nicht allzu weit nach Russland oder in die Golfstaaten.

Und schließlich ist das auch das Essen immer ein Grund, eine neue Kultur zu entdecken und sich in einem Land wohlzufühlen (zumindest für mich ist das so 🙂 ). Curry-Gerichte, Naan, Samosas und Tandoori – bei diesen Schlagwörtern läuft einem doch schon das Wasser im Mund zusammen, oder?

Der $-Faktor

Wenden wir uns einmal dem schnöden Mammon zu. Wenn Du aus Deutschland oder einem anderen westlichen Land nach Indien versetzt wirst (z.B. weil Du für eine große, internationale Firma arbeitest), erhältst Du wahrscheinlich eher ein Gehalt auf westlichem als auf indischem Niveau.

Laut der Umfrage 2017 Expat Explorer Survey von HSBC, bei der Antworten von über 27.000 ausländischen Arbeitern in 159 Ländern berücksichtigt wurden, verdienten Expats in Bombay (indischer Name für Mumbai) im Schnitt 170.693 £ (umgerechnet ca. 190.000 €) im Jahr! Das ist viel höher als der weltweite Durchschnittsverdienst von Expats (aus der gleichen Studie): 78.524 £ (ca. 88.000 €).

Zum Vergleich: In San Francisco, wo die meisten großen IT-Unternehmen ansässig sind, verdienten Expats im Schnitt 162.882 £ (knapp 183.000 €) pro Jahr.

In München verdienen Fachkräfte (ohne Personalverantwortung) im Durchschnitt 59.707 € brutto jährlich, Führungskräfte (mit Personalverantwortung) kommen auf 119.436 €. Dagegen wird man in Mumbai also königlich bezahlt!

Und damit ist der Vergleich noch nicht zu Ende, denn schauen wir uns mal die Lebenshaltungskosten genauer an.

Für eine 3-Zimmer-Wohnung in München (nicht zu weit außerhalb) musst Du mit gut 3.000 € im Monat rechnen. Eine entsprechende Wohnung in Mumbai (der teuersten Stadt Indiens) kostet um die 1.350 €, also weniger als die Hälfte! Natürlich kommt es immer darauf an, was genau Du suchst und ob Du in einem Viertel wohnst, wo fast nur Expats wohnen (dann kann es schon auch teurer werden), aber allgemein lässt sich feststellen: In Indien hast Du höhere Löhne bei niedrigere Mieten! Klingt fast zu gut, um wahr zu sein, oder?

Da lacht das Sparschwein. Das Leben in Indien ist aus westlicher Sicht extrem günstig. | Quelle: Pexels

Dazu kommen natürlich noch die Nebenkosten, die oft nochmal richtig reinhauen zusätzlich zur Kaltmiete. In München liegen diese bei ca. 3 € pro Quadratmeter also bei 100 m2 wären das 300 € im Monat. In Mumbai bewegen wir uns eher so bei umgerechnet 50 € im Monat, also gerade mal ein Sechstel.

Und auch das Essen ist günstiger (und super lecker!). Was das Alltagsleben angeht, kannst Du es Dir also richtig gutgehen lassen in Indien …

Das solltest Du beachten, wenn Du nach Indien ziehen willst

Doch wie genau kann man denn nun eigentlich nach Indien reisen, um dort eine Zeit lang zu leben und zu arbeiten? Was muss man alles von der organisatorischen und bürokratischen Seite her beachten?

Visum

Zunächst brauchst Du natürlich ein gültiges Visum, um überhaupt einreisen zu können. Wichtig: Dieses muss vorher beantragt werden, es kann nicht erst bei der Einreise („on arrival“) ausgestellt werden. Sich schon in Deutschland um ein Visum zu kümmern, geht auf zwei Arten: Entweder Du gehst zu einer indischen Auslandsvertretung oder Du beantragst ein e-Visa.

Wie für quasi alle Länder, gibt es verschiedene Visa-Typen:

  • Touristenvisum
  • Studienvisum
  • Forschungsvisum
  • Geschäftsvisum
  • Konferenzvisum
  • Medizinisches Visum
  • usw.

Wie die Namen schon sagen, beziehen sich die verschiedenen Visa-Typen auf den Grund des Aufenthalts und variieren dabei auch in der erlaubten Aufenthaltsdauer. Das Touristenvisum kann verschiedene Laufzeiten (30 Tage, 1 Jahr, 5 Jahre) haben, man darf in dieser Zeit aber dann natürlich nicht in Indien arbeiten.

Wenn Du in Indien arbeiten willst, brauchst Du ein Geschäftsvisum bzw. Business Visa. Davon gibt es wiederum zwei Arten: das B-Visum (Business Visa) und das E-Visum (Employment Visa).

Zu folgenden Zwecken kann man ein B-Visum beantragen:

  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen wollen, um dort Geschäftsbeziehungen zu knüpfen oder mögliche Geschäftsvorhaben in oder in Zusammenarbeit mit Indien abzuklären.
  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen wollen, um dort Produkte zu kaufen oder verkaufen.
  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen wollen, um dort an Geschäftstreffen teilzunehmen.
  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen wollen, um dort Personal zu rekrutieren.
  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen, um Geschäftsveranstaltungen zu organisieren/vorzubereiten.
  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen, um als Trainees in der Indien-Geschäftsstelle zu arbeiten/ausgebildet zu werden.
  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen, um dort als Reiseveranstalter/Tour Guide tätig zu sein.
  • uvm.

Wie kommt man als Deutscher nach Indien? Der deutsche Reisepass öffnet die Türen in viele Länder der Welt. | Quelle: Pixabay

Je nachdem, was der Grund ist und wie lange diese Tätigkeit dauert, kann es sein, dass man höchstens 6 Monate am Stück in Indien bleiben darf.

Für eine Vollzeitarbeitsstelle in Indien braucht man ein E-Visum. Dieses ist allerdings schwieriger zu bekommen, denn man muss bestimmte Kriterien erfüllen, z.B. eine spezialisierte Fachkraft sein und von einer indischen Firma angefragt/gesponsert werden (und diese Arbeit darf nicht auch gleichwertig von einem Inder/einer Inderin ausgeführt werden können, sonst haben diese Inländer Vorrang).

Zu folgenden Zwecken kann man ein E-Visum beantragen:

  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen, um für eine indische Firma zu arbeiten.
  • Ausländische Künstler*innen, die engagiert wurden, um beispielsweise für Hotels, Clubs usw. aufzutreten.
  • Aus Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen, um dort als Sporttrainer für z.B. Nationalteams zu arbeiten.
  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen, um dort als Selbständigerwerbende Dienstleistungen zu erbringen (z.B. Ingenieure, Ärzte, Anwälte usw.).
  • Ausländische Staatsbürger, die nach Indien reisen, um dort als Sprachlehrer/Dolmetscher zu arbeiten.

Wenn Du nach Indien reisen möchtest, um dort an Yoga-Workshops oder anderen Konferenzen/Projekten teilzunehmen, kommt vielleicht auch das Conference Visa für Dich infrage. Dies ist ein Visum, das speziell mit der Teilnahme an einem bestimmten Event verknüpft ist.

Oder Du möchtest eine Zeit lang in Indien studieren? Das ist gar nicht so abwegig, denn zahlreiche Studiengänge in Indien werden auf Englisch abgehalten und sind somit für Menschen aus aller Welt zugänglich. Dafür gibt es dann ein extra Studienvisum, das bis zu 5 Jahre lang gültig sein kann!

Auf der Seite von Indiens Immigrationsbehörde findest Du weitere Informationen zu allen möglichen Visa-Typen und was Du sonst noch so beachten musst!

Du hast herausgefunden, welches Visum für Dich infrage kommt und wie Du es beantragen kannst? Dann kann es ja losgehen!

Reiseempfehlungen, Gesundheit & Co.

Wobei, noch nicht ganz. Denn wenn man im Ausland leben will, gibt es noch einige andere Dinge zu beachten.

Wie sieht es zum Beispiel mit Deiner Gesundheit aus? Darfst Du reisen? Hast Du irgendwelche Krankheiten, mit denen Du lieber nicht in einem warmen, feuchten Klima leben solltest? Sind alle Deine Impfungen auf dem neusten Stand? Bevor es losgeht, solltest Du frühzeitig Deine(n) Hausarzt/-ärztin kontaktieren und abklären, ob ein Auslandsaufenthalt in Indien gesundheitlich unbedenklich ist für Dich und wann Du mit eventuellen Impfauffrischungen beginnen solltest.

Und wie sieht es mit Deiner Krankenversicherung aus? Hast Du eine Auslandskrankenversicherung, die auch für einen Aufenthalt über 3 Monate gilt? Und ist Indien auf der Liste der inbegriffenen Länder? Wie sieht es mit Rückführungsübernahme aus und welche Leistungen vor Ort werden abgedeckt? Gibt es einen Selbstbehalt? Diese und mehr Fragen solltest Du Deinem Berater bei der Krankenkasse stellen, um auch in Indien gut geschützt zu sein. Es kann natürlich auch sein, dass Du über den Arbeitgeber in Indien versichert bist, aber auch das sollte man vorher abklären, um Sicherheit zu haben.

Was muss ich noch beachten? Denke vor einer Reise auch immer an die gesundheitlichen Aspekte. | Quelle: Pixabay

Ein weiterer Punkt ist der Verkehr in Indien. Vielleicht war Dir das nicht bewusst, aber in Indien herrscht wie z.B. in England Linksverkehr. Wenn Du also vor Ort Auto fahren möchtest, solltest Du vorher vielleicht auf einem Verkehrsübungsplatz (oder in England, Irland etc.) üben und schauen, ob das überhaupt machbar wäre für Dich. Außerdem brauchst Du, um in Indien fahren zu dürfen, einen internationalen Führerschein. Diesen kannst Du in Deutschland beantragen. Aber den deutschen Führerschein nicht vergessen, denn die beiden sind nur in Kombination in Indien gültig!

Und wie wäre es mit einem Sprachkurs Hindi, bevor es losgeht? Auf Superprof findest Du motivierte Sprachlehrer*innen, die Dir gerne beim Hindi Lernen helfen!

Wie Du siehst, gibt es viele Gründe, in Indien zu leben und zu arbeiten, aber so ein Aufenthalt will auch gut vorbereitet sein. Setze Dich deshalb frühzeitig mit den verschiedenen Punkten auseinander, denn je besser Du vorbereitet bist, desto mehr kannst Du Deine Zeit vor Ort genießen!

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