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So kannst Du in Indien leben und Hindi lernen

Von Anna, veröffentlicht am 12/10/2019 Blog > Sprachen > Hindi > Hindi Lernen in Indien: Ein Guide!

Indien ist wirklich ein tolles Land! Es ist mehr als 9-mal so groß wie Deutschland und hat rund 16-mal so viele Einwohner. Die ehemalige britische Kolonie steht nun schon lange auf eigenen Beinen und als Teil der BRICS-Staaten ist die aufstrebende Volkswirtschaft absolut nicht zu unterschätzen.

2017 lag Indien auf Rang 6 der Länder mit den größten Volkswirtschaften (gemessen am BIP) und was die Bevölkerungszahl angeht, liegt es auf Platz 2, gleich hinter China.

Laut United Nations Department of Economic and Social Affairs ist die indische Diaspora (im Ausland lebende Inderinnen und Inder) inzwischen die größte auf der Welt, sogar noch vor China: Mehr als 15 Mio. Menschen indischer Nationalität leben im Ausland, auch wenn man dazu sagen muss, dass ein Großteil davon nicht weit weg von Zuhause, nämlich im benachbarten Pakistan, wohnt. Außerdem leben mindestens 4,4 Mio. Inder*innen in den USA.

Wenn wir nach Europa blicken, finden wir die meisten indischen Staatsbürger*innen natürlich in Großbritannien (unter anderem aufgrund der Kolonialgeschichte). Sie machen dort die größte Minderheit aus und 2,3 %, also rund 1,5 Mio. Briten, haben indische Wurzeln. Freddy Mercury, Ben Kingsley und Dev Patel sind nur einige Beispiele berühmter Briten mit indischem Hintergrund.

Doch auch andersherum wird ein Schuh draus: Es gibt auch einige britische Staatsbürger*innen, die in Indien leben, auch wenn es nicht annähernd so viele sind wie Inder im Vereinigten Königreich (32.000 zu 800.000). Doch man muss nicht Brite sein, um in Indien leben zu können! Im Jahr 2018 wanderten offiziell 711 Deutsche nach Indien aus, von 2008 bis 2017 waren es 7.827, wobei 7.712 letztlich wieder nach Deutschland zurückkehrten.

Die beliebtesten Städte für Expats (ausländische Bürger*innen) in Indien sind Delhi, Mumbai (Bombay), Chennai, Bangalore, Kolkata (Kalkutta) oder Hyderabad. Das liegt daran, dass dort die wichtigsten internationalen Firmen angesiedelt sind und Großstädte eben allgemein ein Anziehungspunkt sind. Wenn Du beruflich nicht an eine bestimmte Stadt gebunden bist, gibt es aber auch andere interessante Städtchen, in denen es sich etwas angenehmer leben lässt. Finde hier heraus, welche!

Auch wenn es schon 70 Jahre her ist, dass Indien die Unabhängigkeit von der englischen Krone erlangte, sprechen ca. 150 Mio. Inder*innen Englisch. Damit ist Indien das zweitgrößte Land an Englischsprechern nach den USA (noch vor England). Man nimmt an, dass sich diese Zahl in den nächsten 10 Jahren vervierfacht!

Wenn Du also nach Indien gehst, kannst Du dort mit mindestens mit 1 von 10 Personen Englisch sprechen! Und das ist natürlich nur ein Durchschnitt: D.h., je nachdem, in welcher Stadt Du bist bzw. in welchen Kreisen Du Dich bewegst, sind es deutlich mehr. Insgesamt sind aber natürlich die verschiedenen indischen Sprachen neben Englisch von größter Bedeutung. Die wichtigste offizielle Sprache Indiens ist Hindi: 43,6 % der Bevölkerung sind Muttersprachler. Doch es gibt noch viele weitere Sprachen wie Urdu, Bengali, Sanskrit usw. und je nach Region können diese dominieren.

Insgesamt hat Indien 23 offizielle Sprachen! Neben den bereits genannten gibt es u.a. noch Tamil (oder Tamilisch), Telugu, Marathi uvm.

Übrigens: Hindi und Urdu sind sich so ähnlich, dass man sich in der gesprochenen Form problemlos gegenseitig versteht. Allerdings werden verschiedene Schriftsysteme benutzt. Wenn man also beide können will, muss man zwei verschiedene Alphabete beherrschen. Urdu ist die offizielle Sprache in Pakistan. Falls Du also Hindi lernst, lohnt es sich auch, Urdu gleich mitzunehmen: So kannst Du noch mehr Ecken und Winkel des indischen Subkontinents entdecken.

Na, hast Du Lust bekommen, nach Indien zu reisen, eine Zeit lang dort zu leben und arbeiten und ganz nebenbei Hindi zu lernen? Dann tauche jetzt ein in diese faszinierende Welt und finde heraus, was Du alles beachten musst, wenn Du von Deutschland nach Indien ziehst!

Nach Indien ziehen

Wenn Du von Deiner Firma für eine Zeit lang nach Indien versetzt wirst, solltest Du eigentlich kein Problem haben, denn dann bekommst Du sicherlich ein “Relocation Package” mit verschiedenen Hilfestellungen (vom Visum bis zur Wohnungssuche), einem Sprachkurs usw. vom Arbeitgeber gestellt.

Man muss vieles beachten, wenn man nach Indien zieht. Bereite Deine Indienreise gut vor: Reisepass, Visum, Impfungen, internationales Bankkonto … | Quelle: Pexels

Wenn Du allerdings auf eigene Faust nach Indien reisen willst, um dort eine Weile zu leben (z.B. weil Du dort studieren willst, einen Workshop bei einem berühmten Yogi machen willst oder selbst einen Job gefunden hast), musst Du einige Dinge im Vorfeld beachten.

Das richtige Visum

Wenn Du als EU-Bürger*in nach Indien reist, brauchst Du erst einmal das richtige Visum. Wie in anderen Ländern auch, gibt es da verschiedene Kategorien:

Touristenvisum: Wenn Du einfach nur eine Zeit lang durch Indien reisen willst (ohne dort zu arbeiten), reicht ein Touristenvisum. Du kannst Dich entweder online für ein E-Visum registrieren oder zu einer indischen Auslandsvertretung gehen und dort ein Touri-Visum beantragen. Dabei gibt es verschiedene Optionen: 3, 6 oder 12 Monate und jeweils nur Hin- und Rückreise oder unbegrenzte Ein- und Ausreisen.

Egal wie, ist der maximale Aufenthalt am Stück für ein solches Visum 180 Tage: Wenn Du also ein 12-Monats-Visum hast, musst Du nach einem halben Jahr aus- und wieder einreisen, auch wenn es nur für einen Tag ist.

Business-Visum: Dieses Visum ist für Personen, die in Indien arbeiten wollen, aber nicht für eine indische Firma oder Zweigstelle. Heißt konkret: Wenn Dein Arbeitgeber außerhalb Indiens angesiedelt ist, aber geschäftlich in Indien zu tun hat (Auftragsarbeit, Konferenz usw.), brauchst Du dieses Visum. Voraussetzung ist ein Einladungsschreiben aus Indien als Bestätigung, dass Du dort geschäftlich zu tun hast.

Employment-Visum: Dieses Visum ist das richtige Arbeitsvisum für Indien, also wenn Du dort eine Anstellung annehmen willst. Dies bezieht sich auf indische Firmen, aber auch ausländische Firmen mit Niederlassung in Indien. Um dieses Visum zu beantragen, brauchst Du eine Bestätigung des Unternehmens, dass Du den Job bekommen hast bzw. in die indische Zweigstelle versetzt wirst.

Dabei kann es sich um eine Anstellungsbestätigung oder gleich den Arbeitsvertrag handeln. Wenn Du von einer anderen Niederlassung nach Indien versetzt wirst, kümmert sich in der Regel die Personalabteilung (HR) um die Formalitäten.

Studentenvisum: Wenn Du nach Indien ziehen möchtest, um dort zu studieren (was absolut möglich ist, da zahlreiche Studiengänge auf Englisch sind), musst Du eine Studienbescheinigung (bzw. Aufnahmebestätigung) vorlegen. Außerdem musst Du nachweisen, dass Du die finanziellen Mittel hast, Dich während Deines Studiums in Indien selbst zu finanzieren. Glück für Dich: Das Essen in Indien ist super günstig! Kein Vergleich zu deutschen Studentenstädten wie Münster, Heidelberg, Bonn & Co.

Nicht vergessen: Zur Einreise brauchst Du einen Reisepass (Personalausweis genügt nicht)! Checke also rechtzeitig, ob Deiner noch gültig ist (wenn Du überhaupt schon einen hast), denn die Wartezeiten auf dem Rathaus/Bürgerbüro o.Ä. können recht lang sein und die Expressvariante ist ganz schön teuer …

Wohnsitz anmelden

Wenn Du länger als 180 Tage am Stück in Indien bleiben willst (was mit einem Touristenvisum nicht geht), musst Du einen Wohnsitz anmelden. Dies muss innerhalb der ersten 14 Tage nach Deiner Einreise geschehen, sonst kann es sein, dass Du eine Buße zahlen musst. Melde Dich dafür beim Foreigners Regional Registration Office (FRRO) oder der örtlichen Polizeistation.

Egal welches Visum Du letztlich hast, musst Du beachten, dass für die nördlichen Regionen Kaschmir und Jammu spezielle Einreisegenehmigungen nötig sind. Allerdings rät das Auswärtige Amt momentan (Herbst 2019) aufgrund aktueller politischer Unruhen sowieso dringend davon ab, dorthin zu reisen.

Das Leben in Indien

Wenn man noch nie in Indien war, kann das erste Mal erstmal ein kultureller Schock sein. Wenn man z.B. nach Mumbai (Bombay) zieht, fühlt man sich wahrscheinlich erst einmal erschlagen aufgrund der schieren Größe und Menschenmassen. In dieser Stadt, der Hauptstadt des Bundesstaats Maharashtra, leben ungefähr 5-mal so viele Menschen wie in Berlin!

Kulturschock Indien. Die vielen Menschen sind wir in Europa nicht gewohnt. | Quelle: Pexels

Außerdem ist man hierzulande einfach nicht den Smog, den chaotischen Verkehr, den ständigen Lärm und die riesigen Müllberge, die teilweise vor sich hin kokeln, gewohnt.

In diesen Punkten hat Indien noch einen weiten Weg vor sich, zumindest in den Großstädten.

Leckeres Essen

Einer der besten Aspekte am Leben in Indien ist das Essen. Man findet tausend verschiedene Köstlichkeiten an jeder Straßenecke und das für wenig Geld! Außerdem ist das indische Essen extrem vielfältig: Je nach Region ist der Tandoori-Ofen die klassische Zubereitungsform oder man isst komplett vegetarisch oder hat verschiedene Brotsorten (Naan, Chapati usw.). Auch die Schärfe variiert von Region zu Region.

Probier einfach mal alles aus, Du wirst es lieben!

Indien reisend entdecken

Indien ist so groß wie Kontinentaleuropa! Das bedeutet, dass es unzählige Reiseziele innerhalb des Landes gibt, die es zu entdecken gilt. Wenn man schon eine Aufenthaltserlaubnis hat, sollte man sie auch nutzen, oder?

Wie wäre es zum Beispiel mit den südlichen Bundesstaaten Goa und Kerala? Dort reisen Europäer und Amerikaner besonders gerne hin, um zu entspannen. Es gibt nämlich endlose weiße Sandstrände und köstliche Meeresfrüchte.

Wenn Du eher ein Geschichts- und Kulturfreak bist und die bedeutenden Sehenswürdigkeiten bewundern willst, solltest Du nach Agra reisen, um das Weltwunder Taj Mahal zu bestaunen. Oder erkunde Jaipur, die Hauptstadt von Rajasthan und lass Dich durch die Jahrhunderte alten Forts und Paläste treiben.

Was kulturelle Schätze angeht, hat der indische Subkontinent einiges zu bieten: Hinduismus, Sikhismus und Jainismus sind nur drei der Religionen, deren zahlreiche Tempel man besichtigen kann. Einer der schönsten ist der Jagdish-Tempel in Udaipur.

Was kann ich in Indien sehen? Das Taj Mahal ist eine der berühmtesten Sehenswürdigkeiten der Welt! | Quelle: Pexels

Du hast Lust auf ein Abenteuer? Dann ab mit Dir nach Rishikesh im Bundesstaat Uttarakhand, wo Du Wildwasser-Rafting der Schwierigkeitsstufe 4 machen kannst. Und das nicht einfach irgendwo, sondern im heiligen Wasser des Ganges, das dort aus den Bergen entspringt, um zu dem berühmten 2.525km-Fluss zu werden, den man überall auf der Welt kennt. Du magst es lieber etwas ruhiger? Dann hat die Stadt auch einige bekannte Yoga-Retreats zu bieten. Yoga-Ferien in Indien – was gibt es Schöneres?

Nur Indien reicht Dir nicht? Kein Problem, denn Indien hat auch Grenzen zu Nepal, Bangladesch, Bhutan, China und Myanmar. So kannst Du ins Himalaya-Gebirge reisen und andere asiatische Länder und Regionen besuchen. Singapur ist nur ca. 5 Stunden von Mumbai entfernt und Colombo in Sri Lanka ist weniger als 4 Stunden entfernt von der indischen Hauptstadt Neu Delhi …

Diese Top 10 Sätze auf Hindi solltest Du kennen

Wenn Du frisch landest im Land des Hinduismus und des Yoga, fühlst Du Dich vielleicht ein bisschen verloren, verwirrt und überfordert.

Dazu kommt auch noch der Jetlag, denn der Flug von Berlin nach Mumbai dauert nicht weniger als 10 Stunden und der Zeitunterschied beträgt 3,5 Stunden. Das ist nicht enorm, aber trotzdem …

Wenn man dann ein paar Basics schon kann, ohne lange darüber nachzudenken, ist das ein großes Plus. Tauche einfach direkt ein in diese neue und faszinierende Kultur und hab nicht zu viel Angst: Die Menschen in Indien sind in der Regel sehr nett und hilfsbereit.

Damit Dir dieser Einstieg leichter fällt, hier die 10 wichtigsten Sätze und Ausdrücke auf Hindi, die man kennen sollte;

  1. Namaste!( नमस्ते ) = Hallo.
  2. Shubh raatri. ( शुभ रात्री। ) = Gute Nacht.
  3. Aap kaisey hain? ( आप कैसे हैं  ) = Wie geht es Ihnen?
  4. Meyn thik hun, dhanyavaad! ( मैं ठीक हूं, धन्यवाद ) = Mir geht es gut, danke.
  5. Hum kho gaye hain.  ( हम खो गये हैं । ) = Ich habe mich verirrt.
  6. Saucaghara/pharmacy kahaan hai?  ( शौचघर/ फार्मेसी कहां है ) = Wo ist die Toilette/die Apotheke?
  7. Yeh kaisey diyaa? ( यह कैसे दिया । ) = Wie viel kostet das?
  8. Kshama kijiae… ( क्षमा कीजिए । ) = Entschuldigung, …
  9. Meraa naam … hai. ( मेरा नाम….. है । ) = Ich heiße …
  10. Aapsey milkar khushi hui! ( आपसे मिलकर खुशी हुई । ) = Freut mich! (Schön, Sie kennenzulernen!)

Wenn Du richtig Hindi lernen und auch die Antworten korrekt verstehen willst, brauchst Du wahrscheinlich ein bisschen mehr Zeit. Es ist immer eine gute Idee, eine Sprache zu lernen, wenn man in das Land reisen will, fang also am besten frühzeitig damit an! Hindi gehört übrigens wie Deutsch (und extrem viele andere europäische Sprachen) zu den Indoeuropäischen Sprachen, allerdings zu einem anderen Zweig innerhalb dieser Sprachfamilie: Deutsch gehört (wie z.B. auch Englisch, Schwedisch, Dänisch und Niederländisch) zu den Germanischen Sprachen, während Hindi zu den Indoarischen Sprachen gehört.

Wenn Du vorher Privatunterricht in Hindi nimmst oder Hindi online lernen kannst, hast Du auf jeden Fall einen Startvorteil in Indien! Die Menschen wissen es in der Regel auch zu schätzen, wenn man versucht, ihre Muttersprache zu sprechen.

Hindi lernen online

Im Internet gibt es natürlich zahlreiche Videos, Webseiten und Kurse, die Du nutzen kannst, um Hindi zu lernen. Dabei werden die verschiedenen Bereiche des Sprachenlernens abgedeckt: Grammatik, Vokabular, Aussprache usw.

Am effizientesten ist natürlich Sprachunterricht bei einem Hindi-Muttersprachler. Finde jemanden vor Ort oder nutze das Internet für Skype-Hindi-Stunden!

Und natürlich darf man auch den Vorteil von Apps nicht vergessen. Mit Anwendungen wie Duolingo kannst Du überall einfach zwischendurch Hindi lernen – an der Bushaltestelle, im Zug oder im Wartezimmer beim Arzt. Und wie wäre es mit Karteikarten (Flashcards)? Vokabel-Apps wie Quizlet helfen Dir dabei, Dir den (für uns) fremdartigen Wortschatz einzuprägen …

Worauf wartest Du noch? Stürz Dich jetzt ins Abenteuer Hindi und bereite Dich optimal vor auf Deine Indienreise!

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