Indien ist nicht nur die Heimat des Taj Mahal, sondern auch von rund 1,3 Milliarden Menschen! Wenn auch Du, wie einige andere Deutsche und zahlreiche Briten, eine Zeit lang in Indien leben möchtest, wäre es wahrscheinlich sinnvoll, zumindest ein paar Brocken Hindi zu lernen. Es wird Deinen Aufenthalt auf jeden Fall leichter machen.

Egal, ob Du geschäftlich eine Zeit lang in Indien leben möchtest (weil Du zum Beispiel für einen großen internationalen Konzern arbeitest, der auch in Indien Geschäftsstellen hat), ob Du dort Deine Yoga-Kenntnisse vertiefen möchtest oder gezielt für einen Sprachkurs nach Indien reist: Deine Sprachkenntnisse in Hindi werden sich so oder so verbessern, vorausgesetzt, Du bist bereit, ein wenig Zeit und Energie ins Hindi-Lernen zu investieren.

Doch gehen wir mal einen Schritt zurück und schauen uns die allgemeine Sprachsituation in Indien an.

Das Thema Sprache ist in Indien nämlich gar nicht so einfach. Indien ist ein föderal organisierter Staat, genauso wie Deutschland oder die USA. Er besteht aus 29 Bundesstaaten und 7 zentralverwalteten Unionsterritorien. Auf nationaler Ebene sind zwar Hindi (in Devanagari geschrieben) und Englisch als die offiziellen Sprachen des Landes anerkannt, aber jeder Bundesstaat hat das Recht, selbst offizielle Sprachen festzulegen und viele der Staaten haben davon auch Gebrauch gemacht.

Deshalb gibt es in Indien 23 offiziell anerkannte Sprachen! Trotzdem ist es so, dass Hindi die Lingua franca ist, denn sie ist die Landessprache, die am meisten verbreitet ist. Ungefähr 50 % der Bevölkerung Indiens spricht Hindi als Muttersprache und viele weitere Inder*innen sprechen es als Zweitsprache.

In zwölf Bundesstaaten ist Hindi die oder eine der offiziellen Sprachen: Bihar, Chhattisgarh, Gujarat, Haryana, Himachal Pradesh, Jharkhand, Madhya Pradesh, Mizoram, Rajasthan, Uttar Pradesh, Uttarakhand und Westbengalen.

Drei der sieben Unionsterritorien erkennen Hindi als eine ihrer offiziellen Sprachen an: Andamanen und Nikobaren, Dadra und Nagar Haveli und Delhi (Hauptstadtterritorium).

Übrigens: Gesprochenes Hindi und Urdu sind sich extrem ähnlich und man kann sich untereinander problemlos unterhalten. Nur die Schriftsysteme sind unterschiedlich. Also lieber zum Telefon greifen, als eine E-Mail schreiben …

Planst Du bereits, nach Indien zu reisen, eine Zeit lang dort zu leben und arbeiten und ganz nebenbei Hindi zu lernen? In unserem Guide findest Du heraus, was Du alles beachten musst, wenn Du in Indien Hindi lernen möchtest!

Diese Vorteile hat es, in Indien zu leben

In westlichen Ländern assoziiert man mit Indien oft mit Armut, Slums, Umweltverschmutzung und chaotischem Verkehr in überfüllten Städten.

Auch wenn dies in vielen Regionen leider zutrifft, ist es natürlich doch zu einfach und klischeehaft, um ein ganzes Land und seine Bevölkerung abzubilden. Indien ist ein Schwellenland und verändert sich als solches stark und schnell in Richtung einer positiveren Zukunft. Lebten laut einer Studie der Deutschen Bank 2009 noch 29,8 % der indischen Bevölkerung in Armut (weniger als 1,50 € pro Tag zur Verfügung), waren es 2015 „nur noch“ 12 %.

Reise nach Indien.
Entdecke die Faszination Indien. | Quelle: Pixabay

Was die Stärke der Volkswirtschaft gemessen am BIP angeht, steht Indien inzwischen an siebter Stelle und damit vor Ländern wie Brasilien, Kanada oder Russland.

Laut dem United Nations Department of Economic and Social Affairs ist die indische Diaspora (also im Ausland lebende Inder*innen) inzwischen die Größte überhaupt (gefolgt von China): 15 Mio. indische Staatsbürger*innen leben im Ausland, auch wenn ein großer Teil davon im benachbarten Pakistan lebt. Schätzungen zufolge leben mindestens 4,4 Mio. indische Staatsbürger*innen in den USA. Die indische Diaspora ist auch diejenige, die am meisten Geld zurück ins Heimatland schickt, mit mehr als 67 Mrd. $ im Jahr 2017.

Du fragst Dich, warum Du in Indien leben solltest?

Lebe wie ein*e König*in

Einer der Hauptgründe, die beispielsweise von britischen Expats genannt werden, ist: Geld. Und tatsächlich ist es so, dass große internationale Firmen, die Fachkräfte in Indien brauchen, bereit sind, gutes Geld zu bezahlen, damit die Angestellten diese große Reise und Umstellung auf sich nehmen.

Laut der 2017 Expat Explorer Survey-Umfrage von HSBC, bei der Antworten von über 27.000 ausländischen Bürgerinnen und Bürgern, die in 159 Ländern arbeiten, berücksichtigt wurden, verdienten Expats (Ausgewanderte) in Mumbai im Schnitt 170.693 £ (umgerechnet ca. 190.000 €) im Jahr! Das ist viel mehr als der weltweite Durchschnittsverdienst von Expats (Zahlen aus der gleichen Studie): 78.524 £ (ca. 88.000 €).

Dazu kommt, dass die Lebenshaltungskosten (Mieten, Nebenkosten, Lebensmittel usw.) dabei deutlich niedriger sind als in europäischen Städten. So kostet die Miete für eine 3-Zimmer-Wohnung in Bombay (offizieller Name für Mumbai) beispielsweise weniger als die Hälfte als für eine Wohnung der gleichen Größe in München.

Mit diesen im Schnitt höheren Löhnen und niedrigeren Lebenshaltungskosten kann man sich in Indien ein sehr gutes, wenn nicht sogar luxuriöses Leben leisten – viel einfacher, als das in Europa oder den USA der Fall wäre.

Finde neue Freunde

Am Anfang ist es sicher nicht ganz einfach. Laut InterNations, einer Forschungsgruppe, die sich mit Expats auseinandersetzt, geben rund 4 von 10 Expats an, dass sie Schwierigkeiten haben, sich in die indische Kultur einzufinden. Man kann es aber auch positiv sehen: 60 % haben demnach keine Probleme mit der Umstellung.

Außerdem kannst Du darauf zählen, dass die Freundlichkeit der Inder es leichter macht, sich einzuleben. In der Studie von InterNation schätzen weniger als 1 von 10 Expats die Stimmung gegenüber ausländischen Staatsbürgern als unfreundlich oder feindselig ein.

Auch wenn man natürlich nie zu sehr verallgemeinern sollte, gilt das indische Volk doch als eines der gastfreundlichsten. In der Regel wird man sich Mühe geben, Dir zu helfen, vor allem, wenn Du ein wenig Hindi sprechen kannst. Wie fast überall ist dies auf dem Land noch etwas stärker ausgeprägt als in den großen Städten, wo die Menschen im Alltagsstress stärker auf sich selbst fokussiert sind.

Wenn Du aufgrund einer Arbeitsstelle nach Indien ziehst, findest Du sicher auch bei der Arbeit neue Freunde und Bekannte. Doch Vorsicht: Das Arbeitsumfeld und die Dos und Don’ts sind in Indien anders als in Deutschland oder den USA. Am besten machst Du Dich vorher mal in Foren schlau oder fragst Kolleg*innen, die schon in Indien waren.

Iss köstliches Essen

Indien ist ein riesiges Land – mehr als 9-mal größer als Deutschland! Die Geschichte des Landes, die auch durch die Aufteilung in verschiedene Kaiser- und Königreiche geprägt war, führt dazu, dass das Land heutzutage zwar ein Nationalstaat, aber in sich immer noch sehr unterschiedliche und vielfältig ist. Und das zeigt sich auch in der Küche!

Als Indien vor über 70 Jahren die Unabhängigkeit von der englischen Krone erlangte, war es in mehr als 600 Fürstenstaate unterteilt! Solch eine Teilung bedeutete auch immense Unterschiede in den unterschiedlichsten Bereichen, und eben auch der Kulinarik. Stell Dir vor, Du bist in Goa, wo Du ein köstliches Garnelen-Currygericht genießt und reist am gleichen Tag weiter in den Staat Karnataka (weniger als 400 km von Goa entfernt), wo Du ein leckeres Bisi Bele Bath (würziger Reis mit einer Linsensoße) verspeist – eins der beliebtesten Gerichte in dieser Region.

Was an Indien so toll ist?
Indisches Essen ist einfach göttlich! | Quelle: Pixabay

Wie Du weißt, ist die Kuh für Hindus heilig, ein Steak findest Du also wohl kaum auf dem Speiseplan. Dafür leckeres Huhn und zartes Lamm. In anderen Gegenden ernährt man sich dagegen gänzlich vegetarisch. Insgesamt wird Indien oft das „Land der Vegetarier“ genannt, weil der Anteil der Fleischesser an der Gesamtbevölkerung dort extrem klein ist. Doch aufgrund der vielfältigen Gemüsesorten, Reis, Linsen und zahlreichen schmackhaften Gewürzen wie Curry, Ingwer, Minze uvm. kommen die Geschmacksknospen alles andere als zu kurz.

Die indische Küche wurde übrigens nicht nur durch Hindu und muslimische Essgewohnheiten beeinflusst, sondern auch durch europäische Händler. Goa war portugiesische Kolonie, Pondicherry, Chandannagar und Yanman waren französisch und der Großteil des Rests von Indien stand bekanntermaßen über drei Jahrhunderte lang unter direkter englischer Herrschaft.

All diese Einflüsse haben die indische Küche zu einer der beliebtesten weltweit gemacht. Und wo könnte man diese authentischer (und schärfer) als in Indien selbst genießen?

Warum es sich lohnt, eine Zeit lang in Indien zu leben, erfährst Du hier!

Die 10 wichtigsten Sätze auf Hindi

Wenn Du aufgrund Deiner Reisepläne gerade mit dem Hindi Lernen beginnst, ist es wichtig, die basic Vokabeln, Verben und Grammatik zu lernen, sodass Du Dich schonmal ein wenig durchschlagen kannst.

Bevor Du genau verstehst, was was bedeutet, und wie die Sätze zusammenhängen, kannst Du auch erstmal ein paar Standardsätze und -ausdrücke auswendig lernen. Das zeigt auf jeden Fall Deinen guten Willen!

  1. Namastei!( नमस्ते ) = Hallo.
  2. Shubh raatri( शुभ रात्री। ) = Gute Nacht.
  3. Aap kaisei hain?( आप कैसे हैं  ) = Wie geht es Dir?
  4. Mein theek hoon, shukriya!( मैं ठीक हुँ । ) = Mir geht es gut, danke.
  5. Hum kho gaye hain.  ( हम खो गये हैं । ) = Ich habe mich verirrt.
  6. Saucaghara/ pharmacy kahaan hai?  ( शौचघर/ फार्मेसी कहां है ) = Wo ist die Toilette/die Apotheke?
  7. Yeh kaisey diyaa?( यह कैसे दिया । ) = Wie viel kostet das?
  8. Kshama keejeeae…( क्षमा कीजिए । ) = Entschuldigung, …
  9. Meraa naam …hai.( मेरा नाम….. है । ) = Ich heiße …
  10. Aapsey milkar khushi huee! ( आपसे मिलकर खुशी हुई । ) = Freut mich! (Schön, Dich kennenzulernen)

Wie für alle anderen Sprachen auch brauchst Du ein wenig Geduld und Übung, um Hindi lernen zu können. Erstelle Dir Vokabelkärtchen oder nutze eine Vokabel-App, um Wörter und Ausdrücke effizient zu lernen und zu wiederholen.

Und wie wäre es mit Hindi-Unterricht? So kannst Du z.B. mit einer Muttersprachlerin auch Deine Aussprache verbessern und in Indien richtig Eindruck schinden! Wenn Du damit vor Deiner Reise beginnst, findest Du sicher eine Lehrkraft, die den Unterricht auf Deutsch mit Dir abhalten kann. Vor Ort wird das vielleicht nicht der Fall sein, aber wenn Englisch als Unterrichtssprache auch okay ist für Dich, wirst Du sicherlich fündig.

Du willst Hindi lernen?
Mach Dich am besten schon vor Deiner Reise mit dem Hindi-Alphabet vertraut. | Quelle: Pixabay

Challenge: Das indische Alphabet Devanagari (Hindi Alphabet) unterscheidet sich stark vom lateinischen Alphabet, das die meisten europäischen Sprachen benutzen. Mach Dich am besten schon vorher damit vertraut, damit Du bei Deiner Ankunft auch Straßenschilder usw. entziffern kannst.

Weitere nützliche Sätze auf Hindi gibt es übrigens hier!

Hindi-Unterricht in Indien nehmen

Wenn Du dann erstmal vor Ort bist, wird es Dir noch leichter fallen, die Sprache zu lernen, denn Du wirst damit neben Englisch in Deinem Alltag zu tun haben und sie überall um Dich herum hören.

Wenn Du geschäftlich nach Indien gehst, wird Dir sicherlich ein Indischkurs vom Arbeitgeber gezahlt. Ansonsten kannst Du Dich vor Ort umschauen und beraten lassen oder über einen der zahlreichen Anbieter aus Deutschland oder internationale Anbieter (wie EF usw.) Hindi-Unterricht in Indien buchen.

Falls nicht vom Arbeitgeber vorgegeben, musst Du Dir überlegen, ob Du Einzelunterricht oder lieber in einer Gruppe lernen willst. Beides hat seine Vor- und Nachteile. Einzelunterricht ist intensiver und zu 100% an Deine Bedürfnisse und Deine Lerngeschwindigkeit angepasst. In der Gruppe hast Du dafür mehr Interaktion, kannst auch mal nur zuhören und findest Gleichgesinnte, mit denen Du Deine neuen Fähigkeiten auch nach dem Unterricht bei einem Bier oder beim Essen üben kannst.

Egal, für welche Form Du Dich entscheidest: In Indien stehen Dir alle möglichen Kanäle und Möglichkeiten zu Üben offen: Schau Dir Bollywoodfilme (vielleicht am Anfang mit englischen Untertiteln) im Kino an, geh auf Konzerte, ins Theater, zu Lesungen usw. Und natürlich gibt es Musik, Zeitungen, Zeitschriften, Podcasts und und und! Nicht zu vergessen die zahlreichen Menschen vor Ort, die sich sicherlich gerne mit Dir unterhalten.

Wo lerne ich am besten Hindi?
Am besten lernt man eine Sprache immer vor Ort. | Quelle: Visualhunt

Wenn man also nach Indien ziehen will, ist es sicherlich einer der wichtigsten Fragen, welche indische Stadt die besten Lebensbedingungen bietet? In unserem Artikel haben wir daher für Dich die Top 5 Städte in Indien!

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Anna

Man lernt nie aus ...