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Die 5 besten Orte zum Leben in Indien

Von Anna, veröffentlicht am 12/10/2019 Blog > Sprachen > Hindi > Top 5 Städte in Indien: Hier lohnt es sich zu wohnen!

Ungefähr 17,5 % der Weltbevölkerung sind in Indien zu Hause. Mit 1,33 Mrd. Einwohnern steht Indien nur hinter China, was die bevölkerungsreichsten Länder der Welt angeht.

Allerdings ist es so, dass die indische Regierung nur alle 10 Jahre eine offizielle Volkszählung durchführen lässt. Wenn man weiß, dass die nächste 2021 stattfinden wird, hat man schnell zurückgerechnet, dass die letzten offiziellen Zahlen zur Bevölkerung Indiens von 2011 stammen.

Zu diesem Zeitpunkt gab es in der Indischen Republik 27 Städte und 53 urbane Ballungsräume (Agglomerationen) mit mehr als 1 Mio. Einwohnern. In drei indischen Metropolen lebten zudem mehr als 10 Mio. Menschen: Mumbai (bzw. Bombay) mit 20,7 Mio., Kolkata (oder früher Kalkutta) mit 14,1 Mio. und Neu Delhi (oder einfach Delhi) mit 26,4 Mio.

Aufgrund des Bevölkerungszuwachses zwischen 2001 und 2011, der 200 Mio. mehr Menschen ausmachte, wird erwartet, dass Indien das erste Land sein wird, dass die 1,5 Mrd. knackt. Außerdem geht man davon aus, dass es China in Sachen Einwohnerzahl bis 2024 überholt haben wird.

Angesichts dieses exponentiellen Bevölkerungswachstums überrascht es nicht, dass Indien vielen Herausforderungen im Zusammenhang mit Städteplanung, Umweltverschmutzung und sanitären Einrichtungen gegenüber steht.

Mumbai ist mit 21.000 Einwohnern pro Quadratkilometer die am dichtesten besiedelte Stadt der Welt! Dementsprechend hatte und hat es viele Probleme zu bewältigen, um die Lebensbedingungen seiner Bürgerinnen und Bürger zu verbessern.

Ein Beispiel, um diese Dichte zu veranschaulichen: Wenn man alle offiziell in Mumbai registrierten Autos, Taxis und Rickschas in einer Reihe aufstellen würde, wären alle Straßen Mumbais voll – und diese umfassen 1.900 km!

Bombay hat ebenfalls Probleme im Bereich der Wasserversorgung und Vertreter der Stadt schätzen, dass täglich (!) 700 Mio. Liter Wasser durch Diebstahl und Auslaufen verloren gehen!

Diese Herausforderungen gilt es für die indische Regierung zu bewältigen, wenn die Bevölkerung in anständigen Bedingungen leben können soll. Man muss aber auch sagen, dass in den letzten Jahren viel getan wurde und dass jährlich eine Verbesserung festgestellt werden kann (laut Mercer’s Quality of Living Ranking und dem indischen Ministerium für Wohnungsbau und Stadtentwicklung, MoHUA).

Wenn man also nach Indien ziehen will, welche Stadt bietet die besten Lebensbedingungen?

Hyderabad, die Stadt der Nizams

Offiziell ist Hyderabad die Hauptstadt zweier verschiedener Städte, zumindest bis 2025. Ursprünglich war es die Hauptstadt von Andhra Pradesh, im Südosten von Indien. Im Jahr 2014 wurde Hyderabad dann in den neugegründeten Staat Telangana eingegliedert, sollte aber für weitere 10 Jahre de jure die Hauptstadt von Andhra Pradesh bleiben. Du siehst: Auch Indien hat seine innenpolitischen und geopolitischen Feinheiten.

Was ist besonders an Hyderabad? In Hyderabad sieht man noch einen muslimischen Einfluss. | Quelle: Pixabay

Hyderabad wurde 1591 durch Muhammad Quli Qutb Shah gegründet und blieb unter der Herrschaft seiner Dynastie, bis das Mogulreich an die Macht gelangte. Später ging der Vizekönig des Moguls, Asaf Jah I., seinen eigenen Weg und krönte sich selbst zum Nizam von Hyderabad.

Seine Familie behielt die folgenden anderthalb Jahrhunderte die Macht über die Region bis zur Unabhängigkeit 1948. Nizam VII. gab seine Macht nur widerwillig auf – erst, nachdem die neugegründete Union Indiens in den Fürstenstaat einmarschiert war und die Streitkräfte des Nizams besiegt hatte.

Springen wir 70 Jahre weiter, in die Gegenwart. Heutzutage ist Hyderabad eine moderne Stadt, die viermal in Folge zu der Stadt gewählt wurde, in der es sich in Indien am besten leben lässt.

Doch was genau ist so toll an Hyderabad?

Bezahlbarer Wohnraum und geringe Lebenshaltungskosten

Im Vergleich zu deutschen Städten ist das Wohnen in Indien allgemein relativ günstig. In Hyderabad aber, wo nicht weniger als 7,7 Mio. Menschen leben, gibt es mitunter die günstigsten Preise, wenn es um Immobilienpreise geht.

Im Vergleich zu Mumbai, der teuersten Stadt Indiens, kostet eine 100m2-Wohnung im Zentrum von Hyderabad nur um die 6,1 Mio. Rupien (oder 61 Lakh Rupien; „lakh“ ist das indische Wort für „einhunderttausend“ und wird oft vor Rupien verwendet, um große Beträge leichter auszudrücken). Umgerechnet sind das ca. 79.000 €, was ca. 85 % günstiger ist als eine entsprechende Wohnung in Mumbai!

Die niedrigen Lebenskosten werden auch regelmäßig aufgeführt, wenn es um die Gründe geht, aus denen Hyderabad eine gute Stadt zum Leben ist. Die Kaufkraft in Hyderabad ist insgesamt um die 16 % größer als bei den Mitbürger*innen in Bombay.

Dazu kommen ein relativ gemäßigtes Klima sowie eine niedrige Kriminalitätsrate.

Auch für Expats (ausländische Staatsbürger*innen) ist Hyderabad eine gute und einfache Anlaufstelle, denn große amerikanische Firmen wie Microsoft, Apple, Amazon, Google, IBM, Yahoo!, Oracle Corporation, Dell, Facebook und CISCO haben dort Niederlassungen. Kein Wunder, dass die Stadt auch “Cyberabad” genannt wird …

Des Weiteren sind mehrere große indische Pharmafirmen dort angesiedelt: Ein Drittel der Medikamente, die in Indien verkauft werden, wurden in Hyderabad hergestellt, und 16 % aller indischen Biotechnologieprodukte!

Pune, das Oxford des Ostens

Pune befindet sich im Bundesstaat Maharashtra. Es wird geschätzt, dass die Stadt mindestens 100 Jahre alt ist. Während des 16. Jahrhunderts, während der Zeit des Maratha-Reichs, wurde Pune die Residenz des Premierministers des Reiches und begann sich so von einer kleinen Siedlung in ein pulsierendes politisches und kulturelles Zentrum zu entwickeln.

Wo kann man in Indien am besten studieren? Pune wird auch das “Oxford des Ostens” genannt. | Quelle: Pixabay

Pune ist ganz oben mit dabei, wenn es um die indischen Städte mit der höchsten Lebensqualität geht. Die Luft ist besser, der Zugang zum Wasser leichter und auch die Immobilienpreise sind recht günstig. Die Einwohner von Pune haben eine größere Kaufkraft im Vergleich zu den Einwohnern von Hyderabad, weil die Lebenskosten in den letzten Jahren nicht so stark angestiegen sind, die Löhne und Gehälter aber schon. Arbeitnehmer*innen in Pune verdienen im Schnitt 30 % als ihre Mitbürger*innen in Hyderabad.

Die zahlreichen Top-Universitäten, die über die Stadt verteilt angesiedelt sind, haben Pune zum Spitznamen „Oxford des Ostens“ verholfen. Fast die Hälfte aller ausländischen Studierenden in Indien studieren in Pune und die Stadt ist auch das Zentrum der Landes, wenn es ums Japanisch-Lernen geht. Deutschland und Frankreich sind auch vertreten: durch das Goethe-Institut respektive die Alliance Française.

Die Stadt ist auch vor allem für Maschinenbauer*innen aus dem Ausland eine gute Anlaufstelle, denn viele Autohersteller haben sich in den letzten 50 Jahren in Pune angesiedelt bzw. Zweigstellen eröffnet: Unter anderem  Mercedes Benz, General Motors, Land Rover, Jaguar, Renault, Volkswagen und Fiat.

Insgesamt ist Pune eine der besten Städte, um in Indien zu leben, mit allen Annehmlichkeiten, die man von einer Stadt dieser Größe erwarten kann – aber mit viel weniger hektischem Chaos als in Mumbai oder Delhi.

Chandigarh, die Schöne Stadt

Im Vergleich zu Pune oder Hyderabad ist Chandighar eine relativ kleine Stadt. Sie hat eine Einwohnerzahl von etwas mehr als 1 Mio. und dient ebenfalls als Hauptstadt zweier Bundesstaaten, Haryana und Punjab. Es gehört allerdings verwaltungstechnisch weder zum einen noch zum anderen Staat, sondern wird direkt von der Zentralregierung Indiens verwaltet.

Aufgrund seiner heutzutage großen politischen Bedeutung, vergisst man schnell, dass Chandighar erst in den 1960er-Jahren entstanden ist, und zwar geplant durch den schweizerisch-französischen Architekten Le Corbusier. Da die Stadt quasi aus dem Nichts entworfen wurde, konnte der Städteplaner eine Netzstruktur zugrundelegen, die die Stadt in verschiedene Sektoren einteilt. Wenn man durch die Straßen Chandigarhs läuft, fühlt man sich fast, als würde man durch eine amerikanische Stadt laufen.

Chandighar wird auch als eine der saubersten Städte Indiens bezeichnet und die Menschen dort sind laut dem LG Electronics-Ranking über die “glücklichsten Städte der Welt” die glücklichsten Menschen in Indien.

Aufgrund der Weite und dem guten Zustand der Straßen hat Chandigarh nicht nur die höchste Pro-Kopf-Anzahl an Autos, sondern auch mit den besten öffentlichen Nahverkehr des Landes.

Alles in allem lässt es sich in Chandigarh sehr gut leben, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass die Menschen in dieser Stadt mit das größte Pro-Kopf-Einkommen haben.

Navi Mumbai ist wie Chandigarh eine Stadt, die komplett geplant/entworfen wurde. In den 1960er-Jahren wurde die Überbevölkerung im Ballungsraum Mumbai immer schlimmer und so wurde es zu einer Priorität für die lokale Regierung, die Stadt zu “entstopfen”. So entstand die City and Industrial Development Corporation, auch CIDCO genannt.

Diese staatlich geführte Einrichtung begann mit der Planung und Errichtung dieser neuen Stadt auf einem riesigen Gebiet Land, dass der Bundesstaat Maharashtra erworben hatte. Es wurde entschieden, dass die Stadt in verschiedene Knotenpunkte aufgeteilt und die verschiedenen Industriegebiete und Unternehmen/Geschäfte gleichmäßig über die Stadt verteilt werden sollen, sodass der Verkehr erleichtert wird und Pendelzeiten verkürzt werden.

Welche Probleme hat Indien? Luftverschmutzung ist in Indien ein großes Thema. | Quelle: Pexels

Heutzutage leben knapp über 1 Mio. Menschen in Navi Mumbai. Die Stadt ist sauberer und der Alltag dort viel einfacher zu bestreiten, als das jemals in Mumbai der Fall war. Die gute Infrastruktur des lokalen öffentlichen Verkehrs sowie eine gute Anbindung zur Nachbarmetropole führen zu weniger Verkehr in und um Navi Mumbai, was wiederum einen positiven Einfluss auf die Luftqualität hat.

Es gibt auch einige internationale Großunternehmen, die sich in Navi Mumbai angesiedelt haben und ihren Mitarbeitenden so bessere Lebensbedingungen als in Mumbai bieten: Siemens, McDonald’s, Bureau Veritas, Bizerba, Reliance und Accenture, um nur einige zu nennen.

Obwohl Mumbai und Navi Mumbai so nah beieinander liegen, haben die Menschen in Navi Mumbai eine viel stärkere Kaufkraft. Der Grund ist, dass die Preise dort viel niedriger sind als in der wirtschaftlichen Hauptstadt Indiens, Mumbai.

Die Mieten sind um die 70 % niedriger als in Mumbai; gleichzeitig sind die Löhne in Navi Mumbai 5 % höher!

Insgesamt ist Navi Mumbai eine schöne Stadt mit sauberen, breiten Bürgersteigen, die von rund 10 % der Bevölkerung genutzt werden, um so zur Arbeit und zurück zu gelangen. Viele Grünflächen, saubere Straßen und eine allgemein entspannte Atmosphäre machen die Stadt absolut lebenswert.

Thane, die aufstrebende Vorstadt

Die Stadt Thane, ein wenig nördlich von Mumbai und Navi Mumbai wird als eine der vielversprechendsten Städte Indiens für die Zukunft gehandelt.

Ein riesiger Pluspunkt sind die riesigen Parks und Grünflächen sowie nicht weniger als 30 Seen! Außerdem befindet ist es eine der besten Regionen zum Wohnen, es gibt schöne, große Wohnviertel. Die Stadt liegt außerdem an den Ufern des Vasai Creek, was dazu beiträgt, dass man dort die niedrigste Luft- und Wasserverschmutzung sowie Lärmkontamination des ganzen Bundesstaats Maharashtra vorfindet.

Die Stadt ist im vollen Aufschwung, auch was Bahnprojekte und andere städteplanerische Entwicklungen angeht. Das wird zwangsläufig auch bedeuten, dass die Immobilienpreise steigen. Auf der anderen Seite liegt die Stadt aber auch auf Platz 4 der Städte, die am meisten Geschäftstätigkeit und Arbeitsplätze schaffen, es findet also vermutlich ein Ausgleich zwischen Gehältern und Mietpreisen statt. So oder so – Thane wird in den kommenden Jahren weiter wachsen und noch interessanter werden.

Und viele mehr …

Indien ist ein riesiges Land und das bedeutet auch, dass unsere Liste zwar einen guten ersten Überblick gibt, aber der Vielzahl an schönen Orten zum Leben in Indien bei weitem nicht gerecht wird. Weitere schöne Städte und Orte in Indien sind unter anderem Bangalore (super für Techies), das pulsierende Chennai oder auch das spirituelle Varanasi.

Und natürlich darf man auch nicht vergessen, dass die Mobilität in Indien wie überall auf der Welt zugenommen hat. Immer mehr Menschen arbeiten von Zuhause aus oder wechseln zwischen Büroarbeit und Homeoffice ab. Wenn Du eine solche Arbeitsstelle hast, könntest Du also gut auch in eine der Städte (oder in kleinere Orte) in den Bundesstaaten Goa oder Kerala ziehen und gleichzeitig wie ein Tourist die Strände und wunderschönen Sonnenuntergänge genießen und vom Computer aus arbeiten.

Strandurlaub und arbeiten? Wenn Du Homeoffice machen kannst, genieße die Strände in Goa! | Quelle: Pixabay

Und wenn Du nicht so der Großstadtmensch bist, hat Indien natürlich auch einiges zu bieten. Vor allem ist in Kleinstädten die Kriminalitätsrate auch nicht so hoch. Wie wäre es mit Gangtok in Sikkim, Rishikesh in Uttarakhand, Gandhinagar in Gujarat, Bengaluru in Karnataka oder Jaipur in Rajasthan?

Und nur weil Du Dich für eine Stadt/Region entschieden hast, heißt das ja nicht, dass du den Rest des Landes nicht auch entdecken kannst. Nutze Deine freien Tage, um alle Ecken und Winkel dieses faszinierenden und wunderschönen Landes zu entdecken! Hier einige der wichtigsten Sehenswürdigkeiten, die man unbedingt mal gesehen haben sollte: das Taj Mahal in Agra, die Shimla-Forts, der Jagdish-Tempel in Udaipur oder die weißen Sandstrände der Andamanen und Nikobaren.

Der indische Subkontinent steckt voller Schätze, die es zu entdecken gilt. Tauche jetzt ein in die Faszination Indien!

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