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Diese 10 Ausdrücke auf Hindi solltest Du lernen

Von Anna, veröffentlicht am 03/10/2019 Blog > Sprachen > Hindi > 10 nützliche Sätze auf Hindi, die Du kennen solltest!

Hindi ist eine komplizierte Sprache für Deutsch-Muttersprachler. Deutsch und Hindi gehören zwar beide zur Sprachfamilie der Indoeuropäischen Sprachen, aber das gilt für extrem viele Sprachen. Hindi ist für uns deswegen so fremd, weil es weder wie Deutsch zu den Germanischen Sprachen gehört (z.B. auch Englisch, Niederländisch, Schwedisch) noch zu den Romanischen Sprachen, von denen wir vielleicht eine aus der Schule kennen (Französisch, Spanisch, Italienisch usw.).

Nein, Hindi gehört einem ganz anderen Zweig innerhalb der Indoeuropäischen Sprachfamilie an, nämlich den Indoarischen Sprachen. In dieser Sprachgruppe findet man die meisten Sprachen und Dialekte, die in Indien, Pakistan und Bangladesch gesprochen werden, nämlich Dhivehi, Sanskrit, Gujarati, Rajasthani, Marathi, Urdu (gemeinsame Ausgangssprache von Hindi und Urdu ist Hindustani), Panjabi, Sindhi, Bengali, Sylheti, Assamese, Nepali, Romani uvm.

Ein großer Vorteil an Hindi ist, dass es der gesprochenen Form von Urdu extrem ähnlich ist – so ähnlich, dass sich ein Hindi- und ein Urdusprecher ohne Probleme unterhalten können (nur schreiben ist etwas schwieriger, da die beiden Sprachen verschiedene Schriftsysteme verwenden). Wenn Du also Hindi lernst, kannst Du auch Urdu sprechen!

Bevor Du Dich dem Hindi-Lernen widmest, ist es eine gute Idee, sich die Geschichte der Sprache etwas genauer anzusehen.

Die Ursprünge von Hindustani

Wenn man über Hindi spricht, kann man Urdu eigentlich nicht auslassen, denn die beiden Sprachen sind sich, wie erwähnt, extrem ähnlich. In der gesprochenen Sprache kann man sie kaum auseinanderhalten, vor allem nicht im umgangssprachlichen Bereich. Nur die formelle Sprache, die moderne Fachterminologie und das jeweilige Schriftsystem unterscheiden sich voneinander.

Woher kommt Hindustani? Hindustani entwickelte sich während des Mogulreichs. | Quelle: Pexels

Beide Sprachen gehen auf Hindustani zurück. Diese Sprache kommt vom indischen Subkontinent und entwickelte sich während des Mogulreichs. Dieses wurde 1526 vom ersten Großmogul Babur gegründet, der sowohl türkische als auch mongolische Wurzeln hatte. Die folgende Dynastie gehörte zur indoiranischen Kultur und brachte viele Elemente dieser Kultur ein. Gleichzeitig nahmen sie aber auch lokale indische Traditionen und Bräuche auf. Es passierte das, was oft passiert, wenn Kulturen aufeinandertreffen: Man beeinflusste sich gegenseitig.

Unter dem Einfluss des Mogulreichs mischte sich die iranische (persische) Sprache nach und nach mit verschiedenen Śauraseni-Dialekten, die in Zentralindien gesprochen wurden, vor allem Braj Bhasha, Awadhi und die Sprache Delhis.

Zwei Zivilisationen treffen aufeinander

Der Hof des Moguls und die unterschiedlichen Migrationswellen aus dem Westen führten dazu, dass persische, arabische und türkische Wörter Einzug in die lokalen indischen Sprachen hielten.

Ein weiterer Einflussfaktor war die muslimische Armee, die in und um die wichtigsten Städte des Reichs kampierten, unter anderem der Hauptstadt Delhi. Die meisten Soldaten waren im Roten Fort untergebracht, in dessen Nähe der Urdu-Bazar („Urdu“ heißt „Armee“ oder „Lager“) entstand. Persisch sprechende Soldaten und einheimische Händler und Anwohner trafen im Alltag aufeinander und das Gleiche gilt auch für ihre Sprachen.

Obwohl Persisch (Iranisch) die offizielle Sprache bei Hofe war und auch von den damaligen sozialen und wirtschaftlichen Institutionen verwendet wurde, blieb Arabisch doch die offizielle Sprache des Islams im indischen Subkontinent. Durch die Aufnahme von Wörtern lokaler Dialekte in die persische Lingua franca durch Händler, Soldaten, Priester und lokalen Gerichtshöfen führte dazu, dass im 17. Jahrhundert bereits eine frühe Form von Hindustani entstanden war. Und obwohl es sich ursprünglich aus dem Persischen und Arabischen entwickelte, wurde die Grundlage nach und nach durch Wörter aus lokalen indischen Dialekten ersetzt.

Die Entstehung einer gemeinsamen Sprache

Hindustani wurde zur gemeinsamen Sprachen der hinduistischen und muslimischen Gemeinschaften (wenn auch nicht zur offiziellen), was zeigt, wie sehr sich die beiden Zivilisationen in über mehr als 300 Jahren Koexistenz beeinflusst haben.

Die Sprache blieb die gemeinsame Volkssprache bis 1837, als Hindustani, in persischer Schrift geschrieben (also Urdu), Iranisch (Persisch) als offizielle Sprache ablöste. Diese Veränderung führte zu einer Spaltung von Hindus und Muslimen, vor allem im Norden Indiens, wo die Hindu-Mehrheit verlangte, dass die Regierung und offizielle Einrichtungen das Schriftsystem Devanagari benutzen.

Nach Jahren von Lobbyarbeit und politischen Spielchen wurde Hindi – im Devanagari-Alphabet geschrieben – 1949 schließlich die offizielle Sprache der indischen Nation (aber erst, nachdem die britische Herrschaft beendet war).

Was ist das Problem mit Urdu und Hindi? Indien und Pakistan haben bis heute ein angespanntes Verhältnis. | Quelle: Pixabay

Urdu wurde schließlich zur offiziellen Sprache Pakistans (nach der Abspaltung von Indien im Jahr 1947) und obwohl nur 7 % der indischen Bevölkerung Urdu-Muttersprachler sind, hat ein großer Teil der alphabetisierten Bevölkerung es als Zweitsprache gelernt.

Die Kluft zwischen den beiden Sprachen ist bis heute ein umstrittenes Thema, aber manche sind der Meinung, dass die beiden Sprachen so ähnlich sind, dass keine der beiden auszusterben droht.

Christopher King, der Autor des Buches “One Language, Two Scripts” bringt es in seinem 1994 veröffentlichten Buch auf den Punkt:


“Laut Sprachwissenschaftlern ist die Sprache Hindustani in zwei geteilt: Hindi und Urdu. Doch manche sind der Meinung, dass sie aus politischen und kulturellen – nicht sprachlichen – Gründen als zwei verschiedene Sprachen angesehen werden sollten. Abgesehen von nichtigen grammatikalischen Abweichungen sind es das Vokabular und das Schriftsystem, die den größten Unterschied zwischen den beiden ausmachen. Die formellste Version von Hindi, machmal auch “Hoch-Hindi” genannt, verwendet ein Vokabular voller Sanskrit-Wörter, während die entsprechende Version von Urdu, “Hoch-Urdu”, viele iranische und arabische Entlehnungen verwendet. Auf dieser Ebene sind die Sprachen untereinander kaum verständlich. Weniger formelle Varietäten von Hindi und Urdu dagegen sind fast vollständig gegenseitig verständlich.”


Nützliche Sätze in Hindi

Wenn Du gerade erst damit beginnst, Hindi zu lernen, musst Du erst einige Verben und Nomen, aber auch grammatikalische Grundregeln lernen, bevor Du Dich mit Einheimischen unterhalten kannst.

Gerade als Anfänger kann es dabei hilfreich sein, einige feststehende Ausdrücke einfach mal auswendig zu lernen, ohne genau zu wissen, warum man es jetzt genau so sagt. (Genauso wie man im Englischen lernt „I would like …, please”, bevor man versteht, dass es sich dabei um das Konditional handelt).

Begrüßung auf Hindi

Hier sind die Basics, was Begrüßung und Treffen angeht.

Namaste! ( नमस्ते ) = Hallo.

Wörtlich bedeutet die Grußformel “Ich verbeuge mich vor Ihnen.“ Traditionellerweise macht man auch eine kleine Verbeugung, wenn man den Gruß sagt und legt dabei die Handflächen wie bei einem Gebet aufeinander und hält sie vor die Brust (Finger zeigen nach oben). Vielleicht kennst Du das auch aus dem Yoga. Dabei handelt es sich um eine formelle Art des Grußes aus der Hindu-Kultur. In der modernen Form lässt man die Verbeugung oft weg, außer man grüßt ältere Personen oder solche, die in der Hierarchie über einem stehen (zum Beispiel den Chef).

Wie kommt man in Indien durch? Es ist immer gut, ein paar Hindi-Sätze in der Hinterhand zu haben. | Quelle: Pexels

Weitere nützliche Grußformeln sind:

Shubh raatri.   ( शुभ रात्री। ) = “Gute Nacht.”

Aap kaisey hain? ( आप कैसे हैं  ) = “Wie geht es Ihnen?”

Mein thik hun, shukriya! ( मैं ठीक हुँ । ) = “Mir geht es gut, danke.”

Meraa naam … hai. ( मेरा नाम….. है । ) = “Ich heiße …”

Aapsey milkar khushi hui!   ( आपसे मिलकर खुशी हुई । ) = “Freut mich!” (“Schön, Sie kennenzulernen.”)

Unterwegs

Kshama kidschiae…( क्षमा कीजिए । ) = “Entschuldigung, …”

Hum kho gaye hain. ( हम खो गये हैं । ) = “Ich habe mich verirrt.”

Kyā āp angrēzī bolte hain?( क्या आप अंग्रेज़ी बोलते हैं? )  = “Sprechen Sie Englisch?”

Saucaghara/pharmacy kahaan hai?  ( शौचघर/ फार्मेसी कहां है ) = “Wo ist die Toilette/die Apotheke?”

Wenn man bedenkt, wie hektisch es in indischen Städten zugehen kann, zwischen Millionen von Menschen und chaotischem Verkehr (egal zu welcher Uhrzeit), ist es extrem wichtig, ein paar Standardsätze parat zu haben, um sich außerhalb des Hotels oder der Wohnung/des Büros durchschlagen zu können.

Wenn Du beweist, dass Du nicht der typische Tourist bist, sondern ein bisschen Hindustani (Hindi/Urdu) kannst und Dir Mühe gibst, mit den Menschen in ihrer Muttersprache zu sprechen, kann Dir das auf vielfache Art und Weise helfen – und wenn es nur ist, dass Du das Tuk-Tuk (die Rikscha) etwas günstiger bekommst. Denn ansonsten versuchen die Rikschafahrer natürlich, weißen Touristen 3-4 mal mehr abzuknöpfen als Einheimischen.

Natürlich versuchen sie auch nur, über die Runden zu kommen und ihre Familie zu ernähren, aber vielleicht fühlst Du Dich trotzdem etwas über den Tisch gezogen, wenn Du am Ende 250 statt 40 Rupien für eine Rikschafahrt zahlst. Dann gilt es, gut zu verhandeln, freundlich, aber bestimmt zu sein und den Fahrer im Zweifel stehen zu lassen und Dein Glück 100 m weiter zu versuchen. Als „Westler“ ist man das oft nicht gewohnt, aber Feilschen gehört zur indischen Kultur genauso, wie es auf dem marokkanischen Bazar dazugehört.

Du willst für eine Zeit lang nach Indien ziehen? Dann lies jetzt unseren Guide, um bestens vorbereitet zu sein.

Hier noch ein paar weitere nützliche Sätze, die Dir bei einem Indienaufenthalt weiterhelfen werden:

Mudsche (Ort) dschaana hai ( मुझे … जाना है ) = “Ich möchte nach …”

(…) dschaane ka kitana lagega? ( … जाने का कितना लगेगा? ) = “Wie viel kostet eine Fahrt nach …?”

Yahaan roken (यहाँ रोकें ) = “Halten Sie hier an.”

Shopping

Wie bereits erwähnt, gehört Verhandeln und Feilschen einfach zum Leben in Indien. Wenn Du Kleidung, Souvenirs oder sogar Gemüse und Obst von Straßenhändlern in Indien kaufst, darfst Du ruhig ein bisschen verhandeln.

Markthändler scheinen zu denken, dass alle Weißen unverschämt reich sind, und obwohl viele Expats in Mumbai ein sehr hohes Gehalt bekommen, heißt das natürlich nicht, dass alle Weißen, die in Indien leben oder dort Urlaub machen, superreich sind.

Wunder Dich also nicht, wenn Verkäufer Dir 2.000 Rupien (ca. 20 €) für einen Pulli abknöpfen wollen, obwohl Du ganz genau weißt, dass Dein indischer Kumpel den gleichen für 400 Rupien (ca. 5 €) gekauft hat.

Yeh kaisey diyaa? ( यह कैसे दिया । ) = “Wie viel kostet das?”

Bbahut zyaada hai ( बहुत ज़्यादा है ) = “Das ist zu teuer!”

Thoda kam keedschiye ( थोड़ा कम कीजिये ) = “Geh bitte runter mit dem Preis.”

Indian daam, firangi nahi ( इंडियन दाम, फिरंगी नहीं ) = “Gib mir den indischen Preis, nicht den Firang-Preis.”
(“Firang” ist Slang für “weiß-europäisch”. Ursprünglich wurde es als abwertende Bezeichnung für britische Offiziere und Adelige benutzt, heute kann es allerdings problemlos in einer normalen Unterhaltung verwendet werden).

Was kostet eine Rikschafahrt? Rikschafahrer verlangen von Touristen 3-4 mal mehr. | Quelle: Pixabay

100 rupees Dena hai toh deh?: Das bedeutet, dass 100 Rupien Dein letztes Angebot ist und Du sonst bereit bist, weiter zu gehen, ohne etwas zu kaufen.

Denke daran, beim Feilschen immer freundlich, aber bestimmt zu bleiben, auch wenn es so aussieht (und sich so anhört), als wären einheimische Kunden unfreundlich zum Händler. Indien ist aufgrund der Jahrhunderte alten Tradition der Kasten (das System wurde offiziell 1950 abgeschafft) nach wie vor ein Land, das extrem stark von unterschiedlichen Schichten geprägt ist. Sie spielen im gesellschaftlichen sowie wirtschaftlichen Alltag noch immer eine extrem wichtige Rolle.

Und schließlich noch ein Satz, den Du sicherlich brauchen wirst in Indien:

Nahin tschaahie ( नहीं चाहिए ): Das bedeutet wörtlich “nicht wollen”. So signalisierst du Bettlern oder Verkäufern, dass Du nichts geben möchtest bzw. nicht interessiert bist.

Wie das Erlernen jeder anderen Fremdsprache wird auch das Hindi-Lernen Geduld und viel Übung benötigen. Mit der Zeit wirst Du Dein Ziel erreichen. Versuche einfach, täglich ein bisschen Zeit zu investieren und lerne fleißig Vokabeln mit Karteikarten oder einer Vokabel-App.

Wenn Du es ein bisschen seriöser, intensiver und effizienter angehen willst, kannst Du natürlich auch Hindi-Unterricht nehmen, also mit einer professionellen Hindi-Lehrkraft Hindi lernen. Auf Superprof findest Du motivierte, qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer für Hindi, die Dir dabei helfen können.

Los geht’s! Lerne jetzt Hindi!

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